INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 4
A. Thematische Aspekte der Globalisierung. 4
B. Methodischer Zugang zur vorliegenden Arbeit. 6
II. GERECHTIGKEITSTHEORIE NACH JOHN RAWLS 6
III. LIBERALISMUS UND HANDELSTHEORIE 8
A. Klassischer Liberalismus. 8
B. Wirtschaftsliberalismus und Handelstheorie. 8
1. Theorie der absoluten Kostenvorteile nach Adam Smith (1723-1790) 8
2. Theorie der komparativen Kostenvorteile nach David Ricardo (1772-1823) 9
IV. GLOBALISIERUNG UND GERECHTIGKEIT 10
A. Auswirkungen und Massenarmut. 10
B. Hürden im Kapital- und Handelsverkehr. 12
C. Gerechtigkeit des Freihandels für Entwicklungsländer? 14
V. THEMATISCHES UND PERSÖNLICHES FAZIT 15
A. Liberalismus und Entwicklungsländer. 15
B. Persönliche Stellungnahme. 15
VI. LITERATURVERZEICHNIS. 17
3
1. Einleitung
A. Thematische Aspekte der Globalisierung
Globalisierung ist im 21. Jahrhundert ein viel diskutierter und umstrittener Begriff. Im wesentlichen ist Globalisierung als ein dynamischer Prozess von Volkswirtschaften zu verstehen, der sich durch die zunehmende Verflechtung von Gütern, Diensthandel, Kapital, Wissen a ber auch Menschen definiert. Der zunehmende technologische Fortschritt auf dem Transport-, dem Informations-und dem Konsumsektor ist ein wesentlicher Indikator für die stetige Entwicklung des Globalisierungsprozesses und damit dem Voranschreiten der Finanzmärkte. Parallel zu der Dynamik des technologischen Fortschritts haben marktorientierte Reformen von institutionellen Einrichtungen, wie der GATT, der WTO, des IWF und der Weltbank dazu beigetragen, dass eine steigende Anzahl an Ländern ihre Märkte liberalisierten. 1
Durch grenzüberschreitende Güter- und Ressourcenproduktion werden allerdings nicht nur die Absatzmärkte, sondern dementsprechend auch die Konkurrenzsituationen zwischen den einzelnen Ländern global. Für wirtschaftlich starke Industrieländer stellt die Globalisierung ohne Zweifel aus ökonomischer Sicht neue Perspektiven dar.
Die Folgen für Entwicklungs- und Schwellenländer hingegen werden sehr unterschiedlich beurteilt. Befürworter der Globalisierung gehen davon aus, dass durch die Liberalisierung der Handelsmärkte eine Produktionsverlagerung in die Entwicklungs- und Schwellenländer stattfinden wird. Diese Verlagerung verspricht Industrieländern eine kostengünstige Güter- und Ressourcenproduktion und den Entwicklungsländern einen Profitgewinn und eine Chance für ihre wirtschaftliche Gesamtsituation. 2 Die These der positiven Auswirkungen des freien Handels stützt sich auf die klassische Handelstheorie des 18. Jahrhunderts, insbesondere auf die von Adam Smith aufgestellte Theorie von der „unsichtbaren Hand des Marktes“. Demzufolge wirkt der Mechanismus des freien Marktes, wenn alle Beteiligten ihr eigenes ökonomisches Interesse verfolgen und die Güterproduktion somit auf effizienteste Weise organisiert werden kann. Der freie Wettbewerb sorgt dafür, d ass keine Güter zu überhöhten Preisen angeboten
1 Plate, Bernhard (2003): „Grundzüge der Globalisierung“, in Informationen zur politischen
Bildung: Globalisierung, München: Franzis` print&media, 3. Quartal 2003, Heft 280, S. 3ff.
2 Dieter, Heribert (2003): „Chancen und Risiken für Entwicklungsländer“, in Informationen zur
politischen Bildung: Globalisierung, München: Franzis` print&media, 3. Quartal, Heft 280, S. 38
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werden können. Die „unsichtbare Hand des Marktes“ verschafft somit den Produzenten als auch den Abnehmern das bestmögliche Ergebnis, indem die Preise ausschließlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Darüber hinaus hat eine Ausweitung des Handels eine erhöhte Arbeitsteilung und somit eine erhöhte Produktivität zur Folge. Arbeitsteilung und internationaler Güteraustausch führen demnach zum „Wohlstand der Nationen“. 3 Globalisierungsgegner hingegen ge hen von einer zunehmenden Armut und einer verstärkten Dependenz der Entwicklungsländer von multinationalen Unternehmen und Konzernen aus, die der Entwicklung einer eigenen selbständigen Volkswirtschaft entgegenwirken. Die Problematik der Globalisierung für Entwicklungsländer verdeutlicht sich vor allem in der Währungs- und Finanzpolitik. Durch die rückläufigen Kapitalströme aus ausländischen Direktinvestitionen, Wertpapiergeschäften und Krediten ist es Entwicklungsländern unmöglich, Investitionen zu finanzieren und
wettbewerbsorientiert zu agieren. 4
Zudem bleiben die aus dem Prozess der Globalisierung resultierenden Nebenfolgen, wie Armut und soziale Benachteilung, der neoliberalen Argumentation eines freien und vor allem gerechten Marktes zufolge unberücksichtigt. Entsprechend der Theorie zur Gerechtigkeit von Rechtswissenschaftler John Rawls sollte jeder das gleiche Recht auf „alles“ haben. „ Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten sollten demzufolge den am wenigsten Begünstigten den größtmöglichen Vorteil bringen“. 5 Angesichts der fortschreitenden Globalisierung müssen jedoch gerade Entwicklungsländer mit den bereits erwähnten Nebenfolgen rechnen. Von einer kollektiven Gerechtigkeit der Globalisierung für Entwicklungsländer gemäß der Grundsätze von John Rawls kann den vorstehenden Ausführungen zufolge nicht gesprochen werden.
3 Ziai, Aram (2000): „Globalisierung als Chance für Entwicklungsländer? Ein Einstieg in die
Problematik der Entwicklung in der Weltgesellschaft“, in: Tetzlaff, Rainer (hrsg.): Demokratie
und Entwicklung, Hamburg: Lit Verlag, Bd. 43, S. 38
4 Dieter, Heribert (2003): „Chancen und Risiken für Entwicklungsländer“, in Informationen zur
politischen Bildung: Globalisierung, München: Franzis` print&media, 3. Quartal 2003, Heft 280,
S. 34
5 Höffe, Otfried (1998): „Einführung in Rawls` Theorie der Gerechtigkeit“, in: Rawls, John
(1998): „Eine Theorie der Gerechtigkeit“, Klassiker Auslegen, Berlin: Akademie Verlag, Bd. 15,
S. 11
5
B. Methodischer Zugang zur vorliegenden Arbeit
Nachfolgend soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit das neoliberale Konzept eines freien und gerechten Marktes kompatibel und in der Praxis umzusetzen ist. Berücksichtigung wird hierbei neben dem allgemeinen Prozess der Globalisierung vor allem der Gerechtigkeitsaspekt für Entwicklungsländer finden.
Zur Erläuterung der vorstehenden Ausführungen wird sich das Zweite Kapitel zunächst mit der Begriffsklärung der Gerechtigkeit auseinandersetzen. Bezug genommen wird hierbei schwerpunktmäßig auf die wichtigsten Grundsätze der Theorie von John Rawls.
Die theoretischen Grundlagen des Liberalismus werden im folgenden Dritten Kapitel dargestellt. Eingegangen wird insbesondere auf die klassische Handelstheorie des 18. Jahrhunderts von Adam Smith und David Ricardo. Die Auswirkungen der Globalisierung für Entwicklungsländer werden im folgenden Vierten Kapitel aufgeführt. Ein wesentlicher Gesichtspunkt wird hierbei auf der Kompatibilität der Gerechtigkeitsansätze von John Rawls liegen. Thematische und persönliche Untersuchungsergebnisse werden im Fünften Kapitel den Abschluss dieser Arbeit bilden. Insbesondere soll zusammenfassend der Frage nachgegangen werden, ob man dem liberalistischen Ansatz zufolge von einer kollektiven Gerechtigkeit der Globalisierung für Entwicklungsländer sprechen kann.
II. Gerechtigkeitstheorie nach John Rawls
John Rawls unterscheidet zwischen der Gerechtigkeit der Institutionen und der des menschlichen Handelns. Das wichtigste Kriterium der Theorie von John Rawls ist die Frage nach dem gebührenden Anspruch der Menschen auf soziale Güter und welche ihnen davon zugeschrieben werden können. Im Vordergrund der Ausführungen d es Rechtswissenschaftlers steht hierbei die „soziale Gerechtigkeit“. Als Gegenstand „sozialer Gerechtigkeit“ schreibt John Rawls der Gesellschaft und der Verteilung von Gütern und Pflichten durch öffentliche Institutionen eine vorrangige Stellung zu. Der G erechtigkeitsbegriff des Rechtswissenschaftlers lässt sich im wesentlichen durch dessen zwei Grundsätze und der Zuweisung und Verteilung von Gütern, Rechten und Pflichten definieren. Der erste Grundsatz betrifft die bürgerlichen und politischen Rechte, „Jedermann hat gleiches Recht auf das umfangreichste Gesamtsystem gleicher
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Arbeit zitieren:
M.A. Claudia Haslauer, 2004, Gerechtigkeit der Globalisierung für Entwicklungsländer, München, GRIN Verlag GmbH
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