Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung 2
2.0 Hauptteil 4
2.1 Die Theorie der eigenen Wirksamkeit 4
2.1.1 Was ist Kontrolle? 4
2.1.1.1 Der Begriff Kontrolle 4
2.1.1.2 Unkontrollierbarkeit 5
2.1.1.3 Das Kontrollgrundbedürfnis 5
2.1.1.4 Die lerntheoretische Grundlage: Instrumentelles Konditionieren 5
2.1.2 Aspekte der Kontrollmeinung 6
2.1.2.1 Die Erfahrung von Kontrolle 6
2.1.2.2 Die Kontrollüberzeugungstheorie nach J. B. Rotter 8
2.1.2.3 Die Selbstwirksamkeitstheorie in Anlehnung an Albert Bandura 9
2.1.2.4 Die Fehleinschätzung der eigenen Kontrolle: Kontrollillusion 9
2.2 Hilflosigkeit als Reaktion auf den Verlust von Kontrolle 10
2.2.1 Die Theorie der erlernten Hilflosigkeit nach Seligman 10
2.2.2 Ergänzungen und Reformulierungen der Seligmanschen Theorie 12
2.2.2.1 Die attributionstheoretische Reformulierung 12
2.2.2.2 Das Reaktanz- Hilflosigkeits Modell 13
2.2.2.3 Ein 4 Stufen-Modell nach Flammer 14
3.0 Zusammenfassung 15
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1.0 Einleitung
Prof. Dr. Franz Petermann schreibt in seinem Nachwort zu Seligmans „Die Theorie der erlernten Hilflosigkeit“: Zwar scheinen Unkontrollierbarkeit, Nichtplanbares und Unverhofftes nicht in eine hochtechnisierte Welt zu passen; trotzdem findet man heute immer häufiger Erscheinungsformen der Macht-, Hilf- oder Hoffnungslosigkeit. 1 Ein aktuelles Beispiel für Petermanns Aussage ist die Hochwasserkatastrophe im Osten Deutschlands. Trotz Wettervorhersagen, Dämmen, Deichen und Sandsäcken konnten die Wassermassen nicht unter Kontrolle gebracht werden. Die menschliche Kontrolle hatte ihre Grenzen erreicht, die Menschen konnten nichts mehr bewirken. Sie standen vor den Ruinen ihrer Häuser und resignierten. Ein gewaltiger Wasserstrom hatte ihnen ihr Hab und Gut genommen. Und sie hatten nichts dagegen tun können. Und wenn sie noch etwas tun wollten und noch nicht bereit waren aufzugeben, wurden sie von Feuerwehr und technischem Hilfswerk gezwungen, ihre Häuser zu verlassen.
Das brisante aktuelle Beispiel beschreibt genau das Problem, das diese Hausarbeit be-handeln soll: Was ist Kontrolle, wie erfährt der Mensch sie und wie fasst er sie auf? Was passiert, wenn Menschen ihre Kontrolle verlieren? Warum werden manche Menschen schnell hilflos, andere dafür nicht?
Im ersten Abschnitt sollen zunächst Kontrolle, Unkontrollierbarkeit und Kontrollgrundbedürfnis definiert und die kognitiven Grundlagen dafür kurz erklärt werden. Darauf folgt ein Kapitel mit verschiedenen Aspekten zur Kontrollmeinung, der subjektiven Ansicht jedes Einzelnen über seine eigene Wirksamkeit.
Der zweite Teil hat den Kontrollverlust und die daraus entstehende Hilflosigkeit zum Thema. Die Grundlage bildet die Theorie der erlernten Hilflosigkeit nach Seligman. Mir war jedoch wichtig, auch noch einige Ergänzungen zu dieser Theorie anzuführen, um zu zeigen, dass die ursprüngliche Idee unvollständig ist. Natürlich wird zur erlernten Hilflosigkeit immer noch geforscht und eine Darstellung dieser Theorie kann kaum vollständig sein.
1 Petermann, Nachwort zu: Seligman, Erlernte Hilflosigkeit, 1986, S. 210
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2.0 Hauptteil
2.1 Die Theorie der eigenen Wirksamkeit
2.1.1 Was ist Kontrolle?
In den ersten beiden Abschnitten beziehe ich mich hauptsächlich auf Ausführungen zur Kontrolle in Kap 1. 3 und 5 in der Grundlagenliteratur „Erfahrung der eigenen Wirksamkeit“ von August Flammer und auf Ausführungen Schwarzers zur Unkontrollierbarkeit. Danach werden kurz zwei Ansätze dargestellt, die erklären sollen, wieso der Mensch überhaupt kontrollieren will und wie er Kontrolle erlernt.
2.1.1.1 Der Begriff Kontrolle
Kontrolle ist laut Flammer „zielbezogen regulierte Wirkung“ 2 . Man strebt ein bestimmtes Ziel an und reguliert seine Handlung so, dass man diesem Ziel möglichst nahe kommt. Man kann jedoch, laut Flammer, nie über alle denkbaren Ziele gleichviel Kontrolle haben, d.h. die Kontrolle ist immer bereichsspezifisch.
Laut Flammer lässt sich der Zustand der Handlungskontrolle eines Menschen in zwei Aspekte aufteilen: Man kann Kontrolle haben und Kontrolle ausüben. Er stellt für beide Formen einen Kriterienkatalog auf. Hat man Kontrolle, so kennt man das Ziel, das man anstreben will und den Weg, über den das Ziel zu erreichen ist. Man kann außerdem den Weg selbst gehen und weiß dies auch, macht aber nicht ständig Gebrauch davon. So habe ich z.B. Kontrolle über mein Fahrrad, auch wenn ich nicht ständig damit fahre.
Bei der aktuellen Ausübung von Kontrolle kommen zwei weitere Aspekte zu den bereits genannten hinzu. Das angestrebte Ziel muss man selbst auch als sein aktuelles Ziel akzeptieren und den Weg, der einen zum Ziel führt, auch tatsächlich gehen. Kontrolle kann direkt und indirekt ausgeübt werden. Man kann einen Zielbereich selbst kontrollieren oder ihn durch andere Personen kontrollieren lassen. So kann der Chef einer großen Firma nie alle Geschäftsangelegenheiten selbst ausführen. Er gibt die Aufgaben an seine Mitarbeiter weiter, übt aber trotzdem indirekte Kontrolle auf die bestmögliche Erledigung der Aufgaben aus, weil er ja versucht, jedem Mitarbeiter die Aufgabe zukommen zu lassen, die ihm am besten liegt und die er am besten erfüllen kann.
2 Flammer, Erfahrung der eigenen Wirksamkeit, 1990, S. 22
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2.1.1.2 Unkontrollierbarkeit
In unserer Umwelt gibt es Situationen und Dinge, die sich von ihrer Natur aus nicht kontrollieren lassen. Kein Mensch kann z.B. das Wetter oder das Klima kontrollieren. Besteht also kein Zusammenhang zwischen einer Reaktion, die ein Individuum ausführt und der Konsequenz der Umwelt, so ist die Konsequenz unkontrollierbar. Nach Schwarzer braucht ein Individuum jedoch die Erfahrung einer „Mehrzahl von Nichtkontingenzen“ 3 um wirklich von der Unkontrollierbarkeit einer Sache überzeugt zu sein. Er unterscheidet außerdem zwischen objektiver Unkontrollierbarkeit, welche vorliege, wenn die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Ereignisses unabhängig vom Verhalten der Person sei, und einer subjektiven Unkontrollierbarkeit, bei welcher eine Person nur glaube, dass es so sei. 4
2.1.1.3 Das Kontrollgrundbedürfnis
Kontrolle ist für den Menschen lebenswichtig. Ohne Kontrolle kann kein Mensch existieren. Aufgrund dieser existentiellen Rolle kamen die Kontrollforscher sehr bald auf den Gedanken, der Mensch könne eine Art Kontrollgrundbedürfnis besitzen. Dieses Bedürfnis brauche der Mensch, um „den Kopf immer oben zu behalten“ 5 so Flammer. Nach ihm kann man annehmen, dass „Menschen spontan bereit sind, Aufwand zu erbringen, um Kontrolle zu erlangen, zu erhalten, zu erhöhen. 6
Das Kontrollgrundbedürfnis sei angeboren, äußere sich immer in konkreten Zusammenhängen und beziehe sich immer auf konkrete Inhalte oder Ziele. Aus dem Kontrollgrundbedürfnis können nach Flammer aber etliche weitere Kontrollbedürfnisse entstehen, die sich jeweils in speziellen Situationen äußern, wie z.B. das Bedürfnis, Kontrolle über den Körper beim Turnen zu erlangen.
2.1.1.4 Die lerntheoretische Grundlage: Instrumentelles Konditionieren
Seligman sprach bei Kontrollvorgängen nicht über zielgerichtetes Verhalten sondern über willentliche Reaktionen eines Individuums im Gegensatz zu Reflexen, blinden Reaktionen, Instinkten oder Tropismen. 7 Willentlich können nur Lebewesen reagieren, die fähig zur Veränderung sind, d.h. die durch Belohnung oder Bestrafung ihr Verhalten ändern können,
3 Schwarzer, Stress, Angst und Handlungsregulation, 1993, S. 145
4 Vgl. Schwarzer, Stress, Angst und Handlungsregulation, 1993, 145
5 Flammer, Erfahrung der eigenen Wirksamkeit, 1990, S. 115
6 Flammer, Erfahrung der eigenen Wirksamkeit, 1990, S. 114
7 Vgl. Seligman, Erlernte Hilflosigkeit, 1983, S. 10
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Arbeit zitieren:
Kerstin Kloos, 2002, Kontrolle und Hilflosigkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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