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Diskrepanzthese und Vertrauenskonzeption am Fallbeispiel ENRON

Title: Diskrepanzthese und Vertrauenskonzeption am Fallbeispiel ENRON

Seminar Paper , 2004 , 25 Pages , Grade: 2

Autor:in: M.A. Katja Seidel (Author)

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Einleitung

„ Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es; wenn ich es jemandem auf seine Frage hin erklären soll, weiß ich es nicht.“(Augustinus)

Diese Antwort gab Augustinus auf die Frage „Was ist Zeit?“ Auf die Frage „Was ist Vertrauen?“ könnte man ebenso antworten. Jeder hat eine Vorstellung von dem, was Vertrauen ist, doch lässt es sich kaum umfassend beschreiben. Dennoch gehört es zum täglichen Leben dazu, gerade in der heutigen Gesellschaft, die durch Information und Kommunikation gekennzeichnet ist. Würde man nicht bestimmten Personen, Institutionen oder Systemen vertrauen, könnte man vor Angst bzw. Ungewissheit kaum noch aus dem Haus gehen, denn vollständige Information gibt es nicht. Man vertraut z.B. darauf, dass der Wetterbericht stimmt, dass ein Freund, das geliehene Buch auch zurückgibt, dass jeden Morgen die Sonne wieder aufgeht oder dass ein Beitrag in der Zeitung Tatsachen berichtet. Nicht nur im privaten, auch im gesellschaftlichen Leben wird Vertrauen immer wichtiger. Besonders im wirtschaftlichen Bereich müssen verstärkt kommunikative Mittel eingesetzt werden, um auf den zumeist gesättigten Märkten noch Absätze erzielen zu können. Reine Produktinformationen sind dabei nicht mehr ausreichend. Der Aufbau eines positiven Unternehmensimages und die Bildung von Vertrauen geraten immer mehr in den Vordergrund. Aber wie können Unternehmen Vertrauen generieren? Wie Kunden binden? Diese Fragen stehen bei einer professionellen Unternehmenskommunikation sehr häufig im Mittelpunkt.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der „Theorie öffentlichen Vertrauens“, wie sie Günter Bentele vorgestellt hat. Dabei wird der Versuch unternommen, an Hand der Insolvenz des Energiekonzerns ENRON, diese theoretischen Grundlagen praxisnah anzuwenden und den Fall hinsichtlich verlorenen Vertrauens zu analysieren. Im ersten Teil werden demnach Theoretische Grundlagen des Vertrauens geklärt, wobei neben der „Theorie öffentlichen Vertrauens“ auch die speziellen Merkmale von Vertrauen, wie sie in den Wirtschaftswissenschaften dargestellt werden, Berücksichtigung finden, um den „Fall ENRON“ gezielter auf wirtschaftliche Aspekte hin untersuchen zu können.
Im zweiten Teil soll dann der Konzern ENRON skizzenhaft vorgestellt und dessen Entwicklung bis zur Insolvenz dargestellt werden, bevor im dritten Teil auf die auszumachenden Diskrepanzen, die fehlenden Vertrauensfaktoren und die, in diesem Zusammenhang zu nennenden, Typen Öffentlichen Vertrauens eingegangen wird...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Vertrauen – Theoretische Grundlagen

1.1 Theorie Öffentlichen Vertrauens

1.1.1 Definition und Prozess öffentlichen Vertrauens

1.1.2 Vier Typen öffentlichen Vertrauens

1.1.3 Vertrauensfaktoren und Vertrauensmechanismen

1.1.4 Kommunikative Diskrepanzen

1.2 Vertrauen in den Wirtschaftswissenschaften

2. Fallbeispiel: ENRON

2.1 Aufstieg und Fall der ENRON Corporation

2.2 Gründe der Insolvenz

3. Folgen der Insolvenz

4. Analyse an Hand der Theorie Öffentlichen Vertrauens

3.1 Typen Öffentlichen Vertrauens

3.2 Vertrauensfaktoren

3.3 Diskrepanzen

5. Reaktionen auf die Bilanzskandale

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Vertrauen in der Unternehmenskommunikation anhand des Insolvenzfalls der Enron Corporation. Dabei wird die „Theorie öffentlichen Vertrauens“ nach Günter Bentele auf die spezifischen Ereignisse des Enron-Skandals angewandt, um zu analysieren, wie kommunikative Diskrepanzen und mangelnde Vertrauensfaktoren zum Zusammenbruch eines der weltweit größten Energiekonzerne führten.

  • Theoretische Grundlagen des öffentlichen Vertrauens und seiner verschiedenen Typen
  • Analyse des Aufstiegs und Falls der Enron Corporation
  • Untersuchung von Bilanzierungs- und Finanzierungstricks als Ursachen für Vertrauensverlust
  • Anwendung der „Diskrepanzthese“ auf das unternehmerische Handeln
  • Diskussion gesellschaftlicher Folgen und Auswirkungen auf die Unternehmensethik

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Definition und Prozess öffentlichen Vertrauens

Bentele definiert den Begriff „Öffentliches Vertrauen“ in Anlehnung an Luhmann als einen „ […] kommunikativen [kommunikativer] Mechanismus zur Reduktion von Komplexität, in dem öffentliche Personen, Institutionen und das gesamte gesellschaftliche System in der Rolle des „Vertrauensobjekts“ fungieren. Öffentliches Vertrauen ist ein medienvermittelter Prozeß, in dem die Vertrauenssubjekte zukunftsgerichtete Erwartungen haben, die stark von vergangenen Erfahrungen geprägt sind.“.

Im Prozess des Öffentlichen Vertrauens sind dabei unterschiedliche Elemente unterscheidbar. Die wichtigsten sind Vertrauenssubjekte (Personen, die den Vertrauensobjekten Vertrauen entgegenbringen), Vertrauensobjekte (technische Sachverhalte, Personen oder Institutionen, in die vertraut wird), Vertrauensvermittler (Personen oder Institutionen, die als Vermittler von Vertrauen fungieren), Sachverhalte und Ereignisse sowie Texte bzw. Botschaften (können in Kommunikationsinhalte und Kommunikationsformen bzw. Kommunikationsstile getrennt werden).

Der Vertrauensprozess lässt sich so als Kommunikationsprozess mit unterschiedlichen Akteursrollen darstellen. Akteur A, das Vertrauenssubjekt, vertraut Akteur B, dem Vertrauensobjekt, in unterschiedlichem Umfang, woraus sich, empirisch zu messende, Vertrauenswerte ergeben. Da aber in einer hoch entwickelten Kommunikationsgesellschaft Öffentliches Vertrauen zum größten Teil durch unterschiedliche institutionalisierte Informationsquellen, zumeist Medien – und PR – Systeme, die als Vertrauensvermittler agieren, gebildet wird, vollzieht sich der Prozess häufig indirekt. Allerdings ist die Möglichkeit der direkten Erfahrbarkeit ein wichtiger Faktor bei der Zuschreibung positiver Vertrauenswerte.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Einführung in die Problematik des Vertrauensbegriffs in der heutigen Informationsgesellschaft und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.

1. Vertrauen – Theoretische Grundlagen: Erläuterung der „Theorie öffentlichen Vertrauens“ und wirtschaftswissenschaftlicher Vertrauenskonzepte.

2. Fallbeispiel: ENRON: Skizze der Unternehmensgeschichte vom Aufstieg bis zur Insolvenz und der Hintergründe der Bilanzskandale.

3. Folgen der Insolvenz: Analyse der weitreichenden ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Enron-Zusammenbruchs.

4. Analyse an Hand der Theorie Öffentlichen Vertrauens: Anwendung des theoretischen Rahmens zur Einordnung der Versäumnisse und Diskrepanzen bei Enron.

5. Reaktionen auf die Bilanzskandale: Darstellung der Diskussionen um Kontrollmechanismen und notwendige Veränderungen in der Unternehmenskommunikation.

6. Resümee: Zusammenfassendes Fazit über die Bedeutung von Vertrauen als Unternehmenswert und die Vermeidung von Vertrauenskrisen.

Schlüsselwörter

Öffentliches Vertrauen, Enron Corporation, Unternehmenskommunikation, Diskrepanzthese, Bilanzskandal, Vertrauensfaktoren, Wirtschaftsethik, Insolvenz, Vertrauenssubjekt, Vertrauensobjekt, Unternehmensimage, New Economy, Corporate Governance, Transparenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des öffentlichen Vertrauens und analysiert, wie ein Mangel an diesem Vertrauen durch kommunikative Täuschungen zum Zusammenbruch der Enron Corporation führte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Vertrauenstheorien, Unternehmenskommunikation, Bilanzmanipulation, Risikomanagement und die Rolle der Medien als Vertrauensvermittler.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie Unternehmen Vertrauen generieren können, warum es bei Enron verloren ging und welche kommunikativen Diskrepanzen ursächlich für den massiven Vertrauensverlust waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Fallstudienmethode angewandt, bei der die theoretischen Ansätze von Günter Bentele zur „Theorie öffentlichen Vertrauens“ praxisnah auf den Enron-Skandal übertragen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Vertrauens, die Darstellung der Enron-Krise und die detaillierte Analyse der Vertrauensfaktoren und kommunikativen Diskrepanzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wesentlichen Begriffen zählen Öffentliches Vertrauen, Enron, Diskrepanzthese, Unternehmenskommunikation und Bilanzskandal.

Welche Rolle spielte Arthur Andersen bei Enron?

Arthur Andersen fungierte als Wirtschaftsprüfer, der die Strukturen Enrons trotz der komplexen und undurchsichtigen Bilanzierungspraktiken nicht objektiv kontrollierte, was den Vertrauensverlust massiv verstärkte.

Wie lässt sich die „Diskrepanzthese“ bei Enron nachweisen?

Die These zeigt sich an der deutlichen Diskrepanz zwischen den nach außen kommunizierten Erfolgen (z.B. „Fortune 500“-Platzierung) und der realen, defizitären wirtschaftlichen Lage des Unternehmens.

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Details

Title
Diskrepanzthese und Vertrauenskonzeption am Fallbeispiel ENRON
College
University of Leipzig  (Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Course
Öffentliches Vertrauen
Grade
2
Author
M.A. Katja Seidel (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V37504
ISBN (eBook)
9783638368278
ISBN (Book)
9783656209003
Language
German
Tags
Diskrepanzthese Vertrauenskonzeption Fallbeispiel ENRON Vertrauen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Katja Seidel (Author), 2004, Diskrepanzthese und Vertrauenskonzeption am Fallbeispiel ENRON, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37504
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