Gliederung:
3.1 Gemeinsamkeiten 10
3.2 Unterschiede 10
4.1 Gemeinsamkeiten 13
4.2 Unterschiede 13
5.1 Gemeinsamkeiten 14
5.2 Unterschiede 15
6.1 Gemeinsamkeiten 17
6.2 Unterschiede 18
2
(LQOHLWXQJ
In der vorliegenden Hausarbeit sollen Genres in Abonnement- und Kaufzeitungen verglichen werden. Ziel der Arbeit ist die Verifizierung beziehungsweise Falsifikation der von mir aufgestellten zentralen Hypothese: Kaufzeitungen werden aufgrund ihrer speziellen Rezeption den einzelnen Darstellungsformen weniger Platz einräumen als Abonnementzeitungen.
Aus dieser Grundannahme lassen sich zwei weitere Thesen ableiten: Bei vergleichbaren Themen wird die Länge der Artikel in der Kaufpresse wesentlich kürzer sein, als in der Abonnementpresse. Die meinungsbetonten Genres werden in der Abonnementzeitung häufiger vorkommen, weil eine komplexe Argumentation viel Raum benötigt. Die Meinungsäußerungen in der Kaufpresse werden demzufolge aufgrund der gegebenen Kürze einseitig und ohne Abwägung der Einzelargumente erfolgen.
Um diese Thesen zu prüfen werde ich zwei Zeitungen, eine Abonnement- und eine Kaufzeitung, über einen Zeitraum von zehn Tagen analysieren (21.01.2002 -31.01.2002). Der Untersuchung liegen die überregionale „Tageszeitung“ (in den weiteren Ausführungen „taz“ genannt) aus Berlin und die Leipziger „Bildzeitung“ (kurz: „Bild“) zu Grunde. Beide Zeitungen können als Paradebeispiele für ihre jeweilige Gattung gelten. Die „Bild“ ist mit Abstand Deutschlands erfolgreichste Kaufzeitung und die „taz“ gehört zu den anspruchsvollsten deutschen Qualitätszeitungen, die Wertschätzung berühmter Persönlichkeiten bestätigt dies 1 . Es gibt einige Besonderheiten meiner Untersuchung. Bestimmte Bereiche der Zeitungen habe ich nicht analysiert, da ansonsten die Vergleichbarkeit nicht gewährleistet wäre. Die „Bild am Sonntag“ werde ich nicht betrachten, weil sie vom Konzept der täglichen „Bildzeitung“ zu sehr abweicht 2 und weil die „taz“ keine eigene Sonntagszeitung veröffentlicht. Obwohl die Sonnabend/Sonntagausgabe der „taz“ für zwei Tage erscheint, habe ich sie mit der Samstagausgabe der „Bildzeitung“ verglichen.
1 Diverse Personen der Öffentlichkeit traten bei der letzten Aktion der „taz“, „taz muss sein“, für den Erhalt der Zeitung ein. Unter anderem Harald Schmidt, Gregor Gysi und Guido Westerwelle.
2 So ist die „Bild am Sonntag“ beispielsweise im Abo erhältlich. Eine klare Zuordnung zur Kaufpresse ist somit nicht mehr möglich. Aber auch das Layout und die Struktur sind anders, als bei der täglichen „Bild“.
3
Dafür gibt es plausible Erklärungen: Die Wochenendausgabe der „taz“ ähnelt den anderen täglichen Ausgaben (Montag bis Freitag) in starkem Maße. Die Seitenzahl und der Aufbau sind identisch. Nur die zusätzliche Wochenendbeilage „tazmag“ zerstört diese Homogenität, deshalb habe ich diese Beilage komplett missachtet. Einziger verbleibender Kritikpunkt könnte die Rubrik „Reise“ sein. Die Tatsache, dass täglich Sonderseiten 3 in der „taz“ erscheinen, erlaubt es jedoch meiner Meinung nach, diese Seiten mit in die Analyse einzubeziehen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Sonnabend/Sonntagausgabe ohne das „tazmag“ keine Ausnahme zu den anderen Ausgaben der „taz“ darstellt. Die Ergebnisse sind nicht verfälscht und ein Vergleich mit der „Bildzeitung“ ist zulässig. Es gibt jedoch eine weitere Einschränkung der Analyse. Der Berlinteil der „taz“ fällt komplett aus der Analyse raus. Der Grund dafür, liegt in der Abgeschlossenheit der restlichen Ausgabe. Die „taz“ bildet eine Einheit. Sie beginnt auf der Titelseite und wird mit der humoristischen „Wahrheit“ abgeschlossen. Der Berlinteil ist eine Art Zeitung in der Zeitung. Die Homogenität ist nicht mehr gegeben. In der „tazberlin“ folgt eine zweite Titelseite, ein zweiter Kulturteil. Damit wäre ein Vergleich mit der Bild, die keine strikte räumliche Trennung des Lokalen vornimmt 4 , nicht mehr zulässig. Die Bild besitzt im eigentlichen Sinne keine zwei Titelseiten. Die Bildzeitung wird in den folgenden Ausführungen komplett betrachtet. Die „taz“ Hauptausgabe wird als eigenständige Zeitung angesehen. Der Berlinteil wird aus einem weiteren Grund nicht beachtet. Der Hauptteil der „taz“ und die komplette „Bild“ besitzen beide jeweils 20 bedruckte Seiten. Auch wenn das Format der „taz“ kleiner ist, so ist ein Vergleichbarkeit durch die identische Seitenzahl gegeben 5 . Um die Vergleichbarkeit der beiden Zeitungen zu sichern, werden also die „Bild am Sonntag“, das „tazmag“ und der tägliche Berlinteil der „taz“ von mir nicht mit in die Analyse mit einbezogen.
Bei der Auswertung der Darstellungsformen habe ich mich aus praktischen Gründen auf vier besonders aussagekräftige Genres beschränkt. Dabei handelt es sich um zwei tatsachenbetonte (Interview und Reportage) und um zwei meinungsbetonte
3 D.h. nicht nur am Wochenende erscheinen Themenseiten. Die Reiseseiten sind dementsprechend keine Ausnahme.
4 Lokale und überregionale Seiten folgen häufig aufeinander. Der Lokalteil ist in die Zeitung integriert.
5 Die großflächigen Überschriften und der vermehrte Einsatz von Fotos (mehr als die „taz“) in der „Bildzeitung“ führen dazu, dass die Textmenge in etwa der „taz“ gleicht.
4
(Kommentar und Rezension) Darstellungsformen 6 . Allen vier Genres wird in der Abonnementpresse in der Regel viel Raum eingeräumt, vor allem aber spielt die Reportage eine große Rolle. Deshalb eignen sich diese ausgewählten Darstellungsformen besonders gut für einen Vergleich mit der Kaufpresse. Die Analyse der vorliegenden Zeitungsausgaben erfolgt zum einen quantitativ, indem eine rein statistische Auswertung der erschienen Genres vorgenommen wird und zum anderen qualitativ, indem inhaltliche sowie formale Unterschiede und Gemeinsamkeiten untersucht werden.
Der formale Aufbau dieser Arbeit lässt sich in vier Bereiche fassen: Begriffe, Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Fazit. Der Bereich „Begriffe“, welcher zugleich der zweite Gliederungspunkt ist, dient der Erklärung der wichtigsten Begriffe dieser Arbeit. Eine eindeutige Begriffserklärung ist für einen Vergleich zwingend notwendig. Verwechslungen und Unklarheiten wären die Folge, würde dies nicht geschehen. Da es keine eigenständigen Publikationen zum Genrevergleich gibt, werde ich mich vor allem auf die einschlägige Basisliteratur wie beispielsweise Heinz Pürer oder Claudia Mast beziehen. Beide Autoren haben in ihren Werken Definitionen aufgestellt, die der Untersuchung dienlich sind. Heinz Pürer erkannte viele Genremerkmale, die spätere Autoren in ihren eigenen Abhandlungen nutzten. Das Buch von Claudia Mast ist eine der aktuellsten Publikationen im Bereich der Journalistik. Anschließend werde ich mich in einzelnen Punkten den Genres widmen. Ein guter Vergleich sollte Gemeinsamkeiten und Unterschiede einer Thematik herausstellen. Jedes Genre wird im ersten Schritt von mir auf Gemeinsamkeiten überprüft. Darauffolgend zeige ich die Unterschiede der beiden Zeitungstypen auf. Diese Herangehensweise wiederholt sich bei jedem der vier untersuchten Genres. Am Ende der Arbeit werde ich die gewonnen Erkenntnisse zusammenfassen und bewerten.
6 Darstellungsformen frei nach Claudia Mast: ABC des Journalismus. Ein Leitfaden für die Redaktionsarbeit. 8. Auflage. Konstanz: UVK Medien 1998, Seite 221.
5
%HJULIIH
Zu Beginn einer wissenschaftlichen Untersuchung sollten die wichtigsten Begriffe eindeutig definiert sein 7 . Deshalb werde ich an dieser Stelle die Fachtermini „Genre“, „Kaufpresse“, „Abonnementpresse“, „Interview“, „Reportage“, „Kommentar“ und „Rezension“ in gebotener Kürze erläutern.
Das Genre ist eine Textgattung, die im täglichen journalistischen Arbeitsprozess zur Darstellung von Themen verwendet wird. Es gibt unterschiedliche Genres. Vom Kommentar über die Nachricht bis hin zum Fortsetzungsroman. Um diese vielen Genres zu ordnen, kategorisierten mehrere Wissenschaftler 8 die Genres, auch journalistische Darstellungsformen genannt. Es gibt tatsachenbetonte,
meinungsbetonte und fiktive Genres. Eindeutige Definitionen zu den einzelnen Darstellungsformen gibt es allerdings nicht. Die Abgrenzung zwischen Bericht und Reportage oder Bericht und Nachricht ist beispielsweise nicht klar definiert. Im Alltag sind Mischformen die Regel, so Claudia Mast 9 . Einzelne Genres werden heutzutage nahezu überhaupt nicht mehr beachtet, so zum Beispiel der „Artikel“. Zur Kaufpresse gehören alle Printerzeugnisse, die ausschließlich am Kiosk vertrieben werden. Typisch für die Kaufpresse ist die verknappte Darstellung von komplexen Zusammenhängen, das Aufbauschen von unrelevanten Themen und die reißerische Aufmachung 10 . Das typischste Beispiel für eine Kaufzeitung ist die Bildzeitung. Abonnementpresse zeichnet sich vor allem durch den individuellen Vertrieb aus. Der Großteil der Auflage, meist über 90 Prozent, wird direkt nach Hause geliefert. Es werden nur wenige Exemplare von Abonnementzeitungen am Kiosk verkauft. Der Verkauf ist dementsprechend das eigentliche Unterscheidungsmerkmal. Der Art des Verkaufes bestimmt jedoch nicht nur die Gattungszuordnung einer Zeitung, er ist auch ausschlaggebend für die Verwendung von Genres. Eine Zeitung, die auf dem Weg zur Arbeit in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in der Frühstücks- bzw. Mittagspause gelesen wird, muss anders konzipiert sein, als eine Zeitung, die in Ruhe und Muße in der heimischen Wohnung gelesen wird. Langatmige Reportagen oder
7 So Christian Fenner in seinem Handout zum Kurs „Einführung in den Vergleich politischer Systeme“, WS 2001/2002.
8 An dieser Stelle bezieht sich Claudia Mast auf Kurt Reumann.
9 Vgl. Claudia, Mast: ABC des Journalismus. Konstanz: UVK Medien 1998, Seite 222.
10 Frei nach Hermann Meyn: Massenmedien in Deutschland. Neuauflage 2001. Konstanz: UVK Medien 2001, Seite 107-109.
6
Arbeit zitieren:
Christian Bollert, 2002, Genres in Abonnement- und Kaufpresse im Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Was leisten Infografiken in der Tageszeitung?
Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse
Seminararbeit, 18 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Christian Bollert's Text Genres in Abonnement- und Kaufpresse im Vergleich ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Christian Bollert hat den Text Genres in Abonnement- und Kaufpresse im Vergleich veröffentlicht
Christian Bollert hat einen neuen Text hochgeladen
The Nineteenth-Century Spanish Story: Textual Strategies of a Genre in...
Lou Charnon-Deutsch
ETUDE PROSPECTIVE D'UNE GRH DIFFERENCIEE SELON LE GENRE
GENRE ET DIVERSITE
Lovanirina RAMBOARISON-LALAO
Der Trend zum Mystery-Genre in neuen Romanen und Filmadaptionen
Dan Brown, Arturo Pérez-Revert...
Nina Waldkirch, Volker Wehdeking
The Work of Opera: Genre, Nationhood, and Sexual Difference
Richard Dellamora, Daniel Fischlin
0 Kommentare