5. Die normativ bestimmten Verhaltensbereiche
5.1. Der Bereich der Tabus 10
5.2. Der Bereich der Konventionen 11
5.3. Der Bereich der Moden 11
6. Die nicht normativ bestimmten Verhaltensbereiche
6.1. Der Bereich der Selbstverständlichkeiten 11
6.2. Der Bereich der individuellen Freiheit 11
7. Struktur und Entstehung der Norm
7.1. Das Spektrum innerhalb jeder Norm 11
7.2. Die Entstehung von Normen 12
8. Übersicht über Normtypologien
8.1. Die Typologie von Sumner 13
8.2. Die Typologie von Morris 13
8.3. Die Typologie von Gibbs 13
9. Bestimmen von Normsender, Normempfänger und Sanktionssubjekt
9.1. Bestimmung von Normsender (Alter) 14
9.2. Bestimmung von Normempfänger (Ego) 14
9.3. Bestimmung von Sanktionssubjekt 14
10. Die Kontrolle normativen und rollengemäßen Verhaltens
10.1. Kontrolle durch negative Sanktionen 15
10.2. Kontrolle durch positiven Anreiz 15
10.3. Kontrolle durch Einsicht in sachliche Notwendigkeit 15
10.4. Kontrolle durch Einschränken von Handlungsalternativen 16
11. Literaturverzeichnis 17
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1. Einführung
Das soziale Zusammenleben der Menschen untereinander wird von zwei Regulationsfaktoren „soziale Rolle“ und „soziale Norm“ geordnet. Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben ist die Bestimmung dieser Normen und deren Einhaltung. Erklären kann man dies an dem Beispiel der Spielregeln: Gebe es sie nicht, könnte ein geregeltes Spiel nicht stattfinden, de jeder das Spiel nach seiner Auffassung spielen würde. Daraus kann man schließen, dass es nur zur Kooperation kommen kann, wenn sich eine Person den Erwartungen der Mitmenschen nach, also gemäß seiner Rolle, verhält. In dieser Abhandlung soll erklärt werden, wie soziale Interaktion, sei es durch Bestimmung von Normen und Rollen oder durch die Kontrolle des Verhaltens eines Menschen mittels der Normen, bzw. Rollen funktioniert.
2. Begriffserklärung
2.1. Soziale Rolle
Jeder Mensch spielt in seinem Leben mehrere Rollen, zum Beispiel spielt eine Frau die Rolle der Mutter, der Ehefrau, usw. Um den Begriff „Rolle“ am ehesten zu zitieren, muss man ihn gegen den Begriff der „sozialen Position“ absetzen. Die „soziale Position“ stellt den Status des Menschen im sozialen System dar (vgl. Thomas, 1991, S. 80). Rolle ist der dynamische Aspekt des statistischen Begriffs Position.
Die Verhaltenserwartungen werden zwar an Individuen herangetragen, beziehen sich aber auf die sozialen Positionen, also auf die Individuen als Positionsträger. Von dem Träger wird seitens der Bezugsgruppen ein bestimmtes Verhalten erwartet, spezielle Sachen zu machen und andere dagegen zu unterlassen. Würde die Person nicht so handeln, wie es die Bezugsgruppen erwarten, wären diese sehr verwundert - Sie hätten antizipatorische Erwartungen.
2.2. Soziale Norm
Eine Norm ist die in den Gruppenmitgliedern gemeinsame und von ihnen geteilte Erwartung darüber, wie man sich in einer bestimmten Situation verhalten und denken soll (vgl. Thomas, 1991, S. 72). Jedes Gruppenmitglied weiß also von der Erwartung und ist sich auch bewusst, dass die anderen Mitglieder sie auch kennen. Thomas greift die These von Durkheim (1898) auf, die besagt, dass Normen zwei grundlegende Charakteristika besitzen: 1. Sie werden von der Person als von außen kommend erlebt, als nicht von ihr selbst erschaffen (Externalität), und 2. Diese Normen üben über die genannten Erwartungen einen Zwang auf das Denken und das Verhalten der Person aus, ganz gleich, ob diese Person diese Normen nun anerkennt oder nicht (vgl. Thomas, 1991, S. 73). Dabei muss man beachten, dass der Externalitätsgrad
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bei einer von Medien bestimmten Gesellschaft zunimmt. Somit klassifiziert man die Norm nach dem Grad des handlungssteuernden Einflusses auf die Person, und nach dem Grad, in dem die Person die Erwartung von außen kommend wahrnimmt.
3. Darstellung und Kritik der wichtigsten rollentheoretischen Konzeptionen
3.1. Dahrendorf
3.1.1. Homo sociologicus
Der homo sociologicus stellt ein Konstrukt dar, welches den Menschen als Rollenträger bezeichnet. Rolle meint hier, dass der Positionsträger mit einem Bündel von normativen Verhaltenserwartungen konfrontiert wird (vgl. Joans, Hans, 1973, S. 17). Diese Erwartungen richten sich sowohl auf das Verhalten des Positionsträgers seiner Umwelt gegenüber, als auch auf seinen Charakter. Die Bezugsgruppe ist bei Dahrendorf der Vermittler der Erwartungen, die er als Rollensegement oder Rollensektor bezeichnet. In dem Falle, dass Erwartungen aus verschiedenen Bezugsgruppen aufeinander treffen spricht Dahrendorf von einem Infra-Rollenkonflikt, der allerdings zu unterscheiden ist von dem Inter-Rollenkonflikt, welcher entsteht, wenn eine Person mehrere Positionen in sich trägt und diese miteinander in Konflikt stehen (vgl. Dahrendorf, 1963).
Durch die Sanktionierung erhalten die Rollenerwartungen einen normierten Charakter, Dahrendorf nennt hier drei Schärfengrade von Sanktionen: a) Musserwartungen, die sich auf die rechtlich festgelegten Pflichten des Rollenträgers beziehen und bei Abweichung harte Sanktionen nach sich ziehen, b) die Sollerwartungen, die in Satzungen, z.B. in Betrieben, niedergelegt sind, und c) die allein im Bewusstsein der Menschen verankerten und nicht kodifizierten Kannerwartungen (vgl. Joas, Hans, 1973, S. 18).
3.1.2. Kritik
Homo sociologicus war nicht so konzipiert, dass man eine empirische oder diskutierbare Aussage über das Wesen des Menschen machen konnte. So erklärte Dahrendorf, Homo sociologicus sei als mindestens stilisierende, tatsächlich wohl empirisch beinahe willkürliche Konstruktion geradezu der ausdrückliche Verzicht auf ein soziologisches Menschenbildnämlich ein Zeugnis dafür, dass man erklärungskräftige Theorien des sozialen Handelns gebe und nicht das Wesen des Menschen richtig und realistisch beschreiben wolle (vgl. Dahrendorf, Ralf, 1963, S. 104). Aus dem Dilemma allerdings, dass durch die Verwechslung von prognostischer und präskriptiver Kraft einer Theorie entsteht findet Dahrendorf, sowie seine Kollegen, nicht hinaus.
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3.2. Opp
3.2.1. Allgemeine Verhaltenstheorie
Karl-Dieter Opps „Allgemeine Verhaltenstheorie“ (vgl. Joans, 1973, S. 22), welche ein Mittel darstellt um Prognosen des menschlichen Handelns aufzustellen, basiert auf dem Modell von Parsons: Dessen „action frame of reference“ (vgl. Parsons, 1937, S.43f) enthält einen Handelnden (Akteur), dessen Ziel die Situation der Handlung ( Bedingung bzw. Mittel) und die Norm des Akteurs seine Mittel zur Erreichung des Ziels einzusetzen. Opp will allerdings nicht wie Parsons ein Modell des menschlichen Handelns konstruieren, sondern vielmehr geht es ihm um wichtige Variablen, die das Handeln der Menschen erklären, und mit deren Hilfe man dann eine Vorhersage über die Aktivität machen kann.
Um dieses Modell enttäuschungsfest zu machen, muss man die Variablen präzisieren. „Ziel bedeutet dann einen Wunsch, soweit zur unmittelbaren Realisierung dieses Wunsches vom Standpunkt des Akteurs aus ein anderer Wunsch besteht, Mittelvorstellung einen Wunsch der zur Realisierung eines anderen Wunsches dient.“ (vgl. Joans, 1973, S.23). Beide können unterschiedlich intensiv sein.
Eher bedeutungsleer sind die „Informationen“ eines Akteurs, deren „Wirksamkeit“ und letztlich die „Objekte“, die dem Akteur zur Verfügung stehen. Diese Variablen benutzt Opp (vgl. Opp, 1970, S. 34f.) um die zwei folgenden Formeln aufzustellen:
3.2.2. Verhältnis zur Rollentheorie
Das Problem bei Opps Modell ist, dass die Rolle als Aktivität zu verstehen sein muss, um sie in die Formel einbringen zu können. Dies wäre möglich, wenn die Rolle selbst lediglich als Klasse von Aktivitäten zu begreifen wäre, zum anderen, diese aber selbst den Charakter einer Aktivität haben. In beiden Fällen wird Opp allerdings scheitern. Im ersten Fall entzieht sich
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Arbeit zitieren:
Monika Blazek, 2004, Soziale Rolle - Soziale Norm, München, GRIN Verlag GmbH
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