Der Turmbau zu Babel
von Thomas Diehl
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung 2
2) Textwahrnehmung 2
2.1) Abgrenzung und Kontext 2
2.2) Übersetzungsvergleich 3
3) Syntaktische Analyse 5
3.1) Aufbau 5
a) Exposition 6
b) Selbstaufforderung der Menschen 6
c) Reaktion Gottes 6
d) Namensätiologie für Babel 6
e) Schema 6
3.2) Gefüge 7
3.3) Künstlerischer Ausdruck 7
4) Semantische Analyse 8
4.1) Intertextualität 8
4.2) Inhalt 9
4.3) Werthaltungen 10
5) Wachstumsschichten des Textes 11
5.1) Literarkritik 11
5.2) Einordnung in den historischen Kontext 12
6) Theologische Gesamtdeutung 13
7) Anhang: Genesis 11,1-9 15
a) Lutherbibel 15
b) Einheitsübersetzung 15
c) Übersetzung Martin Bubers 15
8) Literaturverzeichnis 16
1) Einleitung
Die Geschichte des Turmbaus zu Babel ist zum einen vor allem deshalb interessant, weil in ihr der offenkundige Gegensatz zwischen Wissenschaft und biblischer Erzählung deutlich wird. Kinder hören von dieser Geschichte und nehmen sie als hinreichende Erklärung für die Mannigfaltigkeit von Völkern und Sprachen, mit zunehmender Bildung jedoch verliert die Turmbaugeschichte unter dem Eindruck der wissenschaftlich erforschten (und nachvollziehbaren) Sprachgeschichte an Glaubwürdigkeit. Daher stellt sich die Frage: Warum schreibt jemand so eine Geschichte nieder, und warum wurde sie als ein Zeugnis des Wirken Gottes in die Bibel aufgenommen? Das Beispiel der Turmbaugeschichte als eine der ersten Geschichten, die die Bibel erzählt, steht daher exemplarisch für einen möglichen Weg, Erzählungen der Bibel zu verstehen.
Als Basis dieser Exegese dient mir die Lutherbibel als "meine" Bibel, zur weiteren Untersuchung des Textes richt ich mein besonderes Augenmerk auf die Übersetzung Martin Bubers. Dessen Übersetzung ist für den Laien schwer verständlich, liest man sie aber neben einer anderen gängigen Übersetzung, können sich durch seine Übersetzung noch weitere oder andere Bedeutungen des biblischen Textes ergeben. Daneben nutze ich noch die Einheitsübersetzung als "katholisches Standardwerk", die sich der Übersetzung der Lutherbibel jedoch sehr ähnelt.
2) Textwahrnehmung
2.1) Abgrenzung und Kontext
Die Erzählung vom "Turmbau zu Babel" bildet den Schluß der jahwistischen Urgeschichte, fügt sich aber nicht nahtlos in die Urgeschichte ein. "Hat man in der Völkertafel von der Verzweigung des Stammes Noah in viele Völker gehört, so stimmt damit der Anfang von Kap. 11 nicht recht zusammen, weil er noch einmal die Einheit und Einsprachigkeit der Menschheit voraussetzt." Nach Kap. 10 ist bereits erklärt, daß die Erde von verschiedenen Völkern eingenommen ist, in 11,1 "werden wir plötzlich in eine Zeit zurückversetzt, wo alle Welt Eine Sprache und Eine Zunge war."1 Die Turmbaugeschichte setzt nochmal da an, wo auch Kap. 6 beginnt und über die Zerstreuung der Völker berichtet. "Beide Abschnitte müssen nebeneinander gehört werden, weil sie gewiß mit Absicht trotz ihrer Gegensätzlichkeit nebeneinandergestellt sind." Die Vielfalt und Zerstreuung der Völker wird in Gen 11,19 als ursprünglich nicht gottgewollt, sondern als Strafe für das sündhafte Auflehnen gegen Gott dargestellt. "In diesem Endergebnis geht die Geschichte von der Sprach-verwirrung natürlich weit über das von der Völkertafel gezeichnete Bild hinaus."3 Die Turmbaugeschichte setzt der natürlichen, genealogischen Teilung der Völker in Gen 6-10 somit einen göttlichen Eingriff voraus.
[...]
Arbeit zitieren:
Thomas Diehl, 2002, Der Turmbau zu Babel, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Exegese: Der Turmbau von Babel (Gen 11, 1-9)
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