der EPCglobal entwickelten Standards und Serviceleistungen in Deutschland“ [EPCG04a, S. 8].
2.1 Ziele und Anforderungen an den EPC
Primäres Ziel des EPC ist die eindeutige Identifikation von Produkten, die Verfolgung und Steuerung von Waren und logistischen Objekten. Der EPC an sich ist eine fest definierte Ziffernfolge zur eindeutigen Identifikation eines einzelnen Objektes, kann aber für Objekte unterschiedlichster Art (Produkte, Ladungsträger, logistische Einheiten, usw.) verwendet werden [ EPCG04a, S. 2]. Er basiert auf der Radio Frequency Identification Device (RFID)-Technologie, d. h. Datenträger für den EPC wird ein kontaktlos lesbarer Transponder sein. Der EPC ist der Schlüssel für eine weltweit standardisierte und einfache Identifikation von Objekten. In erster Linie soll der EPC aber zur Warenidentifikation genutzt werden [ EPCG04b, S. 2]. Mithilfe dieses Codes soll der Zugriff auf internetbasierte Stamm- und Bewegungsdaten („Internet der Dinge“) rund um den Globus ermöglicht werden [EPCG04a, S. 1]. Der Electronic Product Code hat dabei keineswegs die Aufgabe ein neues, zusätzliches Nummernsystem zu sein, sondern soll bereits bestehende Systeme (z. B. die EAN) integrieren können [EPCG04b, S. 2]. Dies stellt gewisse Anforderungen an den Aufbau des EPC, welche im folgenden Kapitel erläutert werden.
2.2 Aufbau und Versionen des EPC
Der EPC besteht in seinem grundlegenden Aufbau aus vier Komponenten. Die weltweite Eindeutigkeit des Nummernsystems wird durch internationale Vereinbarungen sichergestellt [EPCG04b, S. 2].
Der EPC kann, abhängig vom gewählten Transpondertyp, grundsätzlich in z wei Versionen vorliegen, einer 64-Bit und einer 96-Bit Version. Während die 64-Bit-Variante momentan nur in den USA eingesetzt wird, fordern verschiedene europäische Unternehmen die Verwendung von 96-Bit Transpondern [EPCG04a, S. 3]. Die zugrunde liegende Struktur eines 96 Bit-Electronic Product Codes kann aus Tabelle 1 entnommen werden. Der Datenkopf (Header) hat eine Länge von 8 Bit und beschreibt die Anzahl, Länge und den Typ der folgenden Komponenten. Der EPC-Manager dient der Identifikation des Herstellers und hat eine Länge von 28 Bit. Diese Nummer wird für Unternehmen mit deutscher Muttergesellschaft von der GS1
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Germany zentral vergeben [EANU04, S. 21]. Die folgenden 2 Komponenten des EPC können nun von den Unternehmen selbst vergeben werden, allerdings unter Einhaltung der EPC-Standardisierungsrichtlinien. Die Objektklasse beschreibt den Produkt-, Objekt- bzw. Behältertyp. Für die Objektklasse sind 24 Bit vorgesehen. Schließlich wird noch eine Seriennummer vergeben, die der eindeutigen Identifikation eines Objekts dient (Länge 36 Bit). Diese Nummer muss für jedes Objekt individuell und einmalig vergeben werden [EPCG04a, S. 3; WIKI05a]. Durch die sich aus den Bits ergebenden Anzahlen (siehe Tabelle 1) hat jeder Hersteller die Möglichkeit 16 Millionen x 68 Milliarden, also ca. 1.088 Billiarden eindeutige Produktkennzeichen pro EPC-Manager Nummer zu vergeben [WIKI05a].
Tab. 1: Schematischer Aufbau des EPC; in Anlehnung an [EPCG04a , S. 3; WIKI05a ].
Wie aus Tabelle 1 ersichtlich wird, kann man den EPC auch als EAN mit einer Erweiterung um eine individuelle Seriennummer verstehen, bei der die Prüfziffer weggefallen ist. Der Datenkopf (Header) repräsentiert die Länderkennung der EAN, der EPC-Manager identifiziert das Unternehmen und die Objektklasse steht für die Artikelklasse. Der EPC ist somit ein EAN-Ident mit integrierter Seriennummer. Die Umwandlung bzw. Überführung einer EAN in den EPC ist problemlos möglich, wird aber in dieser Arbeit nicht weiter ausgeführt. Diese Integrationsfähigkeit bestehender Nummernsysteme (nicht nur der EAN, z. B. auch der NVE), war eines der vorrangigen Ziele der EPCglobal [EPCG04b, S. 2; EPCG04a, S. 3].
2.3 EPC-Vergabe in Deutschland
Firmen mit deutscher Muttergesellschaft finden über die GS1 vertraglichen Zugang zum EPCglobal-Netzwerk. Die GS1 bietet hierbei zwei Leistungspakete an, die auf die unterschiedliche n Anforderungen der Unternehmen zugeschnitten sind. Zum einen eine passive, rein informatorische Mitgliedschaft und zum anderen eine aktive
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Vollmitgliedschaft im „Umsetzungsnetzwerk des RFID/EPCglobal-Systems“ der GS1 [EPCG04b, S. 5; EPCG04a, S. 8].
Die informatorische Mitgliedschaft beinhaltet die kostenlose Teilnahme an einer exklusiven EPC-Informationsveranstaltung, die Übermittlung umfassender Informationen zum Thema RFID/EPC per Newsletter, den Zugang zu einer passwortgeschützten nationalen Internetplattform, die jährliche Teilnahme an Informationsveranstaltungen für Mitglieder, sowie einen Preisnachlass auf Leistungen und Veranstaltungen der GS1 zum Thema RFID/EPC [EANU04, S. 2; EPCG04a, S. 8]. Die zweite Alternative der Vollmitgliedschaft ist für die Zuteilung von EPC-Nummernkontingenten erforderlich. Unternehmen erhalten hierdurch eigene EPC-Manager Nummern. Zusätzlich zum Leistungspaket 1 haben Vollmitglieder Zugang zu EPC-Hard- und Softwarespezifikatione n, Diskussionsforen, sowie internationalen Informationen und Erfahrungsberichten. Weiterhin haben sie die Möglichkeit, das weltweite Entwicklungsgeschehen durch ihr Mitwirken in internationalen Gremien und EPC-Pilotprojekten zu beeinflussen [EANU04, S. 21; EPCG04a, S. 8].
Tab. 2: Gebührenstruktur für Vollmitglieder des RFID/EPC-Umsetzungsnetzwerks (Leistungspaket 2) [EPCG04c, S. 1]
Weltweit arbeiten mittlerweile fast 200 Unternehmen an der RFID/EPC-Standardisierung. Die Gebühren für eine Vollmitgliedschaft im RFID/EPC-Umsetzungsnetzwerk der GS1 können Tabelle 2 entnommen werden. Je mehr Unternehmen sich an diesem Netzwerk beteiligen, desto schneller und gezielter kann die Weiterentwicklung des EPC-Standards erfolgen. „Nur ein breit akzeptierter und umgesetzter RFID/EPC-Standard ist ein wirklicher Standard, der sämtlichen Beteiligten der Wertschöpfungskette größtmöglichen Nutzen bringt“ [EANU04, S. 21].
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Arbeit zitieren:
Christian Fuchs, 2005, Electronic Product Code (EPC) Aufbau, Vergabe, Anwendung, Verbreitung; Auswirkung auf betriebliche Datenbestände auch bei Rückverfolgung., München, GRIN Verlag GmbH
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