Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeines zu Land und Bevölkerung
2.1. Geografische Lage
2.2. Landesnatur und Klima
2.3. Bevölkerung
3. Geschichte
4. Die politische Situation in Argentinien
4.1. Aktuelle Lage
4.2. Verfassung
4.3. Politische Parteien
4.4. Außenpolitik
5. Die wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen - eine Unterstützung
in der Tourismusentwicklung?
5.1. Kurze Wirtschaftsgeschichte und aktuelle Lage
5.2. Investitionen und Investitionsklima
5.3. Staatsverschuldung
5.4. Soziale Situation
5.5. Außenhandel
6. Tourismus in Argentinien - heute
6.1. Das Angebot
6.1.1. Buenos Aires
6.1.2. Nordost-Argentinien
6.1.3. Nordwest-Argentinien
6.1.4. Zentralargentinien
6.1.5. Cuyo
6.1.6. Patagonien
6.2. Die Nachfrage
7. Die Entwicklung des Fremdenverkehrs in Argentinien
7.1. Der Fremdenverkehr von 1850 - 1930
7.2. Der Fremdenverkehr von 1930 - 1950
7.3. Der Fremdenverkehr von 1950 - 1970
7.4. Der Fremdenverkehr von 1970 - 2000
7.5. Der Fremdenverkehr von 2000 - 2003
8. Zukunftsaussichten für den Tourismus in Argentinien
8.1. Einschätzung der touristischen Lage in Argentinien
seit Amtsantritt des Tourismusministers Enrique Meyer
8.2. Weitere Entwicklung und Pläne im Tourismus
Abkürzungsverzeichnis
ALCA/FTAA Gesamtamerikanische Freihandelszone
BIP Bruttoinlandsprodukt
EU Europäische Union
IADB Inter-American Development Bank
IFC International Finance Corporation
ITB Internationale Tourismusbörse
IWF Internationaler Währungsfond
k.a. keine Angaben
MERCOSUR Gemeinsamer Markt des Südens Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay
PJ Partido Justicialista, Peronisten
UCR Union Civía Radical
WTO Welttourismusorganisation
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Landkarte von der Welt
Abb. 2: Landkarte von Argentinien
Abb. 3: Klimakarten von Salta und Ushuaia
Abb. 4: Vertretung im Senat und Abgeordnetenkammer in Argentinien
Abb. 5: Tabelle zur Wirtschaftslage
Abb. 6: Einteilung der Fremdenverkehrsgebiete und Nationalparks
Abb. 7: Ankünfte der Touristen vom 1. Quartal 2003 bis 2. Quartal 2004
Abb. 8: Vergleich der Touristenankünfte zwischen dem 1. Quartal von 2003 und 2004
Abb. 9: Vergleich der touristischen Ankünfte, Weltweit
Abb.10: Vergleich der touristischen Ankünfte, Argentinien
Abb.11: Touristenankünfte von 1995 bis 2003, Argentinien im Weltvergleich
Abb.13: Internationale Touristenankünfte in Argentinien
Abb.12: Herkunftsländer der Touristen
Abb.14: Zielgebiete der Touristen
Abb.15: Wie ist die Reise organisiert?
Abb.16: Reisemotive
Abb.17: Wie reisen die Touristen?
Abb.18: Deviseneinnahmen vom 1963- 1966
1
1. Einleitung
Lange Jahre war Argentinien ein Nischenmarkt für Mutige und Spezialisten, Terra Incognita also, ein Meisterstück für Studienräte und Doktoren oder der vom asiatischen Hippietum gelangweilten Tony Wheeler Generation.
Erst weltweite, politische und gesellschaftliche Veränderungen, Krisen, Kriege und Epidemien weckten Argentinien aus dem Dornröschenschlaf. Das zuvor in gewohnt verallgemeinernder Manier als „unsicher“ und „kriminell“ empfundene Land galt quasi von heute auf morgen als Hort der Ruhe und Beständigkeit. So oder so ähnlich klingen die Marketingchefs einzelner Reiseveranstalter auf der ITB, wenn sie über das Rekordjahr 2003 und ihre weitere Entwicklung im Tourismussektor in Argentinien
reden. 1 Mein Interesse an diesem Land wurde noch mehr verstärkt durch den Kontakt zum Public Relation - Manager des Veranstalters Tourismus - Argentinien. Er erzählte mir von den enormen Auslandstouristenzuwächsen und der unglaublichen Vielfalt die dieses Land zu bieten hat. Somit beschloss ich Argentinien zum Thema meiner Vordiplomarbeit zu machen. Auf diese Weise lernte ich viel über das Land, die Leute und die Geschichte kennen. Schnell bemerkte ich auch, dass die Entwicklung im Tourismus eng mit der wirtschaftlichen und politischen Situation zusammen hängt. In meiner Arbeit werde ich näher darauf eingehen und anhand von getroffenen wirtschaftlichen oder politischen Entscheidungen bezüglich des Landes die möglichen Folgen für den Tourismus von Argentinien erläutern.
2. Allgemeines zu Land und Bevölkerung
2.1. Geografische Lage
Argentinien ist ein Staat in Südamerika und befindet sich auf der südlichen Seite der Erdhalbkugel. Mit einer Fläche von circa 2, 8 Millionen Quadratkilometern, welches der räumlichen Ausdehnung Indiens entspricht, ist Argentinien nach Brasilien das größte Land Südamerikas. Die Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 3700 km, die von Westen nach Osten 1400 km. Chile grenzt im Westen an das Land. Im Norden bilden die Länder Bolivien, Paraguay und Brasilien die Grenze zu Argentinien. Im Nordosten teilt sich das Land die La Plata Senke mit Uruguay und der Osten wird von der rund 4000 Kilometer langen Atlantikküste gesäumt. Im Süden befindet sich die Antarktis. Argentinien beansprucht einen Sektor auf diesem Kontinent. Die größte Insel Feuerland, die sich im Süden befindet, teilt sich Argentinien mit Chile. Ein Streitpunkt
1 Vgl. ITB Berlin, Presseinformation Südamerika-Forum-América del Sur, 2004
2
sind die Malwinen, auch Falklandinseln genannt, Südgeorgien und die südlichen Sandwichinseln. Alle drei stehen unter britischer Verwaltung, werden aber von Argentiniern beansprucht. Das Konfliktpotenzial zeigt der Falklandkrieg aus jüngster
Vergangenheit (02.04.-14.06.1982), der mit einer Niederlage Argentiniens endete. 2, 3
2.2. Landesnatur und Klima
Argentinien vereinigt von tropischen Gebieten im äußersten Nordosten über subtropische im restlichen Norden und einer ausgedehnten gemäßigten Klimazone bis hin zu kalten Klimaregionen im Süden und in den Anden nahezu alle Klimazonen in einem Land. Im nördlichen Bereich der Anden herrscht ein trockenes Klima, das im Sommer durch eine kurze Regenzeit unterbrochen wird. In dieser Region befinden sich die Hochwüste Puna, die zu den regenärmsten Gebieten der Welt zählt, und die steppenhafte unfruchtbare Monte. Einen starken Gegensatz dazu bilden die subtropischen Nebelwälder im Vorandenland, die im Winter relativ trocken sind und im Sommer extrem feucht. Im zentralen Norden konzentrieren sich die Niederschläge ebenfalls auf den Sommer. Zu den gemäßigten Klimazonen gehören der Nordosten und die Pamparegion. Patagonien, das den gesamten südlichen Teil Argentiniens ausmacht, lässt sich in zwei Klimaregionen aufteilen. Im Westen liegen die Temperaturen im kühl gemäßigten Bereich mit ganzjährigen Niederschlagsvorkommen, während das Klima im Osten sehr trocken und halbwüstenhaft ist. Als Sonderfall ist das Klima in Feuerland zu bezeichnen. Die Temperaturen im Sommer und Winter weisen nur wenig Unterschied auf und liegen ganzjährig um den Nullpunkt. Die Niederschlagsmenge
liegt mit 583mm über dem Durchschnitt. 4, 5
2.3. Bevölkerung
Argentinien teilt sich in 23 Provinzen auf, welche eine jeweils eigene Verfassung und Regierung unter Leitung eines direkt gewählten Gouverneurs besitzen. Die Hauptstadt Buenos Aires bildet einen eigenständigen Bundesdistrikt und ist das politische und wirtschaftliche Zentrum Argentiniens. Die Einwohnerzahl Argentiniens beträgt 36,6 Millionen. Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 13 Einwohnern pro Quadratkilometer. Etwa 87 % aller Argentinier leben in den Städten, wovon allein 10,5 Millionen Menschen auf den Großraum Buenos Aires und 6 Millionen Einwohner auf die Provinzen Córdoba und Santa Fé entfallen. Somit verteilen sich 60 % der
2 Vgl. ADAC, Länderlexikon, 2004
3 Vgl. Siehe Anhang, Seite 1 Abb. 1 und 2
4 Vgl. http://www.lexikon-definition.de/Argentinien.html, 26.10.2004 ff. 5 Vgl. Siehe Anhang, Seite 2 Abb. 3
3
Bevölkerung auf die im zentralen Teil des Landes gelegenen Provinzen. Die anderen Teile des Landes sind dagegen nur dünn besiedelt, vor allem im Süden, wo nur 3
Einwohner pro Quadratkilometer leben. 6
Argentinien ist ein Land der Zuwanderer und Immigranten mit europäischer Herkunft und lateinamerikanischen Temperament. Der Argentinier an sich gilt im südamerikanischen Raum als weder bescheiden noch leise und als extrem mitteilungsbedürftig, er liebt den Klatsch und Tratsch. Sehen und gesehen werden gehört genauso dazu, denn das gesellschaftliche Leben Argentiniens spielt sich auf der Straße ab. Erst nach Mitternacht flaniert man durch die Stadt. Um 3 Uhr nachts ist auf der Straße mehr los als am Nachmittag. Laut der Gesellschaft für Schlafstörung 2003 leiden 70 % der „porteños“ (Einwohner von Buenos Aires) unter Schlafstörung und zu wenig nächtlicher Ruhe. Sie schlafen am wenigsten von allen Menschen auf der Welt. Das gilt jedoch nur für die Menschen, die innerhalb des Molochs am Rio de la Plata leben. Auf dem Lande geht es weit aus ruhiger zu.
„Wir haben die schönsten Frauen, die besten Steaks, die besten Fußballer, eine generöse Natur, die größten Berge nach dem Himalaja und den Tango - es gibt keinen besseren
Platz auf der Welt.“ 7 So spricht der Argentinier über sein Land und sich. - Ein Grund warum die Nachbarländer sie für stolz und arrogant halten. Ein Argentinier zählt sich nicht zu den echten Südamerikanern. Seit jeher richtet man sich in allen Lebensbereichen nach Europa aus. Es wurde schlichtweg alles adaptiert, von den Verhaltensweisen über die Kleidung bis hin zu den Traditionen. Heute noch fühlt sich ein Europäer sehr an zu Hause erinnert, wenn er sich in Argentinien aufhält.
3. Geschichte
Im 16. Jahrhundert entdeckten die Europäer das Land und kolonisierten es. Die Unabhängigkeit erlangte Argentinien nach einem Befreiungskrieg gegen die Spanier am 09. Juli 1816. Bis zur Gründung der nationalen Hauptstadt La Plata, 1880, wurde das Land von Diktaturen und Bürgerkriegen beherrscht. Zur Jahrhundertwende setzte eine Einwanderungswelle ein, welche vor allem von Italienern und Spaniern geprägt war. Das waren auch Jahre des wirtschaftlichen Aufstiegs: Es wurde Grenzland für Siedler erschlossen; Rinder und Schafherden wuchsen auf ein Vielfaches; der Getreidebau nahm zu; der Handel mit der Außenwelt, insbesondere mit England, dehnte sich aus. Politisch ist diese Zeit als Scheindemokratie zu bezeichnen. Die Regierungen waren
6 Vgl. http://www.lexikon-definition.de/Argentinien.html, 26.10.2004 ff.
7 Vgl. Goerdeler, 2004, Seite 2 ff.
Arbeit zitieren:
Kati Mewes, 2005, Die touristische Entwicklung in Argentinien in Abhängigkeit von der politischen und wirtschaftlichen Situation, München, GRIN Verlag GmbH
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