Gliederung
1. Einleitung 3
2. Grundlage für die Geschlechterunterschiede 3
2.1 Sachlichkeit und Treue 4
3. Differenzierung und Arbeitsteilung 5
3.1 Die Tragödie der Kultur 6
4. Die Frage nach objektiver Kulturleistung der Frau 6
4.1 Das Problem der Weiblichkeit in einer männlichen Kultur 7
4.2 Chancengleichheit und die Auswirkung auf den Arbeitsmarkt 8
4.3 Fallbeispiel der Polizistin 9
4.4 Prognose für die Zukunft einer objektiven weiblichen Kultur 10
5. Schluss 12
6. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
In seinem zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts erschienenen Werk Philosophische Kultur befasst sich Georg Simmel unter Anderem ausführlich mit dem Thema der Geschlechter. Während sich Simmel in Das Relative und das Absolute im Geschlechter-Problem hauptsächlich mit den Unterschieden und Charakteristika der Geschlechter befasst, zieht er in Weibliche Kultur eine Verbindung vom Thema der Geschlechter zu seinen Erkenntnissen über Kultur, Arbeitsteilung und Differenzierung.
Bereits zu Beginn dieses Aufsatzes stellt er fest, „dass die Kultur der Menschheit auch ihren reinen Sachgehalten nach sozusagen nichts Geschlechtsloses ist und durch ihre Objektivität keineswegs in ein jenseits von Mann und Weib gestellt wird. Vielmehr, unsre objektive Kultur i st, mit Ausnahme ganz weniger Gebiete, durchaus männlich“ (Simmel, 1919, 256). Im Folgenden liegt Simmels Interesse darin herauszuarbeiten, ob Frauen von ihrer Natur aus überhaupt in der Lage sind, objektive Kultur zu schaffen und kommt zu dem eher pessimistischen Ergebnis, dass Frauen auch zu Zeiten der Frauenbewegung und Emanzipation nur vereinzelt und auf bestimmte Gebiete begrenzt Neues und typisch Weibliches zur objektiven Kultur beisteuern werden können.
Simmel scheint seine Thesen dabei jedoch auf einen relativ einseitigen, stark darwinistisch geprägten philosophischen Ansatz zu stützen, so führt er die meisten seiner Erläuterungen auf naturgegebene Wesensmerkmale von Mann und Frau zurück, ohne Raum für soziokulturelle und historische Einflüsse auf die Geschlechterrollen zu lassen. Daher soll in dieser Arbeit im Anschluss auf eine Aufstellung und Ausarbeitung von Simmels Thesen auch geprüft werden, inwieweit seine Einschätzung zur Leistungsfähigkeit der Frauen in unserer Kultur noch Gültigkeit bewahren, unter Berücksichtigung neuerer Erkenntnisse aus der Geschlechtersoziologie, sowie empirischer Tendenzen auf dem Arbeitsmarkt des letzten Jahrhunderts.
2. Grundlage für die Geschlechterunterschiede
Zu Beginn von Das Relative und das Absolute im Geschlechter-Problem schreibt Georg Simmel: „Die Grundrelativität im Leben unserer Gattung besteht zwischen der Männlichkeit und der Weiblichkeit; und auch an ihr tritt dieses typische Absolutwerden der einen Seite eines Paares relativer Elemente in Erscheinung“ (1919, 58). Auch im weiteren Verlauf der Arbeit benutzt Simmel begriffliche Relationspaare um die Eigenschaften des übergeordneten
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Paares Mann und Frau zu erklären. So sieht er in den beiden Geschlechtern zwei Pole, die sich naturgemäß gegenüberstehen, sich aber zugleich ergänzen. Er stellt fest, dass es eine durchgehende menschliche Tendenz ist, aus solchen polaren Begriffen einen absoluten hervo rzuheben und zu beschreiben, um damit zugleich auch den kohärenten relativen Begriff zu definieren. In diesem Fall stellt der Mann für ihn das absolut gewordene Geschlecht da, da die Normen an denen die Leistungen und Wesenszüge beider Geschlechter gemessen werden keineswegs neutral sind, sondern in ihrer geschichtlichen und sozialen Entstehung durchaus männlich. Die Frau wird also nur durch den Mann definiert. Daher braucht sich der Mann das Mann-Sein auch nur selten bewusst machen, denn es ist ja durch die Absolutheit seines Geschlechts in der gesamten Menschlichkeit präsent, die Frau hingegen ist sich des Frau-Seins in allen Lebenssituationen bewusst. Simmel führt diesen Ansatz der männlichen Absolutheit noch weiter, insofern, dass er damit allen großen der Menschheit entsprungenen Ideen einen männlichen Charakter zuspricht und, indem er „solche als absolut auftretenden Ideen […] das Objektive schlechthin“ (Simmel, 1919, 58) nennt, kommt er zu der Gleichung: „objektiv = männlich“ (Simmel, 1919,58).
In Bezug auf die Sexualität jedoch erläutert Simmel, liegt das Absolute auf der Seite der Frau, da sie „in der tiefsten Identität von Sein und Weibsein lebt, in der Absolutheit des in sich bestimmten Geschlechtlichen“ (Simmel, 1919, 62), wohingegen der Mann sein sexuelles Leben nur in Bezug auf die Frau führen kann. Sexuelle Männlichkeit bedingt also einer Frau, während sexuelle Weiblichkeit bereits in der Frau selbst verwirklicht ist. Hierin ist bereits eine von Simmels Kernaussagen zum Geschlechter-Problem widergespiegelt, nämlich, dass Geschlechtlichkeit für den Mann ein Tun bedeutet, für die Frau ein Sein. Immer wieder stellt er dabei in den Vordergrund, wie dieses absolute, innerlichste Sein die „Einheitlichkeit des weiblichen Wesens “ (Simmel, 1919, 262) ermöglicht und verleiht ihr einen beinahe mythisierten, idealisierten Charakter, indem er die Frau als Vollkommenheit, Ganzheit und in sich ruhend darstellt.
2.1 Sachlichkeit und Treue
Veranschaulicht an den Formen des weiblichen Körpers (Simmel 1919, 276) spricht Simmel der Frau ein einheitlich Ganzes der Seele zu, ein harmonisches Zentrum, das fest mit der Peripherie verbunden ist und den „Distanzen zwischen Subjektivem und Objektivem seine fundamentale Einheitlichkeit gegenüberstellt“ (Simmel 1919, 67). Dieser Grundstruktur des
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Arbeit zitieren:
Dominik Borner, 2005, Die Frau: Auf der Schwelle zur großen Kulturleistung oder stets im Schatten des Mannes, München, GRIN Verlag GmbH
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