3
,QKDOWVYHU]HLFKQLV
(,1/(,781*
'$6:(5.
-RKDQQ:ROIJDQJYRQ*RHWKH
'LH(QWVWHKXQJGHV*|W]
'HU,QKDOW
'LH)LJXUHQDQODJH
*|W]LQVHLQHU=HLW
'LH6SUDFKHGHV'UDPDV
:LUNXQJ
*g7=921%(5/,&+,1*(1±027,9(
)UHLKHLW
,GHQWLWlW
'DV/HLWPRWLYLP'UDPDÄGLHHLVHUQH+DQG³
$%6&+/,((1'(%(0(5.81*(1
/,7(5$7859(5=(,&+1,6
3ULPlUWH[WH
6HNXQGlUWH[WH
Thema der vorliegenden Arbeit ist Johann Wolfgang Goethes Werk „ Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“ unter besonderer Berücksichtigung des Leitmotivs der „eisernen Hand“.
Nachdem in einem ersten Teil das Drama, seine Entstehungsbedingungen und seine Wirkung auf die Rezipienten vorgestellt wurden, liegt das Augenmerk in dem zweiten Abschnitt der vorliegenden Arbeit auf den leitenden Motiven und ihrer Bedeutung für das Werk „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“. Die Analyse der Motive „Freiheit“ und „Identität“ münden abschließend in der Darstellung des Motivs der „eisernen Hand“ die als Sinnbild für den Verlust von Freiheit und Identität fungiert.
Die „eiserne Hand“ dient somit als Zentralmetapher für verschiedene Intentionen Goethes, die über ihre gestische Bedeutung hinaus metaphorischen Charakter erhält. Sie kann als Schlüssel für das Verständnis des Dramenganzen dienen, was im Folgenden exemplarisch untersucht und erläutert werden soll.
Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt geboren. Sein Vater war kaiserlicher Rat und seine Mutter stammte aus Frankfurter Patrizierkreisen. Nach seiner Schulausbildung - er bekam Privatunterricht - ging er auf die Universität Leipzig, um Rechtswissenschaften zu studieren. Wegen einer schweren Erkrankung musste er nach Frankfurt zurück und setzte 1770 sein Studium in Straßburg fort, das er ein Jahr später beendete. In Straßburg lernte er Herder kennen, der ihn mit Shakespeares Werken bekannt machte und ihn dadurch nachhaltig beeinflusste. In dieser Zeit schrieb Goethe den “Götz von Berlichingen” und den Briefroman “Die Leiden des jungen Werther”. 1775 folgte er einer Einladung des Erbprinzen Karl August nach Weimar, wo er Hofbeamter und später Staatsminister wurde und bis zu seinem Tode blieb. Goethe wandte sich nun von der Dichtung des Sturm und Drang ab und schrieb bürgerliche Schauspiele nach dem Vorbild Lessings, wie zum Beispiel “Cla-
5
vigo” und “Stella”. Von 1786 bis 1788 reiste er nach Italien und schloss auf dieser Reise seine zwei Dramen “Iphigenie” und “Egmont” ab und begann mit “Torquato Tasso”, den er ein Jahr später beendete. 1791 wurde ihm dann die Leitung des Weimarer Hoftheaters übertragen, die er 26 Jahre innehatte. Wenige Jahre später schloss er Freundschaft mit Schiller, die viele folgende Werke, wie z. B. der erste Teil des Faust, beeinflusste. Am Faust, Goethes wohl bekanntestem und bedeutendstem Werk, arbeitete der Dichter bis kurz vor seinem Tod am 22. März 1832 in Weimar. 1
Eine Grundlage des Dramas „Götz von Berlichingen“ war das Jurastudium Goethes in Straßburg. Goethe interessierte sich sehr für das ritterliche Fehdewesen des Mittelalters und die Aufhebung desselben durch Kaiser Maximilian I. Eine andere Bezugsgröße waren Shakespeares Werke, die Goethe unter der Anleitung Herders in Straßburg las und die ihn besonders durch Shakespeares Vernachlässigung der drei Einheiten des Dramas (Ort, Zeit und Handlung) faszinierten. Als er dann zufällig die Biographie von Götz von Berlichingen, “Lebensbeschreibung Herrn Götzens von Berlichingen, Zugenannt mit der Eisern Hand, Eines zu Zeiten Kaysers Maximiliani I und Caroli V kühnen und tapferen Reichs-Cavalier`s, las, war er von diesem Stoff so beeindruckt, dass er ihn innerhalb von sechs Wochen neu schrieb und dramatisierte. So entstand 1771 der Urgötz. Goethe war jedoch selbst damit unzufrieden und als sich Herder, dem er das Werk zur Durchsicht gegeben hatte, auch kritisch äußerte, arbeitete er es bis 1773 um. Das so entstandene Drama “Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand, ein Schauspiel” ließ er dann im Selbstverlag drucken. Das Drama, das Goethe selbst eigentlich für unaufführbar hielt, wurde nach Kürzung der Schlachtszenen 1774 in Berlin uraufgeführt und erfolgreich weitergespielt. Im Jahr 1787 ging Goethe den Götz anlässlich des Erscheinens eines Sammelalbums seiner Werke noch einmal durch. Die letzte Überarbeitung erfuhr der Götz 1804, bevor Goethe ihn in Weimar aufführte.
Götz von Berlichingen, der edle Ritter mit der eisernen Hand, erfährt in seiner Stammburg Jagsthausen, dass einer seiner Reiter von bambergischen Söldnern ge-
1 Vgl. Neuhaus 1994, S. 112ff
6
fangengenommen worden ist. Verantwortlich dafür ist der Bischof von Bamberg, mit dem Götz seit geraumer Zeit in Fehde liegt.
In Diensten des Bischofs steht auch Adalbert von Weislingen, ein ehemaliger Ju-gendfreund Berlichingens, der ihm aber durch das Hofleben entfremdet wurde, vor allem durch seine Abhängigkeit von der ebenso schönen wie skrupellosen Hofdame Adelheid von Walldorf. Im Gegenzug für die Gefangennahme seines „Buben“ überfällt Götz den Weislingen und entführt ihn als Geisel auf seine Burg. Dort verliebt sich Weislingen in Götz’ Schwester Maria, man versöhnt sich und feiert Verlobung. Als Weislingen jedoch an den Bamberger Hof zurückkehrt, erliegt er wieder den Reizen der intriganten Adelheid und heiratet sie. Er kommt nicht, wie verabredet, zu Götz und Maria zurück. Weislingen überredet den Kaiser, die Reichsacht über Götz und seine Gehilfen zu verhängen, zu denen auch Sickingen gehört, der inzwischen um Marias Hand angehalten hat. Ein Exekutionsheer wird in Marsch gesetzt und Berlichingens Burg belagert. Obwohl ihm freier Abzug angeboten wurde, wird er, als er seine Burg Jagsthausen verlässt, gefangengenommen. Er soll gezwungen werden, vor den Ratsherren von Heilbronn der Urfehde abzuschwören. Da erscheint Sickingen mit seinen Reitern, besetzt das Rathaus und befreit ihn. Götz zieht sich auf seine Burg zurück, um der Gefahr zu entgehen, wiederum den ungerechtfertigten Zorn des Kaisers auf sich zu ziehen, doch als ein Bauernaufstand ausbricht, fordern ihn die Bauern auf, ihr Führer zu werden und sie drohen ihm gleichzeitig, seine Burg zu zerstören, falls er sich weigern sollte. Gezwungenermaßen nimmt er an, obwohl er gegen das Morden und Rauben der Bauern ist. Der Auf-stand wird jedoch blutig niedergeschlagen, wobei Georg, der Waffengefährte von Götz, in einer Schlacht fällt und Götz selbst gefangen genommen wird. In der Zwischenzeit ist Adelheid, die Frau Weislingens, ihres Mannes überdrüssig geworden, da sie nach der Gunst des neuen Kaisers strebt. Um ihr Ziel zu verwirklichen, lässt sie Weislingen durch Franz vergiften. Dieser stürzt sich, nachdem er Weislingen seine Tat gestanden hat, aus dem Fenster. Weislingen ist schon nicht mehr zu retten, als Maria zu ihm kommt, um ihn um Gnade für Götz zu bitten. Be-vor Weislingen stirbt, gelingt es ihm noch, das Todesurteil von Götz zu nehmen. Adelheid aber wird durch ein geheimes Femegericht zum Tode verurteilt. Der Kai- ser stirbt und auch der schwer verwundete Götz stirbt, nachdem ihm alles genom-
Arbeit zitieren:
Anja Balzer, 2000, Götz von Berlichingen - Ein Schauspiel von Johann Wolfgang Goethe. Die Leitmotive in der Figurenanlage, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Brüder Grimm und ihr Deutsches Wörterbuch
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Pierre Bourdieu - Habitus und sozialer Raum
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Hausarbeit, 19 Seiten
Das Lesetagebuch als Methode der Leseförderung
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Referat (Ausarbeitung), 18 Seiten
The american dream and the american nightmare in literature by William...
Seminararbeit, 14 Seiten
Tugend und Laster - Gemischte Charaktere in Friedrich Schillers 'D...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 16 Seiten
Einsatz des Lesetagebuchs zur Förderung der Lesemotivation
Untersucht im Deutschunterrich...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Examensarbeit, 67 Seiten
The American Dream / From Melting Pot to Multiculturism
Englisch - Erörterungen und Aufsätze
Referat / Aufsatz (Schule), 11 Seiten
Unterrichtsstunde: Oxidation von Metallen -Oxidationsbegriff- Wenn Kup...
Unterrichtsentwurf, 12 Seiten
Sprachförderung in der Grundschule
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Seminararbeit, 21 Seiten
Unterrichtsstunde: Handlungsorientierter Umgang mit einem Märchen
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 31 Seiten
Sprachförderung in Deutsch als Zweitsprache in der Sekundarstufe I
Am Beispiel des Berliner Koope...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Examensarbeit, 69 Seiten
„Emilia Galotti“ von G. E. Lessing als bürgerliches Trauerspiel und ev...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 15 Seiten
Die Figurenkonzeption in J.M.R.Lenz "Der Hofmeister"
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 21 Seiten
Das Nibelungenlied als ideologisches Instrument seit seiner Wiederentd...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater (1774)
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Die Grenzen der Chancengleichheit nach Bourdieu
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit, 10 Seiten
Anja Balzer's Text Götz von Berlichingen - Ein Schauspiel von Johann Wolfgang Goethe. Die Leitmotive in der Figurenanlage ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Anja Balzer hat den Text Götz von Berlichingen - Ein Schauspiel von Johann Wolfgang Goethe. Die Leitmotive in der Figurenanlage veröffentlicht
Anja Balzer hat einen neuen Text hochgeladen
Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werther
Inhalt - Hintergrund - Interpr...
Michael Rumpf, Rainer Lorenz
Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main 2
Nachkriegszeit und Bundesrepub...
Notker Hammerstein
Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main 1 + 2
Bd. 1: Von der Stiftungsuniver...
Notker Hammerstein
Plays: Johann Wolfgang Von Goethe: Egmont, Iphigenia in Tauris, Torqua...
Frank G. Ryder, Johann Wolfgang von Goethe
Johann Wolfgang Goethe.10 Gedichte
Erläuterungen und Dokumente
Elisabeth Böhm, Johann Wolfgang von Goethe
Gedichte von Johann Wolfgang Goethe. Interpretationen
Johann Wolfgang von Goethe, Bernd Witte
Johann Wolfgang Goethe, Iphigenie auf Tauris
Inhaltsangabe, Analyse des Tex...
Johann Wolfgang von Goethe
0 Kommentare