Maja Roseck Ratgebersendungen im DDR-Fernsehen
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Problemstellung 3
3. Ratgebersendungen im DDR-Fernsehen 4
3.1 Historische Entwicklung 4
3.2 Formate 7
3.3 Zielstellung 9
3.4 Praktische Umsetzung der Theorie 11
4. Zusammenfassung 14
Literaturverzeichnis 16
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Maja Roseck „Ratgebersendungen im DDR-Fernsehen“
1. Einleitung
Erst nach dem zweiten Weltkrieg konnte sich das Fernsehen im gespaltenen Deutschland etablieren und im Zuge dieser Entwicklung startete das Fernsehgerät ab Mitte der 50er als neu entdecktes Statussymbol der Deutschen auch in der DDR seinen Siegeszug. Das Fernsehen nahm schon allein durch seine zunehmende Allgegenwärtigkeit einen wic h- tigen Platz im DDR-Alltag ein, denn 1970 verfügten bereits 70% der Haushalte über ein Fernsehgerät. Dabei veränderte das neue Medium den Lebensalltag der Bevölkerung, Gebräuche und Gewohnheiten wurden dem täglichen Fernsehprogramm fast schon un- tergeordnet. Zu sehen gab es dann etwas Information und vor allem Unterhaltung in Form von Ereignisfernsehen und Fernsehkino.
So drang das Fernsehen zunehmend in alle Bereiche des Lebens ein und beeinflusste da- bei natürlich auch das Verhalten seiner Zuschauer, indem es versuchte, Werte zu vermit- teln und „Gebrauchsanleitungen“ für bestimmte Situationen zu geben. Diesem Auftrag hatten sich vor allem die Ratgebersendungen verschrieben, die ab 1960 vermehrt ins Programm des Deutschen Fernsehfunks aufgenommen wurden und durch die Auseinan- dersetzung mit fast allen Themengebieten des wirklichen Lebens den Eindruck vermittel- ten, Lebens- und Orientierungshilfen geben zu können.
2. Problemstellung
Der Duden sagt über den Ratgeber, er sei ein „Büchlein o.ä., in dem Anleitungen, Tipps o.ä. für die Praxis auf einem bestimmten Gebiet enthalten sind“. (Duden 1980, S. 2100) Aus dieser Definition lässt sich ableiten, dass Ratgebersendungen im Fernsehen genau diesen Auftrag zu erfüllen haben. Sie verfolgen das Ziel, Hilfestellungen oder Empfehlun- gen für Situationen zu geben, die alleine schwer zu bewerkstelligen sind und wollen versu- chen, den Zuschauer auf der Suche nach dem besten Weg zu unterstützen. Damit reagieren Fernsehmacher und Produzenten auf eine Entwicklung, in der das Fern- sehen zum täglichen Leben dazugehört und für viele Menschen sogar zum Lebensmittel- punkt geworden ist. Wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist und wie die Anforderun- gen an Ratgebersendungen praktisch umgesetzt wurden, soll in dieser Hausarbeit gezeigt werden.
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Maja Roseck „Ratgebersendungen im DDR-Fernsehen“
Dabei stehen jedoch weniger Ratgebersendungen im Allgemeinen im Mittelpunkt, sondern dem Gegenstand des Seminars entsprechend Formate, die zwischen 1952 und 1990 im DDR-Fernsehen gesendet wurden.
Dabei werde ich mic h zunächst der historischen Entwicklung von Ratgebersendungen im DDR-Fernsehen widmen, woran sich eine kurze Auflistung verschiedener Sendereihen an- schließen wird, um beispielhaft die verschiedenen Formate des damaligen Ratgeberange- bots darzustellen. Weiterhin sollen die Funktionen von Ratgebersendungen aufgezeigt und genauer erläutert werden. Im Anschluss daran wird die Analyse der praktischen Umset- zung dieser Kriterien und Zielsetzungen erfolgen, wobei am Beispiel einer Folge der Ratge- berreihe „Du und dei n Garten“ untersucht werden soll, inwiefern der Programmauftrag und die theoretischen Anforderungen auch tatsächlich praktisch umgesetzt wurden. Eine abschließende Zusammenfassung wird das Ende meiner Hausarbeit bilden.
3. Ratgebersendungen im DDR-Fernsehen
3.1 Historische Entwicklung
Bereits kurz nach Gründung der DDR im Oktober 1949 kam die Idee für ein eigenes Fern- sehprogramm mit Sitz in Berlin-Adlershof auf. Im Mai 1950 fasste die Generalintendanz des Rundfunks den Beschluss, dass man bereits ab 1951 mit ersten Versuchssendungen beginnen würde und am 21. Dezember 1952 war es dann soweit: der „Fernsehsender Berlin“ nahm seine öffentliche Programmtätigkeit auf. Diese Versuchsperiode wurde im Januar 1956 mit der Neujahrsansprache des damaligen Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck, für beendet erklärt und am 3. Januar wurde der Übergang zum regulären Fernseh- programm verkündet. D er erste Sender des DDR-Fernsehens trug nun den Namen „Deutscher Fernsehfunk“ (kurz DFF).
Während des Überganges vom Testprogramm zur Routine Anfang der 50er spielten Rat- gebersendungen noch eine eher unbedeutende Nebenrolle. Zum damaligen Zeitpunkt war das Fernsehen noch entscheidend geprägt von der Funktion als kollektiver Propagandist, Agitator und Organisator, was sich auch in den wenigen Ratgeberformaten, die es bereits gab, niederschlug. So war beispielsweise die Ratgebersendung „Die Frau im Aufbau des Sozialismus“ wenig ratgebend, sondern viel mehr propagandierend. Nichtsdestotrotz war sie ein Vorläufer für das spätere Frauenmagazin. Im weiteren Verlauf der 50er nahm der Service-Charakter der Fernsehbeiträge zu und auch die Vorschläge und Wünsche der Zu-
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Maja Roseck „Ratgebersendungen im DDR-Fernsehen“
schauer fanden zunehmend Berücksichtigung. Die Nachfrage nach Informationen und Ratschlägen auf Seiten der Zuschauer wuchs stark an, was eine Ausweitung des Pro- grammsegments Ratgeber gegen Ende der 50er zur Folge hatte.
1960 waren die wesentlichen technischen Leistungen zur Fernseherschließung der gesam- ten Republik abgeschlossen und zum 20. Jahrestag der DDR ging das 2. Fernsehpro- gramm auf Sendung. Das Programm wurde nun zunehmend vielfältiger und dank der Ein- führung des SECAM-Verfahrens sogar bunt.
Auch das Ratgeberangebot erfuhr eine weitere Ausdifferenzierung und wurde themen- und zielgruppenspezifisch spezialisiert, wobei Frauen die bevorzugte Zielgruppe darstel lten. Waren die ratgebenden Sendungen anfangs eher durch eine politisch-erzieherische Funkti- on geprägt, wurden nun zunehmend die individuelle n Wünsche und Interessen der Zu- schauer berücksichtigt. Darüber hinaus erkannten Staat und Partei die Möglichkeit, durch die ansteigende Verbreitung des Fernsehens in den Privathaushalten in Form von Ratge- bersendungen zunehmend beratend und lenkend auf das Volk einwirken zu können. Man zielte darauf ab, die individuellen Wünsche der Zuschauer mit wirtschafts- und gesel l- schaftspolitischen Interessen ineinander greifen zu lassen, d.h. man war bestrebt, dass sowohl der einzelne als auch die Gesellschaft als Ganzes einen Nutzen aus den Inhalten der Ratgebersendungen ziehen konnten.
Magazine wie „Umschau“, „Prisma“ und „Objektiv“ hatten bereits seit den frühen 60ern ihren festen Platz im Fernsehprogramm. Wenig später kamen Ratgeber wie „Eltern- sprechstunde“ hinzu, wobei die so genannten Alltagsmagazine, wie z.B. „Du und Dein Garten“ die wahren Publikumslieblinge waren. Hier gab es immer nützliche und praktische Informationen und Tipps, die den sozialistischen Alltag in mancherlei Hinsicht zu bereichern wussten.
In den 70er Jahren veränderte sich das DDR-Fernsehen nach der Programmreform 1971/72 sowohl inhaltlich und als auch äußerlich. Seit dem 11. Februar 1972 hieß der „Deutsche Fernsehfunk“ nun „Fernsehen der DDR“ und mit dem Wechsel in der Partei - und Staatsführung wurden auch für die Medienpolitik neue Ziele formuliert. Diese Verän- derungen hatten zur Folge, dass neue Formate im Fernsehprogramm Einzug hielten, wovon einige zu legendären Klassikern wurden, wie z.B. der „Polizeiruf 110“ oder der un- vergessliche „Kessel Buntes“.
Die neue Programmpolitik hatte auch auf die Sparte der Ratgebersendungen bedeutende Auswirkungen. Diese wurden nun verstärkt ins Programm genommen, wobei man den Gedanken, Fragen und Problemen der Bürger nun noch größere Aufmerksamkeit schenk- te und sich somit mit dem Inhalt der Ratgeber sehr stark an den Bedürfnissen der Rezi-
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Arbeit zitieren:
Maja Roseck, 2004, Ratgebersendungen, München, GRIN Verlag GmbH
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