Vorwort:
Die folgende Hausarbeit wurde für das Hauptseminar Angewandte Geographie im Wintersemester 2004/05 bei Prof. Dr. Dieter Eberle erstellt. Mit ihr soll der Student seine Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten nachweisen, wobei die schriftliche Fassung einen Umfang von ca. 30 Seiten nicht überschreiten sollte. Die Hausarbeit stellt dabei einen Teil der Anforderungen dar, die zum Erwerb des Leistungsnachweises Angewandte Geographie innerhalb des Diplomstudiengangs Geographie an der Universität Tübingen erbracht werden müssen.
Besonderen Dank möchte ich Herrn Dr. Hansjörg Bucher und Herrn Claus Schlömer sowie den anderen Mitarbeitern des Referats 1 in der Abteilung I des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung aussprechen, die mir mit ihrem Fachwissen einen genaueren Einblick in dieses komplexe Thema geben konnten.
Im Oktober 2004, Felix Bachofer
Das Titelblatt zeigt die Alterspyramiden von 1950, 2001 in Deutschland sowie eine Alterspyramide basierend auf einer Bevölkerungsvorausschätzung für das Jahr 2050.
Die Abbildungen sind von der Internetseite des Statistischen Bundesamts (http://www.destatis.de/basis/d/bevoe/bev_pyr4.php, zuletzt gesehen am 29.08.04) entnommen.
Inhalt
1. Einleitung 1
2. Methoden der Bevölkerungsprognose 2
2.1. Grundsätze der Bevölkerungsprognose 2
2.2. Prognosekonzeptionen 2
2.3. Methodische Instrumente 2
2.3.1. Extrapolationsmethoden 3
a) lineare Extrapolation 3
b) exponentielle Extrapolation 3
c) Reihen durch mehr als zwei Bezugspunkte 4
d) Trendberechnung 4
e) Graphische Methoden 4
2.3.2.Intuitive Methoden 4
a) Brainstorming 5
b) Delphi 5
c) Szenario 5
2.3.3. Die kohortenweise Fortschreibung 6
2.3.4. Die Komponentenmethode 6
3. Die Bevölkerungsprognose des BBR 7
3.1 Merkmale der Bevölkerungsprognose 7
a) Räumliche Dimension: 7
b) Dimension „demographische Eigenschaften“ 7
c) Dimension Zeit: 7
3.2 Prognoseannahmen 7
a) Die Fertilität 8
b) Die Mortalität 8
c) Die Binnenwanderung 8
d) Die Außenwanderung 8
3.2.1 Regeln zur Annahmensetzung 8
3.2.2 Festlegung der Werte für die Annahmensetzung 9
a) Annahmen zur künftigen Fertilität 9
b) Annahmen zur künftigen Mortalität 10
c) Annahmen zur künftigen Wanderungsbewegungen 11
4. Vergleich der zentralen Annahmen des BBR mit
anderen Vorausschätzungen 13
5. Trends der Prognose des BBR bis 2020 15
6. Die regionalisierte Bevölkerungsprognose des statistischen Landesamts
Baden -Württemberg am Beispiel des Mittelzentrums Überlingen bis 2020. 18
6.1 Typisierung der Gemeinden 19
6.2 Annahmen zur regionalisierten Bevölkerungsprognose 19
6.3 Das Mittelzentrum Überlingen 20
7. Konsequenzen des demographischen Wandels für die Regional-,
Stadt - und Infrastrukturplanung 21
8. Fazit 24
Literatur 25
Glossar 27
Anhang 29
1 Seite Hauptseminar: Angewandte Geographie Thema: Bevölkerungsprognosen - Methoden und Ergebnisse
In Deutschland rückt das Thema der Bevölkerungsentwicklung in Politik und Gesellschaft immer mehr in den Vordergrund. Das Bewusstsein, dass sich die Bevölkerungszahl und Alterstruktur des deutschen Volkes mit Auswirkungen auf Gesellschaft, soziale Sicherungssysteme und Infrastruktur verändern wird hat viele zum Handeln veranlasst. Der Bundestag hat eine Enquete-Kommission zum demographischen Wandel (BUNDESTAG 2000: www.bundestag.de) eingesetzt und anerkannte Medien sprechen schon von einer „demographischen Zeitbombe“ (FAZ: 2003: Nr.181 S.12). Jedoch kommt dieses Phänomen nicht unerwartet. Demographen haben schon vor 30 Jahren aufgrund von Bevölkerungs-Vorausschätzungen auf diese Entwicklung hingewiesen. Mit Bevölkerungsvorausschätzungen wird versucht die zukünftige
Bevölkerungsentwicklung vorauszusagen. Dabei lassen sich zwei Typen unterscheiden (BÄHR 1997: 267f.). Zum einen Bevölkerungsprojektionen und Modellrechnungen, die eher auf willkürlichen und hypothetischen Annahmen und auf einer bestimmten Zielsetzung beruhen. Zum anderen Bevölkerungsvorhersagen bzw.
Bevölkerungsprognosen, bei denen hingegen von der wahrscheinlichsten Entwicklung ausgegangen wird. Aber auch bei Bevölkerungsvorhersagen gibt es Unsicherheiten, die daraus resultieren, dass die Annahmen häufig schwer erklär- und vorhersehbaren Schwankungen unterliegen. Und diese werden größer, je länger der Prognosezeitraum ist. Es geht bei einer Bevölkerungsprognose also nicht um die exakte Vorhersage, sondern um die Darstellung der wahrscheinlichsten Entwicklung. Besonders anfällig sind Prognosen natürlich auf unvorhersehbare Ereignisse, wie z.B. das Absinken der Geburtenrate durch den so genannten „Pillenknick“ oder die Veränderung des Wanderungsverhaltens durch den Fall der Mauer in den 90er Jahren (RV - BO 2003: 14ff.).
Weltweit werden Bevölkerungsvorausschätzungen von verschiedenen Institutionen mit Ergebnissen auf unterschiedlichsten räumlichen Ebenen durchgeführt (RV - BO 2003: 11). Die wichtigsten Internationalen Prognosen für Deutschland sind wohl die „World Population Prospects“ der UNITED NATIONS POPULATION DIVISION (2002: 30) und die Veröffentlichungen von EUROSTAT (2004: 8) dem statistischen Dienst der Europäischen Union (EU). Auf Bundesebene erstellt das Statistische Bundesamt seit 1951 Bevölkerungsprognosen, wobei seit dem Jahre 1965 in Zusammenarbeit mit den Statistischen Landesämtern die so genannten „koordinierten Bevölkerungs-Vorausberechnungen“ durchgeführt werden um die Ergebnisse zu spezifizieren (RV -BO 2003: 11). Des weiteren gibt das Bundesinnenministerium (BMI) über seinen „Arbeitskreis Bevölkerungsfragen“ eine Modellrechnung zur Bevölkerungsentwicklung heraus (BMI 2000: 16). Auch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) und seine Vorgängerin das BfLR führen seit über 20 Jahren Bevölkerungsprognosen durch (BUCHER/SCHLÖMER 2003: 1).
Diese Seminararbeit bemüht sich die komplexe Methodik von Bevölkerungsprognosen in seinen Grundzügen darzustellen und später auf die Ergebnisse näher einzugehen. Dabei wird auf verschiedene Methoden eingegangen werden. Ebenso werden Prognosen und ihre Bedeutung für die drei verschiedene räumliche Ebenen (Bundes-, Landes- und Kreisebene) dargestellt. Einen besonderen Schwerpunkt legt diese Arbeit auf die Bevölkerungsprognose des BBR, weil sie als einzige eine regionalisierte Bevölkerungsprognose bis auf Kreisebene für ganz Deutschland darstellt. Schließlich wird auch noch auf den demographischen Wandel und seine sozioökonomischen, räumlichen und gesellschaftlichen Folgen in Deutschland eingegangen.
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2.1 Grundsätze der Bevölkerungsprognose
Nach SCHWARZ (1975: 4ff.) beruhen die meisten Bevölkerungsprognosen auf der Übertragung von Entwicklungen aus der Vergangenheit in die Zukunft. Das erfordert eine gute Auswertung von bisherigen Beobachtungen und das Aufspüren von Regelmäßigkeiten. Dabei sollte jedoch der Aufwand in einem vernünftigen Verhältnis zu dem erwartetem Ergebnis stehen.
Die Ergebnisse einer Prognoserechnung hängen meist stärker von den Annahmen über die weitere Entwicklung ab als von der Art der Rechenmethode. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass Annahmen immer zu begründen sind. Festzuhalten ist auch, dass kurzfristige Vorausschätzungen weniger problematisch sind als langfristige, da sie sich noch näher an den zuletzt beobachteten Entwicklungen bewegen. Werden Vorausschätzungen jedoch von der tatsächlichen Entwicklung überholt, ist es angebracht die Ergebnisse mit den neueren Informationen zu überprüfen und gegebenenfalls zu überarbeiten.
2.2 Prognosekonzeptionen
Laut BÄHR (1997: 268) lassen sich drei verschiedene Prognosekonzeptionen unterscheiden:
Die „ex post“ -Konzeption verwendet Daten eines abgelaufenen Zeitraumes um auf die zukünftige Entwicklung der Bevölkerung zu schließen. Die Daten werden allerdings nicht einfach fortgeschrieben, sondern es wird versucht aus der Analyse der Daten Schlussfolgerungen zu ziehen und in die Prognose einfließen zu lassen. Bei der „ex ante“ - Konzeption wird versucht „echte Zukunftsdaten“ zu erforschen, d.h. eine begründete Schätzung der zukünftigen Entwicklung zu ermitteln, was aber aufgrund der Abhängigkeit von persönlichen Entscheidungen einzelner Personen vor allem für einen längeren Zeitraum sehr schwierig ist. Oftmals wird bei Prognosen davon ausgegangen, dass gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Bedingungen konstant bleiben. Dabei wird dann von einer Status-quo-Prognose gesprochen. Bei der Analogie-Konzeption wird dahingegen versucht, bei vergleichbaren Ausgangsbedingungen Entwicklungsabläufe von einer auf andere Bevölkerungsgruppen zu übertragen.
2.3 Methodische Instrumente
Es gibt vielfältige Methoden für die Vorausberechnung von Bevölkerungszahlen. Bevölkerungsprojektionen stützen sich dabei mehr auf mathematische Methoden, während bei Bevölkerungsvorhersagen zusätzlich die subjektive Einschätzung eine große Rolle spielt (BÄHR 1997: 269).
2.3.1 Extrapolationsmethoden
Extrapolationsmethoden sind Verfahren, bei denen ein in der Vergangenheit beobachteter Entwicklungsverlauf in die Zukunft fortgeschrieben wird. VOGT (1994:
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3 Seite Hauptseminar: Angewandte Geographie Thema: Bevölkerungsprognosen - Methoden und Ergebnisse
65) spricht hier von Zeitreihenextrapolationen. Dabei wird nach SCHWARZ (1975: 8ff.) zwischen folgenden drei rechnerischen Verfahren (a bis d) und graphischen Verfahren (e) unterschieden:
a) Lineare Extrapolation
Vor allem bei einem relativ geradlinigen Verlauf zwischen den beiden Zeitpunkten liegt es nahe, diese Methode anzuwenden. Für eine arithmetische (lineare) Extrapolation sind zwei Zahlenwerte nötig, die zu verschiedenen Zeitpunkten beobachtet wurden.
t + der ' a für den Zeitpunkt n Zeiteinheiten Dabei sei der gesuchte Zahlenwert x
' n n nach n t liegt:
Dabei unterscheidet sich jedes Reihenglied von seinem Nachbarn um den exakt
gleichen absoluten Betrag:
Da es bei Bevölkerungsprognosen unrealistisch ist, dass die Bevölkerung bis ins Unendliche steigt oder sich in den negativen Bereich bewegt, die lineare Extrapolation aber bei langen Zeiträumen zu eben solchen Ergebnissen führt, ist es möglich die Veränderung in jeder Zeiteinheit um relative und absolute Beträge zu verringern und somit das Verfahren so zu modifizieren, dass die Ergebnisse innerhalb des wahrscheinlichen Bereichs bleiben.
b) Exponentielle Extrapolationen
Auch bei geometrischen (exponentiellen) Extrapolationen sind nur zwei Zahlenwerte für jeweils verschiedene Zeitpunkte notwendig.
t + , der ' Dabei sei der gesuchte Zahlenwert x a für den Zeitpunkt n Zeiteinheiten
' n n ' n ) 1 ( r a a nach n t liegt: + =
n x
Dabei wird errechnet mit wie viel jede Zeiteinheit zu multiplizieren ist, um den bereits
a zu erreichen. Dadurch ergibt sich eine Reihe, in der sich jedes bekannten Wert n
Reihenglied um den gleichen relativen Wert unterscheidet.
Wie auch schon bei der linearen Extrapolation, lassen sich die Veränderungen in jeder Zeiteinheit um relative und absolute Beträge zu verringern. Somit kann auch hier
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verhindert werden, dass bei längeren Zeiträumen die Bevölkerung rechnerisch bis ins Unendliche steigt oder sich in den negativen Bereich bewegt.
c) Reihen durch mehr als zwei Bezugspunkte
Sind mehr als zwei Beobachtungswerte i a in verschiedenen Zeiteinheiten x vorhanden
errechnet sich der gesuchte Extrapolationswert y wie folgt:
1 n ... − n x a x a a y + + + = 2 1
d) Trendberechnung
Sowohl bei der linearen, wie auch bei der exponentiellen Extrapolation verliefen die Geraden und Kurven direkt durch die bereits beobachteten Werte. Nach Aussage HIPPMANNS (2003: 196ff.) ist das bei diesem Verfahren nicht der Fall, aber trotzdem ist die Kurve so angepasst, dass die quadratischen Abweichungen zu den Einzelwerten ein Minimum bilden. Dabei bedient man sich bei der Berechnung an dem Prinzip der „Gaußschen Quadrate“. Eine Trendgerade lässt sich durch die lineare Einfachregression darstellen.
Zur Berechnung der Regressionsfunktion ist es zuerst notwendig die ) ( bx a x f + = i i
Regressionskonstante a und den Regressionskoeffizienten b zu berechnen:
Nicht lineare Trends lassen sich mithilfe einer Exponentialfunktion i ) ( b a x f + = i
(Exponentialtrend) darstellen.
e) Graphische Methoden
Hier wird eine Entwicklung in der Vergangenheit zeichnerisch in die Zukunft verlängert. Dazu müssen zuerst die bisher beobachteten Werte in ein Koordinatensystem übertragen werden. Als nächstes trägt der Bearbeiter eine Kurve ein, die nach seiner eigenen Auffassung den bisherigen Verlauf am treffendsten wieder gibt. Anschließend verlängert der Bearbeiter die Kurve bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dabei sollte er darauf achten, dass die Kurve ihren ursprünglichen Charakter nicht verliert. Der größte Nachteil dieser Methode ist, dass die subjektiven Einflüsse des Bearbeiters immer mit einfließen(SCHWARZ 1975: 31ff).
2.3.2 Intuitive Methoden
Die hier aufgeführten intuitiven oder auch heuristischen Verfahren stellen nur eine Auswahl nach DEHLER (1976: 67ff.) dar.
a) Brainstorming:
Das Brainstorming wird als veraltet angesehen, weil die Ergebnisse oft nicht sehr fundiert und zumeist revisionsbedürftig sind. Jedoch ist es die Ausgangsmethode für die Delphi Methode und ist auch bei Expertengesprächen durchaus sinnvoll.
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b) Delphi:
VOGT (1994: 65) erläutert, dass bei der Delphi Methode Experten, die sich mit unterschiedlichen Aspekten eines Problems beschäftigen, anonym und unabhängig voneinander mittels Fragebögen befragt werden, damit eine gegenseitige Beeinflussung ausgeschlossen werden kann. Aus den Antworten werden dann laut DEHLER (1976: 69ff.) jeweils das arithmetische Mittel, die durchschnittliche Abweichung sowie das erste und zweite Quartil den Experten mitsamt den anonymen Kommentaren der anderen Experten mitgeteilt. Jeder Experte soll anhand dieser Daten seine eigene Aussage noch einmal überprüfen. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrere Runden, so genannte Iterationen. Vorteil dieser Methode ist, dass subjektive Einflüsse durch Mittelung der einzelnen Ergebnisse minimiert werden.
c) Szenario:
Bei einem Szenario wird die zukünftige Entwicklung des Prognosegegenstandes unter unterschiedlichen, alternativen Rahmenbedingungen geprüft. Dabei lassen sich auch durch bewusstes Vernachlässigen wichtiger Faktoren, wie zum Beispiel der
Zuwanderung, die jeweiligen Einflussgrößen anschaulich darstellen. Vor allem, dass bei diesem Verfahren alternative Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, ist ein großer Vorteil (VOGT 1994: 64f.).
Das STATISTISCHE BUNDESAMT (2003: 24) hat bei seiner „10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung“ insgesamt neun verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Annahmen gerechnet. Folgende Abbildung stellt drei verschiedene Szenarien mit ihren jeweiligen zentralen Annahmen dar.
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2.3.3 Die Komponentenmethode
BÄHR (1997: 269f.) stellt heraus, dass auch wenn eine längere Zeitspanne aus der Vergangenheit analysiert und daraus Zukunftswerte extrapoliert werden, die Ergebnisse der Wirklichkeit nur selten gerecht werden. Sogar bei mittelfristigen Prognosen ist es nötig, die einzelnen Bestimmungsfaktoren des Bevölkerungswachstums einzeln zu untersuchen und fortzuschreiben. Daher werden bei der Komponentenmethode die Mortalität, Fertilität und Migration getrennt prognostiziert und anschließend zusammengefasst. Es besteht dabei immer noch die Möglichkeit die einzelnen Bestandteile weiter zu verfeinern, indem man sie zum Beispiel noch nach Alter und Geschlecht aufteilt und dann jeweils die darauf bezogenen Fruchtbarkeits- und Sterbeziffern sowie Migrationsraten unter Berücksichtigung der jeweiligen zeitlichen Veränderung anwendet.
2.3.4 Die kohortenweise Fortschreibung
Geburtskohorten sind Gruppen von Personen eines gemeinsamen Geburtenjahrgangs und somit treten somit gemeinsam in eine Untersuchung ein (StaLA BA-WÜ, 2001: 11). Es handelt sich also um eine Gruppe von Individuen, die im Vergleich zu anderen Geburtskohorten eine unterschiedliche Zusammensetzung aufweisen können und ähnliche Sozialisationsbedingungen in ihrer Entwicklung vorfanden. Wie folgende Abbildung zeigt, ist dieselbe Personengruppe des Ausgangsjahres die nächst ältere im Folgejahr -> Kohorte B1 ist im Jahr 2001 60 Jahre alt und im Jahr 2002 61 Jahre alt
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Felix Bachofer, 2004, Bevölkerungsprognosen - Methoden und Ergebnisse, München, GRIN Verlag GmbH
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