Kultur und Technik - Die Geschichte des Telefons B Schramm
S Vilovic
Gliederung
1. Einleitung
2. Prä - Telegraphen Geschichte der Fernkommunikation
3. Post - Telegraphische Geschichte
4. Technik und Kulturdeterminismus - warum Telefon?
4.1 Das Transportkonzept
4.2 Das Radiokonzept
4.3 Das Verständigungskonzept
5. Die Psychologie des Telefons - die Telefongesellschaft
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
8. Internetverzeichnis
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Kultur und Technik - Die Geschichte des Telefons B.Schramm
Seit dem der Mensch sesshaft ist beschäftigt ihn der Gedanke sich mit anderen Menschen über räumliche Distanzen auszutauschen. So entwickelten die verschiedenen Kulturen ihren Bedürfnissen angepasste Mittel zur Kommunikation. Trotz der zum Teil großen unterschiede dieser Kulturen ähnelten sich ihre Medien zur Kommunikation sehr. Nach dem die Informationen immer schneller und in immer größeren Mengen zwischen Menschen, Städten und Ländern ausgetauscht wurden, war man gezwungen die Kommunikationsmittel ständig zu verbessern. Die Geschwindigkeit dieser Entwicklung ist exponentiell. So hat sich im Laufe der letzten 150 Jahre mehr getan als in den 5000 Jahren zuvor.
Heute sind das Telefon, Internet, Chatrooms, Dsl, E-Mail, acess points und das Mobiltelefon gebräuchliche Begriffe die aus unserer Kultur nicht mehr wegzudenken sind. Aber wo hatte all dieses seinen Ursprung?
In dieser Arbeit wollen wir speziell auf die technische und kulturelle Geschichte des Telefons eingehen. Es soll unter anderem ebenfalls die moderne Telefongesellschaft sowie der E influss des Telefons auf unsere Kommunikationsgeflogenheiten beleuchtet werden.
2. Prä - Telegraphen Geschichte der Fernkommunikation
Alles fing damit an, dass Naturvölker, wie zum Beispiel die Yoruba in Westafrika, ein Bedürfnis entwickelten sich relativ zeitgleich über größere Entfernungen zu verständigen. Im Falle der Yoruba geschah dies durch Trommelstationen. Diese Art der Verständigung wurde von der Frühgeschichte bis noch ins 19. Jahrhundert verwendet. Die Übertragungsrate der Information über dieses Medium betrug damals schon eine Geschwindigkeit von 25 Minuten für 500 Kilometer. Der erhebliche Nachteil dieser Form der Kommunikation bestand in der relativ hohen Zahl der erforderten Trommelstationen und der notwendigen technischen Geschicklichkeit der Trommler, sowie topographischer Hindernisse wie beispielsweise Berge. 1
1 Jörg Becker, Fern-Sprechen, Vistas Verlag, Berlin 1994, S. 33
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Im 15 Jahrhundert entstanden im mamelukischen Ägypten das Brieftaubensystem und die Kamelpost, die pro 500 Kilometer je 10 bzw. 60 Stunden brauchten. Die Qualität der Übertragung hing jeweils stark von den körperlichen Beschaffenheiten der Tiere ab sowie den topographischen Gegebenheiten. Die Taube war zwar ungleich schneller, konnte jedoch nur im wesentlich geringeren Umfang Informationen befördern. Insbesondere für die Ta ube galt das Problem, dass das Abweichen von einer vorher festgelegten Route nicht möglich war 2 . Ein Jahrhundert später entstanden im Inka Reich das Chasqui (Stafetten Schnellläufer) System und in verschiedenen anderen Regionen der Welt Stafetten Reiter Systeme. Diese benötigten für 500 Kilometer 34 bzw. 90 Stunden um Informationen zu übermitteln. Auch hier galt als entscheidend die körperliche Konstitution der Läufer bzw. der Reiter und Pferde. Wiederum stellt sich zwar das eine System als schneller heraus, konnte dafür aber weniger Informationen vermitteln. Über die jeweilige Effektivität lässt sich also streiten. 3 Mit dem modernen Telegraphen am ehesten vergleichbar wurde im 19 Jahrhundert in Frankreich der optische Telegraph entwickelt, der in 5 Minuten die Informationen über 500 Kilometer senden konnte. Das System bestand aus auf Türmen montierten Hohlspiegeln die eine Folge von Lichtsignalen nach einem bestimmten Code übermittelten. Somit bestand der Nachteil dieser Technik in der hohen Anzahl von aufwendigen, von qualifiziertem Personal besetzten Stationen, sowie dem Qualitätsverlust bei schlechten Sichtverhältnissen 4 . Zum Ende des 19 Jahrhunderts entstand auf Geheiß Werner von Siemens der erste internationale elektrische Telegraphenverkehr, nämlich eine i ndo-europäische Leitung, die in ihrer endgültigen Form von London bis Japan und Australien reichte und noch bis 1930 in Betrieb war. Schon 1849 entstand in Deutschland die erste europäische Telegraphen Leitung und bis 1850 war das preußische Staatstelegraphennetz fertig gestellt. Dieses war der Beginn der modernen Kommunikationsära 5 .
2 Jörg Becker, Fern-Sprechen, Vistas Verlag, Berlin 1994, S. 33
3 Jörg Becker, Fern-Sprechen, Vistas Verlag, Berlin 1994, S. 33
4 Jörg Becker, Fern-Sprechen, Vistas Verlag, Berlin 1994, S. 33
5 Jörg Becker: Andre Karbelaschwili, Fern-Sprechen, Vistas Verlag, Berlin 1994, S.43-45
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3. Post - T elegraphische Geschichte
Schon 1854 veröffentlichte Charles Boursejl in der Zeitschrift I`Illustration de Paris einen Aufsatz zur elektronischen Telefonie, in der er das Grundkonzept des Telefons wie wir es kennen beschreibt 6 .
1861 dann, stellte ein gewisser Philipp Reis dem physikalischen Verein zu Frankfurt am Main sein „Telefon“ vor, wobei zum ersten Mal dieser Begriff fiel. 1864 führt er sein Gerät, mittlerweile von ihm verbessert, auf der Naturforschertagung in Giessen vor.
1865 wird sein Gerät von Hughes dem Zaren Alexander II. vorgeführt. Hughes schreibt dazu: „die Übermittlung der Sprache ist allerdings sehr unsicher, denn während zeitweise einzelne Worte durchaus klar und verständlich gehört werden konnten, blieb die Sprache gleich darauf …. vollständig fort 7 . Alexander Graham Bell beginnt 1875 mit einem harmonischen Telegraphen, der die Übertragung mehrerer Telegramme gleichzeitig ermöglichen soll. Am 14. Februar 1876 meldet er darauf ein Patent an. In Berlin wird die Stelle eines Telegrapheningenieurs geschaffen, die bald durch Einführung des Fernsprechers vor neue Aufgaben gestellt werden soll. Am 9. Oktober desselben Jahres wird auf einer zwei englische Meilen l angen Telegraphenleitung das erste Ferngespräch der Welt geführt.
1877 gibt Edison der Induktionsspule die geeignete Form für den Fernsprechbetrieb. Schon ein Jahr später hatte Stephan die Vision ein umfassendes Telefonnetz zu installieren. Noch im selben Jahr verbessert Walter Siemens den Fernhörer bezüglich der Lautstärke mit einem Hufeisen-Dauermagneten. 1879 bestanden schon Fernsprechvermittlungseinrichtungen in 20 Städten verschiedener Länder. So hatte New York zu diesem Zeitpunkt 4000 Sprechstellen, während London mit 10 Anschlüssen eröffnete. Am 14. Juni 1880 wurde in Deutschland das erste Mal erwägt den privaten Haushalten die Möglichkeit zu geben sich ans das Netz zu koppeln. Das Telefon verbreitete sich so rasant, dass 1881 in den USA nur eine Stadt mit mehr als 15000 Einwohnern noch kein Fernsprechnetz hatte.
6 Renate Genth und Joseph Hoppe, Telefon!, Transit Buchverlag , Berlin 1986, S.133
7 Renate Genth und Joseph Hoppe, Telefon!, Transit Buchverlag , Berlin 1986, S.133
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Sascha Vilovic, Benjamin Schramm, 2005, Geschichte des Telefons, Munich, GRIN Publishing GmbH
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