Inhalt
1. Einleitung Seite 2
2. Theoretische Ansätze Seite 3-4
3. Formelle und informelle Gruppen Seite 4-6
3.1 Auswirkungen der Gruppenbildung auf die betrie blichen Prozesse
Seite 6-7
3.2 Kohäsion Seite 8
3.3. Werte -und Normsystem Seite 9-10
3.4 Rollendifferenzierung Seite 11-12
3.4.1 Die Kommunikationsstruktur Seite 12-13
3.5 Kollektive Handlungsmuster Seite 14
3.5.1 Konformitätsdruck und Groupthink Seite 14-15
3.5.2 Risikobereitschaft Seite 15-16
4. Schlussbetrachtung Seite 16
5. Literatur Seite 17
2
1. Einleitung
In Zeiten neuer Managementmethoden gerät Teamarbeit immer häufiger in den Fokus der Managementforschung 1 . Keine erwerbswirtschaftliche oder öffentliche
Unternehmung kann von den enormen Folgen der Gruppenentstehungen auf das praktizierte Tätigkeitsfeld abstrahieren und ist faktisch verpflichtet eben jenen Gruppenbildungsprozess zu verfolgen, zu analysieren und im Rahmen ihrer gegebenen Möglichkeiten zu steuern. Vor allem Schreyögg verweist auf die Gruppe als unübersehbaren Bestandteil einer jeden Unternehmung 2 und macht deutlich, dass die Subsumierung dieser Thematik unter den Punkt der Unternehmenssteuerung unabdingbar ist. Gerade sozio-dynamische Gruppen und deren Entstehungen und Auswirkungen auf betriebliche Prozesse geraten zunehmend in das Blickfeld der Wirtschaftswissenschaften und stellen eine hohe Herausforderung an eine sowohl gewinn- als auch sozialorientierte Unternehmensführung dar. Der Angestellte und/oder Arbeiter mit seinen individuellen Fertigkeiten und Verhaltensmustern wird heute zunehmend als Teil der Kernkompetenz der Unternehmung, den „human ressources“ gesehen, deren Vernachlässigung und Verschwendung im Rahmen der Unternehmenssteuerung pathologische Verhaltensmuster generiert und fördert, die ureigene Ziele der gewinnorientierten Unternehmung, wie zum Beispiel maximale Ausnutzung der gegebenen Ressourcen sabotieren 3 . Aufmerksamkeit wird hier vor allem dem Einfluss von Gruppen auf den betrieblichen Leistungserstellungsprozess und den damit einhergehenden Effektivitätsverlusten oder Gewinnen gewidmet 4 . Unabdingbar für das Verständnis einer Gruppe ist das Erkennen der i hr inneliegenden Dynamik und die aus eben jener Analyse möglicherweise resultierenden Auswirkungen auf die betriebliche Organisation 5 . Die vorliegende Arbeit gibt einen kurzen theoretischen Überblick über die
Begrifflichkeiten und erläutert die Unterscheidung zwischen formellen und informellen Gruppen näher. Dem folgend werden Auswirkungen der Gruppenbildung auf Prozesse in der erwerbswirtschaftlichen Organisation aufgezeigt. Aufgrund der mannigfaltigen Phänomene , die im Prozess der Gruppenbildung beobachtbar sind, ist in diesem Zusammenhang eine kritische Würdigung unter Berücksichtigung der Implikationen für die Organisationsgestaltung angebracht und wird daher in diesem Teil der Arbeit verfolgt.
2. Theoretische Ansätze
Der Begriff der „Gruppe“ wird in unserem Sprachgebrauch vielfältig genutzt: Primär wird der Begriff dazu verwendet, eine größere Anzahl von Menschen zu beschreiben, die sich in ein- und demselben Zustand befinden, wie z. B. Jugendliche, die nachts vor einer Diskothek stehen oder eine Gruppe von Studenten, die versuchen gegen die Einführung von Studiengebühren zu demonstrieren.
Eine große Anzahl von Menschen ist z.B. auch auf einem Weihnachtsmarkt oder auf einem Konzert anzutreffen, doch das Einzige, was diese Menschen verbindet, ist, dass sie zur gleichen Zeit am gleichen Ort aufeinander treffen, um einem individuelle n Bedürfnis nachzugehen, das sich mit den Bedürfnissen Aller deckt. So z.B. um im Supermarkt Lebensmittel einzukaufen.
Kroner definiert Masse folgendermaßen: „Unter der aktuellen Masse wird verstanden, daß sich (a) viele (b) unterschiedliche Menschen, die sich (c) untereinander nicht kennen, (d) an einem Ort (e) dicht gedrängt (f) ohne eine feste, vorgegebene soziale Struktur (g) auf ein gemeinsames Objekt konzentrieren 6 “.
Diese Art des Gruppenbegriffes ist daher klar von der Definition einer Gruppe im soziodynamischen Sinne abzugrenzen.
„Unter dem Begriff Gruppe versteht man ein hochorganisiertes soziales Gebilde, das aus einer meist kleinen Zahl von wechselseitig in Beziehung stehenden Individuen zusammengesetzt ist 7 “.
Eine Gruppe im betriebswirtschaftlichen Sinne ist eine Anzahl von Menschen, die in einem direkten Kontakt zueinander stehen, so dass jedes Mitglied mit jedem anderen Mitglied interagieren und kommunizieren kann. Voraussetzungen für eine solche Interaktion sind neben den neuesten Hilfsmitteln der Technologie auch die Zei tspanne, in der die Kommunikation stattfindet.
Innerhalb der Gruppe muss ein gemeinsames Ziel gesetzt werden, worauf mit einem gemeinsamen Wollen hingearbeitet werden soll. Es ist wichtig, dass die Mitglieder einer Gruppe in einer betriebswirtschaftlichen Organisation sich untereinander als Mitglieder anerkennen, so dass ein so genanntes „Wir-Gefühl“ entstehen kann. „Ein Einheits- oder Wirbewußtsein ihrer Glieder (damit ist keine absolute und fortwährende Einheit gemeint,
da dies eine intermittierende Zugehörigkeit zu verschiedenen Gruppen ausschließen würde, sondern ein Wir in Bezug auf einen bestimmten Inhalt); […] 8 “. Die Gruppe eines Unternehmens bildet ein bestimmtes internes Werte- und Normensystem aus, welches allgemein anerkannte und grundsätzliche
Verhaltensvorschriften für die Gruppenmitglieder beinhaltet. Es pendelt sich ein, welche Verhaltensweisen erlaubt sind, welche Einstellungen und Überzeugungen akzeptiert werden und welche Ziele zu verfolgen sind. Diese rein normativen Erwartungen beziehen sich entweder auf die Inhaber bestimmter Positionen oder auf alle Gruppenmitglieder. Die Mitarbeiter eines Betriebes oder einer Organisation können sich zu gleicher Zeit und im gleichen räumlichen Umkreis zu einer größeren Anzahl verschiedener Gruppen zusammenfügen, wobei jeder Mitarbeiter zur gleichen Zeit die Zugehörigkeit zu mehreren Gruppen bestreiten kann.
Die Gruppenentstehung in Betrieben kann auf sachliche und personale Gründe zurückgeführt werden, die im weiteren Verlauf näher dargestellt werden.
3. Formelle und informelle Gruppen
„Während ihrer berühmten Hawthorne-Studie stellten Roethlisberger & Dickson (1939) fest, daß neben der formellen Betriebsorganisation, die dem Ziel der Produktivität verpflichtet war, informelle Gruppierungen mit oftmals stark abweichenden Zielsetzungen existierten. Diese Entdeckung ist der Ausgangspunkt zwischen formellen und informellen Gruppen […] 9 “.
Gruppen erfüllen eine betriebliche Funktion, indem sie zur zweckmäßigen Aufgabenerfüllung im Rahmen der Gesamtzielsetzung d er Organisation beitragen, z.B. indem eine Aufgabe für ein bestimmtes Projekt gemeinsam erarbeitet werden soll. Formelle Gruppen werden demnach bewusst und planmäßig aus rein sachlichen Gründen heraus gebildet und eingesetzt. Diese Art der Gruppenbildung wird von einer höheren Position eines Betriebes veranlasst und kann dauerhaft eingerichtet werden oder auch zeitlich eingerichtet sein.
„Cartwright & Zander (1968, 54ff.) unterscheiden hier zwischen absichtlicher und spontaner Gruppenbildung sowie zwischen Gruppenbildung auf Grund externer
Arbeit zitieren:
Sabrina von der Heide, 2004, Das Gruppenverhalten in einer Organisation, München, GRIN Verlag GmbH
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