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Die späthallstatt - frühlatènezeitliche Siedlung von Mannheim-Feudenheim

Title: Die späthallstatt - frühlatènezeitliche Siedlung von Mannheim-Feudenheim

Thesis (M.A.) , 1998 , 64 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dr. Stephanie Hoffmann (Author)

Archaeology
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Summary Excerpt Details

Die vorgelegte Arbeit über die späthallstatt- frülatènezeitliche Siedlung von Mannheim-Feudenheim war eine Abschlußarbeit des Magisterstudiums am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Fakultät für Orientalistik und Altertumswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Hierbei wurde es mir ermöglicht, am Reiss-Museum (Mannheim) im Februar 1997 mit der Aufnahme von hallstattzeitlichem Siedlungsmaterial zu beginnen. Insgesamt wurden 95 Befunde und 3692 Fundstücke erfaßt, von denen alle Befunde im Maßstab 1:20 und ca. 500 Stück des Fundmaterials im Maßstab 1:1 und 1:2 von der Autorin selbs gezeichnet wurden. Die Materialaufnahme dauerte bis April 1997, so daß im selben Monat mit der Erstellung einer Datenbankapplikation für Access 7.0 begonnen werden konnte. Die vollständige Erstellung nahm einige Wochen in Anspruch, so daß bereits im Mai das erste Material zur Auswertung in den Computer eingegeben wurden. Ende Februar 1998 konnte somit ein fertiges Exemplar der Arbeit an der Universität Heidelberg eingereicht werden.

Zur Erforschung der späten Westhallstatt- und Frühlatènezeit standen in Baden-Württemberg jahrzehntelang ausschließlich Gräber im Blickpunkt des allgemeinen Interesses.

Das führte dazu, daß die Chronologie auf Leitfossilien fußt, die in den Gräbern als Beigaben mitgegeben wurden, vor allem Bronzen. So stellen wir auch heute noch von den Bronzen die Fibeltypologie in den Mittelpunkt, da sie allgemein als die chronologisch empfindlichste Form der Beigabe gilt.

Dies mag als ein Beispiel verschiedener Formen von Bronzen gelten, die Bestandteil einer Trachtausstattung sind, doch ist bisher nicht geklärt, wie und ob solche Dinge im Alltag wirklich getragen wurden. Die Rekonstruktion der Grablege kann dabei lediglich ein Anhaltspunkt sein. In der Forschung wird die Grabausstattung aber als die wichtigste Fundform angesehen, mit der datiert wird, da ein Grab in der Regel ein geschlossener Befund ist. Deshalb verwundert es nicht, daß für diese Zeitperiode zahlreiche Publikationen von Grabhügeln existieren, während die von zeitgleichen Siedlungen nur selten ausführlich vorliegen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Topographie

4. Forschungsgeschichte von Mannheim-Feudenheim

5. Grabungsablauf

6. Grabungsbefund

6.1. Die Befundaufnahme

6.2. Die Befundtypen

6.2.1. Einfache Gruben

6.2.2. Silogruben

6.2.3. Hausartige Strukturen

6.2.4. Pfostengruben

6.2.5. Ständerwerk

6.2.6. Grubenhäuser

6.2.7. Gräber

6.2.8. Unbestimmbare Befundarten

6.3. Die Lage der Befunde

7. Materialvorlage

7.1. Die Keramik

7.1.1. Schalen

7.1.2. Schüsseln

7.1.3. Töpfe

7.1.4. Becher und Kleingefäße

7.1.5. Backteller

7.1.6. Siebe

7.1.7. Flaschen

7.1.8. Unbestimmte Gefäßformen

7.1.9. Drehscheibenkeramik

7.1.10. Fremdkeramik

7.1.11. Warenanalyse

7.1.12. Die Verteilung der Gefäßformen

7.2. Geräte aus Ton

7.2.1. Gusstiegel

7.2.2. Briquetagefragmente

7.2.3. Webgewichte

7.2.4. Spinnwirtel

7.3. Die Metallfunde

7.3.1. Artefakte aus Bronze

7.3.2. Artefakte aus Eisen

7.4. Die Knochen

7.5. Sonstige Funde

8. Graphische Umsetzung

9. Zusammenfassung

10. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Magisterarbeit widmet sich der wissenschaftlichen Aufarbeitung der bisher unpublizierten, späthallstatt- bis frühlatènezeitlichen Siedlung von Mannheim-Feudenheim, die im Zeitraum zwischen 1977 und 1985 im Rahmen von Notgrabungen in einem Neubaugebiet freigelegt wurde. Das primäre Ziel der Arbeit besteht darin, die Siedlungsstrukturen zu analysieren und das Keramikinventar sowie die Metall- und Gerätefunde unter Berücksichtigung der komplexen Fundumstände einzuordnen.

  • Analyse von Befundtypen wie Silogruben, Grubenhäusern und Pfostenbauten
  • Typologische und warenkundliche Untersuchung der Siedlungskeramik
  • Auswertung von Kleinfunden wie Metallartefakten, Spinnwirteln und Webgewichten
  • Untersuchung der räumlichen Verteilung und zeitlichen Einordnung der Siedlung
  • Vergleichende Einordnung der Funde in den Kontext zeitgleicher Siedlungen in Südwestdeutschland

Auszug aus dem Buch

7.1.3. Töpfe

Töpfe sind in Feudenheim insgesamt 121-mal belegt. Sie können in zwei Untertypen aufgegliedert werden, welche sich wiederum in maximal drei Varianten aufteilen.

Die als Töpfe angesprochenen Formen lassen sich aufgrund ihres durchschnittlichen Randdurchmessers von weniger als 20 cm und ihrer relativ dicken Randstärke gut von den anderen Gefäßen trennen.

In erster Linie wurden zwei unterschiedliche Topfformen erkannt, einteilige und mehrteilige, die mit den Buchstaben A und B bezeichnet sind. Ihre jeweiligen Varianten gliedern sich wie folgt auf:

Typ A1: Einteilige Töpfe mit einbiegenden Rand

Die Töpfe dieses Typs weisen in der Regel eine konkave Wandung auf und die Mündung zieht zur Gefäßmitte hin.

Typ A2: Einteilige Töpfe mit geradem Rand

Die Töpfe des Typs A2 weisen in der Regel eine gerade Wandung auf, die meistens senkrecht also zylindrisch verläuft, in einigen Fällen jedoch eine andere Richtungstendenz zeigt. Die Randlippe ist sehr unterschiedlich ausgeprägt, sie kann gerade, rund oder abgeschrägt sein.

Typ B1: Mehrteilige Töpfe mit ausladendem Randabschluss

Die Topfformen dieses Typs weisen unterschiedliche Wandungsverläufe auf, meistens sind sie konvex, während sich der Rand des Gefäßes als eine Art Lippe abhebt.

Typ B2: Mehrteilige Töpfe mit geradem Randabschluss

Die Vertreter dieses Typs besitzen ähnliche Merkmale wie die des Typs B1, sie unterscheiden sich von jenen dadurch, dass ihr zumeist konkav verlaufender Rand einen senkrechten Abschluss hat.

Unter diesem Typ sind die meisten „klassischen Topfformen“ vertreten, wie sie uns in größeren Mengen auch in Neuenbürg begegnen, wo sie in die frühe Latènezeit datiert werden können.

Typ B3: Mehrteilige Töpfe mit einbiegendem Randabschluss

Die Töpfe dieses Typs zeigen in der Regel einen vom Rand abweichenden Wandungsverlauf, der die jeweiligen Gefäßkörper in unterschiedliche Abschnitte unterteilt. Meistens besitzen sie eine gerade oder leicht konkave Randform, die immer zur Gefäßmitte hin geneigt ist.

Typ C: Wandscherben

Die Töpfe vom Typ C sind nicht als eigenständige Formentypen zu betrachten, da es sich hierbei lediglich um Wandscherben handelt, die keine weitere Klassifizierung zulassen. Aufgrund ihrer Fingertupfenverzierung und vor allem wegen ihrer groben Warenart sind sie sicher als Töpfe anzusprechen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Die Autorin bedankt sich bei den Institutionen und Personen, die die Auswertung des Siedlungsmaterials ermöglicht haben.

2. Einleitung: Es wird die Bedeutung der Siedlung im Kontext der späten Hallstatt- und Frühlatènezeit in Baden-Württemberg hervorgehoben und die Forschungsgeschichte skizziert.

3. Topographie: Die topographische Lage von Mannheim-Feudenheim im Neckarmündungsgebiet und dessen geologische Entwicklung werden detailliert beschrieben.

4. Forschungsgeschichte von Mannheim-Feudenheim: Ein Überblick über die archäologischen Funde seit 1928, die von der Jungsteinzeit bis zur Latènezeit reichen.

5. Grabungsablauf: Die methodischen Schwierigkeiten der Notgrabungen zwischen 1977 und 1985 werden dargelegt.

6. Grabungsbefund: Eine umfassende Analyse der 105 Befunde, unterteilt in Typen wie Silogruben, Grubenhäuser und Pfostenbauten, sowie deren Dokumentation.

7. Materialvorlage: Die detaillierte Vorstellung und Analyse der Funde, insbesondere der Keramik, Geräte aus Ton, Metallartefakte und Knochen.

8. Graphische Umsetzung: Erläuterung der angewandten Methoden bei der zeichnerischen Dokumentation der Funde und Befunde.

9. Zusammenfassung: Die Autorin zieht Bilanz aus den Befunden und konstatiert eine kontinuierliche Besiedlung von Hallstatt C bis Latène A.

10. Literaturverzeichnis: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Späthallstattzeit, Frühlatènezeit, Mannheim-Feudenheim, Siedlungsarchäologie, Grubenhäuser, Silogruben, Siedlungskeramik, Drehscheibenkeramik, Metallverarbeitung, Fibeln, Gürtelhaken, Keramiktypologie, Notgrabung, Neckarmündungsgebiet, Hallstatt D3.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der archäologischen Aufarbeitung einer späthallstatt- bis frühlatènezeitlichen Siedlung in Mannheim-Feudenheim, die durch Notgrabungen in den Jahren 1977 bis 1985 dokumentiert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Analyse der verschiedenen Befundtypen (insbesondere Gruben und Häuser), die systematische Untersuchung des Keramikinventars sowie die Einordnung der gefundenen Metallobjekte und Geräte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, das Siedlungsinventar zu strukturieren, die chronologische Einordnung der Siedlungsphasen vorzunehmen und das Fundmaterial in den regionalen Kontext der Epoche zu stellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und typologischen Analyse der erfassten Funde und Befunde, unterstützt durch den Vergleich mit publizierten Siedlungsgrabungen aus Südwestdeutschland.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung der Befunde, eine umfangreiche Materialvorlage zur Keramik und den Funden aus Ton und Metall sowie die graphische Dokumentation der Fundobjekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Späthallstattzeit, Frühlatènezeit, Siedlungsstrukturen, Keramiktypologie, Silogruben und Metallfunde.

Welche Rolle spielt die Drehscheibenkeramik in dieser Siedlung?

Die Drehscheibenkeramik ist ein wichtiges Indiz für den Übergang zur Latènezeit; in Feudenheim konnte sie in fünf Exemplaren nachgewiesen werden, die Parallelen zu Funden auf der Heuneburg aufweisen.

Was lässt sich über die Gürtelhaken aus Feudenheim sagen?

Die gefundenen Blechgürtelhaken, insbesondere das Exemplar aus Eisen, stellen eine Besonderheit dar, da sie im süddeutschen Raum rar sind und starke Parallelen in den französischen Jura oder Burgund aufweisen.

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Details

Title
Die späthallstatt - frühlatènezeitliche Siedlung von Mannheim-Feudenheim
College
University of Heidelberg  (Institut für Ur- und Frühgeschichte der Fakultät für Orientalistik und Altertumswissenschaften)
Grade
2,0
Author
Dr. Stephanie Hoffmann (Author)
Publication Year
1998
Pages
64
Catalog Number
V38
ISBN (eBook)
9783638100236
ISBN (Book)
9783638930864
Language
German
Tags
Siedlung Mannheim-Feudenheim Eisenzeit Latenezeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Stephanie Hoffmann (Author), 1998, Die späthallstatt - frühlatènezeitliche Siedlung von Mannheim-Feudenheim, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38
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