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Abkürzungsverzeichnis
AGS Arbeits- und Gesundheitsschutz
BGM betriebliches Gesundheitsmanagement
BGMC betriebliches Gesundheitsmanagementcontrolling
EWA erweiterte Wirtschaftlichkeitsanalyse
GBE Gesundheitsbericht
GZI Gesundheitszirkel
KVP kontinuierlicher Verbesserungsprozess
PP Personalpflege
TQM Total Quality Management
WHO World Health Organization
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1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
Die betriebswirtschaftliche Gegenwart und in noch stärkerem Maße die Zukunft, sind durch zunehmenden nationalen und vor allem globalen Wettbewerb gekennzeichnet. Dies bedingt für Unternehmen unter anderem, die Erreichung hoher Leistungs- und Qualitätssta ndards um eine konkurrenzfähige Position zu sichern respektive einzunehmen. Die Gesundheit und das Wohlbefinden der in den Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter wird hierbei immer mehr als elementare Vorraussetzung für die oben genannten Anforderungen und damit für den Unterne hmenserfolg verstanden. 1 Denn Leistungsbereitschaft, Flexibilität und Innovationsfähigkeit eines Menschen hängen unmittelbar von seiner physischen und psychischen Gesundheit ab. In dieser Erkenntnis liegt somit auch die Begründung für den systematischen Umgang, also dem Management, der Ressource Gesundheit im Unternehmen. Dies gilt nicht zuletzt auch vor der Erkenntnis, dass die technischen und organisatorischen Möglichkeiten, die Produktion effizienter zu gestalten weitestgehend ausgereizt sind und der Leistungsgrad der Mitarbeiter somit zum entscheidenden Faktor für die Produktivität wird. 2 Das betriebliche Gesundheitsmanagement (im folgenden BGM) stellt hierbei ein adäquates Instrument dar, mit dessen Hilfe eine ganzheitliche und nachhaltige Verbesserung der Gesundheitssituation im Unternehmen bewirkt und somit ein Beitrag zum langfristigen Unternehmenserfolg geleistet werden kann. Dieses Managementkonzept soll in nachfolgender Arbeit vorgestellt werden. Insbesondere wird dabei auf dessen konkrete, betriebswirtschaftliche Erfolgspotentiale eingegangen. Des weiteren wird die Problematik der Wirtschaftlichkeitsbewertung von Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiter erläutert, um anschließend geeignete Instrumente für den Wirtschaftlichkeitsnachweis sowie zur effizienten Ste uerung eines BGM zu identifizieren.
1 Vgl. Bindzius (1995), S.15
2 Vgl. Jancik (2002), S.9
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1.2 Aufbau der Arbeit
Diese Seminararbeit ist in vier Kapitel untergliedert. Die Einleitung stellt zunächst die Problemstellung und das Ziel der Arbeit vor. Das zweite Kapitel erläutert das BGM und dessen Gesundheitsverständnis. Es stellt dessen Aufgaben, Ansätze und Bereiche vor. Anschließend befasst sich Kapitel drei mit den betriebswirtschaftlichen Nutzenpotentialen von BGM Maßnahmen und der Problematik ihrer Kosten- Nutzen Bewertung. Kapitel vier erläutert, wie die Wirtschaftlichkeit von BGM- Maßnahmen untersucht und das gesamte BGM- System nachhaltig und effizient gesteuert werden kann. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Fazit.
2. Das betriebliche Gesundheitsmanagement
2.1 Der Gesundheitsbegriff im Sinne des BGM
Das betriebliche Gesundheitsmanagement, im folgenden BGM, verfolgt ein umfassendes Verständnis des Gesundheitsbegriffes. Abgrenzend zum Gesundheitsverständnis der herkömmlichen Medizin, welches sich primär auf die Abwesenheit bzw. Heilung von Krankheiten bezieht ist der Anspruch des BGM darüber hinaus ein vollkommenes Wohlbefinden bei den Mitarbeitern zu etablieren und richtet sich somit nach der liberalen Gesundheitsdefinition der WHO, welche Gesundheit als „den Zustand eines vollkommenen, körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen“ definiert. Dies bedingt, das BGM neben der physischen vor allem die psychische und soziale Gesundheit bei der Belegschaft erhalten und fördern muss. Denn so wichtige betriebswirtschaftliche Erfolgsfakto ren wie Leistungsbereitschaft, Flexibilität, Kreativität und Innovationskraft hängen nicht ausschließlich von der körperlichen Ge-sundheit, sondern in starkem Maße auch vom geistigen und sozialen Wohlbefi nden des Menschen ab. 3 Nur durch dieses umfassende Verständnis kann Gesundheit zum Gewinnfaktor im Unternehmen werden. Deutlich wird dies, wenn man bedenkt, dass Unternehmen mit motivierten, zufriedenen Mitarbeitern und einer
3 Vgl. Mohn (2000), S.14
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partnerschaftlichen Unternehmenskultur, im Allgemeinen die niedrigsten gesundheitsbedingten Fehlzeiten- und somit Kosten vorweisen können.
2.2 Erklärungsansatz und Definition
Jedes Unternehmen ist rechtlich dazu verpflichtet, im Rahmen gesetzlicher Bestimmungen, welche sich meistens im traditionellen Arbeitsschutz niederschlagen, für die Sicherheit und Gesundheit seiner Arbeitnehmer zu sorgen. Darüber hinaus stellt das BGM ein Managementkonzept dar, welches die Gesundheit der Mitarbeiter nicht ausschließlich als rechtlich vorgeschriebene Notwendigkeit betrachtet. Es will durch aktive und zielführende Maßnahmen des modernen Arbeits- und Ge-sundheitsschutz (im folgenden AGS) sowie der Gesundheitsförderung alle Bereiche des betrieblichen Geschehens die gesundheitsrelevant sind, respektive sein könnten, förderlich für das Wohlbefinden, die Gesundheit und folglich die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter entwickeln. 4 Rechtfertigung findet dieser Ansatz durch die Tatsache, dass die Mitarbeiter die wichtigste Ressource im Unterne hmen darstellen und speziell deren Gesundheit und daraus resultierend ihre Leistungsfähigkeit, als wichtiger Faktor für den langfristigen Unternehmenserfolg ver-standen wird. 5 Weiteres Merkmal des BGM ist, dass es als Führungsaufgabe ver-standen und gelebt wird und somit Teil der Unternehmensstrategie ist. Denn wichtige Vorraussetzung für die erfolgreiche Implementierung, Funktionalität und Nachhaltigkeit eines BGM, ist die Verpflichtung der Unternehmensführung, zur Gesundheit der gesamten Organisation. Nur so kann gewährleistet werden, das sich Gesundheit zum integrativen Bestandteil und Ziel des Unternehmens entwickelt und gleichermaßen das Management gesundheitsförderlicher Prozesse ermöglicht wird. 6
Somit ist „betriebliches Gesundheitsmanagement die bewusste Steuerung und Integration aller betrieblichen Prozesse mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten. BGM bedeutet, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als strategischen Faktor in das
4 Vgl. DGFP (2004), S.22
5 Vgl. DGFP (2004), S.14f.
6 Vgl. Mohn (2000), S.14
7
Leitbild und die Kultur sowie in die Strukturen und Prozesse der Organisation einzubeziehen. Es handelt sich somit um eine Managementaufgabe“ 7
Jancik versteht unter BGM das gezielte und bewusste Einarbeiten gesundheitsfördernder, krankheitsvorbeugender und Heilung unterstützender Strategien, Strukturen und Prozesse in das allgemeine Management, die Führungsstrategie und den Führungsstil. 8
Nach Rudow ist BGM „ein System von Programmen, Maßnahmen und Methoden des Arbeitsschutzes und der Personalpflege im Unternehmen, das der Gesundheit der Beschäftigten dient. Im Focus stehen die Vorbeugung von arbeitsbedingten Erkrankungen sowie vor allem die Erhaltung und die Förderung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit“. 9
2.3 Ansätze, Bereiche und Aufgaben des BGM
Aus den oben getätigten Aussagen werden im folgenden die Anwendungsgebiete respektive die Ansätze des BGM identifiziert. Anschließend werden die Instrumente des BGM, mit denen diese Ansätze erfolgreich entwickelt werden sollen, dargestellt und die Hauptaufgaben des BGM beschrieben.
2.3.1 Ansätze des BGM
Die Person §
Hier wird vor allem mit dem Instrument der Personalpflege versucht, die körperliche und geistige Gesundheit, also das Wohlbefinden sowie die Arbeitszufriedenheit des Mitarbeiters zu erhalten und zu fördern. Des weiteren soll die Eigenver-antwortung des Einzelnen für seine Gesundheit, welche eine Grundvoraussetzung
7 Vgl. http://www.wa.uni-hannover.de (Stand 26.01.05)
8 Vgl. Jancik (2002), S. 15
9 Vgl. Rudow (2004), S. 11
8
für erfolgreiches BGM darstellt, durch die Förderung seines Gesundheitsverha ltens und Gesundheitsbewusstseins manifestiert werden.
Die Arbeitssituation §
Hier gilt es, die Arbeitsaufgaben und -bedingungen so zu gestalten, das sie sich förderlich auf die Gesundheit des Mitarbeiters auswirken. Erreicht we rden soll dies mit Hilfe des Arbeitsschutzes.
Die Organisation §
Durch Organisationsgestaltung soll eine Unternehmenskultur geschaffen werden, welche die Gesundheit als Wert, Norm und Ziel der Organisation betrachtet und folglich von allen Beschäftigten wahrgenommen, erlebt und gelebt werden kann. 10 Denn nicht nur einzelne Unternehmensbereiche sondern die Organisation als Ganzes hat Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter. 11 BGM ist somit auch ein Konzept der Organisationsentwicklung und weist enge Verbindungen zu anderen Organisationsentwicklungskonzepten wie dem TQM, Lean Production, dem KVP und der lernenden Organisation auf. 12
2.3.2 Hauptbereiche des BGM
Um die oben beschriebenen Ansätze positiv zu entwickeln bedient sich das BGM zweier Instrumentarien. Beide müssen als gemeinsames Aufgabenfeld behandelt und gesteuert werden um die Effizienz des BGM zu gewährleisten.
1) Der Arbeits- und Gesundheitsschutz (AGS)
Das Hauptziel des AGS innerhalb des BGM ist die Gestaltung der Arbeitsituation im Hinblick auf die Vermeidung jeglicher Art von Gesundheitsstörungen am und
10 Vgl. Rudow (2004), S. 12
11 Vgl. Badura/Ritter/Scherf (1999), S. 9
12 Vgl. Rudow (2004), S. 23
Arbeit zitieren:
Nico Piontek, 2005, Die betriebswirtschaftliche Relevanz des betrieblichen Gesundheitsmanagements, München, GRIN Verlag GmbH
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