Inhaltsverzeichnis
Seite NA
Abbildungsverzeichnis 4
Abkürzungsverzeichnis 7
1. Einleitung 8
1.1. Vorgehensweise 11
1.2. Definition des Begriffs Alumni und seine historische Entwicklung 12
1.3. Zahlen und Fakten zur FH Jena 14
1.4. Allgemeine statistische Daten der Erhebung 15
1.5. Geografische Verteilung der Absolventen nach Wohnsitz 21
2. Situationsanalyse 23
2.1. Situationsanalyse der Alumni-Arbeit an der FH Jena 24
2.2. Aktueller Stand der Alumni-Arbeit speziell am Fachbereich BW 25
3. Vorbild für ein erfolgreiches Alumni-Netzwerk am Beispiel der
Universität Mannheim 26
3.1. Akzeptanz bei den Studenten 26
3.2. Organisation Aufbau und Aufgaben des Netzwerkes 30
3.3. Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge im Vergleich 32
4. Ausgewählte Ergebnisse der statistischen Erhebung bei Absolventen
und Studenten der FH Jena 34
4.1. Bekanntheit des Alumni-Begriffs und des Netzwerkes 35
4.2. Kontaktgestaltung 38
4.3. Zufriedenheit mit (und an) der FH Jena 41
4.4. Ansprüche an ein Alumni-Netzwerk 50
4.5. Eigene Leistungen für das Alumni-Netzwerk 56
4.6. Mitgliedschaft und Zahlungsbereitschaft 59
4.6.1. Mitgliedschaft 59
4.6.2. Zahlungsbereitschaft 64
4.7. Kontakterhaltung der Absolventen zur Fachhochschule Jena 70
4.8. Kritische Würdigung 72
2 NA
5. Handlungsempfehlungen für die Konzeption eines Alumni-Netzwerkes 73
5.1. Organisation und Aufbau 74
5.1.1. Zentrale oder Dezentrale Organisation 76
5.1.2. Rechtsform 77
5.1.3. Konzept und Aufgaben 78
5.2. Finanzierung 79
5.3. Leistungen 80
5.3.1. Erwartete Leistungen von einem Alumni-Netzwerk 82
5.3.2. Einbringen eigener Leistungen in ein Alumni-Netzwerk 82
5.3.3. Sonstige Leistungen der Fachhochschule Jena 83
5.3.3.1. Sonstige Leistungen für Studenten 83
5.3.3.2. Sonstige Leistungen für Absolventen 85
5.4. Kommunikation 85
5.5. Ziele 90
6. Fazit 92
6.1. Zusammenfassung der brisantesten Erkenntnisse der Befragung 93
Anhang 96 NA
Quellenverzeichnis 167
3 NA
Abbildungsverzeichnis
Seite NA
Abbildung 1 1: Alumni-Netzwerke in Deutschland 10
Abbildung 1 4 1: Anzahl der männlichen und weiblichen Befragten 16
Abbildung 1 4 2: Verteilung der befragten Studenten Zentral nach Fachbereichen 16
Abbildung 1 4 3: Verteilung der befragten Absolventen Zentral
nach Studiengängen 17
Abbildung 1 4 4: Verteilung der befragten Studenten BW nach Schwerpunkten 18
Abbildung 1 4 5: Verteilung der befragten Absolventen BW nach Schwerpunkten 18
Abbildung 1 4 6: Altersstruktur der Studenten BW 19
Abbildung 1 4 7: Altersstruktur der Studenten Zentral 20
Abbildung 1 4 8: Altersstruktur der Absolventen BW 20
Abbildung 1 4 9: Altersstruktur der Absolventen Zentral 21
Abbildung 1 5 1: Absolventenverteilung in Deutschland 22
Abbildung 3 2 1: Entwicklung der Mitgliederzahlen des Alumni-Netzwerkes
der Uni Mannheim AbsolventUM e V von 1995 bis 2003 30
Abbildung 3 2 2: Mitglieder von AbsolventUM e V nach Altersstruktur 30
Abbildung 3 2 3: Mitglieder von AbsolventUM e V nach Fakultätsstruktur 31
Abbildung 4 1 1: Bekanntheit des Alumni-Begriffs nach Befragtengruppen
differenziert 35
Abbildung 4 1 2: Bekanntheit des Alumni-Begriffs bei allen Befragten 36
Abbildung 4 1 3: Studenten der Betriebswirtschaft zur Begriffsbekanntheit
Alumni nach Schwerpunkten unterschieden 36
Abbildung 4 1 4: Absolventen der Betriebswirtschaft zur Begriffsbekanntheit
Alumni nach Schwerpunkten unterschieden 37
Abbildung 4 2 1: Studenten BW zum Vorhandensein eines Alumni-Netzwerkes
an der FH Jena 38
Abbildung 4 2 2: Studenten Zentral zum Vorhandensein eines Alumni-Netzwerkes
an der FH Jena 38
Abbildung 4 2 3: Absolventen BW zum Vorhandensein eines Alumni-Netzwerkes
an der FH Jena 39
Abbildung 4 2 4: Absolventen Zentral zum Vorhandensein eines
Alumni-Netzwerkes an der FH Jena 39
Abbildung 4 2 5: Zufriedenheit der Absolventen BW mit dem Alumni-Treffen 39
4 NA
Abbildung 4.2.6: Zufriedenheit der Absolventen Zentral mit dem Alumni-Treffen 40
Abbildung 4.2.7: Welche Art des Alumni-Treffens wird von den Absolventen BW präferiert? 40
Abbildung 4.2.8: Welche Art des Alumni-Treffens wird von den Absolventen
Zentral präferiert? 40
Abbildung 4.3.1: Wohlbefinden an der FH Jena 41
Abbildung 4.3.2: Identifikation aller befragten Studenten mit der
Fachhochschule Jena 42
Abbildung 4.3.3: Identifikation aller Absolventen mit der Fachhochschule Jena zu verschiedenen Zeitpunkten 43
Abbildung 4.3.4: Die Bereitschaft zur Mitgliedschaft in Abhängigkeit zur
Identifikation (alle Befragten) 44
Abbildung 4.3.5: Ausschlaggebende Gründe ein Studium an der FH Jena
zu empfehlen – Beurteilung „Sehr empfehlenswert“ 45
Abbildung 4.3.6: Ausschlaggebende Gründe ein Studium an der FH Jena zu empfehlen – Beurteilung „Empfehlenswert“ 46
Abbildung 4.3.7: Ausschlaggebende Gründe ein Studium an der FH Jena
zu empfehlen –Beurteilung „Weniger empfehlenswert“ 47
Abbildung 4.3.8: Ausschlaggebende Gründe ein Studium an der FH Jena
zu empfehlen Beurteilung „Nicht empfehlenswert“ 48
Abbildung 4.3.9: Sonstige Gründe ein Studium an der FH Jena zu empfehlen 49
Abbildung 4.4.1: Leistungsbeurteilung nach dem Kriterium „Sehr wichtig“ bei allen Befragten 50
Abbildung 4.4.2: Zusammenfassung der Kategorien „Sehr wichtig“ und
„Wichtig“ bei der Leistungsbeurteilung 53
Abbildung 4.4.3: Rangfolge der „sehr wichtigen“ und „wichtigen“ Leistungen 54
Abbildung 4.4.4: Weitere Angebote / Leistungen, die von einem Alumni-Netzwerk
erwartet werden 55
Abbildung 4.5.1: Bereitschaft zum Beitrag eigener Leistungen (alle Befragten
zusammengefasst) 57
Abbildung 4.5.2: Eigene Leistungen in Bezug auf die Bereitschaft zur
Mitgliedschaft (alle Befragten zusammengefasst) 58
Abbildung 4.5.3: Eigene Leistungen der beitrittswilligen Absolventen 59
5
Abbildung 4 6 1 1: Interesse an einer Mitgliedschaft im Alumni-Netzwerk bei den
Absolventen 60
Abbildung 4 6 1 2: Interesse an einer Mitgliedschaft im Alumni-Netzwerk bei den
Studenten 60
Abbildung 4 6 1 3: Interesse an einer Mitgliedschaft bei den Studenten BW in
Abhängigkeit vom Schwerpunkt 61
Abbildung 4 6 1 4: Interesse an einer Mitgliedschaft bei den Studenten Zentral in
Abhängigkeit vom Fachbereich 62
Abbildung 4 6 1 5: Interesse an einer Mitgliedschaft bei den Absolventen BW in
Abhängigkeit vom Schwerpunkt 62
Abbildung 4 6 1 6: Interesse an einer Mitgliedschaft bei den Absolventen Zentral in
Abhängigkeit vom Studiengang 63
Abbildung 4 6 1 7: Gründe für das Desinteresse an einer Mitgliedschaft im Alumni-
Netzwerk 64
Abbildung 4 6 2 1: Vergleich der Zahlungsbereitschaft von Studenten BW und
Studenten Zentral 65
Abbildung 4 6 2 2: Bereitschaft zur Zahlung eines Mitgliedbeitrages in
Abhängigkeit zum Fachbereich (Studenten Zentral) 66
Abbildung 4 6 2 3: Zahlungsbereitschaft der Absolventen BW differenziert nach
dem Abschlussjahr 66
Abbildung 4 6 2 4: Vergleich der Zahlungsbereitschaft von Absolventen BW und
den Absolventen Zentral 67
Abbildung 4 6 2 5: Zahlungsbereitschaft der Absolventen Zentral in Abhängigkeit
vom Abschlussjahr 68
Abbildung 4 6 2 6: Zahlungsbereitschaft der Absolventen BW und Zentral
in Abhängigkeit zur Identifikation mit der FH Jena 69
Abbildung 4 7 1: Interesse der Absolventen an der Kontakterhaltung mit der FH 70
Abbildung 4 7 2: Art der gewünschten Kontakterhaltung der Absolventen 71
Abbildung 5 1 1: Grundpfeiler der Alumni-Konzeption 75
Abbildung 5 3 1: Aufgabenbündel zu Dienstleistungen Marketing und Fundraising 81
Abbildung 5 4 1: Aufgabenbündel zur Kontaktzielsetzung 85
Abbildung 5 4 2: Alumni-Logo des FB BW 88
Abbildung 5 4 3: Vorschlag eines Alumni-Internetauftritts 89
6 NA
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
Absolv. Absolventen
BW Betriebswirtschaft
BWLern Studenten der Betriebswirtschaft
bzw. beziehungsweise
Dipl. Diplom
C. Controlling
ca. circa
einschl. einschließlich
ET Elektrotechnik
etc. et cetera
e. V. eingetragener Verein
Ex-FH-ler Ehemalige Fachhochschüler
Exmat Exmatrikulation
FB Fachbereich
FH Fachhochschule
FhLern Fachhochschüler
GbR Gesellschaft bürgerlichen Rechts
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Immatrik Immatrikulation
IT Informationstechnologie
JWI Verein Jenaer Wirtschaftsingenieure
k. A. keine Angabe
MBA Master of Business Administration
OHG Offene Handelsgesellschaft
o. A. ohne Angabe
p. a. per anno
PR Public Relation
S. Seite
u. a. unter anderem
Vgl. vergleiche
z. B. zum Beispiel
ZEW Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
ZVS Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen
7
1. Einleitung
Im Rahmen des Marktforschungsprojektes des 6. Semesters wurde von den Studenten, Karin Danz –Projektleiterin, Sebastian Eckhardt, Claudia Kraus und Peggy Schütze, ein Konzeptvorschlag mit dem Inhalt „Alumni-Netzwerk an der Fachhochschule Jena“ erstellt.
Für die erfolgreiche Alumni-Arbeit an einer Hochschule müssen zunächst entsprechende Kenntnisse über die Präferenzen und Wünsche der Hauptzielgruppen (Absolventen und Studenten) vorliegen. Diese Daten wurden durch eine primäre Datenerhebung mittels eines speziell auf die Interessen der FH Jena abgestimmten Fragebogens zusammengetragen. Als Befragungsinstrumente wurden unter anderem E-Mail, Telefon, Mail und persönliche Interviews eingesetzt.
Das Ziel der nachfolgenden Studie ist es, die Einführung eines gut strukturierten und nachhaltigen Alumni-Netzwerkes an der FH Jena zu unterstützen. Dies soll unter anderem auf der Grundlage der ausgewerteten Fragebögen geschehen.
Zunächst einmal sollte die Bekanntheit des Alumni-Begriffs sowie die Bekanntheit des Netzwerkes an der Fachhochschule Jena ermittelt werden. Weitere Unterziele sind, eine fachhochschul- und studentengerechte Kontaktgestaltung aufzubauen, die Zufriedenheit mit (und an der) FH Jena festzustellen, sowie die Ansprüche an ein Alumni-Netzwerk der zukünftigen Mitglieder abzuleiten. Im Fragebogen wurden denkbare Leistungen des Netzwerkes aufgelistet, um auf Grund der Antworten, die wichtigsten Leistungen zu selektieren und eine Rangfolge aufzustellen. Weiterhin erwartet sich die FH Jena das Einbringen eigener Leistungen der Alumni, in verschiedenster Art und Weise.
Entscheidend für die Alumni-Arbeit ist es zudem, Kenntnisse über die Zahlungsbereitschaft der Absolventen, Studenten und Unternehmen zu erlangen. Der letzte Schwerpunkt bei der Befragung lag auf der Kontakterhaltung der Absolventen zur FH Jena bzw. den Fachbereichen im Allgemeinen sowie mit Kommilitonen und Professoren im Einzelnen. Die zuvor beschriebenen Ziele und die dazugehörigen Auswertungen der Studie sind im Gliederungspunkt vier ausführlich beschrieben.
Mehrere gute Gründe gaben Anlass ein solches Projekt ins Leben zu rufen.
Zum einen ist da die unsichere finanzielle Zukunft des Bildungssektors in Deutschland ganz allgemein und die der Hochschulen im Speziellen. Immer öfter wird über immense Kürzungen in diesem Sektor seitens der Regierung gesprochen. Zum anderen auf Grund der
8
leeren Kassen des Bundes und der Länder wird es in den nächsten Jahren darauf hinaus laufen, dass sich die höheren Bildungseinrichtungen zu einem immer größer werdenden Teil aus eigenen Mitteln finanzieren müssen. Eine Lösung dieses Problems sollen die zur Diskussion stehenden Studiengebühren sein.
Die Einführung der Gebühr in Thüringen in Höhe von 500€ ist aktuell nur für „Langzeitstudenten“ zum Wintersemester 2004/2005 vorgesehen. Allerdings wird bereits bundesweit über eine allgemeine, für alle Studenten ab dem ersten Semester, fällige Studiengebühr diskutiert. Das Problem hierbei ist jedoch, dass die Gelder mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gar nicht in voller Höhe den Hochschulen, wie vorgesehen, zugute kommen, sondern direkt in die jeweiligen leeren Länderkassen fließen. Ebenfalls gut möglich ist, dass die Kürzungen staatlicher Gelder mindestens in der Höhe der vereinnahmten Studiengebühren durchgeführt werden und den Hochschulen somit trotz dieser Maßnahmen nicht mehr Geld zur Verfügung steht. Dies führt im Endeffekt zu einem Nullsummenspiel und die angestrebte Verbesserung der Studien- und Lehrqualität bleibt aus. Nichts desto trotz wäre das Ergebnis dieser Variante, dass sich Hochschulen zumindest zu einem gewissen Prozentsatz aus den so generierten Zahlungsmitteln selber finanzieren können und damit eigenständiger und von öffentlichen Zuschüssen unabhängiger werden.
Eine weitere Möglichkeit einer autonomen Finanzierung wäre die Einführung eines Alumni- Netzwerkes, bei dem die Mitglieder einen gewissen Beitrag leisten, oder auch freiwillige Geld- bzw. Sachspenden der FH Jena zukommen lassen können. Die Vorteile bei dieser Variante liegen darin, dass die Mitgliedschaft und die damit verbundenen Zahlungen auf freiwilliger Basis erfolgen und die Gelder zu 100% dem jeweiligen Alumni-Club und der Hochschule zugute kommen.
Die finanzielle Seite sollte aber nicht der Hauptgrund für die Bildung eines Alumni- Netzwerkes sein, da das Fundraising 1 sicherlich erst im späteren Zeitverlauf des Bestehens, in der erhofften Größenordnung, eintritt. Im Vordergrund sollte das so genannte Friendraising 2 stehen, wo es hauptsächlich um die Kontakthaltung zwischen den Alumni selbst und natürlich ihrer ehemaligen Hochschule geht. Alumni sind schließlich nicht in erster Linie das finanzielle Rückrat der Hochschulen, sondern ihr wirksamstes Marketing-, Branding- und Recruiting-Instrument. 3 Ferner baut das komplette Alumni-Konzept auf der Erzielung von 1 Fundraising: Generierung von Spenden und anderen materiellen Zuwendungen 2 Friendraising: Kontakthaltung zu den ehemaligen Kommilitonen; wird nach amerikanischen Vorbild als Basis für ein funktionierendes Alumni-Konzept angesehen.
3 Kurzke, E. Konzeption eines nachhaltigen Alumni-Projektes am Fachbereich Betriebswirtschaft der FH Jena,
9
Synergieeffekten beider Seiten (sowohl der Hochschule, als auch der Absolventen) auf. Nur wenn beide Kooperationspartner in genügendem Maße profitieren, kann die Organisation erfolgreich sein.
Um dies erreichen zu können, muss den aktuellen Studenten und den Absolventen, ein nach ihren Wünschen aufgebautes Alumni-Netzwerk geboten werden.
Der nachhaltige Kontakt der FH Jena zu seinen Absolventen ist von besonderer Wichtigkeit. Die Fachhochschule könnte dadurch Kooperationen zu Unternehmen in denen die Alumni tätig sind, erhalten. Derartige Verbindungen zur Wirtschaft sind für eine praxisorientierte Bildungseinrichtung unverzichtbar!
Abb. 1.1: Alumni-Netzwerke in Deutschland
Quelle: umantis
Das solche Netzwerke stetig an Wichtigkeit gewinnen sieht man nicht zuletzt auch daran, dass immer mehr Hochschulen in Deutschland Alumni-Programme aufbauen und einführen. Anhand der Abb. 1.1 ist deutlich zu erkennen, dass sich die Zahl der Alumni-Netzwerke in den letzten vier Jahren verdoppelt hat. Der grau unterlegte Balkenteil ist ein Trendwert für das Jahresende 2003, da dieser Artikel bereits im Frühjahr erschienen ist und somit noch keine anderen aktuellen Daten vorlagen. Allerdings ist aufgrund der steigenden Wachstumsraten, bei der Gründung von Alumni-Vereinen, mit einer deutlichen Erhöhung zu rechnen.
Ein weiterer Grund für die Einführung eines Alumni-Netzwerkes ist, dass Hochschulen in Zukunft im freien Wettbewerb untereinander stehen werden. Dies könnte z. B. durch die
10
momentan diskutierte Abschaffung der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) forciert werden. Da sich dann die Studenten ihre Hochschule, je nach persönlichen Präferenzen selber aussuchen können, werden diejenigen Einrichtungen mit besten Schlüsselqualifikationen den Vorzug erhalten.
Ebenfalls zu berücksichtigen sind hier auch Hochschulrankings, wie das jährlich erscheinende Ranking im „Stern spezial“ (Campus und Karriere).
Infolge des freien Wettbewerbs wird der Konkurrenzdruck für die einzelnen Hochschulen immer größer werden und sich letztendlich eine Elite herauskristallisieren, wie das bereits in den USA erfolgt ist, mit Harvard und Stanford an der Spitze. Die große Aktualität dieser Thematik spiegelt die momentane Diskussion über die Einführung von Elitehochschulen in Deutschland wieder.
Und welche bessere Reputation könnte eine Hochschule aufweisen, als erfolgreiche Absolventen, die bei den Unternehmen hoch gefragt sind?
1.1 Vorgehensweise
Die Projektgruppe erarbeitete vier Fragebögen, mit deren Hilfe die Bedürfnisse und Einstellungen der Studenten sowie Absolventen im Bezug auf ein zu errichtendes Alumni- Netzwerk analysiert werden sollten. Es wurden vier Gruppen befragt, zum einen Absolventen und Studenten des Fachbereiches BW und zum anderen Absolventen und Studenten der übrigen Fachbereiche (nachfolgend mit dem Ausdruck Zentral bezeichnet). Dabei wurden die Werkzeuge, die aus dem Direktmarketing bekannt sind genutzt. Baier, Hoke und Stone definierten den Begriff Direktmarketing wie folgt: „Direktmarketing ist eine interaktive Marketing-Methode, die durch Einsatz eines oder mehrerer Werbemedien eine messbare Reaktion und / oder Auftragsquote bei der jeweiligen Kontaktstelle erzeugt.“ 4 Die verwendeten Instrumente waren E-Mail-Befragung (Primärerhebung), Kontaktaufnahme über das Telefon, persönliche Interviews und Mailings.
Die Entwicklung des Fragebogens wurde nach intensiver Internet- und Literaturrecherche auf die Bedürfnisse der Mitglieder des zukünftigen Alumni-Netzwerkes abgestimmt und mit dem Alumni-Beauftragten, Herr Prof. Dr. oec. publ. Bösch sowie den Projektbetreuern abgesprochen.
Nachdem der Fragebogen fertig bearbeitet und eine erste vollständige Version erstellt war, wurde mit fünf Absolventen und zehn Studenten ein Pretest durchgeführt. Dieser half die 4 Heinrich Holland, Direktmarketing, Verlag Vahlen 1992, S.4-5
11
Verständlichkeit und Qualität der Fragen zu überprüfen, sowie deren spätere Auswertbarkeit zu kontrollieren.
Die Umfrage trug überdies dazu bei, die bis dato unqualifizierten Adressdatenbanken der FH- Absolventen zu komplettieren. Unter Berücksichtigung des Datenschutzes wurden die Fragebögen, durch das Sekretariat des Fachbereiches BW, an die Absolventen versendet. Via E-Mail wurden die Absolventen BW, sowie Absolventen Zentral befragt. Auf Grund fehlender E-Mail Adressen bei den BWLern, wurden hier zuzüglich noch Briefe versendet. Die persönlichen Interviews wurden ausschließlich mit Studenten durchgeführt. Von den insgesamt 494 versendeten E-Mails wurden 224 beantwortet, dass bedeutet eine Rücklaufquote von ca. 45%. Von 273 Postsendungen antworteten 31 der Angeschriebenen, was einer Rücklaufquote von 11% entspricht. Anzumerken ist, dass die Quote von 11% erst durch eine telefonische Nachfassaktion erreicht wurde. Dies war nötig, da der Rücklauf bis dato unzureichend ausfiel und somit keine repräsentative Aussage getroffen werden konnte. Eine Stichprobe ist nur dann repräsentativ, wenn sie ein verkleinertes Abbild der Grundgesamtheit darstellt. Nach dem Gesetz der großen Zahlen ist die Stichprobe jedoch repräsentativer, wenn die Zahl der Elemente einer Stichprobe steigt. 5 Bei den Absolventen Zentral war ebenfalls eine Nachfassaktion nötig. Leider lieferte diese nicht den gewünschten Erfolg, so dass für einige Studiengänge keine allgemeingültige Aussage getroffen werden konnte.
Nach dem Eingang der ausgefüllten Fragebögen, konnte mit der zeitaufwendigen elektronischen Datenerfassung begonnen werden.
Der nächste Schritt galt nun der Ausarbeitung und Auswertung aller erhobenen Daten, welche in Form einer Projektstudie zusammengefasst wurden. Zum Abschluss findet eine Präsentation vor den Projektinitiatoren statt.
1.2 Definition des Begriffs Alumni und seine historische Entwicklung
Das Wort Alumnus (männlich, Plural Alumni) stammt aus der lateinischen Sprache und bedeutet „Zögling“, „Genährter“. In der heutigen Zeit wird mit dem Begriff Alumnus ein Absolvent der Hochschule oder einer ähnlichen Bildungseinrichtung bezeichnet. Die weibliche Bezeichnung heißt Alumna (Plural Alumnae). Synonyme für Alumni / Alumnae sind Absolvent(inn)en, ehemalige Studierende, Studienabgänger(innen). 6 5 http://www.lexikon-definition.de/Repraesentativitaet.html 6 Vgl. Wahring-Burfeind, R. , 2002, S.49
12
Mit der Gründung von Alumni-Organisationen wird der Austausch von wissenschaftlicher Theorie, aktueller Lehre und Berufspraxis verfolgt. Dem entsprechend sind die Ziel- und Ansprechgruppen Professoren, Absolventen, Studierende, Vertreter von Unternehmen und Personen, die dieses Ziel unterstützen wollen. Eine Alumni-Vereinigung ist ein Netzwerk, in dem fachbezogenes und nicht-fachbezogenes Wissen, Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht werden können. Ebenfalls sollen mit Hilfe dieses Netzwerkes Kooperationen und Geschäftsbeziehungen realisiert, sowie Möglichkeiten zur individuellen und kollektiven Weiterbildung geschaffen werden. Somit kann eine Alumni-Organisation einer Universität, Fachbereichen bzw. Fakultäten, den Absolventen, den Studenten und Vertretern der Wirtschaft nutzen und eine Brücke zwischen Universität und Wirtschaft darstellen. 7 Alumni-Organisationen sind im amerikanischen Raum schon seit 200 Jahren in einer institutionellen Form vertreten. 8 Bereits 1792 hat das erste Ehemaligentreffen an der Yale Universität stattgefunden und die erste Society of Alumni ist im Jahre 1821 am Williams College gegründet worden. 9 In der heutigen Zeit hat jedes amerikanische College, und sei es noch so unbedeutend, eine Alumni-Vereinigung. Eine der berühmtesten Alumni- Organisationen ist die Harvard Alumni Association, welche 270.000 Mitglieder verzeichnet. 10 Im europäischen Raum überwiegen Alumni-Organisationen vor allem in Großbritannien und Frankreich. Das wahrscheinlich älteste englische Mitgliederverzeichnis hat Joseph Forster geschrieben. In diesem Buch sind die Absolventenjahrgänge von 1715 bis 1886 mit Namen, Geburtsort, -tag, dem Jahr des Abschlusses und errungenem akademischen Grad aufgeführt. Selbstverständlich wird als erster Absolvent „The Prince of Wales“ genannt. 11 Erst Ende der 80er Jahre ist die Bedeutung von Alumni-Netzwerken auch in Deutschland erkannt worden. 12 Federführend sind vor allem die Wirtschaftswissenschaftler gewesen. 13 In der Bundesrepublik Deutschland existieren zurzeit ca. 400 Alumni-Organisationen, welche an Universitäten, Fachbereiche, Professuren, Institute und Studiengänge angebunden sind. 14
7
Vgl. Padberg, 2000, S. 9
8
Vgl. Padberg, 2000, S. 9; Gombo, 2001, S.15
9
Vgl. Gomboz,2001, S. 15
10
Vgl. Barthold, 2001, S. 67
11
Vgl. Forster, 1968, S. 1f.
12 Vgl. Padberg, 2000, S. 9 13 Vgl. Barthold, 2001, S. 67 14 Vgl. Padberg, 2001, S.1
13
1.3 Zahlen und Fakten zur FH Jena
Die Fachhochschule Jena wurde am 1. Oktober 1991 gegründet und ist bereits zu einem festen Bestandteil der Hochschullandschaft Thüringens geworden.
Im Sommersemester 2004 hatte die Fachhochschule 4181 immatrikulierte Studenten zu verzeichnen, wovon allein 738 dem Fachbereich Betriebswirtschaft zuzuordnen sind. Zwei Drittel der Studierenden kommen aus Thüringen. Jedoch wird diese Bildungseinrichtung auch immer häufiger von jungen Leuten anderer Bundesländer, sowie ausländischer Studenten in Anspruch genommen.
Die internationale Ausrichtung der FH Jena spiegelt sich ebenfalls in der Kooperation mit Fachhochschulen und Universitäten in Europa und weltweit wieder. Zum Beispiel bestehen bereits mit den drei amerikanischen Hochschulen Wright State University / Dayton, Ohio; University of Clemson / Clemson und der University of Texas at El Paso / El Paso Partnerschaftsverträge bzw. Kooperationsvereinbarungen.
Um eine besonders praxisnahe Ausbildung zu gewährleisten, hält die FH Jena gute Kontakte zu bedeutenden Unternehmen wie: Zeiss, Jenoptik, Siemens, IBM und anderen zahlreichen industrienahen Forschungseinrichtungen.
Daneben unterhält die FH Jena aber auch enge Beziehungen zu einer Vielzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen aus der Region.
Zusammen mit der Friedrich-Schiller-Universität sowie sechs weiteren Thüringer Hochschulen wird zusätzlich die Förderung von Existenzgründungen im GET UP Netzwerk unterstützt 15 . Als Verantwortlicher für das GET UP Programm ist der Dipl.-Volkswirt Arndt Lautenschläger zu nennen (Sitz in der FH Jena).
Neben der Unterstützung von Gründern und Jungunternehmern ist es Ziel, die Gründeratmosphäre an den Hochschulen zu verbessern und die Gründungsqualifizierung zunehmend im Studium zu verankern. Des Weiteren führen die Hochschulen eine Reihe von Forschungsprojekten zur Gründungsthematik durch 16 .
15 www.getup.org; die GET UP - Initiative baut auf der Idee auf, mehrere Hochschulen in Thüringen zur Erreichung eines gemeinsamen Zieles, der Förderung von Existenzgründungen im Sinne einer breiten inhaltlichen und infrastrukturellen Kooperation, zusammenzuführen 16 www.fh-jena.de/index.php/page/313/1670
14
1.4 Allgemeine statistische Daten der Erhebung
Zum besseren Verständnis, des im vierten Abschnitt folgenden Auswertungsteils, wurden in diesem Teil die wichtigsten Zahlen zusammengestellt, auf deren Basis die Ergebnisse der Befragung beruhen.
Cirka 50% der Studienteilnehmer sind aktuelle oder ehemalige BWL-Studenten. Diese Variante wurde gewählt, da neben der Einführung eines zentralen Alumni-Netzwerkes für die gesamte FH Jena, auch die Erfordernisse und Wünsche für ein Netzwerk direkt am Fachbereich BW analysieren werden sollte. Begründet werden kann dies damit, dass nicht 100%ig feststeht ob die Organisation und die Verwaltung des Netzwerkes an einer zentralen Stelle der Fachhochschule eingerichtet, oder direkt in den einzelnen Fachbereichen angesiedelt werden soll. Näheren Aufschluss sollen die Ergebnisse der Studie liefern.
Befragt wurden insgesamt 707 Personen. Darunter befanden sich 455 aktuelle Studenten, wovon 183 im Fachbereich BW und 272 in den übrigen Fachbereichen studieren. Bei den Absolventen waren es 252, wovon 172 der Betriebswirtschaft und 80 den übrigen, hauptsächlich technischen Studiengängen zugehörig waren.
Der Grund für die vergleichsweise geringe Anzahl an ausgefüllten Absolventenfragebögen lag zum einen an den unvollständigen Adressdatenbanken und zum anderen an einer relativ geringen Antwortbereitschaft der ehemaligen Studenten.
Die Rücklaufquoten in den vier Bereichen waren sehr unterschiedlich. Bei den BWL- Studenten lag sie bei 68,8%, bei den Studenten Zentral waren es 45,3%. Sehr enttäuschend war die Bereitschaft zur Beantwortung des Fragebogens bei den Absolventen BW, sie lag bei 31,7%. Bei den Absolventen der anderen Fachbereiche ergab sich eine Quote von 35,6%.
In der nachfolgenden Grafik ist eine Aufteilung nach dem jeweiligen Geschlecht aus den rückläufigen Fragebögen vorgenommen wurden. Im FB BW wurde ein größerer Anteil der Fragebögen von Frauen ausgefüllt, wo hingegen bei den Studenten und Absolventen Zentral die Rücklaufquote der Männer überwog. Bei den Befragten „Zentral“ lässt sich dies sicher auf das Angebot von hauptsächlich technischen Studiengängen an der FH Jena zurückführen.
15
Abb.1.4.1: Anzahl der männlichen und weiblichen Befragten
Weiterhin wurde eine Aufteilung nach Schwerpunkten bei den BWLern und nach Fachbereichen bei den übrigen Studenten und Absolventen vorgenommen. Hier wird deutlich welche Bereiche besonders stark und welche eher schwach vertreten sind und wie die Response bei den einzelnen Gruppen war.
Abb. 1.4.2: Verteilung der befragten Studenten Zentral nach Fachbereichen
16
Es wurde der Versuch unternommen bei der Verteilung der Fragebögen einen ausgeglichenen
Datenbestand zu generieren, d.h. eine möglichst gleiche Anzahl an Studenten aus jedem
Studiengang zu befragen. Leider war bei großen Fachbereichen, wie Sozialwesen und
Maschinenbau, die Rücklaufquote relativ gering, so dass die Ausgewogenheit nicht völlig
gegeben ist. Wie man anhand der Abb. 1.4.2 erkennt, waren die Responseraten in den
Bereichen Elektrotechnik / Informationstechnik und Wirtschaftsingenieurwesen sehr
zufrieden stellend, im Gegensatz zu den Fachbereichen Werkstofftechnik und Physikalische
Technik wo der Rücklauf besonders niedrig war.
Abb. 1.4.3: Verteilung der befragten Absolventen Zentral nach Studiengängen
Bei den Absolventen (Zentral) sind die zahlenmäßigen Unterschiede zwischen den einzelnen
Studiengängen noch größer, da die Adressdatenbestände von sehr unterschiedlicher Qualität
waren. Auch standen in einzelnen Fachbereichen nur sehr wenige brauchbare Adressen zur
Verfügung, so dass es nicht möglich war eine größere Anzahl an Absolventen anzuschreiben.
Der Großteil der ausgefüllten Fragebögen kommt hier aus den Bereichen Feinwerktechnik
und Wirtschaftsingenieurwesen.
17
Abb.1.4.4: Verteilung der befragten Studenten BW nach Schwerpunkten
Abb. 1.4.5: Verteilung der befragten Absolventen BW nach Schwerpunkten
Bei den BWLern, siehe Abb. 1.4.4 und Abb. 1.4.5, wurde eine prozentuale Einteilung
bevorzugt, da seit dem Wintersemester 2000/2001 die Wahl von zwei Schwerpunkten
möglich ist und es bei einer Darstellung mit absoluten Zahlen zu einer Verzerrung der
Ergebnisse gekommen wäre.
Der größte Anteil der Befragten wählte den Schwerpunkt Marketing. Bei den Studenten
waren es 24,4% und bei den Absolventen 33,3%. Aber auch Rechnungswesen/Controlling mit
21,3% bei den Studenten sowie mit 19,9% bei den Absolventen war gut vertreten. Die
generierten Zahlen repräsentieren auch relativ genau die Aufteilung der Grundgesamtheit.
18
Des Weiteren gab die Befragung einen Aufschluss über die Altersstruktur der Studenten der
FH Jena sowie über ihre Absolventen. Die nachfolgenden Abbildungen zeigen auf, welche
Jahrgänge besonders stark vertreten sind und wie das jeweilige Durchschnittsalter der vier
Befragungsgruppen ist.
In den ersten beiden Grafiken werden die Strukturen bei den befragten Studenten aufgezeigt.
Abb. 1.4.6: Altersstruktur der Studenten BW
In der obigen Tabelle ist genau aufgeschlüsselt in welchem Alter sich die befragten BWL-
Studenten befinden. Mit 20,2% sind 37 Studienteilnehmer 25 Jahre alt. Dies ist somit der am
stärksten vertretene Wert.
Im Mittel sind die Studenten 24 Jahre alt. Dieser Wert scheint relativ hoch; eine Begründung
hierfür liegt darin, dass ein Großteil der Studierenden bereits eine berufliche Ausbildung vor
ihrer Immatrikulation an der FH Jena absolviert haben.
Bei den Studenten Zentral, siehe Abb.1.4.7 wird deutlich, das der größte Teil der Befragten
zwischen 20 und 25 Jahre alt ist. Das am häufigsten angegebene Alter ist 25, es macht 15,1%
der Befragung aus. Der Durchschnittswert liegt mit 23,55 ca. 0,5 unter dem der Studenten
BW. Auch hier bei den Studenten der übrigen Fachbereiche ist die Spanne zwischen jüngsten
und ältesten Befragten mit 17 Jahren sehr groß.
19
Abb.: 1.4.7: Altersstruktur der Studenten Zentral
Die zwei folgenden Abbildungen zeigen auf in welchem Alter sich die Absolventen der FH
Jena zum Zeitpunkt der Befragung befanden
Abb.:1.4.8: Altersstruktur der Absolventen BW
20
Das Durchschnittsalter bei den Absolventen BW beträgt 30 Jahre. Dieser relativ niedrige Durchschnittswert resultiert zum einen aus dem erst kurzen bestehen des Fachbereiches BW an der FH Jena und zum anderen aus der mit acht Semestern kurzen Regelstudienzeit. Das am häufigsten angegebene Alter ist mit 15,6% der Wert 26.
Abb.:1.4.9: Altersstruktur der Absolventen Zentral
Bei den Absolventen Zentral zeigt sich die größte Streuung bezüglich des Alters, so dass hier eine Einteilung in vier Gruppen wie in Abb.1.4.9 zu sehen ist, sinnvoller erscheint. Die große Zahl der älteren Jahrgänge ist darin begründet, das bereits vor der Gründung der FH Jena im Jahr 1991 technische Fachbereiche existierten. Die Institution die in der Vorwendezeit die Räumlichkeiten der heutigen Fachhochschule nutzte, war die Ingenieurschule für wissenschaftlichen Gerätebau. Dies erklärt auch Abschlussjahrgänge aus den 60er und 70er Jahren.
Das Durchschnittsalter liegt bei 36 Jahren und der häufigste Wert ist mit 9,5% die 34.
1.5 Geografische Verteilung der Absolventen nach Wohnsitz (Stand: Juli 2004)
Um den aktuellen Aufenthaltsort der Absolventen der FH Jena geografisch besser einordnen zu können, wurden die Absolventen nach Wohnsitzen in der Abb. 1.5.1 eingetragen. Die erste rote Zahl zeigt alle Absolventen der FH Jena, in Klammern wird nur die Anzahl derjenigen dargestellt, die ihr Studium am Fachbereich BW absolviert haben. Diese Ergebnisse erscheinen vor allem in der Hinsicht wichtig, da es für die Fachhochschule und für den Fachbereich interessant ist, in welchen Teilen Deutschland und der Welt sich ihre Absolventen aufhalten
21
Mit einem Wert von 129 (95) zog es den größten Teil der Absolventen auch nach ihrem Studium nach Thüringen. Davon haben sich 45 (33) direkt in Jena angesiedelt. Aber auch in die anderen großen Städte wie Erfurt mit 8 (7), Weimar mit 11 (6) und Gera 11 (9) gingen viele der ehemaligen Studenten.
Weitere 24 (14) Absolventen haben ihren Wohnort nach Bayern verlegt. In die Landeshauptstadt München gingen davon 11 (7) und 2 (1) in die Frankenmetropole Nürnberg. Die übrigen elf Abgänger verteilten sich gleichmäßig über das flächenmäßig größte Bundesland Deutschlands.
Gleichauf an dritter Stelle liegen die beiden Länder Hessen mit 14 (11) und Baden- Württemberg mit 14 (9) Ehemaligen der FH Jena. Davon gingen in die Bankenstadt Frankfurt
22
am Main 5 (5) Absolventen. In den anderen Großstädten dieser Region wie Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim siedelten sich nur vereinzelt Ex-FH-ler an. Mit 13 (11) liegt Sachsen nach Thüringen an zweiter Stelle bei der Wohnortwahl, wenn nur die neuen Länder in Betracht gezogen werden. Davon leben 4 (3) in Leipzig und 3 (3) in Dresden.
Auf die Bundeshauptstadt Berlin fiel die Wahl von 9 (7) der Absolventen. Nach Nordrheinwestfalen zog es 6 (6) der Befragten. Davon leben 3 (3) in Köln und ein BWL-er in Essen.
In das Bundesland Niedersachsen gingen 5 (4) der ehemaligen FH Studenten. Mit 4 (3) Absolventen liegt die Zahl derer die nach Rheinland-Pfalz „auswanderten“ im hinteren Bereich.
Mit einer noch geringeren Zahl zogen die Studienteilnehmer nach ihrem Abschluss nach Brandenburg 1 (1), nach Sachsen-Anhalt 1 (1), nach Schleswig-Holstein 1 (0) und ins Saarland 1 (1).
Keiner der Absolventen ging bzw. lebt in den Bundesländern Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern.
Vor allem anhand der letzten Aussage ist zu erkennen, dass die geografische Verteilung der Wohnortwahl das momentan in Deutschland bestehende Süd-Nord bzw. West-Ost Gefälle widerspiegelt. Eine Ausnahme bildet da verständlicherweise das Land Thüringen. Dies liegt zum einen am dort gelegenen Standort Jena in dem die Fachhochschule beheimatet ist und zum anderen lebt die deutliche Mehrheit der Absolventen schon seit ihrer Geburt in Thüringen und ist auch nicht ohne weiteres bereit aus dieser Region wegzuziehen. Ein geringer Anteil der Befragten hat seinen Wohnort auch ins Ausland verlegt. Hier liegt die Schweiz mit 6 (4) ehemaligen FH-lern an erster Stelle. Weiterhin gingen je ein Betriebswirtschaftler nach Schweden und nach Großbritannien. Bei den Absolventen Zentral lebt einer in den USA und einer in Österreich.
Bei den Absolventen BW machten acht der Befragten keine Angaben zu ihrem momentanen Aufenthaltsort. Bei den Studienteilnehmern der übrigen Fachbereiche waren es fünf die sich zu dieser Frage nicht äußerten.
2. Situationsanalyse
Im folgenden Abschnitt soll der Istzustand der FH Jena, sowie der des Fachbereiches BW in Bezug auf die Alumni-Arbeit dargestellt werden.
23
2. 1 Situationsanalyse der Alumni-Arbeit an der FH Jena
Die bis dato geleistete Alumni-Arbeit befindet sich in den meisten Bereichen noch im Anfangsstadium.
Die einzelnen Fachbereiche arbeiten zum größten Teil autonom an diesem Thema. Deshalb sind die jeweiligen Entwicklungsstände bezüglich der Alumni-Arbeit sehr unterschiedlich weit fortgeschritten. Im Bereich Sozialwesen, Medizintechnik und Physikalische Technik gibt es bereits seit einiger Zeit eigene Alumni-Bestrebungen. Diese sind unabhängig von den allumfassenden Aktivitäten der FH Jena, als übergeordnete Institution, zu sehen. Ein Fachbereich in dem sich bereits ein funktionierendes Netzwerk etabliert hat, ist der Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen. Der Verein Jenaer Wirtschaftsingenieure (JWI), der durch Mitglieder des Fachbereiches Anfang 1996 gegründet wurde, ist unter anderem für die Pflege des Alumni-Netzwerkes WI zuständig, welches gegenwärtig ca. 250 Absolventen zählt. Diese stehen in vielfältiger Weise untereinander und mit ihren Arbeitgebern in Verbindung.
Der JWI hat einen eigenen Internetauftritt und bietet seinen Mitgliedern damit eine gezielte Kommunikations- und Informationsplattform. Die Mitglieder des Vereins setzten sich nicht nur aus Ehemaligen des FB WI der Fachhochschule Jena zusammen, sondern auch aus Vertretern der Wirtschaft (Unternehmen, Institute, Vereine etc.) sowie Studenten, Mitarbeitern und Professoren.
Folgende Leistungen werden vom JWI für ihre Alumni angeboten:
• Einfache Kontaktmöglichkeiten zu anderen Absolvent(inn)en unterschiedlichster
Jahrgänge durch Onlinezugriff auf die Mitgliederdatenbank
• Veranstaltungshinweise und Informationen über aktuelle Entwicklungen des
Fachbereichs, der Fachhochschule und des Wirtschaftsingenieurwesens allgemein durch regelmäßige Newsletter
• Jährliche Fachtagung des JWI mit feierlicher Verleihung der Diplomzeugnisse und
anschließender Party in Jena
• Vermittlung von Praktikanten und Diplomanden an Unternehmen
• Möglichkeit eines Praktikervortrags vor Student(inn)en
• Gegenseitige Hilfe bei aktuellen fachlichen Fragen
• Gute Möglichkeit, um mit den Kommilitonen des eigenen Jahrgangs in Kontakt zu
bleiben
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Der JWI finanziert sich zum größten Teil aus Mitgliedsbeiträgen, welche jährlich zu begleichen sind. Sie liegen für Studenten bei 15,- € pro Jahr, für nichtstudentische Mitglieder bei 45,- € pro Jahr und für kooperative Mitglieder bei 350,- € jährlich.
Die Organisation erfolgt durch Vereinsämter welche ehrenamtlich durch studentische Vertreter geführt werden. Unterstützt werden diese Einrichtungen zusätzlich von ausgewählten Professoren des Fachbereichs.
Im Bereich Physikalische Technik wird derzeit eigenständig eine Absolventenbefragung durchgeführt. Diese Beispiele spiegeln die autonomen Entwicklungen in den Fachbereichen im Bezug auf die Alumni-Arbeit wieder und zeigen auch, dass sich aktiv mit der Thematik „Alumni“ beschäftigt wird.
2.2 Aktueller Stand der Alumni-Arbeit speziell am Fachbereich BW
Die Analyse des derzeitigen Standes des Alumni-Netzwerkes am Fachbereich BW zeigt deutlich, dass dieses sich noch in den Anfängen befindet und noch sehr viel Arbeit notwendig ist, um auch nur annähernd die Qualität und Güte anderer Netzwerke, wie zum Beispiel dem der Universität Mannheim zu erlangen.
Zurzeit existiert eine unqualifizierte Datenbank mit circa 600 Absolventenadressen. Als erstes gilt es, diese auf Richtigkeit und Aktualität zu überprüfen und im selben Zug zu versuchen, die ehemaligen Studenten für das im Aufbau befindliche Alumni-Netzwerk zu gewinnen. Dies führt selbstverständlich nur zum Erfolg, wenn man den Absolventen ein ausgereiftes und auf ihre Wünsche zugeschnittenes Alumni-Konzept vorlegen kann. Eine gute Möglichkeit den bisherigen Alumni ein grobes Konzept vorzulegen, bietet das im Oktober 2004 stattfindende zweite Alumni-Treffen des Fachbereiches BW.
Als eines der größten Probleme ist der fast völlig fehlende Internetauftritt des Alumni- Netzwerkes im Fachbereich BW zu nennen. Erst kürzlich wurde ein Link auf die Startseite der Hompage des FB BW eingerichtet, unter dem aber ausschließlich auf das kommende Treffen hingewiesen wird. Es fehlen zum Beispiel einige Bilder des letzten Alumni-Treffens, Veranstaltungsmitteilungen, Diskussionsforen oder aktuelle Informationen über gemeinsame Projekte mit Alumni usw. Auch einen regelmäßigen Newsletter, zur permanenten Kontakthaltung zwischen Absolvent und Fachbereich sucht man vergebens auf der Fachbereichsseite. Dies sind allerdings fundamental wichtige Inhalte für die Kommunikation
25
eines Netzwerkes dieser Art und sollten bereits in der ersten Phase der Umsetzung eingeführt werden.
Der Fachbereich betraute aufgrund mangelnder finanzieller Mittel lediglich einen Professor, Herr Prof. Dr. oec. publ. Bösch (Alumni-Beauftragter), mit der Aufgabe die bisherigen Alumni-Aktivitäten neben seiner Lehrtätigkeit zu koordinieren. Des Weiteren werden diverse organisatorische Alumni-Aufgaben an unterschiedliche Mitarbeiter verteilt, die sich diesen neben ihrem Tagesgeschäft widmen. Fraglich ist, ob die zur Verfügung gestellten Kapazitäten für eine umgehende und vor allem umfassende Umsetzung ausreichend sind. Ein Kritikpunkt soll an dieser Stelle die mangelnde Zahlungs- und Investitionsbereitschaft des Fachbereiches sein. Einerseits sollen große Ziele mit dem Alumni-Netzwerk erreicht werden, andererseits ist man aber nicht bereit die dafür notwendigen Mittel aufzubringen. Sicherlich ist es bei den allgemein knappen finanziellen Ressourcen der FH Jena und den gekürzten öffentlichen Geldern für Bildung schwierig, ein ausreichendes Budget auf die Beine zu stellen. Aber dieses Thema ist essentiell für den Bestand und die Wettbewerbsfähigkeit der FH Jena und sollte aus diesem Grund eine hohe Priorität erhalten.
3. Vorbild für ein erfolgreiches Alumni-Netzwerk am Beispiel der
Universität Mannheim
3.1 Akzeptanz bei den Studenten
In der Vergangenheit genossen studentische Verbindungen oftmals einen zweifelhaften Ruf. Hier wären Vereinigungen wie die auch in Jena ansässigen Burschenschaften Arminia und Teutonia zu nennen.
Unterdessen organisieren viele Universitäten in Alumni-Projekten die Kontaktpflege unter den Absolventen selbst - zum eigenen Nutzen und als Karrieresprungbrett für die Examinierten.
Vereinigungen ehemaliger Studenten sind in den USA und einigen europäischen Ländern schon lange bekannt. In Deutschland begann man erst vor etwa 20 Jahren, sich der Absolventen zu besinnen. „Inzwischen kann sich auch hier zu Lande eigentlich keine Hochschule mehr leisten, ohne Alumni-Netzwerk auszukommen", sagt Volker Meyer-Guckel vom Stifterverband für die Deutsche Wirtschaft in Essen. Das Niveau der entsprechenden Programme sei aber immer noch sehr unterschiedlich.
Doch in Zeiten knapper Mittel und eines wachsenden Wettbewerbs um die klugen Köpfe haben die Hochschulen erkannt, dass sie das Potenzial ihrer Ehemaligen nicht brachliegen
26
lassen dürfen: Die „Alumni" sollen möglichst lebenslang an ihre alte Ausbildungsstätte gebunden werden - eine Kontaktpflege in beiderseitigem Interesse.
Zu diesem Schluss ist auch die FH Jena gekommen, was die Etablierung eines Alumni- Netzwerkes betrifft. Die Umsetzung dieses Projektes wird wesentlich erleichtert, durch Orientierung an einem beispielhaften Alumni-Programm einer anderen Universität oder Hochschule. Als Vergleichsobjekt, wurde das Netzwerk „AbsolventUM“ der Universität Mannheim herangezogen. Dessen Vorzüge sollen anknüpfend näher beschrieben werden.
Als Sieger im Stifterverband Alumni-Wettbewerb gingen die Universitäten von Mannheim und Karlsruhe hervor. Beide haben eigene Organisationen gegründet, die sich ausschließlich um die Pflege der Ehemaligen kümmern. "Absolvent UM" in Mannheim zählt inzwischen rund 4000, "Alumnika TH" in Karlsruhe sogar 10.000 Mitglieder.
Der Absolventenverein AbsolventUM e.V. der Universität Mannheim wurde vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft für die professionellste Alumni-Arbeit aller deutschen Hochschulen ausgezeichnet. Das Preisgeld in Höhe von 100.000 Mark investierte der Verein in eine Stiftung, die sich unter anderem der Förderung der Hochschuldidaktik widmet. Aus dem Kreis der Mannheimer Absolventen liegen bereits Zusagen über zusätzliche Unterstützungen vor, so dass der Verein ein Stiftungskapital von 250.000 € anstrebt. Erstes Highlight wird ein Open Space-Workshop der Universität im Oktober 2004 sein, bei dem mehr als 100 Dozenten Visionen, Strategien und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre erarbeiten sollen.
Der Stifterverband hatte den Wettbewerb "Alumni-Netzwerke" ausgeschrieben, um auf die Bedeutung eines engen und dauerhaften Kontaktes der Hochschulen zu ihren Absolventen hinzuweisen. An dem Wettbewerb beteiligten sich 58 Universitäten, Fachhochschulen, Fachbereiche und Institute. Der Absolventenverein der Universität Mannheim wurde von der Jury "für sein klares und umfassendes Konzept" im Jahr 2001 mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Die Universität führe über AbsolventUM e.V. inzwischen alle Aktivitäten äußerst professionell durch und brauche sich kaum noch hinter dem Standard amerikanischer Hochschulen zu verstecken, urteilte die Jury und kam zu dem Schluss: "Insgesamt hat die Alumni-Arbeit der Universität Mannheim hohen Modellcharakter für andere Hochschulen in Deutschland."
27
Mitglieder professionell aufgezogener Alumni-Netzwerke kommen - teils kostenlos, teils gegen einen Jahresbeitrag - in den Genuss vielfältiger Leistungen. Das Spektrum reicht vom Bezug der Uni-Zeitschrift über die Nutzung der Bibliothek bis hin zur Aufnahme in einen Newsletter und die Teilnahme an regionalen Stammtischen und zentralen Alumni-Treffen.
Es galt ein Netzwerk zu schaffen:
- Das über das Studium hinaus Kontakte fördert
- Die Universität in Forschung, Lehre und ihrem Reformkurs unterstützt
- Interdisziplinäre Veranstaltungen für alle Interessierten anbietet
- Bei einem optimalen Start ins Berufsleben hilft
- Weltweites Miteinander von Studierenden, Absolventen und Freunden der Universität ermöglicht
- Innovationen anregt
Nach dem Motto: „Gleiche Ziele sind die stärkste Verbindung“
• International agieren
• Kompetenz beweisen
• Erstklassigkeit ausstrahlen
• Werte leben
• Wissen vermitteln
• Innovationen vorantreiben
• Bildung garantieren
• Kultur pflegen
• Universität erhalten
• Kontakte pflegen
• Career Service bieten
• Senioren integrieren
• Tradition achten
• Weiterbildung ermöglichen
• Erfolg haben
• Netzwerk aufbauen
28
Das sind nur einige Ansprüche von AbsolventUM e. V., dem Absolventennetzwerk der Universität Mannheim, welche es sich von Anfang an und für die Zukunft vorgenommen hat. 17 Seit der Gründung im Jahr 1995 erlebt AbsolventUM e. V. ein ständiger Anstieg seiner Aktivitäten und Mitgliederzahlen. Nahezu 4.000 ehemalige Studierende, Universitätsangehörige und Freunde der Universität sind zahlende Mitglieder in einem der größten und ältesten fakultätsübergreifenden Alumni-Netzwerke im deutschsprachigen Raum. Die kostenpflichtige Mitgliedschaft ist freiwillig und unterstreicht die Verbundenheit zur Universität Mannheim und die Verantwortung der Mitglieder füreinander und für die Studierenden. Mit über 30 Regionalgruppen weltweit - unter anderem in London, Mailand, New York und Tokio - sichert AbsolventUM e. V. den Kontakt und die Betreuung seiner Mitglieder in einem Netzwerk gegenseitiger Hilfe nicht nur bundesweit, sondern auf internationaler Ebene.
Auch wird vom AbsolventUM ein Absolventenbuch geführt, indem sich jedes Semester mit jeweils über 300 Absolventen der Universität Mannheim mit Lebenslauf, Studienverlauf und Passbild eintragen. Führende Unternehmen und Einrichtungen finden so per CD-Rom oder Internet ihre Wunschkandidaten; also eine ideale Rekrutierungsmöglichkeit. 17 www.Absolventum.de
29
3.2 Organisation, Aufbau und Aufgaben des Netzwerkes
Abb. 3.2.1: Entwicklung der Mitgliederzahlen des Alumni-Netzwerkes der Uni Mannheim
AbsolventUM e. V. von 1995 bis 2003
Die obere Grafik verdeutlicht noch einmal den großen Zuspruch der Studenten, Absolventen
und Freunde der Universität Mannheim zu ihrem Alumni-Netzwerk. Die seit Gründung stetig
steigenden Mitgliederzahlen stehen für den Erfolg und für große Akzeptanz der Organisation
bei seinen Mitgliedern.
Abb. 3.2.2: Mitglieder von AbsolventUM e. V. nach Altersstruktur
30
Abb.3.2.3: Mitglieder von AbsolventUM e. V. nach Fakultätsstruktur
Wie in Abb. 3.2.3 zu sehen ist, sind 67% der Mitglieder aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Bereichen, dies zeigt nochmals auf, dass die Gründung von Alumni-Netzwerken oft auf die Initiative dieser Fakultäten zurückzuführen ist. Dies könnte als positives Vorzeichen für das Funktionieren eines Netzwerkes am FB BW der FH Jena gedeutet werden.
Das Alumni-Netzwerk der Uni Mannheim ist als Verein mit Namen „AbsolventUM – Absolventennetzwerk der Universität Mannheim“ im Vereinsregister eingetragen. Der Sitz befindet sich in Mannheim.
Die Ämter im Verein sind ehrenamtlich, kein Mitglied erhält finanzielle Zuwendungen. Das Ziel, Unterstützung der Forschung und Lehre durch Förderung des Kontaktes zwischen der Universität und ihren Absolventen, soll insbesondere mit dem Durchführen von Veranstaltungen sowie Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen mit und für Absolventen und Studenten erreicht werden. Die Mitglieder setzen sich zusammen aus ehemaligen Studierenden und der Universität nahe stehende Personen; Ehrenmitgliedschaften sind auch möglich. Der Vorstand entscheidet über die Aufnahme eines Mitglieds. Ist man erst einmal aufgenommen, bieten sich einem zahlreiche Möglichkeiten. Im folgenden seien nur einige aufgezählt:
• Teilnahme am Programm des Studium Generale (Sprachkurse, IT-Schulungen und
Rhetorikseminare) zu Studentenbedingungen
• Teilnahme am Programm des Instituts für Sport zu Studentenbedingungen
• Angebote des ZEW - Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung zu
günstigeren Konditionen nutzen
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• Rabatte für die Events von AbsolventUM e. V.
• E-Mail Adresse sowie Zugang ins Internet über AbsolventUM e. V. an der
Universität Mannheim
• Günstiger Mobiltelefonieren mit T-D1
• Regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen der Regionalgruppen
• Regelmäßige Zusendung des vereinsinternen Nachrichtenblattes "AbsolventUM-
Newsletter"
• Jährlich aktualisiertes Mitgliederverzeichnis auf CD-ROM oder als Buch mit
kompletten Adressen
• Regelmäßige Zusendung des Uni-Reports mit eigener "AbsolventUM-Seite", hier
finden sie Berichte zu aktuellen Projekten, Veranstaltungsankündigungen u. a.
• Einladung zu Veranstaltungen der Regionalgruppen per E-Mail
• Nutzung des E-Mail-Servers der Universität Mannheim
• Regelmäßige Zusendung der in der SPIEGEL-Gruppe erscheinenden
Wirtschaftszeitschrift "manager magazin"
Die Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand. Eine Versammlung der Mitglieder findet mindestens einmal jährlich statt und muss durch den Vorstand einberufen werden. Die Einberufung erfolgt durch schriftliche Bekanntgabe. Neben der allgemeinen jährlichen Sitzung muss der Vorstand eine Sitzung einberufen, wenn ein Viertel der Mitglieder dies verlangt. Ein Entschluss besteht dann, wenn eine einfache Stimmenmehrheit der erschienen Mitglieder zustande kommt.
Der Vorstand ist für alle Angelegenheiten des Vereins zuständig und besteht aus mindestens fünf Personen: dem Vorsitzenden, dem Stellvertreter, dem Schatzmeister, dem Schriftführer und dem Rektor der Universität oder eine von ihm beauftragte Person.
3.3. Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge im Vergleich
Das Mannheimer Netzwerk wird in erster Linie durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Über die Höhe der Beiträge entscheidet die Mitgliederversammlung. Ehrenamtliche Mitglieder sind von einer Zahlung befreit. Die Höhe des Mitgliedbeitrags ist gestaffelt.
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Übersicht zur Staffelung des Mitgliedsbeitrags des eingetragenen Vereins AbsolventUM
Absolvent/in Student/in Familie Firma anderes Mitglied
Eine weitere Quelle der Finanzierung ergibt sich durch Spenden. Die Spender haben ein Mitspracherecht bei Verwendung ihrer geleisteten Zuwendungen.
Neben des Finanzierungsmodells des Absolventenvereins der Universität Mannheim gibt es noch andere Möglichkeiten der Staffelung und Einteilung von Mitgliedsbeiträgen. Nachfolgend wird aufgezeigt welche Varianten von verschiedenen Alumni-Vereinigungen praktiziert werden. Als erstes sollen drei Beispiele von Alumni-Netzwerken aus dem Raum Thüringen aufgezeigt werden, da an diesen Standorten ähnliche soziale und politische Voraussetzungen wie in Jena vorherrschen.
Da wäre das Modell der Fachhochschule Schmalkalden mit ihrem Alumni-Netzwerk „Alvin e. V.“ zu nennen. Hierbei handelt es sich um eine Vereinigung der Fachbereiche Wirtschaftsinformatik und Informatik. Bei diesem Programm steht das Planen und Veranstalten von Absolvententreffen im Vordergrund. Somit werden in erster Linie Ehemalige und nicht aktuelle Studenten angesprochen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt für alle Mitglieder gleichermaßen 12 € pro Jahr.
Als zweites Beispiel wurde die „Gesellschaft der Freunde und Förderer der Fachhochschule Erfurt“ ausgewählt. In diesem Fall handelt es sich um eine fächerübergreifende Organisation. Die Beiträge werden in zwei Kategorien aufgeteilt. Zum einen wären da natürliche Personen die 50 € pro Jahr zahlen müssen und zum anderen juristische Personen die einen jährlichen Beitrag von 550 € zu leisten haben.
Jetzt zu Alumni-Ilmenau e. V., der Vereinigung der TU Ilmenau. Die hier aufgebaute Institution, kommt im Hinblick auf die Inhalte und Ziele dem geplanten Vorhaben der FH Jena sehr nahe. Hier beträgt eine Mitgliedschaft für Studenten 5 € und für fördernde Mitglieder 25 € pro Jahr. Allerdings wurde in der Satzung festgelegt, dass bei der Finanzierung besonders kostenintensiver Vorhaben oder bei finanziellen Schwierigkeiten des
33
Alumni-Clubs, die entstehenden Belastungen auf die Mitglieder umgelegt werden können. Ehrenmitglieder sind hier, wie bei der AbsolventUM, von der Zahlung befreit.
Weitere gute Modelle für Zahlungsalternativen bieten die Fachhochschule Aachen mit Ihrer Gemeinschaft „Aachener Fachforum Wirtschaft e.V.“ sowie der Universität Marburg wo sich die Absolventen der Wirtschaftswissenschaften in einem Alumni-Club vereinigt haben. Bei ersterem erfolgt eine Untergliederung nach Studenten (je nach Zahlungsart 6 € bei Einzugsermächtigung bzw. 16 € bei Überweisung), Privatpersonen (25 € bzw. 35 €), Familienmitgliedschaft (35 € bzw. 45€) sowie einer Firmenmitgliedschaft in Höhe von mindestens 50 € pro Jahr.
Bei „Alumni Marburg e. V. entrichten Studenten 3 € und alle übrigen Mitglieder 20 € pro Jahr.
Hier wäre auch noch zu erwähnen, mit Blick auf die zu erwartenden Mitgliederzahlen des Alumni-Vereins der FH Jena, dass die Marburger innerhalb von acht Jahren insgesamt 500 Mitglieder akquirieren konnten.
Ausgewählte Aufnahmeanträge, die als Vorlage bzw. Orientierung des eigenen Entwurfs genutzt werden können, befinden sich im Anhang 14.
4. Ausgewählte Ergebnisse der statistischen Erhebung bei Absolventen und
Studenten der FH Jena
In diesem sehr wichtigen vierten Gliederungspunkt des Projektes sollen die doch sehr unterschiedlichen Meinungen der Absolventen und Studenten zu diversen Fragekomplexen analysiert werden.
Wie im folgenden Abschnitt deutlich wird, sind weder alle Absolventen noch alle Studenten zu einem bestimmten Typus zuzuordnen. Bei der Auswertung gab es viele unterschiedliche Einschätzungen, Meinungen, und Standpunkte. Zum Beispiel unterscheiden sich sowohl Ehemalige als auch Studenten oft stark in ihren Äußerungen über Zufriedenheit mit der FH Jena. Viele sind auch indifferent in punkto Kontaktgestaltung. Doch die Einzelheiten der Befragung sollen Gegenstand der kommenden Ausführung sein.
Es wurde versucht, trotz der vielen unterschiedlichen Antworten der Studenten und Absolventen einen Trend ausfindig zu machen, welche Leistungen von den Befragten in einem Alumni-Netzwerk präferiert werden, um allgemeingültige Aussagen zu generieren und Empfehlungen für den Aufbau eines Alumni-Netzwerkes geben zu können.
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Arbeit zitieren:
Sebastian Eckhardt, Karin Danz, Peggy Schütze, Claudia Kraus, 2004, Alumni-Netzwerk an der FH Jena, München, GRIN Verlag GmbH
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