Einleitung
Diese Ausarbeitung behandelt das Thema „Die traditionelle Kleinfamilie“.
Dabei möchte ich zunächst versuchen eine Definition des Begriffes “Familie“ zu finden und zu beantworten, ob es überhaupt die Familie gibt. Anschließend werde ich einen historischen Rückblick auf die Familie werfen, ihre Entwicklung im Laufe der Jahre aufzeigen, um zuletzt einen eventuellen Funktionsverlust bzw. Funktionsentlastung festzustellen.
Zum Schluß der Hausarbeit wage ich einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
1. Definition des Begriffes Familie
Gleich bei der grundlegenden Definition des Begriffes “Familie“ treten die ersten Schwierigkeiten auf. Was versteht man eigentlich unter einer Familie? Gibt es die Familie überhaupt? Was ist schon eine Familie und was ist noch eine Familie?
Bei näherer Untersuchung stellt man fest, daß sich das Wort “Familie“ erst seit dem 17. Jahrhundert im deutschen Sprachgebrauch verbreitete, ausgehend von dem französischen Wort “famille“. Dieser neue Begriff ersetzte den älteren Gebrauch des “Hauses“. Damit wird also schon deutlich, daß die gesamte Gemeinschaft eines Hauses in der Familie bezeichnet werden sollte, eine Einheit zu der auch das Gesinde gehörte. Auf näheres werde ich in dem historischen Rückblick noch weiter eingehen.
Aber man sieht schon das Problem dieser Definition. Es wird nur von zusammenwohnenden Personen gesprochen, ohne damit im geringsten unserer heutigen Auffassung von Familie zu entsprechen. Nicht die Kernfamilie wird dadurch definiert, sondern die “große Haushaltsfamilie“.
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Betrachten wir nun einmal heutige Definitionen des Begriffes “Familie“. So heißt es: „ Eine Familie ist im weitesten Sinne eine Kleingruppe mit einem spezifischen Kooperations- und wechselseitigem Solidaritätsverhältnis, deren Hauptaufgabe in der biologischen und sozialen Reproduktion der Gesellschaftsmitglieder besteht ( Meyer (1996): Die Sozialstruktur Deutschlands, S.306). Oder die Feststellung Neidhardts: „ Aus einer Ehe wird eine Familie aber erst dann, wenn die Ehepartner zu Eltern werden“(Neidhardt (1975): Die Familie in Deutschland, S.9). Daraus ergibt sich dann wieder das Problem, ab wann man eine “Gruppe“ eine “Familie“ nennen kann.
Es läßt sich also abschließend keine eindeutige Definition der “Familie“ finden, zum einen da ihre historische Entwicklung viele verschiedene Formen hervorgebracht hat und zum anderen weil jeder etwas anderes unter dem Begriff versteht. So bildet für einige schon ein Paar, ob nun hetero- oder homosexuell, eine Familie, während andere der Meinung sind, daß mindestens ein Kind dazu gehört.
2. Historische Entwicklung
Wie schon in der Einleitung erwähnt, existiert eine große Formenvielfalt der Familie und dieses nicht nur “historisch hintereinander“, sondern auch nebeneinander. Das heißt also, „um die Eigenart dieser Epochen, ihre jeweilige Gestalt einfangen zu können, bedient sich die Darstellung eines erprobten Hilfsmittels, der Typisierung. Sie zielt dabei nicht auf Idealtypen (...) ab, die eine gedanklich übersteigerte Wirklichkeit zu zeichnen versuchen, sondern auf Realtypen (Egner: Epochen im Wandel des Familienhaushaltes. in: Rosenbaum (1978): Seminar -Familie und Gesellschaftsstruktur, S.92/93). Ich werde mich demnach auf die vorherrschenden Familienformen beschränken.
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2.1. Die vorindustrielle Großfamilie Es handelte sich bei dieser Form um eine erweiterte Lebensgemeinschaft, die alle in einem Haus lebenden Personen umfaßt. In der Regel gehörten dazu drei Generationen. das heißt, Großeltern, Eltern und Kinder zählten dazu. Hinzu kam dann noch das Gesinde.
Für diese Großfamilie war also „ein Zusammenleben in der ganzen Sippe“ charakteristisch(Bahrt: Wandlungen in der Familie. in: Claessens, Milhoffer (1980): Familiensoziologie- Ein Reader als Einführung, S.144).
Da die Familie auch eine Art der Arbeitsorganisation darstellte, wie die Integration des Gesindes - oder bei Handwerkern Gesellen und Lehrlinge - zeigte, kam der “Arbeit“ im weitesten Sinne eine große Bedeutung zu; sie war das verknüpfende Glied. Das heißt, die räumliche und soziale Einheit von Wohn- und Arbeitsstätte war entscheidend. So war die Familie eher eine “Produktionsgemeinschaft“ als eine gefühlsmäßig verwandtschaftliche Verbindung.
Es stellt sich natürlich die Frage, ob es für die Magd oder den Knecht zum Beispiel keine “richtige Familie“ gab. Was wurde unternommen, wenn der Knecht heiratete? War dies eine eigenständige Familie? Da der damalige Begriff der Familie eben als Großfamilie gedacht war, kann man hierbei wohl eher von einem Nebensystem der Familie sprechen, d.h. diese Menschen waren eingebunden in die erweiterte Großfamilie und verzichteten auf ihre “eigene kleine Familie“. Versucht man nun den Begriff der Familie etwas enger zu fassen, das heißt, nur Hausherr, Frau und Kinder dazuzuzählen, also verwandtschaftliche Kriterien zu wählen und den Rest als “familienfremd“ zu bezeichnen, treten sogleich Probleme auf. Am Beispiel der Kinder läßt sich dieses veranschaulichen. So wiesen die Geschwister teilweise große Altersunterschiede auf und auch die Altersdifferenz der Eltern zum Kind war manchmal zu gering, als daß sie die biologischen Eltern sein könnten. Und obwohl nun also keine
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Arbeit zitieren:
2001, Die traditionelle Kleinfamilie – Aufgaben und Lebensweisen, München, GRIN Verlag GmbH
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