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Buchrezension
Die Autoren des Buches „Texte bearbeiten, bewerten und benoten“ sind Dr. Ingrid Böttcher, Mitarbeiterin am Germanistischen Institut der RWTH Aachen, sowie Dr. Michael Becker-Mrotzek, der als Professor für Deutsche Sprache und ihre Didaktik an der Universität Köln tätig ist.
Das Buch erschien in seiner ersten Auflage im Jahr 2003 beim Verlag Cornelsen Scriptor, Berlin.
Ausgehend von Ergebnissen der modernen Schreibforschung und der Forderung nach einer prozessorientierten Schreibdidaktik zeigen die Autoren Dr. Ingrid Böttcher und Dr. Michael Becker-Mrotzek in diesem Buch innovative Möglichkeiten zur Bearbeitung, Bewertung und Benotung von Schülertexten in der Grundschule auf. Drei zentrale Perspektiven finden bei ihren Überlegungen Berücksichtigung: Erstens die der Schüler mit ihren aus dem jeweiligen Stadium ihrer Schreibentwicklung resultierenden Fähigkeiten und Bedürfnissen, zweitens die des Lehrers als Berater von Schreibprozessen und drittens die des Schreibens als komplexe Handlung selbst.
Das Buch bietet Anregungen, Schreibanfänger durch assoziative, freie, kooperative und kreative Schreibaufgaben und durch eine motivierende Schreibsituation bei den ersten Schritten zu einer umfassenden Schreibkompetenz begleitend zu unterstützen.
Darstellung finden hierbei solche Unterrichtsimpulse, die es den Schülern ermöglichen, in einem offenen und kommunikativen Unterricht individuelle Schreiberfahrungen zu machen und Sprache im Umgang mit ihren eigenen Texten aktiv zu entdecken. Gleichzeitig beabsichtigen die hier beschriebenen Verfahren, Assoziations- und Ausdrucksfähigkeit, Dialogfähigkeit, Imaginationskraft und Kreativität der Kinder aufzubauen und zu fördern. Theoretische Hintergrundinformationen, welche die Vorschläge Böttchers und Becker-Mrotzeks begründen, werden ergänzt durch zahlreiche konkrete Unterrichtsideen, die den Leser ermutigen, die dargestellten Verfahren in die eigene Unterrichtspraxis zu integrieren.
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Inhaltlich gliedert sich das Buch in zwölf Kapitel, welche fünf größere
Themenbereiche behandeln; hierbei wählen die Autoren einen für das Verständnis des Lesers sinnvollen Aufbau: Theoretische Grundlagen zum Schreiben, zu Textarten und zu schreibdidaktischen Aspekten stellen den Ausgangspunkt für die weiteren Ausführungen zur Entwicklung von Schreibkompetenz im Grundschulalter, zur Textbewertung und -beurteilung und abschließend zur Benotung von Schülertexten bzw. dazu alternativen Verfahren dar.
Das erste Kapitel schafft einen Überblick über die historische Entwicklung der
Schreibdidaktik; die Autoren stellen hierbei vom Sprachunterricht des 18. Jh. bis hin zur „kommunikativen Wende“ der 1970-er Jahre und aktuellen Tendenzen die jeweils epochentypischen Aufsatzformen und die damit beabsichtigten Lernziele dar. Auf diese Weise wird dem Leser Einsicht geboten in die Begründung und die Anliegen der modernen Schreibforschung, an denen sich auch Böttcher und Becker-Mrotzek orientieren: Dem Schaffen einer prozessorientierten Schreibdidaktik, deren Ausgangspunkt die individuellen Lernbiografien und Entwicklungsprozesse der Schüler darstellen.
Im zweiten Kapitel wird dem Leser durch eine differenzierte Erläuterung der Kategorien Schrift, Text und Schreiben der Schreibbegriff transparent gemacht. Deren Beziehungen zueinander veranschaulichen sie anschließend am Modell von Flower und Hayes: Der komplexe Schreibprozess wird dem Leser hier durch eine ausführliche, auch graphische Darstellung der einzelnen Phasen (Schreibanlass, Entwicklung von Schreibmotivation und Schreibplan, Ausführung dieses Plans) nahe gebracht.
Das dritte Kapitel dient den Autoren dazu, den Leser in solche Methoden des Schreibunterrichts einzuführen, die einer prozessorientierten Schreibdidaktik gerecht zu werden versuchen. Begründung finden diese Verfahren (im Gegensatz zu den traditionellen Aufsatzarten) insbesondere durch ihren Anspruch, an die realistische soziale (Schreib-) Wirklichkeit der Schüler anzuknüpfen. In diesem Zusammenhang stellen Böttcher und Becker-Mrotzek folgende Verfahren vor: Das „Schreiben nach Textarten“, das „kreative Schreiben“, das „kooperative Schreiben“ sowie das „Schreiben in elektronischen Umgebungen“. Hierbei gehen die Autoren sehr
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detailliert vor und zeigen die Vorteile und Ziele solcher Verfahren auf: Es geht um die Bewältigung kommunikativer Anlässe, um Möglichkeiten des bewussten Planens, Reflektierens und Überarbeitens, um die Entfaltung von Ausdruckskraft und Imaginationsfähigkeit, um die Überwindung von Schreibblockaden und die Erhöhung von Schreibmotivation - Aspekte die den Leser insofern neugierig machen, als dass sie in der Unterrichtswirklichkeit des Schreibunterrichts oft kaum Beachtung finden.
Das vierte Kapitel behandelt neben den dem Prozess des Schreibens zweiten
Orientierungspunkt einer prozessorientierten Schreibdidaktik: Die Entwicklung der Schreibkompetenz. Böttcher und Becker-Mrotzek beschreiben hier übersichtlich vier grundlegende Phasen dieses Prozesses („Erste Schreibversuche“, „Orientierung am Erlebten“, „Orientierung an der Sache und am Leser“, „Literale Orientierung“), indem sie jeweils typische Teilkompetenzen, die in den einzelnen Phasen erworben werden, darstellen. Ergänzend hierzu findet der Leser Ausführungen zu den phasenspezifischen Schreibstrategien, -perspektiven und -mustern.
Im fünften Kapitel greifen die Autoren den zuvor skizzierten Prozess der
Schreibentwicklung erneut auf und zeigen daraus resultierende Konsequenzen für die Textbewertung und die Förderung der literalen Kompetenz der Schüler auf. Zunächst wird hierbei eingegangen auf Faktoren der Schreibentwicklung, die bei der Bewertung von Schülertexten zu berücksichtigen sind: Zeit, Unterstützung und Anregung von außen, interindividuelle Varianz und die Bedeutsamkeit angemessener Bewertungsmaßstäbe. Daran schließen sich sinnvollerweise Informationen zur Gestaltung von motivationsfördernden Schreibaufgaben undbedingungen an, denn diese wirken sich in erheblichem Maße auf die Schreibleistungen der Schüler aus.
Im sechsten Kapitel entwerfen Böttcher und Becker-Mrotzek einen für den Lehrer
sehr hilfreichen allgemeinen Kriterienkatalog zur Bewertung von Schülertexten. Hierbei gehen sie von Definitionen der Begriffe „Bewerten“, „Beurteilen“ und „Benoten“ aus. Merkmale, die sich zur Textbewertung eignen, greifen die Autoren aus dem „Züricher Textanalyseraster“ auf, welches in seinen Kernpunkten für den Leser auch kurz dargelegt wird. Der daraufhin von den Autoren vorgeschlagene Bewertungskatalog für Texte von Schreibern in der Schreibentwicklung orientiert sich
Arbeit zitieren:
Katrin Wolfmeyer, 2004, Buchrezension: Böttcher, Ingrid / Becker-Mrotzek, Michael: "Texte bearbeiten, bewerten und benoten. Schreibdidaktische Grundlagen und unterrichtspraktische Anregungen.", München, GRIN Verlag GmbH
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Michaela Kolb folgt nun Buchrezension: Böttcher, Ingrid / Becker-Mrotzek, Michael: "Texte bearbeiten, bewerten und benoten. Schreibdidaktische Grundlagen und unterrichtspraktische Anregungen."
Katrin Wolfmeyer hat den Text Buchrezension: Böttcher, Ingrid / Becker-Mrotzek, Michael: "Texte bearbeiten, bewerten und benoten. Schreibdidaktische Grundlagen und unterrichtspraktische Anregungen." veröffentlicht
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