Max Weber und Robert Michels: Ethik, Moral und der Berufspolitiker
Ich versichere, dass ich die anliegende Arbeit mit dem Thema: Max Weber und Robert
Michels: Stellenwert ethischen Handelns für den Berufspolitiker“ selbstständig verfasst
und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet habe.
Die Stellen, die anderen Werken dem Wortlaut oder dem Sinn nach entnommen sind,
habe ich auf jeden Fall durch Angaben der Quelle, auch der Sekundärliteratur, als
Entlehnung kenntlich gemacht.
Greifswald, den ____________________________________
Max Weber und Robert Michels: Ethik, Moral und der Berufspolitiker
Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung 4
2. Begriffsklärung Ethik und Moral 5
3. Max Weber 7
3.1 Vorbemerkungen 7
3.2 Das Gebiet ethischer Fragen 7
3.3 Leidenschaft, Verantwortungsgefühl, Augenmaß vs. Eitelkeit 8
3.4. Ethos der Politik als Sache 9
3.5. Gesinnungsethiker vs. Verantwortungsethiker 10
3.6. Die ethischen Paradoxien der Politik 11
3.7. Zusammenfassung 12
4. Robert Michels 14
4.1 Vorbemerkungen 14
4.2 Ethik als Angriffswaffe 15
4.3 Das Wesen der politischen Kaste 15
4.4 Das Wesen der Organisation 16
4.5.Das Ethos der Führer und der Massen 17
4.6 Zusammenfassung 17
5. Schlussbetrachtung 19
5.1. Der Stellenwert guten und gerechten Handelns 20
6. Abstract / Zusammenfassung 23
7. Literaturverzeichnis 25
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Max Weber und Robert Michels: Ethik, Moral und der Berufspolitiker
1. Einleitung
Im Wahlkampf 2002 lehnte Bundeskanzler Gerhard Schröder die Beteiligung deutscher Truppen an einem (damals noch) möglichen Krieg gegen den Irak prinzipiell ab. Bei öffentlichen Auftritten äußerte Gerhard Schröder immer wieder, dass es für ihn eine moralische, eine ethische Frage sei, ob deutsche Soldaten am Irak Krieg beteiligt sein sollen oder nicht. Und er entschied sich gegen ihre Beteiligung. Es ist jedoch fraglich, ob Gerhard Schröder sich aus wahltaktischen Gründen, die nichts als den Machterhalt im Auge haben, oder tatsächlich aus seiner inneren Überzeugung für ein solch klares „Nein“ entschied. Dies lässt sich nicht klären. Tatsache ist, dass Gerhard Schröder von den Wählern im Amt bestätigt wurde - auch, weil sie seine Überzeugung von einer Politik ohne Waffengewalt teilten, oder diese sie beeindruckte. Ob und wie Ethik und Moral in der Politik überhaupt eine Rolle spielen ist eine Frage, der sich bereits Max Weber in seiner Rede „Politik als Beruf“ und Robert Michels in „Masse, Führer, Intellektuelle. Politisch soziologische Aufsätze“ stellen. „Wie aber steht es mit der wirklichen Beziehung zwischen Ethik und Politik? Haben sie, wie man gelegentlich gesagt hat, gar nichts miteinander zu tun“? (Weber: 67). Ihre Antworten fallen unterschiedlich aus. So ist es Ziel dieser Arbeit, die unterschiedliche Bedeutung, die Max Weber und Robert Michels der Überzeugung eines Berufspolitikers von ethischen und moralischen Prinzipien beimessen, herauszuarbeiten. Hierzu bedarf es in einem einführenden Kapitel zunächst der abstrakten Begriffsklärung von Ethik und Moral, losgelöst von der Auffassung beider Wissenschaftler. Auch soll hier die Bedeutung der beiden Begriffe aus dem Bereich der Philosophie für politische Entscheidung geklärt werden. In den folgenden beiden Abschnitten dieser Arbeit werden die Betrachtungsweisen von Weber und Michels dargestellt. In einer Schlussbetrachtung werden die wichtigsten Erkenntnisse
zusammengefasst, und gegenübergestellt.
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Max Weber und Robert Michels: Ethik, Moral und der Berufspolitiker
2. Ethik und Moral - Begriffsklärung
Es ist nicht Aufgabe dieser Arbeit, einen Überblick über die vielen verschiedenen bestehenden Ethiken und Moralvorstellungen zu liefern. Eine solche Arbeit wäre dem Gebiet der Philosophie zuzuordnen. Vielmehr soll in dieser Arbeit der Einfluss von Ethik und Moral auf das tägliche Wirken und Handeln eines Berufspolitikers allgemein erklärt werden. In diesem einführenden Teil dient ausschließlich der Begriffsklärung. Die Ethik versucht festzustellen, was gutes, was schlechtes Handeln ist. Somit liefert die Ethik dem Menschen eine Handlungsmaxime für das tägliche Leben. Grundlage hierfür sind die menschlichen Werte, Normen und die allgemeine Moral. Zentrale Probleme der Ethik betreffen die Motive, die Methoden und die Folgen des menschlichen Handelns. Abhängig von der Gewichtung dieser drei Aspekte, sowie der Quelle der ethischen Normen ergeben sich sehr unterschiedliche Ethiken.
Während die Ethik auf absoluten Maßstäben aufzubauen sucht, hat Moral „teilweise faktische Ursprünge (Ekel, Hass, Angst)“ 1 . Auch ist sie kultur- und gesellschaftsabhängig. So kann Ethik auch als ein Nachdenken über Moral verstanden werden.
Eine Teildisziplin der Ethik, die für eine politikwissenschaftliche Arbeit in Frage kommt, i st die politische Ethik. Sie untersucht Normen und Normensysteme sowie gutes und gerechtes ethisches Handeln in der Politik. Dies ist eine logische Verbindung (zweier Wissenschaften), bezeichnet Politik doch "Allgemein jegliche Art der Einflussnahme und Gestaltung sowie die Durchsetzung von Forderungen und Zielen, sei es in privaten oder in öffentlichen Bereichen" (Schubert/Klein: 2001).Gestaltet wird Politik hauptsächlich von Politikern. Da auch diese unter die Kategorie Mensch fallen, können sie - die in besonderer Abhängigkeit der Wertvorstellungen der Gesellschaft stehen - sich den Handlungsmaximen aus Ethik und Moral nicht entziehen. So kann man sagen, das ethische und moralische
Wertvorstellungen bei jeglicher Art der Einflussnahme und Gestaltung sowie bei der Durchsetzung von Forderungen und Zielen zwingend eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen.
1 http://de.wikipedia.org/wiki/Moral; letzter Abruf: 10.03.05
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Max Weber und Robert Michels: Ethik, Moral und der Berufspolitiker
Sprechen nun Max Weber und Robert Michels von der Ethik oder Moral eines Berufspolitikers, so ist von der Bedeutung dieser beiden Wörter im oben gena nnten Sinne auszugehen. Dies als Grundlage der Betrachtung zu Hilfe nehmend, steht diese Arbeit unter dem Aspekt: Welchen Stellenwert hat eine Überzeugung von gutem und gerechtem Handeln für den Beruf des Politikers im Sinne der beiden Autoren?
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Max Weber und Robert Michels: Ethik, Moral und der Berufspolitiker
3. Max Weber
3.1 Vorbemerkungen
Als ausschließliche Textgrundlage dient Max Webers in Textform gefasste Rede „Politik als Beruf“ aus dem Jahre 1919. Dies mag befremden, hat sich Max Weber doch mit dem Begriff der Ethik in mehreren seiner z ahlreichen Werke befasst. Als Beispiel sei seine im Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik erschienene Arbeit zur protestantischen Ethik und der Geist des Kapitalismus 2 angeführt. Beispiel deswegen, da bereits der Titel verrät, das es Weber hier nicht um Berufspolitiker und Tagespolitik gehen kann. Dezidiert mit dieser Thematik beschäftigt er sich nur in Politik als Beruf. Es soll sich daher im Folgenden darauf beschränkt werden. Um den Lesefluss zu erleichtern, werden die aus diesem Werk zitierten Stellen nur mit den Seitenzahlen in Klammern angegeben. Auf weitere verwendete Texte wird in Fußnoten hingewiesen.
3.2 Das Gebiet ethischer Fragen
Spät betritt Weber „das Gebiet ethischer Fragen“ - auf Seite 61 in einem nur 80 Seiten „starken“ Werk. Er fragt, wer berechtigt sei, Macht und Verantwortung in den Händen zu tragen, denn: Politik gibt ein Gefühl von Macht und Einfluss, schafft ein Bewusstsein „von Einfluss auf Menschen, von Teilnahme an der Macht über sie, vor allem aber: das Gefühl, einen Nervenstrang historisch wichtigen Geschehens mit in den Händen zu halten, über den Alltag hinauszuheben“ (S.61).
Zentrale Kategorie Webers Betrachtung ist also der Umgang des Politikers mit Macht (oder dem Gefühl von Macht). Macht als einem „sehr spezifischen Mittel, hinter dem Gewaltsamkeit steht“(S.68). Der Umgang mit d iesem Mittel unterscheidet Weber zufolge auch die Ethik, die sich ein Politiker zur Ausübung seiner Tätigkeit zu Nutzen machen sollte von der, die in anderen Bereichen des Lebens ihren Einfluss ihre Gültigkeit hat (S. 66ff).
2 Weber, Max 1905: Die protestantische Ethik und der „Geist“ des Kapitalismus. In: Archiv für
Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, 20. Bd., Heft 1, S. 1-54; 21. Bd. Heft 1, S. 1-110
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Arbeit zitieren:
Peter Eitel, 2005, Max Weber und Robert Michels: Ethik, Moral und der Berufspolitiker, München, GRIN Verlag GmbH
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