Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
2. Jugoslawien, von den Anfängen bis 1997 5
2.1 Kurzer historischer Abriss bis 1980 5
2.2 Jugoslawien nach Tito 9
3. Der Krieg im Kosovo 21
3.1 Gescheiterte Verhandlungen 21
3.2 Die Nato im Kosovo Krieg 24
3.3 Die Rolle und Interessen der NATO
und deren Mitglieder 27
4. Nachkriegszeit im Kosovo 28
4.1 Friedenssicherung 30
4.2 Aktuelle Entwicklungen 31
5. Fazit 35
6. Quellenangaben 39
6.1 Bibliographie 40
6.2 Internetquellen 41
„Der Frieden ist nicht alles,
aber ohne Frieden ist alles nichts “
Willy Brandt
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1. Einleitung
Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhundert s ist geprägt von unzähligen Konflikten und grausamsten Berichterstattungen aus dem Balkan. Noch heute sind das ehemalige Jugoslawien und die Ereignisse aus fast zehn Jahren Krieg Diskussionsgrundlage für Politik und Wissenschaft. Gerade der jüngste Konflikt in der Provinz Kosovo läutete unzählige Debatten auf internationaler Ebene ein. Auch derzeit sind die unterschiedlichsten Aspekte des Krieges nicht eindeutig und die Gründe für ein Jahrzehnt Krieg sind fraglich. Der Balkan ist eine Region mit den unterschiedlichsten ethnischen Gruppierungen, die auch im Laufe der Jahrhunderte nicht zusammen wachsen konnten. Schon das vergangene Jahrtausend war immer wieder belastet durch die unterschiedlichsten Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Völkern. Es ging immer wieder um die Eroberung von Land und die Machtansprüche der einzelnen Länder und Völker, besonders zu Zeiten der Völkerwanderung und der Ausbreitung des Osmanischen Reiches. Auch haben hier die unterschiedlichen Religionen wohl ihren Beitrag geleistet. Als dann die verschiedenen Länder eins werden sollten und nationalistische Bestrebungen immer stärker wurden, entstanden wiederum neue Konflikte und Bestrebungen der jeweiligen Herrscher. Im 20. Jahrhundert bestimmte eine neue Ideologie und Herrscher das Land, und Jugoslawien wurde kommunistisch regiert . Tito war interessiert an einem einheitlichen Land und Volk und versuchte immer wieder, die verschiedenen Gruppierungen ein zu beziehen. Nach seinem Tod schienen jedoch die ethnischen Unterschiede erneut zu wachsen, was sich besonders auch bei der Regierungsbildung immer wieder zeigte. Die Milosevic-Ära ist scheinbar der Zusammenbruch des ehemaligen Jugoslawiens. Jeder meldete nach und nach Abspaltungsinteressen an. So auch das Kosovo. Doch diese Interessen wurden gänzlich missachtet.
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Die serbische Regierung schien keinen territorialen Verlust zu akzeptieren und die Auseinandersetzungen zwischen den
verschiedenen Völkern wurden immer Größer, als dann zu Beginn der 90er Jahre ein Bürgerkrieg ausbricht. Dieser endet eigentlich erst 1999 mit den Ausschreitungen im Kosovo und dem NATO-Lufteinsatz in der Provinz.
Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf dem Kosovo-Konflikt, da dieser vor allem von den Westmächten dominiert wurde. Bei diesem Konflikt ging um ethnische und religiöse Auseinandersetzungen in Form eines Bürgerkrieges. Die NATO beurteilte diesen jedoch als so enorme „humanitäre Katastrophe“, dass ein Einschreiten dieser nicht zu verhindern war.
In unserer Arbeit soll nun erörtert werden, in wie weit die Begründung der NATO ausschlaggebend für einen Militärschlag im Kosovo war, und ob vielleicht auch andere Beweggründe der vereinzelten Mitgliedsstaaten eine Rolle spielten. Hier sind für uns besonders die Interessen der USA und Deutschlands hervor zu heben, da gerade hier einige Widersprüche in der Begründung für eine Intervention zu finden sind. Hierfür werden wir zu Beginn der Arbeit die Geschichte des Landes erläutern, um die ethnischen Veränderungen auf dem Balkan zu verdeutlichen. Schließlich scheinen die vergangen Jahrhunderte die Grundlage für die heutigen Konflikte geschaffen zu haben. Im nächsten Schritt gehen wir auf die Kriegschronologie ein, um den Kosovo-Konflikt vor dem Hintergrund der vorhergegangenen Ereignisse besser betrachten zu können. In Punkto Kosovo-Krieg an sich, interessieren uns natürlich die verschiedenen Ereignisse, und die Hintergründe der einzelnen Akteure, da hier zwei Kriege in einem geführt werden. Zum Schluss gehen wir noch auf die aktuelle Situation im Kosovo ein, mit besonderem Hinblick auf die verschiedensten Quellen und Berichterstattungen.
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2. Jugoslawien, von den Anfängen bis 1997
2.1 Kurzer historischer Abriss bis 1980 (Hasberg)
Im 5. Jahrhundert nach Christi beginnt eine große Völkerwanderung der Slawen, welche sich im 6. Jahrhundert den Balkan erreichen und sich in Makedonien, Griechenland, Thrakien und Dalmatien nieder lassen. In der Folgezeit bilden sich hieraus neue Stämme und Völker, bedingt durch die weitläufige Verbreitung der Slawen. So werden diese nachher in Ost-, West- und Südslawen unterteilt. Die Gruppe der Südslawen bilden die Slowenen, Kroaten, Serben, und Bulgaren. 1 Im 9. und 10. Jh. findet man erste Hinweise auf die Existenz von Albanern und Serben im heutigen Kosovo. Bis zum 12. Jh. gehört das Kosovo zum byzantinischen Reich. 2 Zu Beginn des 14. Jh. fällt das Kosovo unter serbische Macht, bis zum Juni 1389, als die Serben den Osmanen bei der Schlacht auf dem Amselfeld unterliegen. Doch erst 1455 gerät das Gebiet voll unter osmanische Herrschaft. Die kommenden Jahrhunderte sind vor allem geprägt durch Aufstände gegen die Osmanen, seitens fast aller Völkergruppen am Balkan. Im Laufe des 19. Jahrhunderts erkämpfen sich die einzelnen Länder ihre Unabhängigkeit zurück. Mitte der 1870er Jahre begannen Aufstände gegen die osmanischen Herrscher, woraus sich zuerst ein Krieg der Serben und Montenegriner gegen die Türken und später ein russisch-türkischer Krieg entwickelte. Erst 1878, mit dem Frieden von San Stefano, nach Ende des Krieges, wurde eine neue Ordnung ausgehandelt. Serbien, Montenegro und Rumänien werden
unabhängig, in weiteren Verhandlungen wird es den Habsburgern gestattet, Bosnien-Herzegowina zu besetzen. Eine starke serbische Minderheit im habsburgischen Reich strebt nach Unabhängigkeit, wird jedoch enttäuscht, als die Habsburger 1908 Bosnien-Herzegowina
1 Wimmer/ Braun/Spiering: Brennpunkt Jugoslawien. S. 17 ff.
2 Maliqi, Shkelzen: Die politische Geschichte des Kosovo. In: Melcic, Dunja (Hrsg.): Der Jugoslawien-Krieg.S. 121.
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annektieren. 1912 begann der erste Balkan Krieg, in dessen Verlauf es Verbündeten gelang, die letzten türkischen Streitkräfte zu vertreiben. Im Dezember 1912 kapitulierten die Türken. Im Jahre 1914 wird Franz Ferdinand in Sarajevo erschossen, und damit der 1. Weltkrieg ausgelöst. Im Verlauf dieses Krieges wurde das Kosovo weiterhin immer wieder unterschiedlich besetzt. Erst mit dem Vertrag von Ankara 1925 konnten sich Albaner und Serben scheinbar auf feste Grenzen einigen. 3
Am 1. Dezember 1918 gründet sich das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das erste Jugoslawien. Am 28. November 1920 findet die Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung statt. Maßgeblich wird diese danach von serbisch-nationalistischen Parteien dominiert. Die Kommunistische Partei wird verboten und völlig in die Illegalität gedrängt. Der Verfassungsentwurf von 1921 sieht eine enorme Machtfülle für den Monarchen vor. Bei der Abstimmung über diesen Entwurf blieben fast alle Regierungsvertreter der Kroaten, Slowenen und Dalmatiner aus Protest fern. Im weiteren Verlauf brechen immer wieder Konflikte vor allem zwischen Kroatien und Serbien auf, bedingt durch die Dominanz und Bevorzugung Serbiens. Im Zuge diesen Auseinandersetzungen wird 1928 Stjiepan Radic, der Anführer der kroatischen Bauernpartei ermordet. Als Konsequenz auf diesen Konflikt zwischen Serben und Kroaten, setzt König Alexander 1929 die Verfassung außer Kraft und entlässt das Parlament. Die Königsdiktatur Jugoslawien beginnt. Um seine Regierung zu rechtfertigen, erlässt er jedoch 1931 eine neue Verfassung und setzt ein Scheinparlament ein, gesteht sich selbst aber immer mehr Macht zu. Während dieser Jahre der Diktatur wird der Konflikt zwischen Serbien und Kroaten weiter geschürt, und politische Entscheidungen zu Gunsten der Serben getroffen. Am 9. Oktober 1934 wird König Alexander bei einem Staatsbesuch in Frankreich erschossen. Sein Nachfolger, Prinz Paul Karadjordjevic, versucht die Politik innerhalb
3 Wimmer/Braun/Spiering: Brennpunkt Jugoslawien. S. 18 ff.
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des Regentschaftsrates fort zu setzen. 1939 kommt es zu einer Annäherung eines Regierungschefs mit dem Nachfolger von Stjepan Radic, Vlado Macek, und Kroatien erhält ein Maß an Autonomie wie kein zweites Volk innerhalb Jugoslawiens. Im Winter 1941 nimmt der Druck seitens Deutschlands zu, dem Dreimächtepakt bei zu treten. Nach drei Monaten unterzeichnet der Regierungschef den Beitritt. Die Verärgerung der Serben nimmt immer weiter zu, so auch die Putschversuche gegen den Prinzregent Paul. Sie lassen den Sohn König Alexanders volljährig erklären und setzen ihn an die Spitze des Kabinetts. Doch ein Austritt aus dem Dreimächtepakt lässt sich dennoch nicht herbeiführen, so kommt es einen Monat nach dem Einmarsch der Deutschen 1941 zur Unterzeichnung der Kapitulation. Hitler versucht Jugoslawien zu zerstören und setzt die Grenzen völlig neu an. Er sucht die Zusammenarbeit mit der kroatisch-nationalistischen U stascha-Bewegung, welche strengstens gegen alles Serbische kämpfen. Gleichgesetzt wird diese Gruppierung mit der serbischen Cetnik, welche ähnliche Bestrebungen für Serbien verfolgen. Jedoch kann der Sieg, des immer stärker werdenden Anführer der Kommunisten, Josip Broz (Tito) nicht verhindert werden. Dieser kämpft während des 2. Weltkriegs nicht nur gegen die Ustasche und Cetnici-Bewegung, sondern maßgeblich gegen die Deutschen. Des Öfteren bittet er Stalin um Unterstützung, welche jedoch aus blieb. Erst 1943 beschließen die Alliierten die Unterstützung der Cetnicis zu beenden und erkennen Tito als Widerstandskämpfer an. Mit Hilfe der roten Armee 1944 erobern die Partisanen Titos Serbien.
Schon 1943 legt Tito den Grundstein für ein neues Jugoslawien, in dem sich auf sein anraten der „antifaschistische Rat der Volksbefreiung Jugoslawiens“ (AVNOJ) konstituiert und eine provisorische Regierung bildet. Die ersten Wahlen 1945 fallen mit über 90 Prozent für die KPJ aus. Es werden Gesetze zur Versammlungsfreiheit erlassen, welche jeglichen Aktivitäten
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außerhalb der Einheitsfront untersagen. Am 29. November 1945 wird die Monarchie abgeschafft und die „Föderative Volksrepublik Jugoslawien“ ausgerufen. 1946 nimmt die Versammlung die neue Verfassung an, wandelt sich selbst in ein neues Parlament um, und ernennt die erste Regierung unter Josip Broz Tito. Die gesamte Industrie, die Banken und Bergwerke werden verstaatlicht. Das Land wird neu verteilt und die Planwirtschaft wird eingeführt. 1948 erfolgt ein endgültiger Bruch zwischen Tito und Stalin, welche Wirtschaftsblokaden für Jugoslawien mit sich bringen. Alle Gegner seines Regimes werden nach und nach verfolgt und auf die Insel Goli Otok verbannt. 4
In der Region Kosovo bleibt nach wie vor Unruhe bestehen. Die Serben versuchen die Albaner zu vertreiben, ein Beispiel für die Ausmaße dieser Vertreibung zeigt die Anklageliste gegen den 1966 zurück getretenden Innenminister Aleksandar Rankovic. In den siebziger Jahren unterstützt Tito das Modell einer Föderalisierung Jugoslawiens, und gesteht auch den Regionen Kosovo und Vojvodina als gleichberechtigte konstitutive Elemente der Föderation eine Verfassung, ein Parlament, eine Regierung, etc. zu. Dennoch gilt das Kosovo nach wie vor als Teil Serbiens und Albaner werden höchsten als nationale Minderheit anerkannt. In diesem Jahrzehnt versucht Tito immer mehr Gleichberechtigung im Kosovo erzustellen. 5 Trotz all seiner politischen und wirtschaftlichen Reformen vermag Tito nicht, eine Einheit in seinem Land herzustellen. Gerade im Kosovo gibt und gab es über die Jahrhunderte hinweg immer starke Unruhen, welche sich noch einmal stark ein Jahr nach Titos Tod 1980 zeigen und Vorboten für die Masse an Bürgerkriegen im gesamten Jugoslawien einige Jahre später darstellen. 6
4 Wimmer/Braun/Spiering: Brennpunkt Jugoslawien. S. 28 - 45.
5 Steindorff, Ludwig: Zwischen Aufbruch und Repression: Jugoslawien 1945-1966. In: Melcic, Dunja (Hrsg.): Der Jugoslawien-Krieg. S. 191 ff.
6 Wimmer/Braun/Spiering: Brennpunkt Jugoslawien. S. 54.
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Arbeit zitieren:
Ruth Hasberg, Britta Siebel, 2005, Der Kosovo-Konflikt, München, GRIN Verlag GmbH
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