II
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 1
II. Habitus 2
III. Klasse 3
IV. Feldtheorie 4 - 8
1. Kapital 4/5
2. Feld 5 - 7
3. Sozialer Raum 8
V. Das Feld des Journalismus 9 - 11
VI. Stellungnahme 12/13
VII. Literatur 14
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I. Einleitung
Mit seinem Konzept der Feldtheorie greift Pierre Bourdieu auf ein soziologisches Theoriekonstrukt zurück, das bereits aus dem Begriff der Figuration von Norbert Elias bekannt ist.
Gegenstand des Feldes bzw. der Figuration ist es - knapp zusammengefaßt - , zu untersuchen, wie Gruppen von Akteuren sich finden, untereinander Netzwerke und Abhängigkeiten schaffen, welche spezifische (Sinn-)Regeln innerhalb dieser herrschen, welche Ziele verfolgt werden.
Um den Begriff des Feldes hinreichend zu verstehen, soll sich diesem schrittweise genähert werden, wobei die einzelnen Schritte gleichsam als Hintergrund zur Feldtheorie zu sehen sind.
In Kapitel II wird zunächst kurz auf den Begriff des Habitus, wie Bourdieu ihn versteht, eingegangen, denn die Feldtheorie wird gemeinhin als Erweiterung des Habitusbegriffs verstanden.
In Kapitel III wird ausgehend von Habitus der Begriff der (sozialen) Klasse dargestellt. Klassen produzieren bzw. stellen die Grundlage für bestimmte Felder. In Kapitel IV ist dann auf den Begriff des Feldes dann einzugehen, nachdem Habitus und Klasse bereits expliziert worden sind.
In Kapitel V soll dann der theoretische Teil im praktischen Licht erhellt werden, indem das Feld des Journalismus unter der Prämisse des Feldbegriffs beleuchtet wird. In Kapitel VI möchte ich abschließend kurz Stellung beziehen und die Relevanz der Feldtheorie zu bewerten.
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II. Habitus
Bourdieu liefert für sein Habitus-Konzept eine komplexe Definition: „Die für einen spezifischen Typus von Umgebung konstitutiven Strukturen (etwa die Klasse charakterisierenden materiellen Existenzbedingungen), die empirisch unter der Form von mit einer sozial strukturierten Umgebung verbundenen Regelmäßigkeiten gefaßt werden können, erzeugen Habitusformen, d.h. Systeme dauerhafter Dispositionen, strukturierte Strukturen, die geeignet sind als strukturierende Strukturen zu wirken, mit anderen Worten: als Erzeugungs- und Strukturierungsprinzip von Praxisformen und Repräsentationen, die objektiv „geregelt“ und „regelmäßig“ sein können, ohne im geringsten das Resultat einer gehorsamen Erfüllung von Regeln zu sein; die objektiv ihrem Zweck angepaßt sein können, ohne das bewußte Anvisieren der Ziele und Zwecke und die explizite Beherrschung der zu ihrem Erreichen notwendigen Operationen vorauszusetzen, und die, dies alles gesetzt, kollektiv abgestimmt sein können, ohne das Werk der planenden Tätigkeit eines „Dirigenten“ zu sein“ (1976, 164f.).
Diese Definition läßt sich folgendermaßen interpretieren:
Habitus ist ein flexibles System von psychischen und physischen intuitiven Neigungen und Deutungsmustern, die dem Menschen innerhalb der Sozialisation erwachsen sind. Habitus ist gleichzeitig das Werk einer organisierten Aktion (opus operatum) als auch Werkzeug, Aktionen zu organisieren (opus operandi) (vgl.Bourdieu 1991, 281; Janing 1991, 30).
Das heißt Habitus wurde unter bestimmten Bedingungen erzeugt und diese bestimmten Bedingungen bedingen künftige Lernprozesse:
„Die Dichotomien, die in der Familie zur Beschreibung der sozialen Realität benutzt werden (oben/unten, Kultiviert/primitiv, arm/reich, unangemessene/ angemessene Lebensführung etc.) setzen sich als Basissätze für die Gestaltung aller späteren Praxis d es - hier idealtypisch betrachteten - Kindes und Individuums durch“ (Janing 1991, 31; vgl. Bourdieu 1991, 279).
Bourdieu zufolge ist Habitus träge, dies bezeichnet er mit dem Begriff Hysteresis-Effekt (Janing 1991, 33). Auch wenn der Mensch zwar über Weltoffenheit und
Lernbereitschaft verfügt, also nicht wie beispielsweise Tiere von Instinkten geleitet ist, so neigt er dazu, seine Verhaltensmuster größtenteils beizubehalten. Die grundlegende Struktur seiner habituellen Dispositionen bleibt erhalten und bestimmt die Praxis individuellen Handelns.
Ebenfalls wichtig für Bourdieu ist, daß Habitus klassenspezifisch erworben wird. Er ist zwar überzeugt, daß jede Sozialisation dazu führt, daß „Grundstrukturen einer Gesellschaft“ allen Mitgliedern einer solchen gemein sind und daher der „Aufbau einer gemeinsamen sinnhaften Welt, einer Welt des sensus communis“ (Bourdieu 1991, 730)
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m öglich ist, doch interessieren ihn mehr die „feinen Unterschiede“, die er in den sozialen
Klassen sieht
Arbeit zitieren:
Tomas Jerkovic, 2000, Die Feldtheorie Pierre Bourdieus, München, GRIN Verlag GmbH
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