Inhaltsverzeichnis
Seite
Einführung 3
Japans wirtschaftlicher Aufstieg und Fall 3
Gründe für Japans Lage 5
Politische Wege aus der Krise 7
Das Ausmaß der japanischen Krise 8
Japans Stärken 9
Der Umbruch und die treibenden Kräfte 10
Ergebnisse 11
Die zukünftige Marktstruktur und Wege zum Erfolg 11
Zusammenfassung 13
Ausblick 14
Literaturverzeichnis 16
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Einführung Japan wurde nie durch eine `ungefärbte Brille´ betrachtet – das bemerkte schon der preußische Gesandte Max von Brandt. Daran scheint sich auf den ersten Blick bis heute nur wenig geändert zu haben. Auch die wirtschaftlichen Erfolge, die das Land der aufgehenden Sonne kurz nach dem zweiten Weltkrieg erzielen und sogar auf den U.S. amerikanischen und die europäischen Märkte ausdehnen konnte, wurden gemeinhin eher als Wunder betrachtet, anstatt die Ereignisse einer gründlichen Analyse zu unterziehen. Natürlich gab es mehr als einen Deutungsversuch, es bleibt aber außer Zweifel, dass die Japanische Wirtschaftsmacht von mannigfaltigem Halbwissen umrankt ist.
Als in den 1990er Jahren die japanische Wirtschaft stagnierte, die sogenannte ´ bubble economy´ platzte, wurden sehr schnell Stimmen laut, die Japans bedeutende wirtschaftliche Rolle für ausgespielt erklärten.
Und tatsächlich dauert die Phase der Rezession an. Die Probleme der `faulen Kredite´ bleiben noch ungelöst und die angekündigten Reformen von Ministerpräsident Koizumi müssen erst umgesetzt werden oder greifen noch nicht.
Welche Rolle kann und wird Japan in der nahen Zukunft sowohl im asiatisch-pazifischen Raum als auch auf dem internationalen wirtschaftlichen Parkett spielen ? Dieser Frage möchte ich in meiner Arbeit nachgehen.
Japans wirtschaftlicher Aufstieg und Fall
Nach dem zweiten Weltkrieg lag die japanische Wirtschaft völlig danieder, die Infrastruktur des Landes war zu großen Teilen vernichtet – auch Japan erfuhr seine Stunde Null. Die japanische Regierung formulierte den wirtschaftlichen Aufschwung zum wichtigsten Ziel und große Anstrengungen wurden unternommen, Japan wieder aufzubauen. Der staatliche
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Protektionismus, der im Westen vor allem durch die Aktivitäten des MITI 1 ( Ministry of International Trade and Industry ) bekannt wurde, schien ein erfolgversprechendes Konzept. Japan wurde wieder zu einer Industrienation. Zuerst nur mit kopierten, standardisierten und billigen Produkten (z.B. Fotoapparaten, Radios), die die Märkte überschwemmten, später mit führenden Technologien und spezialisierten High- End Produkten (z.B. Faxgeräte, Halbleiter) in vielen Teilbereichen, schufen sich die Japaner Standbeine auch in den westlichen Märkten
Europa und den U.S.A.. Anfangs wurden die Japaner wieder als Musterbeispiel für Einsatzwille, Hingabe und Opferbereitschaft von den Industrienationen unterstützt, Technologien und Verfahrensweisen wurden vermittelt. Bald aber wurden die Japaner vor allem für die U.S.A zur `yellow peril´ - zur gelben Gefahr - ihr Erfolg besonders in der Automobilindustrie wurde stark angefeindet und forderte die U.S. amerikanischen
Unternehmen heraus, ihre Vorgehensweisen zu überdenken, zumal die Japaner es verstanden, den eigenen Markt vor ausländischen Importeuren gut zu schützen.
In den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts war Japan die Wirtschaftsmacht in der Welt.
Die Erfolgsfaktoren sind heutzutage immer noch umstritten (staatliche Eingriffe, Wirtschaftskonglomerate (keiretsu),etc), unstrittig ist aber, dass es zwei Seiten der japanischen Medaille gibt. Da sind die höchst erfolgreichen, global agierenden Firmen, die auch auf den westlichen Märkten ihre feste Stellung innehaben und daneben die Unzahl von Klein- und mittelständischen Unternehmen, die als Zulieferer hauptsächlich auf dem eigenen
Markt und unter wesentlich schlechteren Grundvoraussetzungen operieren 2 . In nur wenigen Industriezweigen befinden sich die exportstarken Vorzeigeunternehmen Japans. Der innerjapanische Markt ist in hohem Maße nicht wettbewerbsfähig und leidet unter dem
Protektionismus des Staates 3 . Tatsächlich ist hinter der erfolgreichen aber dünnen
1 Ederer, Günter, Das leise Lächeln des Siegers, 1993, Seite 175 ff.
2 Ederer, Seite 239 ff.
3 Porter, Michael, Can Japan compete ?, 2000, Seite 32 ff.
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Siegermaske Japans der Grund für die gegenwärtigen Probleme zu suchen. Die sogenannte
`bubble economy´, d.h. eine Wirtschaft, die nicht mehr auf einem vernünftigen Fundament
fußt, entstand 4 . Vor allem Aktien und Grundstückspreise stiegen ins Unermessliche, weil die Investoren auf noch höheren Wertzuwachs spekulierten statt auf angemessene Renditen. Die Erfolgskrankheit schien ausgebrochen. Und sie breitete sich aus. Banken vergaben Kredite, die ebenfalls nicht auf realistischen Einschätzungen der Situation fußten sondern auf
zukünftige Erfolge abzielten. Lange wurde gezögert, die Probleme anzugehen. Erst 1995 gab die Sumitomo Bank die Existenz der faulen Kredite zu und begann mit der Abschreibung. Japans Wirtschaft stagnierte und zeigte rückläufige Tendenzen auf. Die Realität holte die Japaner ein. Bis heute dauert die Rezession an. Die Ausmaße sind beeindruckend die Premiumautohersteller Mercedes-Benz und BMW haben 2001 zum ersten Mal überhaupt die
offiziellen Listenpreise für Japan nach unten korrigiert.
Gründe für Japans Lage
Bevor die Probleme angegangen werden können muss festgestellt werden, wo genau die
Hauptschwachstellen im japanischen System liegen.
1.) Ignoranz Lange wollte niemand realisieren, dass der eingeschlagene Weg in die Seifenblasenwirtschaft ein gefährlicher und falscher ist. Japanische, aber auch ausländische Manager, Bankhäuser, Investoren, Politiker und Angestellte schienen mit Scheuklappen versehen. Das Phänomen der
Erfolgsblindheit schlug Japan und das Ausland.
2.) Unflexibilität des Arbeitsmarktes
Der japanische Arbeitsmarkt, der größtenteils auf den 3 Säulen, lebenslange Beschäftigung, Bezahlung nach Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und
4 Mayer, Hans Jürgen, Länderbericht Japan, 1998, Seite 190 ff.
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Quote paper:
Thomas Marx, 2001, Japans wirtschaftliche Zukunft und Bedeutung - ein Ausblick, Munich, GRIN Publishing GmbH
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