Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 6
2. Verhaltensauffälligkeiten
2.1 Wie werden Verhaltensauffälligkeiten definiert? 8
2.2 Verwandte Begriffe 9
2.3 Unterschied Verhaltensauffälligkeit - Verhaltensstörung
S. 9
2.4 Welche Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten kann man
S. 11
unterscheiden ?
2.4.1 Endogene Ursachen 11
2.4.2 Exogene Ursachen
S. 12
2.4.3 Spezielle Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten
in der Schule 13
3. Welche Verhaltensauffälligkeiten lassen sich bei Schulkindern
S. 17
unterscheiden ?
3.1 Konzentrationsstörungen
3.1.1 Definition von Konzentrationsstörung
S. 18
3.1.2 Ursachen
S. 18
3.2 ADS mit und ohne Hyperaktivität
3.2.1 Definition
S. 20
3.2.2 Ursachen 22
3.3 Schul- und Leistungsangst
3.3.1 Angst allgemein 24
3.3.2 Schulangst 25
3.3.3 Ursachen 27
3.4 Aggression und Aggressivität
3.4.1 Definition von Aggression 29
3.4.2 Formen von Aggression 30
3.4.3 Ursachen von Aggression 31
3.5 Klassenkasperei oder Clownerie
3.5.1 Was ist Clownerie und wie äußert sie sich? 34
3.5.2 Motive für Clownerie 34
2
3.6 Schüchternheit
3.6.1 Was versteht man unter Schüchternheit und wie äußert sie sich? S. 35
3.6.2 Ursachen für Schüchternheit S. 36
3.7 Mangelnde Motivation bzw. Aktivitätsschwierigkeiten S. 37 3.7.1 Antriebsarmut
3.7.2 Wach- bzw. Tagträumen
3.8 Schulmüdigkeit und Schulverweigerung S. 41 3.8.1 Was ist Schulmüdigkeit? S. 41
3.8.2 Was versteht man unter Schulverweigerung? S. 42 3.8.3 Formen und Ursachen S. 43
4. Gestörter Unterricht - eine Auswirkung von
Verhaltensauffälligkeiten S. 44
4.1 Störfaktoren und Problemsituationen im Unterricht 4.1.1 Berücksichtigung der Störfaktoren bei der Unterrichtsplanung S. 45
4.1.2 Welche Problemsituationen können im Unterricht entstehen? S. 45
4.1.3 Welche Handlungsmöglichkeiten kommen in Frage? S. 47
5. Schulpädagogische und schulorganisatorische Maßnahmen S. 49
5.1 Psychohygiene S. 49
5.2 Unterrichtshygiene S. 50
5.3 Kooperation S. 51
5.4 Schulische Maßnahmen bei unterschiedlichen Verhaltensauffälligkeiten S. 51
5.4.1 Welche Maßnahmen greifen bei Konzentrationsstörungen S. 53
5.4.2 Welche Maßnahmen sind bei ADS/ADHS-Kindern effektiv? S. 56
3
5.4.3 Was können Lehrer bei ängstlichen Kindern machen? S. 57
5.4.4 Welche Maßnahmen sind bei aggressiven Kindern sinnvoll? S. 58 5.4.5 Was hilft bei Clownerie? S. 59
5.4.6 Welche Maßnahmen greifen bei Kindern mit Schüchternheit? S. 60
5.4.7 Was können Lehrer bei Antriebsarmut oder bei Tag- bzw. Wachträumern machen? S. 61
5.4.8 Welche Maßnahmen sind bei Schulmüdigkeit und Schulverweigerung sinnvoll? S. 62
S. 63 6. Mögliche Fördermethoden bei Verhaltensauffälligkeiten 6.1 Ein Trainingsprogramm für überaktive und ängstliche Kinder 6.1.1 Grundlagen des Trainingsprogramms S. 63
6.1.2 Aufbau des Trainingsprogramms S. 66 6.1.3 Beispielexperimente S. 66
6.2 Spiele zum Umgang mit aggressiven Verhalten 6.2.1 Grundgedanke der Spiele S. 68 6.2.2 Aufbau der Spiele S. 70 6.2.3 Beispiele für Übungen S. 71
S. 73 7. Schlussfolgerung
S. 74 8. Literaturverzeichnis
4
S. 76 9. Anhang
I. Schaubilder
II. Beispielexperimente für den Unterricht zum Umgang mit auffälligen Kindern
1. Einleitung
Heutzutage wachsen die Kinder in einer Umwelt auf, die durch zunehmende psychische und soziale Spannungen gekennzeichnet ist. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass 20 bis 25 Prozent aller Kinder als verhaltensauffällig gelten. Diese Zahl macht deutlich, wie der Schulalltag aussieht: Er ist gekennzeichnet von Kindern, die durch ihre Auffälligkeiten das pädagogische Handeln des Lehrkörpers stören und somit auch die Entwicklung der Klasse erschweren. Zusätzlich kommt es zu einem gestörten Unterricht, der Auswirkungen auf die schulischen Leistungen aller Klassenmitglieder hat. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass der jeweilige Lehrer nicht seine Augen vor den vorhandenen Problemen verschließt, sondern aktiv eingreift und so den betroffenen Kindern den Schulalltag erleichtert und so angenehm wie möglich gestaltet. Zumal die unterschiedlichen Verhaltensauffälligkeiten sehr vielseitig sind, kann die Lehrkraft nur versuchen, allgemeine Maßnahmen und Methoden zur Verbesserung der Auffälligkeiten mit in den Unterricht einzubauen. Ein erster, genereller Schritt hierfür ist, vorhandene Spannungen weitgehend abzubauen, indem eine Reizüberflutung vermieden wird, Bewegungsspiele in den Unterricht mit einfließen und ein regelmäßiger Wechsel von Anspannung und Entspannung erfolgt.
Bis zum Schuleintritt empfinden viele Eltern die Verhaltensauffälligkeiten ihres Kindes als „normal“ oder tolerieren sie bis dahin ohne größeres Eingreifen. Sind die Kinder aber Schüler gilt, laut Meinung vieler Eltern und Lehrkörper, für alle der gleiche Maßstab. Dieses ist unabhängig von den individuellen, kindlichen Vorerfahrungen, deren Fähigkeiten und den jeweiligen Beeinträchtigungen. Die auffälligen Kinder sollen ihr bis dahin als „normal“ empfundenes Verhalten ablegen und sich an ihre Mitschüler anpassen. Diese Denkweise vieler Menschen ist selbstverständlich nicht ohne Eingehen auf die schon vorhandenen, aber bisher unbeachteten Verhaltensauffälligkeiten möglich.
6
So hat auch schon der Kunsterzieher Alfred Lichtwark vor mehr als hundert Jahren die Denkweise der meisten Eltern und Lehrkörper zusammengefasst: >>Die Schule behandelt das Kind, als käme es mit dem Eintritt ins Schulzimmer neu auf
die Welt<< 1 .
Neben einem Überblick über die gängigsten Verhaltensauffälligkeiten und deren Ursachen, werde ich schulpädagogische und schulorganisatorische Maßnahmen und Methoden benennen, die der Verbesserung des gestörten Unterrichts beitragen.
In meiner Arbeit werde ich mich weitgehend auf Verwendung der Begriffe „Verhaltensauffälligkeit und -störung“ bzw. „verhaltensauffällig und -gestört“ beschränken, zumal diese Begriffe in der Literatur synonym verwendet werden. Außerdem werde ich, aufgrund einer besseren Lesbarkeit, auf die weibliche Form in meiner Arbeit verzichten.
2. Verhaltensauffälligkeiten
2.1 Wie werden Verhaltensauffälligkeiten definiert?
Als Verhaltensauffälligkeit werden im Allgemeinen Verhaltensweisen bezeichnet, die von der generell geltenden Norm abweichen. Unter dem Begriff der Verhaltensauffälligkeiten werden Verhaltens-und Erlebnisweisen
zusammengefasst, die man als verfestigt bezeichnen kann und die in sozialen Beziehungen zu wesentlichen Belastungen führen und darüber hinaus auch Auswirkungen auf das Lernen haben können. Sie können ein unreifer und nicht angemessener Schutz gegen Ängste oder ein zu geringes Selbstwertgefühl darstellen. 2
Kinder, die sich im Vergleich zu anderen Gleichaltrigen „anders“ aufführen, werden oft als „verhaltensauffällig“ bezeichnet. Abweichendes Verhalten ist unter anderem abhängig vom spezifischen Alter des Kindes: So gelten die Trotzanfälle eines Kleinkindes als „normal“; das Schulkind hingegen würde als verhaltensauffällig bezeichnet werden.
Schwierigkeiten in der Definition liegen unter anderem in den unterschiedlichen Auffassungen von dem, was in den Bereich der Verhaltensauffälligkeit fällt und was nicht. Früher wurden andere Verhaltenbesonderheiten als normabweichend bezeichnet, als dies heut der Fall ist. Des Weiteren gibt es innerhalb der unterschiedlichen Kulturen Abweichungen in Bezug auf die Definition. Diese Definitionsproblematik wird auch heute noch oft diskutiert:
„Etikettierungs-und Stigmatisierungsprozesse, die
Verdinglichung personaler Prozesse, die Problematik der Normativität, die mangelnde Objektivität, ja Willkürlichkeit der Begriffsverwendung sind hier anzuführen. […] Der Begriff Verhaltensstörung ist das Ergebnis einer kommunikativen Konstruktion und faßt unterschiedlichste Verhaltensweisen zusammen. Er signalisiert Probleme im erzieherischen und unterrichtlichen Feld. […] Im unterrichtlichen Rahmen treten Verhaltensstörungen dann als Störungen des Unterrichts auf.“ 3
2.2 Verwandte Begriffe
In der Literatur findet man immer wieder eine Auswahl an unterschiedlichen Begriffen, die versuchen einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Problemen zu bilden, die bei den verhaltensauffälligen Kindern auftauchen. Einige dieser Bezeichnungen sind „abweichendes (deviantes) Verhalten“, “schwierig“, „schulschwierig“ (im Sinne einer Eingrenzung in Bezug auf das spezifische pädagogische Handlungsfeld), „erziehungsschwierig“, „schwer erziehbar“, „gemeinschaftsschwierig“, „verwahrlost“ bzw. „haltlos“,
„entwicklungsgehemmt und -gestört“ sowie „psychosoziale Störungen“. 4 Die häufigste Verwendung jedoch finden die beiden Bezeichnungen
Verhaltensauffälligkeit und Verhaltensstörung, die in der heutigen Literatur weitgehend synonym gebraucht werden. Hinzu kommen noch sinnverwandte Wörter wie „Verhaltensabweichung“, „Verhaltensbe-einträchtigung“ und „unangepasstes Verhalten“.
2.3 Unterschied Verhaltensauffälligkeit - Verhaltensstörung
Einige Gründe für die mannigfachen Bezeichnungen liegen in den unterschiedlichen Schwerpunkten der Standpunkte bezüglich des Ansatzes der Ursachenfrage. Bei früheren Definitionsversuchen gab es unterschiedliche Auffassungen, was Verhaltensstörungen betraf. Kloehn akzentuierte bei seiner Definition den Ursache-Folge-Zusammenhang und charakterisierte die Verhaltensstörung als
„die äußerlich sichtbare Reaktion des Körpers (vegetative
Symptome) oder des Verhaltens (motorische, affektive soziale Symptome) auf belastende, krank machende Erziehungseinflüsse, Umweltsituationen oder auch auf Fehleinstellungen der Umwelt gegenüber versteckten Hirnschädigungen.“ 5
Eine ähnliche Begriffsbestimmung gab es auch beim Deutschen Bildungsrat, der denjenigen als verhaltensgestört bezeichnete, der aufgrund
„organischer, vor allem hirnorganischer Schädigungen oder eines negativen Erziehungsmilieus in seinem psychosozialen Verhalten gestört ist.“ 6
Darüber hinaus wurde gestörtes Verhalten als eine Abweichung von der Norm benannt. Die Richtlinien hierfür lagen in den schulischen und altersgemäßen Normen; statistischen, funktionalen oder Idealnormen sowie signifikanten sozialen Leistungen. 7
Zumal der Ausdruck „verhaltensgestört“ automatisch eine negative Bedeutung mit sich brachte, wurde der Begriff „verhaltensauffällig“ eingeführt. Diese Einführung sollte verdeutlichen, dass nicht unbedingt die betroffene Person nur bestimmte Merkmale aufweist, sondern dass ein Beobachter das Verhalten wahrnimmt, seine Empfindungen für ausschlaggebend hält und die Haltung der betroffenen Person je nach persönlichem Eindruck als auffällig oder normal bezeichnet. Durch die Betrachtung eines Außenstehenden ist eine objektive Beurteilung nicht immer gegeben, weil die Möglichkeit subjektiver Einflüsse immer vorhanden ist.
Verhaltensauffälligkeiten werden von unzähligen Faktoren beeinflusst, wie z. B. von der persönlichen Wahrnehmung der Bezugsperson; den familiären, subgruppenspezifischen und sozialen Normvorstellungen, den
anthropologischen Orientierungen und Forschungsinteressen. 8 Nach heutigen Erkenntnissen werden die Begriffe Verhaltensauffälligkeit und störung sinnverwandt verwendet. Im Allgemeinen spricht man dennoch von Verhaltensauffälligkeiten, wenn ein abweichendes Verhalten nur im geringen Maße auftritt, also in leichter Form. Ist das festgestellte Verhalten jedoch über einen längeren Zeitraum beobachtbar und kommt es zu regelmäßigen Wiederholungen, so bezeichnet man es als Verhaltensstörung. Der Unterschied liegt also lediglich in der Stärke und der Häufigkeit des Auftretens gleicher Verhaltensweisen.
2.4 Welche Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten kann man
unterscheiden?
Die wesentliche Einteilung der Ursachenfrage erfolgt in endogene und exogene Ursachen. Dadurch kommt es zu einer Erleichterung der Unterscheidung, inwiefern somatogene (vererbte und krankheitsbedingte) bzw. umweltbedingte Faktoren für die Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich sind.
2.4.1 Endogene Ursachen
Als endogen werden diejenigen Ursachen bezeichnet, die im Wesentlichen in der Person des Menschen selbst liegen. Dies bedeutet, dass sie im Inneren der betroffenen Person entstehen bzw. aus anlagebedingten Gegebenheiten resultieren. Hierzu zählen hirnorganische oder sonstige, bereits fixierte Mangelzustände. Bei der Beurteilung des auffälligen Verhaltens im schulischen Bereich ist es von Vorteil versteckte und aktuelle Krankheiten zu berücksichtigen. Die Arten der Störungen, die sich auf den körperlichen, psychischen und geistigen Bereich beziehen, führt man im Wesentlichen auf drei Störungsbereiche zurück:
erblich bzw. chromosomal bedingte Störungen:
pränatal entstandene Störungen:
auf peri- bzw. postnatale Vorfälle zurückzuführenden Störungen:
2.4.2 Exogene Ursachen
Zu diesem Bereich zählen Faktoren, die von außen wirken. Sie kommen überwiegend aus der humanen Umgebung des betroffenen Kindes und haben großen Einfluss auf dieses. Gemeint sind damit hauptsächlich die Familienkonstellationen, der Erziehungsstil, die sozioökonomischen Verhältnisse und die Schule. Oftmals hat das betroffene Kind einen Mangel an der Befriedigung der seelischen Grundbedürfnisse zu verzeichnen. 12
Erziehungsstil:
Es gibt eine Menge von verschiedenen Erziehungsstilen, die sich auf das Verhalten eines Kindes auswirken können. Dazu zählt unter anderem die Übersteuerung, bei der dem Kind alle wichtigen Entscheidungen durch den Erziehungsberechtigten abgenommen werden, so dass das Kind unselbständig wird und in seiner Spontaneität gehemmt wird. Oftmals führt dieses Elternverhalten dazu, dass ein Kind versucht schwächere Freunde in seine eigen erlebte Situation zu drängen und dabei selbst die diktierende Rolle der Eltern übernimmt.
Gegensätzlich dazu gibt es noch die Untersteuerung. Hier ist das Kind in den meisten Fällen auf sich selbst gestellt. Somit besteht die Gefahr, dass das betroffene Kind schon bei durchschnittlicher Anforderung eine Überforderung verspürt und so schnell zu Unsicherheit, Passivität und Entschlussschwäche neigt. Öfters tendieren diese Kinder auch dazu ihre Umwelt beherrschen zu wollen.
Ein weiterer Erziehungsstil ist die Überbehütung, bei der die Kinder zu starke Hilfe erfahren und es dadurch zu Unselbständigkeit und zu Steigerung der Ansprüche führt.
Bei der inkonsequenten Erziehung können sich die Eltern nicht für einen Erziehungsstil entscheiden bzw. üben unterschiedliche
Erziehungsmethoden aus. Hierbei kann es einerseits zu Verwirrung, Unsicherheit und Ängstlichkeit von Seiten des Kindes kommen. Auf der anderen Seite jedoch versucht das Kind die Eltern gegeneinander auszuspielen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. 13 Der wirklichkeitsfremde Erziehungsstil tritt in zwei Formen auf:
„Einmal wird das Kind auf eine nicht real existierende ideale
Wunschwelt vorbereitet, in der es nichts Negatives und Böses gibt. Im anderen Fall zielen die Erziehungsansätze auf eine feindlich angesehene Umwelt und legen dabei abhärtende und spartanische Maßnahmen zugrunde. In beiden Fällen prägt sich bei Kindern ein hilfloses Verhalten aus. Sie reagieren falsch und
werden nicht selten zu Außenseitern und Einzelgängern.“ 14
Familienkonstellation:
sozioökonomischen Verhältnisse:
„[…], dass sowohl frustrierende emotionale wie auch
problematische sozioökonomische Verhältnisse im Erziehungskreis der Kinder vorlagen.“ 19
2.4.3 Spezielle Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten in der Schule
Es gibt eine Reihe von Ursachen, die speziell Verhaltensauffälligkeiten im Rahmen der Schule fördern. Diese Auffälligkeiten können Ausdruck eines Konflikts sein, der zwischen Eltern und Schule besteht und den das Kind aus Loyalität zu seinen Eltern durch sein auffälliges Verhalten übernimmt. Das betroffene Kind kann durch sein Benehmen auch zeigen, dass es Schwierigkeiten hat, sich an das schulische Leben anzupassen (z.B. Trennungsangst in der 1.Klasse) oder dass es in der Klasse eine Gruppe von Mitschülern gibt, die Druck auf ihn ausüben, wogegen er sich alleine nicht wehren kann. Außerdem kann das Benehmen ein unbewusstes Zeichen dafür sein, dass der Schüler psychische Probleme hat. Diese können mit einer problematischen familiären Situation oder
mit einer sozialen Gefährdung im Zusammenhang stehen. Ebenso kann das schwierige Verhalten eines Schülers aus unklaren und nicht genau festgelegten Regeln innerhalb der Klasse resultieren. Dies ist häufig bei unerfahrenen Lehrkräften, oder bei Lehrern mit einem geringen Selbstvertrauen zu beobachten. In seltenen Fällen kann das auffällige Kind als Sündenbock bei einem Konflikt innerhalb der Schule, beispielsweise zwischen Lehrern untereinander oder zwischen Lehrer und Direktor, die sich alle mit demselben Schüler beschäftigen, missbraucht werden.
16
3. Welche Verhaltensauffälligkeiten lassen sich bei Schulkindern
unterscheiden?
Da die einzelnen Verhaltensauffälligkeiten einen großen Komplex bilden und es schwierig ist, im Rahmen meiner Arbeit, alle möglichen Verhaltensstörungen aufzuzählen und zu definieren, werde ich mich auf eine ausgewählte Anzahl der wichtigsten Verhaltensstörungen beschränken. Im Wesentlichen lässt sich folgende Klassifikation darstellen:
Schaubild 1: Klassifikation von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen 21
Arbeit zitieren:
Sabrina Trojaner, 2004, Verhaltensauffällige Kinder - Fördermaßnahmen und Fördermethoden in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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