Inhalt
1. Einleitung 4
2.Überlieferungen des Armen Heinrichs 6
2.1 Allgemeines. 6
2.2. Handschriften. 6
2.2.1 Straßburger Handschrift (A) 6
2.2.2. Heidelberger Handschrift (Ba) 7
2.2.3. Kaloczaer Kodex 8
2.3. Fragmente 10
2.3.1. St. Florianer Bruchstücke ()C 10
2.3.2 Indersdorfer Bruchstücke (D) 11
2.3.3. Benediktbeurer Bruchstücke (E) 11
2.3.4. Freiburger Exzerpt (F) 13
3. Schluss. 14
4. Literaturverzeichnis 15
3
1. Einleitung
Die Einordnung der Schaffenszeit Hartmanns von Aue ist nur sehr schwer möglich. Aufgrund von Angaben, die Hartmann selbst in seinen Werken vornehmlich im Prolog dieser macht und durch literarische Angaben, die Nachahmer und Nachfolger über ihn tätigen, werden Rückschlüsse auf seine Person und sein Wirken getätigt und versucht die geschichtliche Person Hartmanns von Aue zu rekonstruieren. Infolge dessen wird die Schaffenszeit auf die Jahre zwischen 1180 und 1205 datiert. Die Entstehung des armen Heinrichs wird in die Zeit um 1195 eingeordnet. Dies ist jedoch eine keineswegs bewiesene Angabe.
Ebenfalls Probleme bereitet die Zuordnung des Werkes zu einer Gattung. „Als reine Legende fehlt dem Armen Heinrich die zentrale Heiligenfigur, das vollzogene Martyrium und die von ihr bewirkten Wunder. Der Terminus Novelle, für den die unerhörten Begebenheiten der Erzählung sprechen, ist dem deutschen Mittelalter fremd und der neuzeitlichen Gattungstypologie entlehnt. Als Märchen schließlich ist der Arme Heinrich zu wenig wirklichkeitsenthoben, zu sehr dem Element des Höfischen verpflichtet.“ 1 Neben dem „Gregorius“ wird „Der arme Heinrich“ den geistlichen Erzählungen Hartmanns zugeordnet.
Ebensolche Probleme ergeben sich bei der Suche nach dem originalen Wortlaut, den der Autor in seinem Werk verwendet hat. Denn der originale Text des Autors steht uns nicht zur Verfügung. Es existieren mehrere vollständige und unvollständige Überlieferungen des Textes, die aus verschiedenen Zeiten stammen und von verschiedenen Schreibern verfasst wurden. Die verschiedenen heute bekannten Handschriften des armen Heinrichs ähneln sich zum Teil stark, weisen andererseits aber auch enorme Unterschiede auf. In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit diesen verschiedenen Überlieferungen beschäftigen, sie näher untersuchen und dabei auch versuchen darzustellen, welche der Handschriften dem Originaltext des Autors am nächsten kommt. „…bestenfalls könnte man den armen Heinrich so herstellen, wie ihn Hartmann gedichtet haben könnte“ 2 Hier wird also deutlich, dass es heute nicht möglich ist, sicher zu zeigen, wie Hartmann von Aue den Text verfasst hat. Denn jeder, der eine Abschrift eines Textes hergestellt hat, nahm Veränderungen an der Textgestalt vor. Es entstanden somit Kürzungen,
1 Hartmann von Aue: Der arme Heinrich. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Herausgegeben von Ursula
Rautenberg. Stuttgart: Reclam 1993. S.116
2 Hartmann von Aue: Der Arme Heinrich. Herausgegeben von Heinz Mettke. Leipzig: VEB
Bibliographisches Institut 1974. S.153
4
Hinzufügungen und Veränderungen des Wortlautes. Ebenso stammen die heute bekannten Abschriften aus verschiedenen Zeiten und die jeweiligen Schreiber haben ihren Text vermutlich an die Veränderungen der Sprache und Schrift, wie z. Bsp. der zweiten Lautverschiebung angepasst.
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2.Überlieferungen des Armen Heinrichs
2.1 Allgemeines
Wie schon in der Einleitung angedeutet, existieren mehrere Fassungen des armen Heinrichs. „Hartmanns >Armer Heinrich< ist vollständig überliefert in drei Handschriften (A, Ba, Bb) und fragmentarisch in Resten von drei weiteren (C, D, E). Ferner gibt es ein kurzes Exzerpt (F).“ 3 „Zwei Handschriften gehören als Vorlage und Abschrift unmittelbar zusammen- eine seltene Ausnahme im heute vorhandenen Handschriftenbestand, die dritte bietet einen stark abweichenden Text, so daß sich beinahe zwei Versionen gegenüberstehen. Solche Varianz ist in der Kleinepik weithin typisch. Zwei Fragmente gehören ins 13., die übrigen Handschriften ins 14. Jahrhundert; die räumliche Verbreitung war begrenzt. 4 Hier wird nochmals deutlich, dass zum heutigen Zeitpunkt 7 vollständige oder unvollständige Abschriften des armen Heinrichs vorliegen, die in verschiedenen Zeiten, keine jedoch zu Lebzeiten Hartmanns, entstanden sind.
2.2. Handschriften
2.2.1 Straßburger Handschrift (A)
Die so genannte Straßburger Handschrift trägt diesen Namen, weil sie sich bis 1870 in der ehemaligen Johanniterbibliothek Straßburg befand. Sie steht heute nicht mehr zur Verfügung, da sie in der Nacht vom 24. zum 25. August 1870 verbrannte. Bei diesem Kodex handelte es sich um eine Sammelhandschrift. „Demnach war es eine Pergamenths. des 14. Jahrh.s., 80 Blätter gr. 8 oder kl. 4, und enthielt nebst einem Bruchstück aus Rudolf Barlaam 26 kleinere Gedichte und einige Lieder. Auf jeder Seite
3 Hartmann von Aue. Der arme Heinrich. Hg. von Herrmann Paul, neu bearbeitet von Kurt Gärtner. 16.
durchgesehene Aufl. Tübingen 1996. S.15
4 Hartmann von Aue. Epoche-Werk-Wirkung. Hg. von Christoph Cormeau und Wilhelm Störmer. 2.
überarbeitete Auflage. München 1993. S.20/21
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Arbeit zitieren:
Marika Ziron, 2005, Die Überlieferung des Armen Heinrichs von Hartmann von Aue, München, GRIN Verlag GmbH
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