Forschungsbericht zum Experiment „Motivation“ - 3 -
1 Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis 3
2 Einleitung 4
3 Theoretischer Teil. 5
3.1 Darstellung des Forschungsstandes 5
3.1.1 Theorien und aktuelle Forschung zu Motivation und Leistung 5
3.1.2 Theorien und aktuelle Forschung zum Einfluss der Transzendierung
auf Motivation und Leistung. 6
3.1.3 Theorien und aktuelle Forschung zur attraktiveren Alternative 8
3.1.4 Beschreibung der Vorgängerstudie. 9
3.2 Hypothesen 12
3.2.1 Zusammenhang von Motivation und Leistung 12
3.2.2 Einfluss der Transzendierung auf die Motivation 12
3.2.3 Einfluss der Transzendierung auf die Leistung. 12
3.2.4 Einfluss der Transzendierung auf die Bearbeitung der attraktiveren
Alternative (Witze bewerten) 13
3.3 Zu untersuchende Variablen. 13
3.4 Begriffsdefinitionen. 13
3.4.1 Motivation. 13
3.4.2 Leistung. 14
3.4.3 Transzendierung 14
4 Ergebnisse. 15
4.1 Darstellung der Messinstrumente 15
4.2 Datenauswertung 15
4.2.1 Der Zusammenhang zwischen Motivation und Leistung 15
4.2.2 Der Einfluss der Transzendierung auf die Motivation. 15
4.2.3 Der Einfluss der Transzendierung auf die Leistung. 25
4.2.4 Der Einfluss der Transzendierung auf die Bearbeitung der
attraktiveren Alternative 38
5 Anhang 46
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2Einleitung
Jede Handlung, die Personen ausführen, kann auf verschiedenen Abstraktionsebenen gesehen werden (Vallacher und Wegner, 1985, 1987). So kann man die Vorbereitungen auf Weihnachten als einfache Handlungsabläufe wie Weihnachtsbaum schmücken, Geschenke kaufen und Essen vorbereiten, was für sich genommen vielleicht sogar lästige Handlungen sind, betrachten oder aber diese Dinge in einen größeren Sinnzusammenhang setzen und zusammenfassend als „weihnachtliche Vorbereitungen“, die in einem schönen ,gemütlichen Abend münden sollten, sehen. Die zweite Betrachtungsart wird wahrscheinlich als wesentlich angenehmer empfunden und dies kann durchaus zur Folge haben, dass j emandem die Handlungen erstens mehr Spaß machen und zweitens, sie auch mit mehr Sorgfalt durchgeführt werden.
Nach der action-identification-theory von Vallacher und Wegner (1985) ist demnach davon auszugehen, dass Handlungen, die auf einem höheren Level der Abstraktion stattfinden, also in einem größeren Sinnzusammenhang stehen oder bei denen Situationen sogar umdefiniert werden, für die jeweilige Person motivationsfördernd wirken. Nach Weinert (2001) hängen wiederum „Motivation… sowie ein hohes Niveau der (Lern-)Leistungen“ eng miteinander zusammen. Man kann also sagen, dass eine erhöhte Motivation auch bessere Leistungen zur Folge haben sollte. Zusammenfassend kann man die eben genannten Sachverhalte so interpretieren, dass, je interessanter bestimmte Handlungen für eine Person sind, dies die Motivation die Handlung auszuführen steigern wird. Durch die höhere Motivation wiederum sollte eine Leistungssteigerung bei der Bewältigung der Aufgabe eintreten.
Besonders interessant wird dieser Sachverhalt, wenn man mit einbezieht, dass Menschen ja meist nicht nur eine, sondern verschiedene Handlungsoptionen zur Auswahl haben. In der dynamischen Handlungstheorie von Atkinson und Birch (1974) wird davon ausgegangen, dass di e Motivation, eine bestimmte Aufgabe zu bewältigen auch immer, und meist gleichzeitig, von der Motivation für eine andere, im ersten Moment vielleicht attrak- tiveren Aufgabe abhängt (Atkinson, 1974). Damit verursacht die Bewälti-
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gung einer Aufgabe neben der positiven Konsequenz, dass man seine „Pflicht“ erfüllt hat, auch immer Kosten, die durch die entgangene Zeit, in der man etwas anderes hätte machen können, entstehen (vgl. Dietz, Schmid & Fries, im Druck).
Dies führt zu unserer Fragestellung der folgenden experimentellen Studie. Mit Hilfe eines einfaktoriellen Experiments soll untersucht werden, wie sich die Transzendierung, einer zu bewältigenden Aufgabe auf Motivation und Leistung der Probanden auswirkt, denen gleichzeitig eine attraktive Handlungsalternative zur Verfügung steht. Basierend auf einer Vorläuferstudie mit 10-12-jährigen Schüler/innen (Dietz, in Vorb.), bei der sich die Einbettung einer Aufgabe in eine interessante Rahmenhandlung im Falle einer konkurrierenden Alternative als förderlich erwies, soll untersucht werden, ob dieser Effekt auch bei Studierenden auftritt. Im Folgenden werden wir zunächst Auskünfte über den aktuellen For-schungsstand geben und auf verschiedene Theorien eingehen. Danach möchten wir das Vorgänger -Experiment, das mit Schülern der fünften und sechsten Klassenstufe durchgeführt wurde, beschreiben und dessen Ergebnisse vorstellen.
Anhand der vorgestellten Theorien leiten sich die Hypothesen ab, die im nachfolgenden Kapitel empirisch überprüft werden sollen. In der abschließenden Diskussion werden die Ergebnisse kritisch betrac htet und mit den am Beginn dargestellt Theorien in Zusammenhang gestellt.
3 Theoretischer Teil
3.1 Darstellung des Forschungsstandes
3.1.1 Theorien und aktuelle Forschung zu Motivation und Leistung Von einigen Ausnahmen abgesehen, ist theoretisch zu erwarten, dass sich sowohl die Intensität als auch die Qualität der Motivation positiv auf den Lernprozess und die (Lern-)Leistung auswirkt (Krapp & Weidemann, 2001 S.223).
Diese Annahme wird vor allem durch eine Vielzahl quer- und längsschnittlicher Studien sowie (quasi -)experimentellen Arbeiten gestützt, die wech- selseitige Beeinflussung von Leistung und Interesse postulieren, wobei
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Interesse als Form fachspezifischer intrinsischer Motivation verstanden wird, die Lernprozesse in der Schule initiieren und aufrechterhalten kann (vgl. Krapp, 1998; Schiefele, 1996; Schiefele & Wild, 2000). Befunde über ein reziprokes Zusammenhangsgefüge von Mathematikleistungen und Interesse an Mathematik zeigen beispielsweise die Arbeit von Köller et al. (2000), die sich über einen Zeitraum von 5 Jahren erstreckte. Schiefele, Krapp & Schreier (1994) ermittelten in einer Metaanalyse eine mittlere Korrelation von r = .30 zwischen Interesse und Leistung. Weiterhin ist eine Metaanalyse von Schiefele & Schreier (1994) deswegen besonders erwähnenswert, da diese als Hinweis dafür gesehen werden kann, dass vor allem die intrinsische Motivation konsistent positiv mit Schul- als auch Studienleistungen korreliert (im Durc hschnitt zu r = .23). Die These, dass auch dieser Zusammenhang im Sinne eines leistungsfördernden Effekts interpretiert werden kann, wird durch experimentelle Ergebnisse bestätigt.
Diese empirischen Analysen sind für uns in zweierlei Hinsicht von Bedeutung.
Zum einen zeigt sich unter anderem in der Theorie von Deci und Ryan (2002), dass Motivation in extrinsische und intrinsische Motivation aufgespalten werden muss, da diese beiden Formen einen unterschiedlichen Zusammenhang mit Leistung zeigen und theoretisch auch etwas anderes abbilden. Damit sollten beide Formen von Motivation in unserem Exper iment getrennt voneinander abgefragt und untersucht werden. Zum anderen folgt aus den gemachten Beobachtungen unsere Hypothese, dass Motivation und Leistung positiv miteinander korrelieren. 3.1.2 Theorien und aktuelle Forschung zum Einfluss der Transzendierung auf Motivation und Leistung
Im nächsten Abschnitt möchten wir nun näher auf die Folgen einer Transzendierung auf Motivation und Leistung eingehen. Die action-identification-theory (Vallacher & Wegner, 1985/1987) geht davon aus, dass jede Handlung mental repräsentiert wird und Menschen dazu neigen, Handlungen in einen größeren Sinnzusammenhang zu setzen. Diese so genannten „high-level identities are more abstract and…provide a more comprehensive understanding of the action“ (Valla-
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cher & Wegner, S.217). Insbesondere dann, wenn Situationen schon in einem Kontext stehen, fällt es dem Individuum leicht, eine high-level Identifikation, also ein hohes Abstraktionsniveau zu entwickeln. Das hohe Niveau der Abstraktion kann nach Vallacher & Wegner so weit führen, dass Situationen gänzlich umdefiniert werden und jetzt in einem Sinnzusammenhang stehen, der auf die jeweilige Person mehr oder wen iger zugeschnitten ist und demzufolge dieser auch eher motivieren kann, um die Handlung aus- bzw. weiterzuführen. Die Annahme von der mentalen Repräsentation von Handlungen ist vor allem in dem Sinne wichtig, als dass viele Annahmen von Transzendierungsfolgen auf dem von Vallacher und Wegner entwickelten Modell aufbauen. Wir gehen somit davon aus, dass eine Transzendierung die Motivation erhöht, was am Beispiel der Weihnachtsvorbereitungen erläutert wurde.
Des Weiteren wollen wir, um unsere Hypothesen abzuleiten, die Selbstbe-stimmungstheorie von Deci & Ryan (2002) anführen. Sie besagt, dass eine optimale Lernmotivation dann entsteht, wenn in einer Situation die Grundbedürfnisse Autonomie, Kompetenz und soziale Einbindung befri edigt werden. Hervorheben möchten wir hier den Begriff der Autonomie, da laut Deci und Ryan (2002) selbstbestimmtes Lernen zu höherer Motivation führt, im Gegensatz zu einer „aufgezwungenen“ Transzendierung. Auch dies wollen wir in unserem Experiment berücksichtigen. Cordova & Lepper (1995) testeten in ihrer Studie „ Intrinsic motivation and process of learning“, ob die Einbettung der eigentlichen Handlung in eine Geschichte, demnach also eine Transzendierung, oder aber die Möglichkeit der eigenen Gestaltung der Aufgabe die (intrinsische) Motivation beeinflusst. Es wurden zwei verschiedene Strategien zur Motivations- und damit auch Leistungssteigerung getestet. Dabei erhielt eine Experimenta lgruppe die Einbettung der Aufgabe in personlaisierter Form, bei der Name, Geburtsdatum und anderes angegeben werden konnten, um einen Bezug zu der Transzendierung „Weltraummission“ herzustellen. Die andere Experimentalgruppe erhielt nur die Einbettung der Mathematikaufgabe in Form eines Weltraumszenarios.
Im Gegensatz zur abstrakten Darbietung der Aufgabe für die Kontrollgrup- pe zeigte sich bei beiden Experimentalgruppen eine erhöhte intrinsische
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Motivation, wobei sich hier ein höherer Wert für die Gruppe mit personalisiertem Bezug zeigte.
Andere Studie zeigten ebenfalls eine Steigerung des motivationalen Ertrages durch das Einbetten von bestimmten Problemstellungen in Fantasiekontexte, deren Themen oder Charaktere die Probanden ansprachen (Chabey & Sherwood, 1992; Dugdale, 1992;Malone,1981). Aufbauend auf die Theorie von Vallacher & Wegner testeten Sansone und Kollegen die Annahme, dass im Selbstregulierungsprozess des Menschen ein interner Prozess der Motivationsregulierung vorhanden ist. Dabei wurden die Versuchspersonen drei verschiedenen Aktivitäten zuge-ordnet. Sie sollten Wörter in einer Matrix finden, einen Brief abschreiben oder als dritte Variante diesen Brief in einer bestimmten Schrift „abmalen“. Die Versuchleiter gingen davon aus, dass die Aufgabe, einen Brief zu einfach abzuschreiben, am langweiligsten ist.
Um diese Annahme zu testen und um zu erfahren, ob die Probanden Strategien entwickelten, welche die Aufgabe für sie persönlich interessanter machte, wurde nach Beendigung der Aufgabe ein Fragebogen von den Teilnehmern ausgefüllt.
Dabei wurden „enjoyment“ (Ich würde diese Aufgabe als sehr interessant beschreiben), „perceived competence“ (Ich denke, ich habe diese Aufgabe gut gelöst) und die Wahl der Strategie anhand vorgegebener Typen (z.B. Wettbewerb, Änderung des Kontextes, ...) erhoben. Als Ergebnis ist hier festzuhalten, dass, wenn Probanden eine Strategie entwickelt hatten die vorgegebene Aufgabe zu bearbeiten, sie diese Aufgabe länger und intensiver verfolgen konnten als diejenigen, die keine Strategie zur Steigerung der Motivation entwickeln konnten. Aufgrund dieser theoretischen Annahmen haben wir in unserem Exper iment den Einfluss vorgegebener und selbstgenerierter Transzendierung auf Motivation und Leistung getestet.
3.1.3 Theorien und aktuelle Forschung zur attraktiveren Alternative Bisher wurde in aktuellen Studien zur Lernmotivation der Fokus ganz klar auf das Vorhandensein oder Fehlen von positiven Lernanreizen, die dann die Motivation steigern sollten, gelegt (für einen Überblick siehe Stipek, 2002). Neuerdings werden aber Überlegungen angestellt eben nicht nur
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auf die Faktoren zu achten, die Motivation direkt steigern sollten, sondern es wird eine A rt Kostenkonzept ergänzt Hofers Theorie motivationaler Handlungskonflikte (vgl. Hofer, 2004 / Hofer et al., im Druck) unterscheidet zwei Arten von Kosten. Direkte Kosten erklären die negativen Anreize einer Lernhandlung z.b., wenn eine Aufgabe besonders langweilig ist. Indirekte Kosten entsprechen dem Nutzen für das Individuum, wenn es, anstatt die ausgeführte Handlung zu tätigen eine angenehmere Alternativ-handlung gewählt hätte. Hofer geht weiterhin davon aus, dass sich eben dieses Wissen um die attraktivere Alternative motivational negativ auf den weiteren Handlungsverlauf auswirkt, die Motivation die gewählte Handlung weiterzuführen also sinkt. Je attraktiver die nicht gewählte Handlung dem Individuum erscheint, desto geringer sollte die Motivation hinsichtlich Zeitmanagement, Verarbeitungstiefe und Stimmung sein (vgl. Dietz, Schmid & Fries, im Druck). Hofers Theorie ist vor allem hinsichtlich uns erer vierten postulierten Hypothese, den Einfluss der Transzendierung auf die Bearbeitung der attraktiveren Alternative (Witze bewerten), von großer Bedeutung. Wir gehen nämlich davon aus, dass die Transzendierung einer Aufgabe zum einen die weiter oben angesprochenen direkten Kosten der Daueraufmerksamkeitsaufgabe senkt, da die Aufgabe weniger langweilig sein und es außerdem zu einem „Abschirmungseffekt“ gegenüber der attraktiveren Alternative kommen sollte. Das bedeutet, dass die indirekten Kosten für die Daueraufmerksamkeitsaufgabe ebenfalls gesenkt werden müssten, nämlich dadurch, dass diese attraktiver wird und somit die Interessantheit der (vormals) attraktiveren Alternative abnimmt. Der Konflikt zwischen der Bearbeitung der beiden Aufgaben sollte nach unserer Annahme also geringer werden und die Motivation für die Daueraufmerksamkeitsaufgabe bei einer Transzendierung derselbigen größer sein, als wenn keine Transzendierung vorgenommen wird.
3.1.4 Beschreibung der Vorgängerstudie
Im nachfolgenden Teil möchten wir kurz die Vorgängerstudie zu unserem Experiment beschreiben und auf deren Ergebnisse eingehen. Das „Schülerexperiment zur Auswirkung von motivationalen Konflikten auf die Arbeitsmotivation und die Konzentrationsleistung“, das Teil einer Dis- sertationsarbeit von Franziska Dietz ist, fokussiert zwei Fragestellungen.
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aufmerksamkeitsaufgabe entstehen, wenn diese attraktiver gestaltet wird, also ein zusätzlicher Aufgabenanreiz geschaffen wird. Die Fragestellung wurde in einem 2x2 Versuchsdesign mit den Faktoren „Wissen um eine attraktivere Alternative“(Konkurrenzbedingung) und „zusätzlicher Aufgabenanreiz“(Transzendierung) realisiert. Es gab also insgesamt vier Experimentalgruppen. Die Gruppen 1 und 3 erhielten die Information, dass es eine alternative Aufgabe zur Bearbe itung gäbe und die Versuchspersonen wurden dann randomisiert den Bedingungen der Transzendierung und der neutralen Aufgabe zugeordnet. Gruppe 2 und 4 hingegen war nicht bekannt, dass noch eine andere Aufgabe alternativ bearbeitet werden konnte und auch hier wurde in Transzendierung und neutrale Aufgabe aufgeteilt.
Die eigentliche Aufgabe bestand in der Bearbeitung einer Daueraufmer ksamkeitsaufgabe und die Transzendierung wurde in einer Harry-Potter-Geschichte, bei der ein Zahlencode gesucht werden musste, um Harrys Eule zu befreien, realisiert.
In die Auswertung wurden 172 Schüler und Schülerinnen im Alter von zehn bis dreizehn Jahren, die die 5. und 6. Klasse besuchten, genommen. Diese teilten sich nun gleichmäßig auf die vier Versuchsbedingungen auf.
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Als Ergebnisse sind festzuhalten, dass es einen statistisch bedeutsamen Effekt des Aufgabenanreizes gibt, da die Motivation bei den Gruppen mit der Harry-Potter-Aufgabe durchweg höher ist als bei denen mit neutraler Aufgabe.
Des Weiteren ist ein Effekt der Konkurrenzbedingung festzustellen, denn die Gruppen „ohne Wissen von Alternative“ hatten im Schnitt eine höhere Motivation als diejenigen „mit Wissen der Alternative“. Zuletzt wäre noch eine statistisch bedeutsame Interaktion zwischen Aufgabenanreiz und Konkurrenzbedingung zu erwähnen. Die Motivation sinkt besonders stark, wenn Schüler die neutrale Aufgabe bearbeiten mussten und gleichzeitig von einer Alternative wussten. Dieses Ergebnis ist Ansatzpunkt für unser Experiment, da bei vorliegender Konkurrenz (in unserem Experiment „Witze raten“) die Transzendierung deren negativen Effekt aufheben sollte.
Außerdem wurden die Schüler noch um eine Bewertung der Aufgabe selbst, ihrer Stimmung als auch ihrer Konzentration gebeten und hier hatte ebenfalls das Wissen um eine attraktivere Alternative eine beeinträchtigende Wirkung.
Hinsichtlich des erwarteten Einflusses der zwei Faktoren auf die Leistung zeigten sich keinerlei signifikanten Unterschiede zwischen den Bedingungen. Die beiden abhängigen Variablen Motivation und Leistung waren also unabhängig voneinander und die Motivation spiegelte sich nicht in der Le istung wieder.
Zusammenfassend lässt sic h festhalten, dass die beiden Faktoren die Motivation signifikant beeinflussen, nicht aber die Leistung. Daran anschließend sollte nun in unserem Experiment getestet werden, ob sich eine Transzendierung der Daueraufmerksamkeitsaufgabe auch bei Studenten bei vorhandener attraktiver Handlungsalternative positiv auf Motivation und Lei stung auswirkt.
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3.2Hypothesen
Aufgrund der vorgestellten Theorien lassen sich verschiedene Hypothesen ableiten. Anhand der nun folgenden Hypothesen wollen wir Daten erheben und die Hypothesen anhand dieser testen.
3.2.1 Zusammenhang von Motivation und Leistung
H 0 : Die gemessene Motivation, die Symbolaufgabe weiter zu bearbe iten steht nicht in signifikant positivem Zusammenhang zur gemessenen Lei s tung.
H 1 : Die gemessene Motivation, die Symbolaufgabe weiter zu bearbe iten steht in signifikant positivem Zusammenhang zur gemessenen Leistung.
3.2.2 Einfluss der Transzendierung auf die Motivation
H 0 : Die gemessene Motivation, die Symbolsuchaufgabe weiter zu bearbeiten, ist bei den Experimentalgruppen mit Cover-Story nicht s ignifikant höher als bei der Gruppe ohne Cover-Story.
H 1 : Die gemessene Motivation, die Symbolsuchaufgabe weiter zu bearbeiten, ist bei den Experimentalgruppen mit Cover-Story signifikant höher als bei der Gruppe ohne Cover-Story.
3.2.3 Einfluss der Transzendierung auf die Leistung
H0: Die gemessene Leistung in der Symbolsuchaufgabe ist bei den Experimentalgruppen mit Cover-Story nicht signifikant höher als bei der Gruppe ohne Cover-Story.
H 1 : Die gemessene Leistung in der Symbolsuchaufgabe ist bei den Experimentalgruppen mit Cover-Story signifikant höher als bei der Gruppe ohne Cover-Story.
Arbeit zitieren:
Sarah Brodhäcker, 2004, Transzendierung als Möglichkeit der Motivations- und Leistungssteigerung, München, GRIN Verlag GmbH
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