Zwei Wehrdienstverweigerer und Ex-„Zivis“ auf den Spuren - ausgerechnet - von Kriegen, Kasernen und Kanonen: Die Zeichen deuten auf eine Irrfahrt. Und tatsächlich war die Idee, Gibraltars militärhistorisches Erbe zum Exkursionsgegenstand zu erwählen, ursprünglich nicht viel mehr als das Produkt günstig liegender Variablen. Das einzige gemeinsame Zeitfenster um die Osterferien ließ manch ein anderes Ziel schon an der Flugbuchung scheitern, und bereits bei einer ersten Internetbegegnung mit Gibraltar drängte sich das fremde Feld Militärgeschichte als thematische „Gol dgrube“ geradezu auf: kein Link ohne Bezug auf eine Belagerung, kaum eine Sehenswürdigkeit ohne militärischen Hintergrund, nur wenige Dekaden ohne weltpolitische Implikationen.
Schnell war da auch unsere Begeisterung geweckt für ein offenbar Jahrhunderte überdauerndes internationales Tauziehen um den kleinen Felsen, der es doch in unserem Blick auf die Landkarte bisher allenfalls zur geographischen Unwucht in der Küstenlinie Andalusiens bringen konnte und auch sonst nicht viele Assoziationen hervorrief, außer vielleicht: Affen. Die freilich mussten sich unseren Eindruck von Gibraltar bald mit dem Bewusstsein teilen, dass „The Rock“ alles andere ist als ein beliebiger Appendix des Kontinents - statt auf eine „Irrfahrt“ waren wir in eine äußerst interessante Exkursion geraten und ließen uns gerne fesseln von den verschlungenen Pfaden einer außergewöhnlichen Geschichte. Deren Faszinationskraft, so hoffen wir, kann unser nachfolgender Bericht ein wenig widerspiegeln.
Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle bei unseren Eltern für ihre Unterstützung und ihre Geduld nicht zuletzt auch bei diesem Abschnitt unseres Studiums, sowie bei Herrn Professor Dr. Bernd Lenz für seine spontane Kooperationsbereitschaft, seine treffenden Hilfestellungen und sein promptes Einverständnis mit der Id ee e iner Team-Exkursion.
Schließlich gilt unser Dank unseren Ansprechpartnern vor Ort, namentlich dem Che f-konservator der „Parson’s Lodge Battery“, Alan Lieb, den British Army-Offizieren und Tunne lführern Mark Cooper und Pete Jackson, den Bibliothekarinnen Laura Swift von der „Garrison Library“ und Mrs. Beryl von der „John Mackintosh Library“ sowie Annaliesse Berllaque vom „Gibraltar Tourist Board“.
Verschlungene Pfade
4
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 5
2 Grenzerfahrung Gibraltar - eine Erstbegegnung 7
2.1 Geologische Eckdaten 7
2.2 Lebensraum „The Rock“ 7
2.3 „Gibraltarian first“ - Anmerkungen zum Kulturraum Gibraltar 8
3 Gibraltar - ein historischer Abriss 9
3.1 Ur- und Frühgeschichte 9
3.2 Moorish Occupation 10
3.3 „Spanish Occupation“ 11
3.4 „British Occupation“ 12
3.4.1 Die „Neutrale Zone“, oder: Was vom Grenzland übrig blieb 14
3.4.2 Gibraltar und die Weltkriege 16
4 Militärhistorische Monumente 19
4.1 Hafen 20
4.2 Moorish Castle 21
4.3 Stadtmauern 21
4.4 Parson’s Lodge 22
4.5 Trafalgar Battle und Trafalgar Cemetery 23
4.6 Kanonenstellungen und Batteries 24
4.6.1 allgemein 24
4.6.2 Die 100 Ton Gun 25
4.7 Tunnelsysteme 27
4.7.1 Great Siege Tunnels 27
4.7.2 World War II Tunnels 30
4.8 The Upper Rock 35
4.8.1 St Michael’s Cave 35
4.8.2 O’Hara und Lord Airey’s Battery 37
4.8.3 Military Heritage Centre 38
4.8.4 Exkurs: Last Ape Standing - der Kampf um die Affen 39
4.9 Flughafen 40
5 Schlussbemerkung 42
6 Anhang 43
6.1 Militärische Stützpunkte auf Gibraltar 44
6.2 Unser Tagesplan 45
7 Literaturverzeichnis und Abbildungsnachweis 46
1 Einleitung
Ein provokanter Stein: Der Fels von Gibraltar überragt in seiner abrupten Erscheinung weite Teile Südspaniens - dass er zudem nachtsüber auch noch hell bestrahlt wird, woraufhin das dünn besiedelte Andalusien schattig bis symbolkräftig „unterweltlich“ wirken muss, ist dann aber offenbar doch zuviel. Im Gegenzug, so scheint es jedenfalls, lässt Spanien, mit seiner Rolle des „Underdogs“ kokettierend, den Reisenden seinerseits erst einmal konsequent „im Dunkeln“: Der einzige Richtungsverweis auf die Kolonie erfolgt, in Sichtweite des Felsens, kurz vor der Grenze. An keiner Autobahnausfahrt, keinem Kreisverkehr und keiner Landstraße befindet sich ein Hinweis auf „The Rock“. Wer nicht weiß, dass der spanische Grenzort „La Linea“ heißt, fährt im ersten Anlauf wohl erst ein-
mal an Gibraltar vorbei, nachdem die Autobahn gerade in Höhe d er Kolonie hinter einer relativ aufragenden Küste verläuft, die keine Orientierung „auf Sicht“ ermöglicht. Damit begegnet der EU-Tourist, der ja eigentlich darauf vertraut, sich auch ohne eine Straßenkarte (zumindest überregional) zurechtzufinden, recht unvorbereitet erst einmal zwei ihm fremd gewordenen Größen - der Wiederkehr eines Grenzempfindens
und dem Bewusstsein einer territorialen Wunde, die offenbar noch immer nicht geschlossen ist. Es ist mithin also gar nicht so einfach, auf Gibraltar anzukommen. Der Fels selbst war und ist - allem voran - ein international bedeutendes militärisches Sperrgebiet. Dass der Besucher dies heute nicht mehr als vornehmlich wahrnimmt, ist zum großen Teil den politischen Entspannungsbemühungen Englands und Spaniens während der vergangenen drei Jahrzehnte sowie dem Ende des Kalten Krieges zu verdanken: Grenzzäune wurden abgebaut, die Militärpräsenz erheblich reduziert und der lange Zeit, Gibraltar betreffend, nur verhalten diplomatische Ton zwischen London und Madrid relativ entschärft. 1
Gleichwohl natürlich begegnet auch der nicht auf militärgeschichtlicher „Mission“ befindliche Tourist nach wie vor schon auf ersten Blick allem voran einer Unzahl an
1 Eine Ausnahme bildet hier sicherlich Spaniens Weigerung, Gibraltar als Mitglied der EU-Luftfahrtbehörde „Joint Aviation Association“ zu
akzeptieren (Information von Mark Cooper). Gibraltar hat damit keinerlei Einfluss auf die technischen und Sicherheitsvorgaben der EU an
die Flugzeughersteller, deren Produkte EU-Raum überfliegen - und dies bei einem Flughafen, der stadtnäher kaum sein könnte.
Stadtwällen, Festungsresten, Kanonenstellungen, Verteidigungstunnel-Eingängen und musealen Würdigungen, die eindrucksvoll von der äußerst bewegten militärischen Vergangenheit der kleinen Kolonie künden. Bereits mit seinem Grenzübertritt befindet er sich auf einer Rollbahn der „British Air Force“, stößt nach der Überquerung der Startbahn auf ein Denkmal, das ihm Gibraltar samt einer Soldatenstatue als „Cradle of History“ benennt, passiert die „Devil’s Tower“-Kaserne, quert weiter durch ein schmales, einst mit Zugbrücke versehenes Stadttor die Festung „Casemate Battery“, erblickt auf dem Stadtplatz das erste Kanonendenkmal - und erhält schließlich im Tourist Office, das sich in der einstigen Offiziersmesse und den ehemaligen „Fortress Headquarters“ befindet 2 , allem voran Tipps zur Besichtigung von maurischen Burgen, spanischen Grenzwällen und englischen Verteidigungstunneln. Kurz: Bereits nach wenigen Schritten wird offenbar, dass Gibraltars Herz ohne einen Rückgriff auf seine Militä rgeschichte nur schwerlich fassbar wird.
Ziel unseres Exkursionsberichtes soll es sein, die wechselvolle Vergangenheit des Felsens unter besonderer Berücksichtigung einiger militärhistorischer und -architektonischer Meilensteine nachzuzeichnen. Dabei wollen wir, selbst Neuland-Besucher, auf einen einführenden landeskundlichen Überblick zur Erstorientierung natürlich nicht verzichten (Kapitel 2). Im Anschluss daran gilt es, die zentralen Weichenstellungen innerhalb der vielen „verschlungenen Pfade“ in der Geschichte Gibraltars im Rahmen eines Überblicks vorzustellen (Kapitel 3), um auf diesem Fundament schließlich die zur näheren Betrachtung ausgewählten militärhistorischen Monumente vorzustellen (Kapitel 4).
2 vgl. auch die Tafelaufschrift vor dem Gebäude: „Until recently used as fortress headquarters, Line Wall House was once an officers’ mess.
It was rebuilt from ruins after the Great Siege and again after a fire in 1833. Prince George of Cambridge lived here in 1838 and later the
General officer commanding royal artillery”.
2 Grenzerfahrung Gibraltar - eine Erstbegegnung
2.1 Geologische Eckdaten
Der Felsen von Gibraltar ist das Produkt eines prähistorischen Massengrabes: Vor rund 200 Millionen Jahren formten sich über Jahrtausende hinweg seetierische Überreste zu Kalkstein, der im Laufe der Zeit über unzählige Plattenbewegungen zum Felsen aufgeworfen wurde. Vor ca. fünf Millionen Jahren entfernten sich dann der afrikanische und der europäische Kontinent voneinander, wobei zwischen Gibraltar und dem heutigen Ceuta eine rund drei Kilometer tiefe Senke entstand, über die der Atlantik das Mittelmeer „füllte“. In seiner heutigen Form besteht Gibraltar seit etwa zwei Millionen Jahren, wobei seit dem 18. Jahrhundert Landgewinnungsmaßnahmen die westliche Küstenlinie erheblich ausgeweitet haben. Der Fels selbst ist 4.5 Kilometer lang, 1.6 Kilometer breit und erhebt sich an seiner höchsten Stelle 426 Meter über den Nullpunkt; mit der Iberischen Halbinsel ist er über eine sandige, ca. 1.2 Kilometer breite Landenge („Isthmus“) verbunden.
2.2 Lebensraum „The Rock“
Gibraltar verfügt über eine reiche Fauna; die Möglichkeiten, das Land zu kultivieren, sind dagegen äußerst begrenzt. Entsprechend stellte die Landwirtschaft nie einen bedeutenden Industriezweig dar; heute leben die Gibraltarianer allem voran von To urismus, Schiffsbau und finanzwirtschaftlichen Dienstleistungen („Steuerparadies“). Insgesamt zählt Gibraltar knapp 28000 Einwohner in seiner einzigen Stadt, „Gibraltar City“, im Norden und Westen am Fuße des Felsens sowie dem dörflichen „Catalan Bay“ im Osten. Der Fels selbst sowie der Süden sind kaum besiedelt. Mit rund 4200 Einwohnern pro Quadratkilometer weist „The Rock“ dennoch eine der weltweit höchsten Bevölkerungsdichten auf, was sich in dem von Hochhäusern ze rklüfteten Stadtbild durchaus widerspiegelt. Die urbane Hauptschlagader bildet die „Main Street“, die - teilweise als Fußgängerzone - durch das gesamte Zentrum führt. Sie wird von Restaurants, unzähligen Souvenir- und Tabak-/Alkohol-Shops 3 , der Verwa ltung, Kulturzentren, Schulen, Moscheen, Kirchen und Synagogen gesäumt. Eine gibraltarianische Weisheit, wonach man sich in der „Main Street“ ohnehin so oft begegnet, dass man sich auch gleich mit „bye“ begrüßen kann, leuchtete uns schon nach kurzer Zeit ein - tatsächlich trifft man dort überraschend häufig auf bereits „bekannte Gesichter“.
3 Tabakprodukte und alkoholische Erzeugnisse unterliegen in Gibraltar keiner Steuerpflicht.
2.3 „Gibraltarian first“ - Anmerkungen zum Kulturraum Gibraltar
Bei aller Nähe: Bezüglich seiner kulturellen Identität hat sich Gibraltar längst von Spanien distanziert - vergeben ist es aber auch für seine kolonialen Eigner: „Gibraltarian first“ lautet bei der multiethnischen Bevölke-
rung
4
und in den lokalen Medien die übergreifende Losung, und eine Umfrage in der gibraltarianischen Zeitung „Panorama“ vom 24. April 2003 führte einmal mehr zu dem Schluss: „To the question asking who does Gibraltar really belong to, 86% said the Gibraltarians”
5
. Dem Besucher widerfährt auch bei längerem Auf-
enthalt ein zweigeteilter Eindruck von der Halbinsel; ein stabiles Bild zu dem Kulturraum wird ihm alles andere als leicht gemacht: Natürlich bestellt er auf Englisch, während sich die Schüler der gibraltarianischen „West Side School“ in ihrer recht britisch anmutenden Uniform ausschließlich auf Spanisch unterhalten; natürlich isst er „Fish and Chips“, muss sich dafür aber erst einmal durch eine Speisekarte wühlen, an deren vorderster Stelle Tortillas angeboten werden; natürlich fährt er rechts - und wundert sich, dass das auch alle anderen tun 6 . Natürlich reist er mit Euro an - und ist erstaunt, dass das Wechselgeld meist aus Pfund und Pence besteht. Und schließlich: Wenn man auf Gibraltar bekennend ist, so unser Eindruck, dann ist man kein Anglikaner
- sondern Jude
7
. „Entre dos tierras“ - zwischen zwei Welten - so lässt sich der Kulturraum „Gibraltar“ vielleicht am besten umschreiben: Nach Jahrhunderte la nger Belagerung unter wechselnder Führung haben sich Gibraltars Bewohner nicht nur in Flexibilität geübt, sondern sie zu einem prinzipalen Wert erkoren: Man macht mit, was unvermeidbar ist, adaptiert, was sich anbietet und bleibt bei all dem möglichst, wer man ist: Der seltene und stolze Staatsbürger einer außergewöhnlichen Insel - die natürlich keine ist.
4 Neben Briten auch Spanier, Italiener, Malteser und Portugiesen. Vgl. Central Intelligence Agency (Hg.)(2003), “The World Factbook”,
Online-Recherche: http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/gi.html (Zugriff am 05.08.03)
5 o.N., „Gibraltar belongs to the Gibraltarians“, in: o.N: Panorama daily, Gibraltar 24.04.2003. S.2
6 Vor dem Hintergrund der vielen Grenzpendler und des daraus resultierenden Verkehrschaos’ stellte Gibraltar im Jahr 1925 sein Verkehrs-
netz auf den Rechtsverkehr um (vgl. Ramsey, Winston G. (Hg.)(1978), „After the Battle - Number 21 - Gibraltar“, London. S.2)
7 Tatsächlich ist die jüdische Gemeinde sehr präsent, bildet statistisch gesehen mit 2,3 % aller Gläubigen aber nur eine kleine Gruppe. Die
meisten Gibraltarianer sind römisch-katholisch (77 %), gefolgt von Anglikanern, Moslems u.a. (je 7 %). (Vgl. CIA, Zugriff am 05.08.03)
3 Gibraltar - ein historischer Abriss
3.1 Ur- und Frühgeschichte
Im Zeitraum von 60000 bis 20000 v. Chr. wurde Gibraltar zur letzten Station der Ne-andertaler - und im Jahr 1848 zu ihrem ersten Fundort. Der „homo neanderthale nsis“ könnte also eigentlich „Gibraltar Man“ 8
heißen, hätte die örtliche „Scientific Society“ ihre Entdeckung nur lautstark genug verbreitet. So aber verbuchte der Fund im nordrhein-westfälischen Neandertal das weltweite Aufsehen für sich - acht Jahre später. Im frühen 20. Jahrhundert fanden Archäologen auf Gibraltar, meist im Zusammenhang
mit Tunnelarbeiten, weitere Hinweise auf eine prähistorische Besiedelung des Felsens. Mit der Regentschaft der Phönizier, rund 700 v. Chr., wurde Gibraltar dann allerdings zu „Heiligem Boden“ und damit zum Sperrgebiet: Zu jener Zeit galten der Fels und sein Pendant auf marokkanischer Seite, der Felsen von Abyla, als „Heraklessäulen“, mit deren Errichtung Herkules die „Straße von Gibraltar“ begründet haben soll. Auch unter den nachfo lgenden Karthagern und Römern - sie kannten „The Rock“ unter der Bezeichnung „Mons Calpe“ - blieb Gibraltar selbst zivilisatorisch unerschlossen. Römische Siedlungsreste konnten allerdings nahe der heutigen Stadt Algeciras auf der anderen Seite der Bucht ausgemacht werden. Bis ins siebte Jahr-hundert schließlich gehörte Gibraltar zum „Reich von Toledo“ der Westgoten.
Für die modernen Gibraltarianer freilich beginnt die „eigentliche“ Geschichte ihres Felsens allerdings erst im April 711 9 mit der Landung maurischer Truppen auf dem Isthmus. Von da an bis heute lässt sie sich, einem Vorschlag E.F.E. Ryans folgend, in die Phasen „Moorish Occupation“, „Spanish Occupation“ und „British Occupation“ einteilen. Dieser Gliederung möchten wir uns gerne anschließen, da sie nicht zuletzt auch den außerordentlichen Stellenwert der Militärgeschichte auf Gibraltar widerspiegelt.
8 Terminus aus Ryan, E.F.E. (Hg.)(1999), Something about Gibraltar, Gibraltar: Charles G Trico Ltd., S.18.
9 Über das genaue Datum herrscht offenbar keine einheitliche Meinung: Unsere Quellen nennen Daten zwischen dem 27. und 30. April.
3.2 Moorish Occupation
Unter der Führung von Tariq-ibn-Zayad wurde „The Rock“ im Jahr 711 zum Ankerpunkt der maurischen Invasion Spaniens. Die gotische Armee konnte der 12000 Mann starken Truppe am Isthmus und dem nahen Algeciras nicht standha lten, und bereits nach wenigen Monaten war ein Großteil Spaniens in muslimischer Hand. Zugleich erhielt der Felsen seinen neuen Namen, „Gibel Tariq“ („Tariqsberg“), aus dem über Lautverschiebungen später „Gibraltar“ wurde
10
. Zunächst blieb der Felsen unbewohnt. Im Jahr 1160 gründete der marokkanische Sultan Abd-al-Munim dann die spätere Stadt von Gibraltar und errichtete eine Burg („Moorish Castle“). Am Westhang mit Blick über die Meerenge gelegen, diente sie den Mauren als hervorragende Observations- und Kommunikationsstation. Die Siedlung geriet rund eineinhalb Jahrhunderte später, im Jahr 1309, erstmals ins Visier spanischer Kreuzzügler - womit Gibraltar auch die erste seiner bis he ute 14 Belagerungen erfuhr; nach einem Mo-
nat mussten die Mauren kapitulieren. Der spanische König Ferdinand IV. bevölkerte den Felsen daraufhin, in Ermangelung freiwilliger Siedler und Militärs, mit Strafgefangenen, die als Gegenleistung für ihre Bereitschaft, Gibraltar zu verteidigen, begnadigt wurden. Und tatsächlich trat der erste Verteidigungsfall bereits sechs Jahre später mit dem „second siege“ durch die Mauren ein; der Angriff schlug erst einmal fehl, doch im Jahr 1333 geriet der Felsen nach erneuter Belagerung wieder unter arabische Herrschaft. In der Folgezeit kam es zu weiteren „sieges“, diesmal nicht nur durch die Spanier, sondern auch durch rivalisierende maurische Herrscher. Am 20. August 1462 schließlich fand die maurische Ära mit der achten Belagerung endgültig ihr Ende -und ging nahtlos in eine knapp 250 Jahre währende „Spanish Occupation“ über. 10 vgl. Ryan, E.F.E., S.6 und Ramsey, Winston G., S.1
Arbeit zitieren:
Jürgen Rindt, Sascha Bruss, 2003, Verschlungene Pfade: Militärgeschichte auf Gibraltar - eine Spurensuche, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Begriff des Intellektuellen
Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jürgen Rindt hat den Text Verschlungene Pfade: Militärgeschichte auf Gibraltar - eine Spurensuche veröffentlicht
Jürgen Rindt hat einen neuen Text hochgeladen
Tibet: Die verschlungenen Pfade des Lebens
Die Geschichte eines Nomadenju...
Andreas Hüllenhagen
Berlin 89/09. Kunst zwischen Spurensuche und Utopie / Art Between Trac...
Kunst zwischen Spurensuche und...
Guido Fassbender, Heinz Stahlhut
Deutsche Bilder - Eine Spurensuche 1992-2008
Ausstellungskatalog Pinakothek...
Eva Leitolf, Meredith Dale
A new New English Language, Politics and Identity in Gibraltar
Language, Politics, and Identi...
Anja Kellermann
Auf Spurensuche in der Natur: Stabile Isotope in der ökologischen Fors...
Auf Spurensuche in der Natur
Auf den Spuren des Inn-Chiemsee-Gletschers Exkursionen
Robert Darga, Johann Franz Wierer
Formation et évolution de l'arc de Gibraltar
Apports de l'évolution structu...
François Negro
0 Kommentare