Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
1.1. Quellenlage und Forschungsstand 3
2. Fachlicher Teil 5
2.1. Sklaverei in der späten römischen Republik 5
2.2. Sklavenaufstände in der Krisenzeit der römischen Republik 7
2.2.1. Der Spartacusaufstand 8
3. Der Film „Spartacus“ von Stanley Kubrick 11
4. Didaktischer Teil 12
4.1. Die verschiedenen Filmgattungen im Geschichtsunterricht 13
4.2. Vor- und Nachteile des Filmeinsatzes im Unterricht 14
4.3. Unterrichtspraktische Überlegungen 17
5. Zusammenfassung 19
6. Quellen- und Literaturliste 20
2
1. Einleitung
„[...] und wählten sich drei Anführer, von denen der erste Spartacus war, [...], der nicht nur einen stolzen Sinn und große Körperkraft besaß, sondern auch durch Verstand und Herzensgüte besser war als sein Stand und sein Schicksal und hellenischer als seine Geburt“ 1
Diese Aussage über Spartacus stammt von dem römischen Geschichtsschreiber Plutarch, der sie eher beiläufig in der Beschreibung über das Leben und Wirken des Marcus Licinius Crassus gibt. Sie ist aber symptomatisch für die Behandlung des Stoffes des Spartacusaufstandes durch andere Autoren. Nur Wenige äußerten sich gegenteilig, viele stimmten mit Plutarch überein was die Person des Spartacus und sein Wesen betraf, nicht nur in der Antike, sondern auch noch bis in die jüngste Gegenwart. Dabei ist aber zu bedenken, dass auch immer das aktuelle Zeitgeschehen und die eigene Position des jeweiligen Schreibers in der Beurteilung des Anführers des größten Sklavenaufstandes eine Rolle spielte. Durch diese vielen Zuschreibungen und Interpretationen ist heute die historische Figur des Spartacus und der durch ihn getragene Sklavenaufstand nicht mehr von vielerlei Legenden und Mythen zu trennen. 2
1.1. Quellenlage und Forschungsstand
Quellen über den Spartacusaufstand, als größter und gefährlichster Sklavenaufstand in der Geschichte Roms, sowie über die vielen anderen Auseinandersetzungen mit Sklaven in der römischen Antike sind leider nur in sehr geringem Umfang überliefert. Das liegt zum einen daran, dass sowohl die Sklaverei als auch die damit einhergehenden Aufstände im Altertum als etwas völlig Normales und Selbstverständliches galten und zu dieser Problematik keine Untersuchungen angestrengt wurden. Aufstände von Sklaven erschienen in dieser Betrachtungsweise nur als größter Ausdruck der Widerstände von Sklaven gegen ihre Herren. Deswegen
1 Vgl.: Plutarch, Crassus 8.
2 Vgl.: Björn Onken: Spartacus, in: Hubert Cancik u. Helmuth Schneider (Hrsg): Der Neue Pauly.
Enzyklopädie der Antike (DNP), Band 11, Stuttgart 2001, Sp. 795f.
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wurden diese meist so kurz wie möglich in den verschiedenen Geschichtsschreibungen abgehandelt.
Als Quellen für den Spartacusaufstand stehen Geschichtsschreibungen verschiedener antiker Autoren zur Verfügung. Hierbei sind vor allem Plutarchs (46 n.Chr. -120 n.Chr.) Biographie des Marcus Licinius Crassus sowie die Römische Geschichte des Appian v. Alexandria (etwa 2. Jahrhundert n.Chr.) zu nennen. Aber man findet auch Beschreibungen des Sklavenaufstandes bei Florus und Sallust (86 v.Chr. -35 v.Chr.). 3 Bei den meisten anderen Geschichtsschreibern der Antike wird allerdings, wie bereits erwähnt, der Aufstand nur als Randerscheinung betrachtet und behandelt.
Im Gegensatz zu den antiken Autoren f assen die modernen Althistoriker die Ereignisse in dieser Zeit mit dem Begriff „Sklavenaufstände“ oder „Sklavenkriege“ zusammen. Besonders der Spartacusaufstand wurde hierbei immer mehr zum Paradebeispiel für diese Ereignisse. Das wurde auch gefördert durch die Rezeption der Leistungen des Spartacus. Immer wieder wurde über ihn mit größtem Respekt geredet. So genoss er zum Beispiel bei Lessing, Voltaire, Hebbel und Karl Marx sehr großes Ansehen. Seit dem 18. Jahrhundert galt er sogar „ [...] als Symbol für den gerechten Kampf gegen Unterdrückung [...]“ 4 . Diese Denkweise setzt sich dann auch in den Wirren des Ersten Weltkrieges und der Anfangsjahre der Weimarer Republik in Gestalt des Spartacusbundes fort.
Waren diese frühen Rezeptionen und Bearbeitungen noch relativ ungeordnet und ideologisch gefärbt, kann man in jüngerer Zeit wieder eine stärkere Beachtung des Themas Sklavenaufstände beobachten. Vor allem seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts setzte eine systematische Erforschung der großen Sklavena ufstände ein, die bis heute anhält. Als wichtigste Namen sind hier A. Guarino mit einer Abhandlung über Spartacus (1980), K. Bradley mit seinem Buch „Slavery and Rebellion in the Roman World. 140 B.C.-70 B.C.” aus dem Jahr 1989 sowie die Arbeiten von Wolfgang Zeev Rubinsohn (1993) und Thomas Grünewald (1999) zu nennen.
3 Vgl.: Wolfgang Z. Rubinsohn: Die großen Sklavenaufstände der Antike. 500 Jahre Forschung,
Darms tadt 1993, S. 2 f.
4 Björn Onken: Spartacus, in: DNP, Band 11, Stuttgart 2001, Sp. 795f.
4
Diese Hausarbeit ist eine Arbeit in einem fachlich-didaktischen Seminar. Deshalb möchte ich mich nicht nur mit den historisch- fachlichen Aspekten der Sklavenaufstände befassen. Da über den Aufstand des Spartakus 1960 in Hollywood ein Spielfilm gedreht wurde, möchte ich mich im zweiten Teil meiner Arbeit mit diesem Film im Speziellen sowie mit den Möglichkeiten und Gefahren des Einsatzes von Filmen im Geschichtsunterricht im Allgemeinen auseinandersetzen. In einem letzten Schritt werde ich noch herausarbeiten, inwiefern und wie der Film über Spartacus im Unterricht eingesetzt werden kann. Damit hoffe ich den Anforderungen an diese Arbeit gerecht zu werden.
2. Fachlicher Teil
2.1. Sklaverei in der späten römischen Republik
Als Sklaverei wird im allgemeinen die „persönliche Unfreiheit infolge des Besitzrechtes eines anderen Menschen an der Person des Abhängigen“ 5 bezeichnet. Sklaven waren also Menschen über die nach Gutdünken des Herren verfügt werden konnte. Im Altertum war diese Auffassung kaum jemals Gegenstand des Nachdenkens. Vielmehr galt Sklaverei als selbstverständlich und wurde auch nie in Frage gestellt, weder von griechischen noch von römischen Autoren. Die Zeit der späten römischen R epublik ist nicht nur durch politische Krisen bestimmt, sondern auch durch tiefgreifende Veränderungen der Wirtschaftsstruktur. Diese Veränderungen sind allerdings nicht langsam und sukzessive vonstatten gegangen. Vielmehr sind sie gekennzeichnet durch sprunghafte Veränderungen, die sich gleichzeitig auch auf die Gesellschaft und ihre Gruppierungen auswirkten. 6 Besonders in der Agrarwirtschaft lässt sich dieser Prozess nachweisen. War die Frühzeit der Römischen Republik noch geprägt von einem Nebeneinander der Grundbesitzer und Kleinbauern, die allerdings kaum das Notwendige zum Leben erwirtschaften konnten, wurde in Folge der Zerstörungen im 2. Punischen Krieg die Notwendigkeit immer größer, andere effektivere Nutzungsmöglichkeiten der landwirtschaftlichen Flächen zu finden. In den bestehenden Strukturen war keine Ertragssteigerung mehr möglich. Trotz mancherorts vorgenommener Reorganisation
5 nach: S. Lauffer: Sklaverei, in: Lexikon der Antiken Welt, Zürich 1965, Sp. 812.
6 Vgl.: Karl Christ: Krise und Untergang der Römischen Republik, Darmstadt 1984, S. 67f.
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der kleinen und mittleren Güter, setzte sich schon bald der neue Typus des landwirtschaftlichen Großbetriebes durch. Hier wurde nicht mehr nur zum eigenen Überleben angebaut, sondern vornehmlich die Blicke hin auf den meisten Profit gerichtet. Diese Güter betrieben neben einer extensiven Viehwirtschaft auch den Anbau von Wein und Oliven, die sich mit besonders viel Profit verkaufen ließen. 7 Durch diese Veränderungen wurde jedoch der Arbeitskräftebedarf auf diesen Gütern immer größer, sodass nach und nach dazu übergegangen wurde, Sklaven in großer Zahl einzukaufen und auf den Gütern arbeiten zu lassen. 8
Auch im Handwerk nahm in dieser Zeit die Spezialisierung sehr stark zu. Damit stieg aber auch die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitern, die verstärkt in Form von Handwerkssklaven vor allem aus dem hellenistischen Osten geholt wurden. Sie wurden vor allem in neuen Handwerkszweigen eingesetzt, während in den traditionellen Bereichen eher Freie beschäftigt wurden. 9 Neben diesen wirtschaftlichen Erwägungen wurden nach dem 2. Punischen Krieg aber auch immer mehr Sklaven einzig aus Prestigegründen gekauft und innerhalb des Hauses beschäftigt. Hat dieses anfangs noch dazu gedient, den gestiegenen Bedarf an unfreiem Dienstkräften zu decken, wurde daraus bald ein Repräsentationsstreben innerhalb der römischen Oberschicht. Jeder versuchte den anderen mit der Zahl seiner Sklaven oder deren Qualifizierungsgrad zu übertreffen, um so seinen Reichtum und seine Macht zur Schau stellen zu können. 10 Die Lage der Sklaven und ihre Behandlung differenzierte sehr stark, je nachdem in welchem Bereich sie eingesetzt wurden. Am härtesten traf es die Bergwerkssklaven, speziell bei der Erzgewinnung. Ebenso war das Los der in der Landwirtschaft tätigen Sklaven nicht viel besser, da sie praktisch keine Chance auf Verbesserung ihrer Situation oder gar die Freilassung hatten. Dagegen bestand die Chance auf Freilassung oder wenigstens auf Verbesserung der Lebensumstände bei den im Handwerk und im Haus tätigen Sklaven sehr wohl. Vor allem letztere besaßen großes Ansehen, wenn sie entsprechende Qualifikationen vorweisen konnten (z.B. Lehrer). 11 Die dargestellten Veränderungen in der Landwirtschaft, dem Handwerk und der Gesellschaft führten zu einer starken Zunahme des Bedarfs an unfreien Arbeitern.
7 Vgl.: Karl Christ: Krise und Untergang der Römischen Republik, Darmstadt 1984, S. 68 - 76.
8 Vgl.: DNP: Sklaverei, Bd. 11, Sp. 628.
9 Vgl.: Norbert Brockmeyer: Antike Sklaverei, Darmstadt 1987, S. 163f.
10 Vgl.: DNP: Sklaverei, Bd. 11, Sp. 628.
11 Vgl.: Karl Christ: Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 1984, S. 84f.
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Arbeit zitieren:
Thomas Wittmann, 2005, Spartacus - Filme im Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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