Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Darstellung des Lebens des Friedrich von Bodelschwingh 4
3. Darstellung eines zentralen theologisch relevanten Themas 9
im Leben von Friedrich von Bodelschwingh:
Barmherzigkeit mit Arbeits- und Heimatlosen
4. Darstellung der Verarbeitung des Themas in der Theologie 12
5. Entwicklung von Perspektiven und Konsequenzen für ein 14
Handlungskonzept in der sozialen Arbeit
6. Literaturverzeichnis 17
2
1. Einleitung
In der vorliegenden Arbeit wird das Lebenswerk von Friedrich Christian Carl von Bodelschwingh betrachtet. Dies geschieht zunächst in einer biographischen Darstellung. Dann werden seine Lösungsmodelle für die Soziale Frage, speziell die der Arbeitslosen- und Nichtsesshaftenhilfe geschildert und hinterfragt. Des weiteren wird in dieser Arbeit versucht Begriffe wie „ Innere Mission“, „Barmherzigkeit“, „Nächstenliebe“ und „Diakonie“ zu erläutern und sie mit der Arbeit des Friedrich von Bodelschwingh in Bezug zu setzen. Nicht zuletzt seine Arbeit zu rechtfertigen. Im letzten Punkt der Ausführungen werden die Leistungen des Theologen in den heutigen Kontext gesetzt, mit der Sozialen Arbeit verbunden. Hierbei werden Unterschiede früherer und heutiger Arbeit mit „Randgruppen“ kritisch gemustert und Parallelen aufgezeigt. Es wird also ein Mosaik aus Friedrich von Bodelschwing h und unterschiedlichen Werken zusammengesetzt, von denen wichtige Impulse ausgegangen sind oder deren Wirken im Ablauf gesellschaftlicher oder geschichtlicher Prozesse beschrieben werden können. Dies schließt allerdings ein lückenloses Geschichtsbild im vorhinein aus.
2. Darstellung des Lebens von Friedrich von Bodelschwingh Am 6. März 1931 wird Friedrich Christian Carl von Bodelschwingh als sechstes Kind von Ernst von Bodelschwingh und dessen Frau Charlotte in Tecklenburg, Nähe Dortmund, geboren. 1 Sein Vater (1794 - 1854) entstammt alten westfälischem Adel, ist Landrat von Tecklenburg (1822) und wird später (1842) preußischer Finanz- und Innenminister. 2 Die Mutter, geb. von Diest stammt aus dem jüdischen Münsterland aus einer Familie, die „in preußischer Z eit der Regierung Beamte und dem preußischen Heere Offiziere gestellt“ 3 hat. Beide
1
Vgl. Brandt, Wilhelm: „Friedrich v. Bodelschwingh“, 3. Auflage, Verlagshandlung der Anstalt
Bethel, Bielefeld,1949, S.14
2 www.medicine-worldwide.de> startseite> persoenlichkeiten> Bodelschwingh, Friedrich von,
18.07.2002
3 Brandt, 1949, S.14
3
Elternteile zeichnen sich durch Pflichtbewusstsein und Religiosität aus. 4 Friedrich von Bodelschwingh verlebt seine Kindheit und Schulzeit in Köln, Trier, Koblenz, Berlin und auf dem väterlichen Gut Velmede, bei Unna. 5 Sein Abitur erhält er am 13.3.1849, und verlässt das Dortmunder Gymnasium „um auf der Universität Bonn das Bergfach zu studieren“ 6 . Aber hiervon nimmt er schnell Abstand, weil ihm die Arbeit unter Tage nicht zusagt. Er studiert zunächst ein Sommersemester Botanik in Berlin, entscheidet sich dann aber doch für die Landwirtschaft. Diese dreijährige Ausbildung als „Guteleve“ beginnt er im September 1849 auf der Domäne Kienitz im Oderbruch. Aus Pflichtgefühl und H ochachtung vor den Leistungen seines Vaters tritt von Bodelschwingh im April 1852 „als Einjährig- Freiwilliger beim Kaiser- Franz-Grenadierregiment in Berlin ein“ 7 und ist gleichzeitig als Student der Rechtswissenschaft bei der Berliner Universität eingeschrieben. Aufgrund einer schweren Pneumonie verbunden mit einer Pleuritis, die er sich bei einer Felddienstübung zuzieht, muss er das Regiment vorzeitig als „mit der Muskete ausgebildeter Halbinvalide“ verlassen. 8 Im Frühjahr 1852 beginnt er dann mit seinem Freund Ernst v. Genfft- Pilsach auf dessen väterlichen Hof in Gramenz, Hinterpommern wieder mit Leib und Seele seine Arbeit als Landwirt. Ab Herbst 1853 ist er der alleinige Gutsverwalter, da sein Freund Soldat geworden ist und erst im Herbst 1854 zurückkehren möchte. 9 Gerade in diesem Jahr erlebt von Bodelschwingh, dass Pächter arbeitslos werden und es zu einer „Abwanderung der Landarbeiter des deutschen Ostens“ kommt, gleichzeitig zu einem „Anwachsen der deutschen Städte“. 10 Er fühlt sich allein, entfremdet sich immer mehr zu seinem Freund Ernst, kann sich nicht entschließen, was er ab Herbst 1854 mit seinem Leben anstellen soll. Doch drei Dinge beeinflussen seine ihn ein Theologiestudium aufzunehmen. Im Frühjahr 1854 fällt von
5 vgl. Bautz, Friedrich- Wilhelm: „Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon“, Band 1, Verlag
Traugott Bautz, 1990, Spalte 643
6 Brandt, 1949, S.20
7 Bautz, Friedrich- Wilhelm: „Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon“, Band 1, Verlag
Traugott Bautz, 1990, Spalte 643
8 vgl. Brandt, 1949, S.25 f
9 vgl. Brandt, 1949, S 26 ff
10 Brandt, 1949, S.28
4
Bodelschwingh vom Pferd, ha t bei diesem Sturz mehr als Glück, denn er zieht sich nur ein paar Prellungen zu. Des weiteren verstirbt sein Vater Ernst von Bodelschwingh im Mai 1854, was seine Lebenseinstellung zudem verändert, 11 aufmerksamer, auch für kleine Dinge des Lebens macht. So liest er im Sommer 1854 ein Missionstraktat „Tschin der arme Chinesenknabe“ 12 , wovon er zuvor schon tausend an Kinder, die auf den Zuckerrübenfeldern beschäftigt sind, zu ihrem Lohn verteilt hat. Dieser Traktat handelt von einem Chinesenjunge, der von englischen Soldaten während des Opiumkrieges gerettet wird. Das Waisenkind wird mit nach England genommen, christlich getauft und erzogen. Doch leider erkrankt es an einer Pneumonie, hat aber bis zum Tod nur einen Wunsch, nämlich seinen chinesischen Landsleuten den christlichen Glauben vermitteln zu dürfen. 13 Gerade der Ausspruch dieses chinesischen Jungens beeindruckte von Bodelschwingh: „Was soll ich einmal am Tag des Gerichts sagen, wenn meine Brüder mich fragen würden, warum ich, obwohl ich den Weg des Heils gewusst, ihnen solchen nicht mitgeteilt hätte?“ 14 Besonders diese Begegnung mit der protestantischen Erweckungs-und Frömmigkeitsbewegung bringen von Bodelschwingh zu dem Entschluss, Missionar zu werden. Dazu geht er 1854 nach Basel und studiert hier Theologie 15 , hat zudem aber stets engste Verbindung zum Missionshaus. Nach drei Semestern in Basel studiert er ein Sommersemester in Erlangen und zwei weitere in Berlin. 16 Im April 1858 besteht er die erste theologische Prüfung in Münster, Westfalen. Friedrich von Bodelschwingh beschließt Pastor Louis Meyer im Norden von Paris als Hilfsprediger zu unterstützen. Dort ist er dann ab dem 24.04.1858 für die Pfälzer und Hessen, die dort als „Erdarbeiter, Lumpensammler und Gassenkehrer in Paris ein armes und gedrücktes Dasein
12 vgl. Maier, Hugo: „Who is who der Sozialen Arbeit“, Lambertus- Verlag, Freiburg im Breisgau,
1998, S. 93
13 Bodelschwingh, G.: „Friedrich v. Bodelschwingh - Ein Lebensbild von Gustav v. Bodelschwingh,
Pfennigverein der Anstalt Bethel, Bethel bei Bielefeld, 1922, S. 66
14 Bautz, 1990, Spalte 644
15 vgl. www.medicine-worldwide.de> startseite> persoenlichkeiten> Bodelschwingh, Friedrich von,
18.07.2002
16 Menzel, Gustav: „Die Bethel- Mission - Aus 100 Jahren Missionsgeschichte“, Neukirchener
Verlag des Erziehungsvereins, Neukirchen- Vluyn, 1986, S.47 f
5
Arbeit zitieren:
Dipl. Soz.Arb. Sabine Daniels, 2002, Friedrich von Bodelschwingh - Leben und Lebenswerk, München, GRIN Verlag GmbH
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