SEMINARARBEIT REFLEXIONSKOMPETENZ Netzwerkgesellschaft Februar 2005
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Zum Stand der soziologischen Netzwerkforschung 3
2.1 Netzwerkbegriff 3
2.2 Soziale Netzwerke und soziologische Theorie 3
2.3 Vom Netzwerk zur Netzwerkgesellschaft 5
3 Geistesgeschichtliche Ursprünge des Netzwerk-Gedankens 6
3.1 Die archaische Gesellschaft als organisationale Urform 6
3.2 Gesellschaftliche Ausdifferenzierung und Übergang zur
organischen Solidarität moderner Gesellschaftsformen 7
3.3 Von der bürokratisch-fordistischen Gesellschaft der Moderne
zur post fordistischen Netzwerkgesellschaft 8
4 Fazit 10
5 Literaturverzeichnis 11
Markus Wolf Seite 1
Universität St Gallen
SEMINARARBEIT REFLEXIONSKOMPETENZ – Netzwerkgesellschaft Februar 2005
1 Einleitung
Neben Begriffen wie „Globalisierung“, „Multioptionsgesellschaft “, „Wissensge- sellschaft“ und „Cyber-Community“ sind die Termini „(soziale) Netzwerke“ und „Netzwerkgesellschaft“ in den letzten Jahren zu absoluten Modewörtern avanciert. Dabei erfreut sich der Netzwerkgedanke bereits seit etlichen Jah- ren einer ungebrochenen Popularität in der Wirtschaftspraxis, in der ökonomi- schen und sozialwissenschaftlichen Forschung wie auch in der Industriepolitik (vgl. Weyer, 2000, S.1). In der postmodernen Organisationssoziologie wird der Begriff des Netzwerkes nicht selten als paradigmatische Metapher für einen neuen Typus von Gesellschaft gebraucht , der sich durch netzwerkartige Ver- flechtungen sowohl auf der direkten Handlungsebene (Interaktionsnetzwer- ke), wie auch im intermediären Bereich (interorganisationale Netzwerke) und auf der Makroebene (Netzwerkgesellschaft, internationale Netzwerke) aus- zeichnet (vgl. Raab 2004).
Die vorliegende Seminararbeit fasst den Stand der soziologischen Net z- werkforschung kurz zusammen und rekonstruiert die geistesgeschichtlichen Ursprünge der Thematik, um vor diesem Hintergrund die Nützlichkeit des Netzwerk-Gedankens für die gegenwärtige Organisationstheorie darzulegen. Sie schreckt nicht davor zurück, eine Prognose für die Bedeutung des Net z- werkes in einer zukünftigen Gesellschaft abzugeben.
Auch wenn in dieser Arbeit, aus Gründen der Lesefreundlichkeit, bewusst auf die zusätzliche, explizite Ausformulierung weiblicher Formen verzichtet wird, ist die feminine Bezeichnung stets mitgemeint.
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SEMINARARBEIT REFLEXIONSKOMPETENZ – Netzwerkgesellschaft Februar 2005
2 Zum Stand der soziologischen Netzwerkforschung
2.1 Netzwerkbegriff
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter einem Netz ein Maschenwerk, oder ganz trivial, eine Reihe verknüpfter Knoten verstanden. Dies lässt bereits den gesellschaftstheoretischen Sinn dieser Metapher erahnen. So versteht Weyer (2000, S.11) unter einem sozialen Netzwerk „eine eigenständige Form der Koordination von Interaktionen, deren Kern die vertrauensvolle 1 Koopera- tion autonomer, aber interdependenter (wechselseitig voneinander abhän- giger) Akteure ist, die für einen begrenzten Zeitraum zusammenarbeiten und dabei auf die Interessen des jeweiligen Partners Rücksicht nehmen, weil sie auf diese Weise ihre partikularen Ziele besser realisieren können als durch nicht-koordiniertes Handeln.“ Dinter (2001, S.25) definiert Netzwerke als dauer- hafter, informell organisierter Typus von Sozialstruktur, in dem wechselseitige Abhängigkeiten, gemeinsame Verhaltenserwartungen und Orientierung im Rahmen von Kommunikationsstrukturen zwischen Individuen oder Organisat i- onen bestehen. Diese Netzwerke dienten dem Informationsaustausch, der kooperativen Produktion oder der gemeinsamen Interessenformulierung. Was jedoch alle Definitionen gemeinsam haben, ist das Verständnis des Netzwerkes als offen und flexibel integrierte Vergesellschaftungsform.
2.2 Soziale Netzwerke und soziologische Theorie
Das theoretische Gerüst , auf das viele Netzwerkanalysen rekurrieren, stammt aus der Transaktionskostenökonomie, einem Denkansatz in den Wirtschaftswis- senschaften, dessen zentrale Aussage ist, dass Transaktionskosten die Effizienz von Koordinationsformen erklären. Als fundamental unterschiedliche Koordi- nationsmodelle werden sich dabei hauptsächlich der Markt und die Organi- sation (die Unternehmung) gegenübergestellt. Kauft ein Unternehmen ein
1 Die Anerkennung des Vertrauens als Integrationsmedium sozialer Netzwerke ist in der Lehre
umstritten (vgl. Raab, 2004).
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Markus Wolf, 2004, Netzwerkgesellschaft - der Stand der soziologischen Netzwerkforschung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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