INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS III
1 EINLEITUNG 1
2 KRAFTFÄHIGKEIT. 2
2.1 CHARAKTERISTIK. 2
2.2 BIOLOGISCHE GRUNDLAGEN 3
2.3 MAXIMALKRAFT 4
2.4 SCHNELLKRAFT. 6
2.5 REAKTIVKRAFT. 7
2.6 KRAFTAUSDAUER. 8
2.7 METHODEN DER KRAFTENTWICKLUNG. 9
3 SCHLUSSBETRACHTUNG 12
LITERATURVERZEICHNIS 12
III
1 EINLEITUNG
Die Kraftfähigkeit ist sehr komplex. Deswegen kann in dieser Arbeit nur auf allgemeine Gegenstände eingegangen werden. Krafttraining wird mehr oder minder bei jedem Sport betrieben - im Gesundheitssport ebenso wie im Bodybuilding oder Kraftsport, wo die Ausprägung der Kraftfähigkeit primäres Ziel ist. Gerade dort wird auf andere Formen der Kraftentwicklung zurückgegriffen 1 . Allein diese sehr spezifischen Kraftentwicklungsformen böten genügend Stoff für eine Arbeit dieses Umfangs. Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser einen inhaltlichen Überblick zum Thema zu geben. Die Kraftfähigkeit soll eingeordnet, strukturiert, definiert und erläutert werden. Weiterhin sollen allgemeine Methoden zur Kraftentwicklung dargelegt werden. Aufgrund der zeitlichen und räumlichen Beschränkung kann jedoch nur bedingt vertiefend auf einzelne Probleme eingegangen werden. Der Verfasser ist bemüht, die Kraftfähigkeit isoliert zu betrachten, auch wenn diese in der Praxis gemeinsam mit anderen Fähigkeiten in Erscheinung tritt.
Bei der Auswertung der einschlägigen Literatur ist festzustellen, daß fast alle Autoren auf die Arbeiten von BÜHRLE oder MARTIN, CARL, LEHNERTZ zurückgreifen. Ebenso fällt auf, daß alle Definitionen lediglich Vorschläge sind, die längst nicht allgemein anerkannt sind, was darauf schließen läßt, daß in der Trainingswissenschaft, speziell im Bereich der Kraftfähigkeit, noch ein großer Forschungsbedarf besteht. Bei stark divergierenden Ansichten ist der Autor bemüht, diese dem Leser aufzuzeigen.
1 Für Fitneß- und Gesundheitssport ist beispielsweise das sogenannte sanfte Krafttraining sehr sinnvoll,
während Kraftsportler auf Methoden wie Last Repitition, Forced Repitition etc. zurückgreifen. Vgl. dazu
BOECKH-BEHRENS, BUSKIES 2000, S.48ff bzw. ebd. S.56ff. Auf diese Formen wird in dieser Arbeit
nicht eingegangen.
1
2 KRAFTFÄHIGKEIT
2.1 Charakteristik
Die Kraftfähigkeit gehört, zusammen mit der Ausdauer- und der
Schnelligkeitsfähigkeit, zum Leistungsfaktor Kondition 2 . Somit ist die Kraftfähigkeit Bestandteil der inneren Leistungsfaktoren.
In Anlehnung an die physikalische Definition der Kraftwirkung 3 wird Kraft im sportlichen Sinn als Fähigkeit des Athleten definiert, „Widerstände durch willkürliche Muskelkontraktion zu überwinden bzw. äußeren Kräften entgegenwirken zu können“(SCHNABEL, HARRE, BORDE 1997, S. 132). Somit ist die Kraftfähigkeit im Gegensatz zur physikalischen Kraft nicht nur an der Wirkung zu erkennen, sondern eine zielgerichtete Erscheinung.
Da die anderen oben genannten konditionellen Fähigkeiten auch durch Kräfte hervorgerufen werden, spricht man nur dann von Kraftfähigkeit, wenn Krafteinsätze mit mindestens 30% des individuell realisierbaren Kraftvermögens vorliegen 4 . Oberhalb dieses Grenzwertes erstreckt sich eine weite Spanne, die es sinnvoll macht, eine weitergehende Strukturierung vorzunehmen. Unter verschiedenen Gesichtspunkten eröffnen sich hierzu mehrere Möglichkeiten, z.B.:
• die Strukturierung der Kraft nach den Kontraktionsformen in statisch, dynamischkonzentrisch, dynamisch-exzentrisch und dynamisch-konzentrisch-exzentrisch (BOECKH-BEHRENS, BUSKIES 2000, S.21);
• die Einteilung in Stoß-, Wurf-, Sprungkraft usw. (LETZELTER 1989, S. 212). Da eine solche Gliederung die koordinativen und die energetischen Aspekte zu stark vermischt und die eigenständige Leistung der Muskulatur in den Vordergrund gestellt werden soll, ist die Grundlage dieser Arbeit die in der Trainingswissenschaft übliche Differenzierung zwischen vier Erscheinungsformen: der Maximalkraft, der Kraftausdauer, der Schnellkraft und der Reaktivkraft 5 .
2 Zum Teil wird auch die Beweglichkeit z um Leistungsfaktor Kondition gezählt. Diese Kontroverse
findet in der vorliegenden Arbeit jedoch keine Beachtung.
3 Eine Kraft beschreibt Wirkungen auf einen Körper, die beschleunigender oder verformender Art sind.
4 Obwohl Untersuchungen gezeigt haben, d aß auch bei einem Training mit niedrigerer Intensität
signifikante Zunahmen besonders im Kraftausdauerbereich zu erzielen sind.
5 Die Reaktivkraft ist ein Ergebnis der neueren Forschung und daher in älterer Literatur bzw. in Literatur,
die auf der älteren basiert, i.d.R. nicht explizit als eigenständige Kraftfähigkeit herausgearbeitet.
2
2.2 Biologische Grundlagen
Bewegungen des Menschen werden durch ein System von Knochen, Gelenken, Sehnen, Bändern und Muskeln ermöglicht. Weil sich ein Muskel durch einen Reiz zusammenziehen kann, werden Bewegungen um eine Gelenkachse ermöglicht. Somit ist die Muskulatur die Grundlage der menschlichen Bewegung. Bei jeder dieser Bewegungen kommen mehrere Muskeln zum Einsatz, es kommt stets zum Zusammenspiel v on Beugern und Streckern. Während der Synergist die eigentliche Bewegung verursacht, bremst der Antagonist diese und ermöglicht dadurch eine koordinativ hochwertige Bewegung und schützt gleichzeitig die Gelenke und Bänder. Verschiedene Faktoren sind für die Art und Weise der Muskeltätigkeit verantwortlich: • Der Muskelquerschnitt ist die entscheidende Grundlage für die Größe der Absolutkraft 6 . Da ein Muskel je Flächeneinheit nur begrenzt Kraft erzeugen kann 7 und Hyperplasie 8 (=Faserneubildung) beim Menschen nicht nachweisbar ist, geht man davon aus, daß eine Steigerung der Absolutkraft vor allem durch eine Verdickung der Muskelfasern zustande kommt, die die Vergrößerung des Muskelquerschnitts (=Hypertrophie) ermöglicht.
• Die Muskelfasertypen sind zwar nicht für die Maximalkraft entscheidend, jedoch wird die Kontraktionsgeschwindigkeit stark von ihnen beeinflußt. Man unterscheidet bei der quergestreiften Muskulatur in langsamkontrahierende (ST = slow twitch) Fasern und schnellkontrahierende (FT = fast twitch) Fasern 9 . ST-Fasern sind dünner und reagieren und kontrahieren langsam und ermüden weniger schnell. Sie besitzen eine hohe aerobe Kapazität und sind besonders für Ausdauerbelastungen geeignet. FT-Fasern sind dicker und entweder glykolytisch (FG) oder oxidativ glykolytisch (FOG). FG-Fasern ermöglichen eine schnelle und kräftige Kontraktion, ermüden aber auch schnell. Sie sind reich an Kreatinphosphat und für Schnellkraftbelastungen von besonderer Bedeutung. FOG-Fasern weisen sowohl Charakteristika einer hohen aeroben Kapazität als auch einen hohen
6 Definition der Absolutkraft siehe unter 2.3.
7 Die Angaben schwanken zwischen 4 und 10 kg/cm², wobei zwischen Männern und Frauen keine
wesentlichen Unterschiede existieren (SCHNABEL, HARRE, BORDE 1997, S.137).
8 Man geht davon aus, daß die Faseranzahl begrenzt und genetisch vorbestimmt ist.
9 Gebräuchlich sind auch die Termini rote oder Typ I Fasern (ST) bzw. weiße oder Typ II Fasern (FT).
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Arbeit zitieren:
Tobias Jantz, 2002, Kraftfähigkeit - Grundlagen und Methoden, München, GRIN Verlag GmbH
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