Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Problemstellung und Vorgehensweise. 3
3. Grundlagen 4
3.1 Bruttoinlandsprodukt (BIP) 4
3.2 Konjunktur und Rezession. 4
4. Die Wirtschaft Japans. 5
4.1 Allgemeine Besonderheiten. 5
4.2 Die wirtschaftliche Entwicklung seit 1945 6
4.3 Krise und Crash - Entwicklung und Folgen der „economy bubble“ 7
4.4 Versuche zu regulieren - Wirtschaftpolitische Maßnahmen und ihre Wirkung 10
5. Was Deutschland von der Wirtschaft Japans lernen kann. 14
5.1 Entwicklung und Situation der deutschen Wirtschaft - 1945 und heute 14
5.2 Die japanische Krise - ein Lehrstück für Deutschland? 16
Literaturverzeichnis
Eidesstattliche Erklärung
Ich erkläre hiermit an Eides statt, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig und oh-
ne Benutzung anderer als der angegebenen Mittel angefertigt habe die aus fremden
Quellen direkt oder indirekt aufgenommenen Gedanken sind als solche gekenn-
zeichnet.
Die Arbeit wurde bisher in gleicher oder ähnlicher Form in keinem anderen Seminar
oder ähnlichem vorgelegt.
1
1. Einleitung
„Japan rutscht erneut in die Rezession“ so oder ähnlich titeln derzeit einschlägige Wirtschaftsblätter. Werden sie Recht behalten oder handelt es nur um eine vorübergehende Abschwächung des BIP, hinter welcher erneut das Schreckgespenst der Rezession auftaucht? Noch immer liegen die Zinsen um den Nullpunkt. Der Regierung fehlt es in Anbetracht der Wirkungslosigkeit der klassischen Makrosteuerungselemente an effizienten Konzepten. Welche Handlungsmöglichkeiten ha t sie noch? Was ist bisher erreicht worden und welche Fehlschläge mussten hingenommen werden?
Die Heisei-Rezession hielt Japan Anfang der Neunziger drei Jahre am Boden. Durch ihre Besonderheiten in Bezug auf Länge, Tiefe und mehrfach enttäuschte Aufschwungerwartungen hat sie das Vertrauen in die Entwicklung der einstigen Wachstumsnation nachhaltig erschüttert. An ihrem Beginn stand das Platzen der „economy bubble“ im April 1991. Doch versteht man Krise im strengen Sinne des Wortes als „Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung“, machte Japan seine Krise zu einem viel früheren Zeitpunkt durch.
1985 wurden im Zuge des „Plaza-Abkommens“ zur Stärkung des Dollars Yen und DM aufgewertet. Als Folge davon senkte die Bank of Japan (BOJ) die Leitzinsen drastisch. So hoffte man, entstehende Exporteinbußen kompensieren zu können. Die niedrigen Zinsen führten zu einer unnatürlich hohen Nachfrage nach Krediten zur Finanzierung von Immobilen- und Aktienanlagen; es bildete sich eine Spekulationsblase. Eine kurzsichtige Geldmarktpolitik bildete somit den Nährboden für die Überschätzung und Überschuldung Japans.
Auch Deutschland hatte zuletzt mit negativem, bzw. geringem Wachstum zu kämpfen, was immer wieder die Frage aufwarf: „Drohen der deutschen Wirtschaft japanische Verhältnisse?“.
Nach dem Kurseinbruch 1999 auf dem amerikanischen New-Economy Markt, schwappte die Krise Mitte 2000 nach Deutschland und das Wachstum stagnierte lange. Viele sprachen von einer Rezession und die Wirtschaft erholte sich nur langsam. Im Moment weiß niemand sicher, ob das mäßige Wachstum von 2004 den An-
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fang eines neuen Aufschwungs darstellt, oder nur eine Schwankung. Eine weitere Besonderheit ist die stetig steigende Arbeitslosenzahl. Sie scheint sich völlig losgelöst vom Wachstum zu entwickeln. Die Gewinne werden nicht mehr zum Ausbau des Produktionsfaktors Arbeit eingesetzt, wenn sie überhaupt in Deutschland reinvestiert werden. Welche Maßnahmen bleiben Regierung und Bundesbank, um die Entwicklung von der Rezession wegzubewegen und die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Gibt es Lehren, die Deutschland aus Japans Krisenbewältigung ziehen kann?
2. Problemstellung und Vorgehensweise
Das Anliegen der folgenden Arbeit ist, die Krise in Japan, verstanden als die „economy bubble“, den Crashs 1989 und die nachfolgenden Heisei-Rezession zu beschreiben und ihre Ursachen und Folgen zu analysieren. Dabei sollen die spezifischen Besonderheiten Japans in ihrer Auswirkung auf die Wirtschaft, sowie die Entwicklung derselben nach 1945 untersucht werden.
Des Weiteren erfolgt eine Beschreibung des Verlaufs der Rezession und der Reaktionen der japanischen Regierung und Zentralbank. Die wirtschafts- und fiskalpolitischen Maßnahmen sowie ihre Wirkungen werden aufgezeigt.
Im letzten Teil wird die japanische Situation mit der deutschen verglichen. Deutsch-land wird häufig als das Japan Europas beschrieben; gibt es nur Parallelen oder fi nden sich auch Gegensätze? Falls ja, sollen diese herausgestellt werden. Können japanische Probleme auf Deutschland übertragen werden? Schließlich soll die Frage geklärt werden, ob und inwieweit Deutschland aus Japans Krisenbewältigung lernen kann.
Die Arbeit stützt sich auf Literaturrecherche in Bibliothek Gengenbach, der Unibibliothek Freiburg, auf Recherchen bei Instituten und Ämtern sowie im Internet. Es werden vergleichende und beschreibende Methoden verwendet.
3
3. Grundlagen
3.1 Bruttoinlandsprodukt (BIP) 1
Das BIP wird im Rahmen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erstellt und dient als Maß für die wirtschaftliche Leistungskraft des Inlandes. Zur Berechnung des Wachstumsindikators zieht man vom Endprodukt der in Preisen bewerteten Güter und Dienstleistungen eines Landes, plus Gütersteuern, minus Subventionen die Vor-leistungsimporte ab. 2 Die Angabe zu Preisen eines Basisjahres garantiert die Vergleichbarkeit trotz Preisschwa nkungen.
Ein anderer Ansatz kommt von der Verwendungsseite her. Hier ist das BIP identisch mit den Bruttoausgaben des Staates, bestehend aus privatem Konsum, Staatsausgaben und Export minus Investitionen. Das BIP wird durch das Produktionspotenzial der gesamten Wirtschaft begrenzt. Dies kommt daher, dass Produktionsfaktoren wie Kapital und Arbeit im Bedarfsfall nicht beliebig gesteigert werden können. Kommt es zu einer Nachfrage, die das Angebot übersteigt, so führt dies zu einer Inflation. 3 Wegen seiner rein monetären Ausrichtung, die nur die Leistungen, nicht ihren Nutzen berücksichtigt, eignet sich das BIP kaum als Indikator für Wohlstand. Hier kann man z.B. auf den Human Development Index (HDI) zurückgreifen.
3.2 Konjunktur und Rezession
Unter Konjunktur versteht man die Wirtschaftsentwicklung im Zeitablauf. Sie folgt mehrjährigen, zyklischen Auf- und Abwärtsbewegungen, gemäß den Veränderungen der wirtschaftlichen Aktivität. Konjunkturkurven zeigen den unterschiedlichen Grad der Auslastung des Produktionspotenzials an. Sie sind
gekennzeichnet durch Aufschwungphasen, auf die Abschwungphasen folgen. Im idealtypischen Fall verlaufen sie nach folgendem Schema: Während einer Rezession kommt es, z.B. aufgrund einer Zunahme der Auslandsexporte irgendwann zu einer
1 www.destatis.de/presse/deutsch/abisz/bip.htm, 26.03.05
2 Walter M., 2004, S. 62
3 Kanamori und Kosai, 1997, S. 32
4
steigenden Nachfrage. Diese Phase der Erholung wird durch die Entspannung der Unternehmenssituation und die damit einhe rgehenden Investitionen vorangetrieben. Der daraus resultierende Multiplikatoreffekt führt zu einer Erhöhung der Einkommen und des Konsums, „welche ein Mehrfaches der ursprünglichen Nachfrageerhöhung betragen kann“ 4 . Der Multiplikatoreffekt und andere positive Effekte wie die Möglichkeit der Steigerung der Produktivität durch eine Ausnutzung von „economies of scale“ steigern die Konjunkturentwicklung in eine Expansionsphase mit überdurchschnittlicher Auslastung des Produktionspotenzials und schließlich in die Hochkonjunktur. Ist der Boom erreicht, kommt es nach einiger Zeit zu einer Anspannung durch knapper werdende Produktionsfaktoren. Damit steigen die Kosten der Produktion, z.B. aufgrund der Lohnentwicklung. Dieser Trend und die steigenden Zinsen als Folge von regulierender Fiskal- und Geldpolitik führen schließlich zur Konjunkturwende, die über eine Entspannungs- und Abschwächungsphase in einer Rezession mündet. Im Allgemeinen spricht man von einer Rezession, wenn das BIP zwei Quartale in Folge eine negative Wachstumsrate aufweist. Im Normalfall geht eine solche Entwicklung mit Kursverlusten an der Börse einher. Verschärft sich die Rezession weiter (starke Arbeitslosigkeit, Deflation), kann sie in eine Depression führen.
Ein Konjunkturzyklus dauert oft 2-4 Jahre (Kitchin-Zyklen). Es gibt allerdings auch Zyklen, die 7-11 Jahre dauern (Juglar-Zyklen), oder „lange Wellen“ von ca. 50 Jahren. 5
4. Die Wirtschaft Japans
4.1 Allgemeine Besonderheiten
Die wirtschaftliche Situation Japans wird maßgeblich von drei Faktoren beeinflusst: die Insellage weit entfernt von den wirtschaftlichen Zentren Europa und lange Zeit auch von den USA schwer erreichbar, sorgte für eine gewisse Abschottung und Konzentration auf den Binne nmarkt. Erst in der Edo-Zeit, die von 1603 bis 1867 dauerte, kam es zu einer ersten Öffnung des Landes 6 . Zudem ist Japan ein Land mit häufigen Naturkatastrophen. Dennoch entwickelte sich eine hohe Bevölkerungsdichte. Die Kultur Japans hat ebenfalls einen wichtigen Einfluss auf die Wirtschaft. Zum eine
4 Walter M., 2004, S. 74
5 Tichy G., 1999, S. 230
6 Kanamori und Kosai, 1997, S. 1
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Arbeit zitieren:
Iris Stein, 2005, Die Krise in Japan und Bewertung unterschiedlicher wirtschaftspolitischer Maßnahmen zur Krisenbewältigung - ein Lehrstück für Deutschland?, München, GRIN Verlag GmbH
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