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Inhalt
Einleitung
1. Merkmale von Begabungen. 3
1.1. Begabte, hochbegabte und teilbegabte Behinderte
1.1.1. Begabte Blinde
1.1.2. Hochbegabte Körperbehinderte
1.1.3. Teilbegabungen bei lernbehinderten Kindern
1.2. Förderungsmaßnahmen für Begabte
1.3. Elterliche Wünsche nach Förderung ihrer Kinder
2. Begabte Behinderte- Empirische Untersuchung zur
k ünstlerischen Teilbe gabung
2.1. Vorstellung der Untersuchung 10
2.1.1. Vorstellung der einzelnen Schüler 10
2.1.2. Fragestellungen 11
2.1.3. Untersuchungsmethodik 12
2.2. Ergebnisse und Analyse der Untersuchung 13
2.2.1. CFT 20 13
2.2.2. Mann- Zeichen - Test 13
2.2.3. Zeichnungen 14
2.2.4. Analyse 15
3. Schlussbemerkung 16
4. Literaturverzeichnis 17
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Einleitung
„Ein Baby ist wie ein Wunder“. Den meisten Eltern mag es wie ein Wunder vorkommen, dass aus ihrem Säugling irgendwann ein erwachsener Mensch wird. Sie sind stolz über jeden Entwicklungsschritt, den das Kind macht. Der Stolz hält sich erst recht dann nicht in Grenzen, wenn bei dem eigenen Kind eine Begabung diagnostiziert wird. Wie verhält es sich aber, wenn das Kind behindert ist? Behinderung und Begabung - sind das zwei Begriffe, die nicht zueinander passen?
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Benachteiligung bei der Begabungsidentifizierung und -förderung von begabten Be hinderten. Dazu wird zuerst auf die Merkmale von Begabungen eingegangen. Im weiteren werden Merkmale von begabten, hochbegabten und teilbegabten Behinderten dargestellt. Abschließend werden Fördermöglichkeiten erwähnt, die sehr lohnend sind, wie das Beispiel Stephen Hawking zeigt.
Im zweiten Teil der Hausarbeit wird eine empirische Untersuchung zum Thema "Künstlerische Teilleistungsbegabung bei lernbehinderten Schülern", die 1999 von Catty Kind im Rahmen ihres ersten Staatsexamens durchgeführt wurde, vorgestellt. Der theoretische Teil der Hausarbeit wird somit durch ein Beispiel aus der Praxis ergänzt, um so die Theorie mit der Praxis zu verknüpfen und der oft gestellten Frage nachzugehen, ob Behinderung und Begabung sich gegenseitig ausschließen.
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1. Merkmale von Begabungen
Ein altes Sprichwort sagt: „Genie und Wahnsinn liegen nah beieinander“. Deshalb kann das Erkennen von Begabungen zu einem der größten Probleme in der Psychologie gezählt werden. Der bzw. die Begabte 1 signalisiert der Umwelt bestimmte Faktoren, die bei richtiger Interpretation zur Begabungserkennung führen.
Begabung ist ein sogenannter hypothetischer Kunstbegriff (Heller, 2001:24). Dies gilt auch für die verwandten Begriffe Intelligenz und Kreativität. Das Problem ist, das außergewöhnliche Leistungen in Fremdsprachen und Mathematik auf gute verbale oder quantitative Fähigkeiten zurückgeführt werden. Dabei können auch motivationale und soziokulturelle Bedingungsfaktoren eine große Rolle spielen. Daran ist erkennbar, dass sich jeder Begabungsbegriff auf relativ komplexe Verhaltensphänomene bezieht. Der Hochbegabte besitzt ein großes Lernbedürfnis, hohes Lerntempo und gutes Gedächtnis (Heller; Hanny 1996: 24). Zudem verfügt er über ein gutes Abstrahierungsvermögen, Sprachfertigkeiten, Neugier, Zuversicht und Phantasie. Er ist besonders kritikfähig und kreativ und hat große Ausdauer und hohe Energie. Ist ein Kind als hochbegabt identifiziert worden, muss die Begabung gefördert werden. Dabei ist es sehr wichtig, dass das Kind eine starke soziale Unterstützung bzw. Ermutigung von den Eltern erfährt (Kerry 1981: 30). Der Begabte soll eine klare Zielstellung besitzen und davon überzeugt werden, dass schulisches Lernen wertvoll ist. Er soll adäquat und sozial angepasst werden und für seine Erfolge Lob erhalten. Besonders wichtig für den Hochbegabten ist der Kontakt zu ähnlich begabten Kindern oder Jugendlichen. Dadurch wird der Rolle als Außenseiter vorgebeugt. Für Begabte gibt es spezielle Beratungsmöglichkeiten. Dabei werden besondere Verfa hren und Fertigkeiten zur Erkennen des Begabungspotentials angewendet. Zudem werden angemessene Interventionsstrategien geplant und durchgeführt. Auch die Zukunft des Kindes bzw. Jugendlichen darf nicht vernachlässigt werden. Deshalb soll bei der Berufsberatung verstärkt darauf eingegangen werden, mit dem Kind einen Beruf zu finden, der seine Horizonte erweitert.
1.1. Begabte, hochbegabte und teilbegabte Behinderte
Es wurde bereits auf die Schwierigkeiten bei der Begabtenerkennung aufmerksam gemacht. Einige Merkmale wurden angesprochen, die zur Erkennung von begabten Kindern benutzt werden - von begabten „normalen“ Kindern. Wie verhält es sich aber mit Behinderung und
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Begabung? Sind dies zwei Begriffe, die nicht zusammenpassen? Noch nie stand man den weit gefächerten Begabungen und Behinderungen von Menschen mit so vielen Fragen gegenüber wie heute (Glöckler 1999: 9). In der Religion geht man davon aus, dass Begabungen und Behinderungen Ausdrucksformen der Beziehung zwischen Gott und dem Mensch sind. Charles Darwin beeindruckte Ende des 19. Jahrhunderts mit seiner Vererbungstheorie. Diese besagt, dass Familienähnlichkeit, Charakter, Temperament, Begabungen und Behinderungen dem genetischen Material der Vorfahren entstammen. Allerdings brachten die moderne Genetik sowie die Verhaltensbiologie - und psychologie Ende des 20. Jahrhunderts neue Forschungsergebnisse.
Begabte, hochbegabte und teilbegabte Behinderte haben über ihre Behinderung hinaus mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie Begabte ohne Behinderungen. Ist ein Kind begabt, wird es von seinem Umfeld beneidet. Der Begabte kann nicht sicher sein, ob die Leute ihn als Mensch schätzen oder nur beeindruckt von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten sind. Oft ist Vereinsamung die Folge, besonders dann, wenn die Entwicklung besonderer Fähigkeiten abgeschlossen ist. Liegt eine Teilbegabung vor, werden die betreffenden Menschen häufig überschätzt 2 . Bei der Erziehung Teilbegabter werden häufig wichtige andere Fähigkeiten vernachlässigt. Dabei ist es bei der Erziehung von Behinderten und Begabten wichtig, die Persönlichkeitsentwicklung im Auge zu haben. Den einzelnen Behinderungen und Begabungen sollen nicht zuviel und schon gar nicht ausschließlich Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es darf auf keinen Fall versucht werden, die Begabung als etwas wünschenswertes hervorzuheben und dadurch die Behinderung hinwegwünschen. Das Wesen des Kindes muss in den Mittelpunkt gestellt werden, damit das Kind lernt, mit seiner Eigentümlichkeit umzugehen.
Aus den Aufführungen wird deutlich, dass kein pädagogisches Klima 3 zu schaffen ist, in denen Behinderte mit Begabungen aufwachsen können. Erziehung setzt Selbsterziehung voraus. Das Kind muss seinen Persönlichkeitskern, das Ich, suchen, damit seine Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden kann.
Behinderten mit Begabungen wird weniger Beachtung geschenkt als Begabten ohne Behinderungen (Fels 1999: 119). Die Gründe dafür sind, dass sich keine Zweig der Erziehungswissenschaft für diesen Personenkreis zuständig fühlt. Außerdem werden Behinderungen und Hochbegabung als zwei Merkmale gesehen, die sich gegenseitig
1 Im folgendem Text wird ausschließlich die maskuline Form verwendet.
2 Es ist schwer vorstellbar, dass jemand im mathematischen Bereich ein Genie ist, aber im emozionalen Bereich
und im Umgang mit Menschen versagt.
3 Pädagogisches Klima = ein gewisses Maß an Schulung, Selbsterziehung und ständigem Üben
Arbeit zitieren:
Heidi Pleger, 2002, Benachteiligung bei der Begabungsidentifizierung und -förderung von begabten Behinderten, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Begabung bei Menschen mit Behinderung
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung
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