Inhalt
1 EINLEITUNG. 3
2 TRADITIONELLER UNTERRICHT 4
2.1 Geschichte des traditionellen Unterrichts. 4
2.2 Definition traditioneller Unterricht bzw. Frontalunterricht. 5
2.3 Die Lehrerrolle im traditionellen Unterricht. 6
2.3.1 Informieren und Darbieten 6
2.3.2 Stoff erarbeiten, Lernen vernetzen 6
2.3.3 Lernmethoden vermitteln 7
2.3.4 Entdecken und Problemlösen 7
2.3.5 Ergebnisse sichern -üben- wiederholen. 8
2.3.6 Klassengemeinschaft fördern 8
2.3.7 Zusammenfassung. 8
2.4 Eigene Erfahrungen mit traditionellem Unterricht 9
3 OFFENER UNTERRICHT 11
3.1 Warum offener Unterricht? 11
3.2 Was ist offener Unterricht? 12
3.3 Die Lehrerrolle im offenen Unterricht 13
3.3.1 Stuhlkreis. 13
3.3.2 Stationenlernen. 13
3.3.3 Der Wochenplan. 14
3.3.4 Freiarbeit 14
3.3.5 Projektarbeit 15
3.3.6 Zusammenfassung. 15
3.4 Ein Praxisbeispiel 16
4 LITERATURLISTE 17
2
1 Einleitung
Die Lehrerrolle im traditionellen und im offenen Unterricht soll das Thema sein für die vorliegende Hausarbeit. Der Frage des Warum, Wie und Was soll hier nachgegangen werden. Was war, was ist Lehrersein heute? Welchen Anforderungen und Herausforderungen muss sich der Lehrer stellen und wie kann er damit umgehen? Wie kann er der zunehmenden Schulunlust, einer nachlassenden
Konzentrationsfähigkeit und problematischem Sozialverhalten in Zeiten der medialen Reizüberflutung begegnen? Und welche Rolle spielt er dabei?
3
2 Traditioneller Unterricht
2.1 Geschichte des traditionellen Unterrichts
In der griechischen Antike kannte man Frontalunterricht noch nicht. Platon zum Beispiel, praktizierte die geistige Geburtshelferkunst, die Mäeutik, die sich auf den Dialog zwischen philosophischem Lehrer und dem fragenden Schüler konzentriert. Geschick in der Fragekunst des Lehrers steuerte die Lernergebnisse des Schülers. Ein organisiertes Schulwesen existierte nicht.
In der römischen Zeit verhielt es sich ähnlich. Es gab es Privatgelehrte, die einzelnen Schülern das Wissen der septem artes liberales, der sieben freien Künste, vermittelten.
Auch hier kann man nicht von einer Unterrichtsmethodik sprechen. Im Mittelalter, in den Kloster- und Stiftschulen, wo theologisches Wissen vermittelt wurde, unterrichtete man immerhin schon in sogenannten Haufen, d.h. in Gruppen mit vergleichbarem Kenntnisstand.
Dies fand nicht „frontal“ statt, sondern einzelne Gruppen mussten spezifische Lernaufgaben lösen, die danach vom Lehrmeister abgehört wurden. Sie lernten mechanisch auswendig und drastische Strafen waren an der Tagesordnung. 1
Dies änderte sich ein wenig, als Schreiben, Lesen, Rechnen und die deutsche Sprache um etwa 1250 zur Grundlage des Geschäftverkehrs in Deutschland wurde, und sogenannte Deutsche Schreib-, Lese- und Rechenschulen eingerichtet wurden. Es gab wohl erste methodische Grundlagen, über die man allerdings wenig weiß. 2 Die Praxis des FrontalUnterrichts, oder vergleichbarer Unterrichtsmethoden, setzte sich allerdings erst viel später durch. Der mit dem Absolutismus einhergehende langsame Übergang der Schule aus dem kirchlichen ins staatliche Ressort warf Überlegungen zur Unterweisung größerer Schülergruppen und zur didaktisch effektiven Wissensvermittlung auf.
1653 erschien in Nürnberg ein dreibändiges Buchwerk von Georg Philipp Harsdörfer mit dem Titel „ Poetischer Trichter, die Teutsche Dicht- und Reimkunst, ohne Behuf der lat. Sprache, in 6 Stunden einzugießen“.
Der berühmte Nürnberger Trichter war lange Ausgangspunkt für das Ideal des Lehrers: Einer, der etwas weiß, kann es anderen ins Gehirn gießen, besser gesagt, der Lehrer lehrt, die Schüler lernen. 3
Johan Amos Comenius (1592-1670), der erste große Pädagoge, der sich damit beschäftigte, entwickelte ein komplexes philosophisches und
erziehungsprogrammatisches Konzept zur Reformation von Glauben, Menschen und Gesellschaft.
Sein Gedankengebäude umfasste ein gestuftes Schulwesen, eine „Große Didaktik“(Didactica magna), sowie den Anspruch „alle alles umfassend“ (omnes
1 Gudjons, Herbert: Frontalunterricht-neu entdeckt. Bad Heilbrunn 2003, S.11
2 Gudjons, H.: Frontalunterricht-neu entdeckt. S.12
3 Gudjons, H.: Frontalunterricht-neu entdeckt. S.13
4
omnia omnino) in Gruppen bis zu 100 Schülern zu lehren. Damit spricht er eine Variante des heutigen traditionellen Unterrichts an: Den Lehrervortrag. „Ich behaupte, es ist nicht nur möglich, dass ein Lehrer (magister) eine Gruppe von etwa hundert Schülern leitet, sondern sogar nötig, weil dies für die Lehrende wie die Lernenden weitaus am angenehmsten ist.“ 4
Im Zuge der schrittweisen Einführung der allgemeinen Schulpflicht und dem damit einhergehendem Recht auf Bildung für alle, und der beginnenden Industrialisierung, konstituierte sich in Deutschland ca. ab 1750 ein organisiertes Schulwesen. Die Bündelung der Schülermassen bedurfte einer neuen Unterrichtsorganisation. Kollektivunterricht, Jahres- und Jahrgangsklassen und straffe methodische Disziplinierung waren Bestandteil davon.
Im Zuge der psychologischen Hinterfragung und Fokussierung der Kindheit, von Rousseau und Pestalozzi beispielsweise, öffnete sich der Unterricht auch hinsichtlich eigener Gedanken der Kinder und hin zum fragend-entwickelnden, verständnisorientierten Lehrgespräch.
So entsteht ein weiteres Element des heutigen traditionellen Unterrichts.
2.2 Definition traditioneller Unterricht bzw. Frontalunterricht
„Wenn im Unterricht alle Mitglieder einer Lerngruppe/Klasse in gleicher Zeit auf gleichen Wegen mit gleichen Inhalten zu gleichen Zielen geführt werden sollen, geschieht dies in der Form des stark lehrerzentrierten Frontalunterrichts. Dabei reguliert und kontrolliert der Lehrer bzw. die Lehrerin alle Lehr-, Lern-, Arbeits-, Kommunikations- und Interaktionsprozesse. Seine Aktivität ist groß, die äußerlich sichtbare der Lernenden dagegen gering.“ 5 Eine ähnliche Definition aus neuerer Literatur lautet wie folgt: „Der Frontalunterricht stellt in erster Linie einen Lehrprozess dar, der durch den Lehrer gesteuert wird und stoffzentriert ist. Er zielt im wesentlichen auf Gedächtnisleistung ab und versucht durch eine relativ straffe Führung den Lernenden in einer begrenzten Zeit gleiche theoretische Kenntnisse, Informationen und Lehrstoffe zu vermitteln.“ 6
Aus diesen Definitionen geht deutlich hervor, dass der Lehrer die entscheidende Rolle in der Interaktion spielt. Er lenkt die Lernprozesse für alle Mitglieder der Klasse gleichzeitig. Dabei leitet er die gesamte Kommunikation von zentraler Position aus, frontal von vorne.
Ziel ist Effektivität und stoffzentriertes Lehren, wobei die Lernbereitschaft der Klasse vorausgesetzt wird.
Aschersleben bezeichnet den Frontalunterricht als eine Sozialform des Unterrichts, neben Einzelarbeit, Partnerarbeit und Kleingruppenarbeit. 7
4 Comenius, J. A.: Große Didaktik, Herausgegeben von A. Flitner, Stuttgart 1982
5 Grundschule von A bis Z. Braunschweig 1993
6 Köck, P./Ott, H.: Wörterbuch für Erziehung und Unterricht. Donauwörth 1989
7 Aschersleben, K.: Frontalunterricht-klassisch und modern. Neuwied, Kriftel 1999, S.7
5
Arbeit zitieren:
Nicole Rösch, 2004, Die Lehrerrolle im offenen und im traditionellen Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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