Inhaltsverzeichnis
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I
Einleitung 2
II Hauptteil
1. Lampenfieber als Angst vor Bewertung 3
2. Bewertungsangst und ihr Auftreten 4
3. Worin (Bewertungs )Angst erkennbar wird 6
3.1 Formen der Angst 6
3.2 Komponenten 8
3.2.1 Physiologie 8
3.2.2 Emotion 8
3.2.3 Kognition 8
3.2.4 Verhalten 8
3.3 Symptome 9
4. Wie (Bewertungs )Angst entsteht 10
4.1 Bedeutungen von Bewertungssituatione n 10
4.2 Erfahrungen und Erwartungen 11
5. Mit dem Lampenfieber umgehen 13
5.1 Aufgeregtheit kontrollieren 13
5.2 Vorstellungen überdenken 14
5.3 Positive Aspekte der Angst erkennen 15
5.4 Verhalten anpassen und ändern 16
6. Mögliche Strategien zur Bewältigung von 17
6.1 Prüfungssituationen 17
6.2 Vorträgen 17
6.3 Vorstellungsgesprächen 17
6.4 Was man vermeiden sollte 18
III
Schlussbemerkungen 18
I. Einleitung
Sicheres Auftreten und überzeugendes Reden hat in unserer Gesellschaft „die Be- deutung einer Schlüsselqualifikation“ (Sonntag 2003, 12). Doch gerade weil ei- nem öffentlichen Auftreten eine derartige hohe Bedeutung zugesprochen wird, verspüren viele Menschen eine regelrecht e Angst vor solchen Auftritten. Das so genannte „Lampenfieber ist eine besondere Form der Angst“ (Holzheu 2000, 34). Das Phänomen des Lampenfiebers betrifft nicht nur Personen im Rampenlicht, wie Pressesprecher, Schauspieler oder Musiker. Auch im privaten Umfeld, etwa bei einem Geburtstag oder einer Hochzeit, schrecken viele Menschen davor zu- rück, eine Rede zu halten; ihr La mpenfieber ist einfach zu groß und übermannt sie oft. So tritt Lampenfieber und die damit verbundene Angst etwa bei Bewerbungs- gespräche n, bei Ansprachen auf beruflichen und privaten Festen, auf Parties, bei Musikaufführungen oder Examensprüfungen auf. Die Liste der möglichen Angst- situationen ist lang und lässt sich von Jedem auf Grund eigenen Erlebens fortset- zen.
Diese Form der Angst kann sich vor und während der Vortrags- oder Prüfungssi- tuation in verschiedenen Symptomen manifestieren: Dabei sind das Schwitzen, Herzklopfen und der rote Kopf oder Blässe sicherlich die geläufigsten. Doch die Angst vor einem (öffentlichen) Auftreten kann auch unter Umständen die Kon- zentrationsfähigkeit stören und minimieren, Atembeschwerden auslösen, Schlaf- störungen verursachen oder auch Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen. Im Extremfall kann eine derartige Störung zu einer Sozialphobie werden, in der die Betroffenen keinen Weg mehr sehen, z.B. mit dem anderen Geschlecht in Be- rührung zu kommen, und jeglichen Kontakt mit anderen Menschen vermeiden. Um diese Ausprägung soll es aber hier nicht gehen.
Woran kann man Lampenfieber erkennen? Wodurch entsteht diese Angst? Wie kann ihr entgegengewirkt bzw. mit ihr umgegangen werden? Diese Fragen sollen in der vorliegenden Hausarbeit beantwortet werden. Schließlich werden noch ei- nige praktische Strategien zur Bewältigung und zum sicheren Auftreten skizziert und unterschieden.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Facetten des Lampenfiebers zu ergründen, es in seinen verschiedene n Kontexten zu verstehen, seinen Sinn zu erkennen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man es für sich nutzen kann.
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II. Hauptteil
1. Lampe nfieber als Angst vor Bewertung
Das Wort „Angst“ lässt sich aus dem lateinischen Begriff „angustiae“ ableiten, was übersetzt so viel bedeutet wie Enge, Not oder Schwierigkeit.
In einer derartigen Schwierigkeit kann sich jemand befinden, der Lampenfieber vor einer Musikaufführung empfindet, Angst vor einem Vortrag oder einer Prü- fung hat. Alle beschriebenen Situationen haben ein gemeinsames Merkmal: Es geht immer um (anschließende) Bewertung (Bewertung des Prozesses, Bewertung des Selbsterlebens während des Prozesses, Bewertung des Ergebnisses, Bewer- tung des Selbsterlebens nach Prozess und Ergebnis). Wurde das Musikstück fe h- lerfrei gespielt, wurden im Vortrag alle wichtigen Aspekte berücksichtigt, sind die Anforderungen des Prüfers erfüllt worden, hat man also bestanden? Diese Fragen können Musiker, Referierende und Prüflinge gleichermaßen begleiten.
Lampenfieber lässt sich also als eine Angst vor Be- bzw. Abwertung und als Er- wartung der Aufwertung beschreiben. Der Betroffene fürchtet sich bereits im Vor- feld eines Bewerbungsgesprächs oder einer Prüfungen davor, schlecht abzu- schneiden und so evtl. nicht die gewünschte Position zu bekommen oder die Prü- fung nicht zu bestehen (vgl. Sonntag 2003, 14) und/oder ist in aufgeregter Erwar- tung „zu glänzen“.
Die beschriebene Bewertungsangst kann aber auch in täglichen zwischenmensch- lichen Beziehungen auftreten. So wird der erste Kontakt mit einer Person des an- deren Geschlechts ebenfalls zu einer Bewertungssituation (s. Metzig/Schuster 1998, 8). So kommen im Vorfeld eines derartigen Treffens selbstzweifelnde Fra- gen nach Aussehen, Attraktivität oder sozialer Geschicklichkeit bzw. verbaler Kompetenz auf. Damit verbunden ist dann auch immer die Frage, ob ein Fehlen oder ein Mangel dieser Attribute vielleicht bedeutet, dass der Andere den Kontakt nach dem ersten Treffen abbricht. Ist aber dann erstmal ein gewisses Maß an Ver- trauen entstanden, ve rflüchtigen sich auch diese Ängste (vgl. Metzig/Schuster 1998, 9).
Wie bereits deutlich wurde, entsteht Bewertungsangst immer dann, wenn man sich der (evtl. negativen) Bewertung ausgesetzt fühlt, das heißt wenn ein Anderer oder sogar eine ganze Gruppe über die eigene Leistung urteilt und damit das eige- ne Befinden beeinflusst bzw. auf das Selbstwertgefühl einwirkt. Es lässt sich also
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erkennen, dass negative Bewertungen nicht nur auf Grund damit verbundener Nachteile (s.o.) unangenehm sind, sondern auch das Selbstbewusstsein erschüttern und somit einen direkten Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden und Selbst- vertrauen haben können:
„Es sind die Nachbarn, die Freunde, die Kollegen und Vorgesetzten, die
entsche iden, wie selbstsicher er sich [der Vortragende] fühlen darf“,
denn „w ird ihm Wertschätzung entzogen, fühlt er sich klein, unsicher
und schwach“ (Sonntag 2003, 17).
Abschließend l ässt sich zusammenfassen, dass Lampenfieber als direkte Bewer- tungsangst zu verstehen ist. Die mit einer Prüfungs-, Auftritts-, oder Vortragssitu- ationen eng verknüpften Emotionen, Hoffnungen und Erwartungen, können sehr leicht verletzt, im Keim erstickt oder enttäuscht werden. Im (persönlichen) Vor- dergrund stehen bei einer Bewertungssituation also immer Emotionen. An diesen Emotionen lässt sich anschließend der Erfolg der Rede, Prüfung oder Präsentation messen: „Emotionen sind eine Art Hintergrundmusik des Bewusstseins, die unse- re Stimmung prägt und nahezu alle Aspekte unseres Lebens beeinflusst“ (Allman 1996, 121).
2. Bewertungsangst und ihr Auftreten
Wie bereits vorne erwähnt, kann man Angst mit Enge oder Not gleichsetzen: So kennt man beispielsweise das Phänomen, dass einem vor Angst „der Atem stockt“ oder „die Kehle wie zugeschnürt ist“ – wie es im Volksmund heißt. So negativ dieses Phänomen auf den ersten Blick sicherlich erscheinen mag, so ist diese Re- aktion unseres Körpers doch biologisch durchaus sinnvoll: Wie andere Ängste auch, insbesondere die Todesangst, löst das Lampenfieber eine Ausschüttung des Hormons Adrenalin aus. Dieses Hormon regt das Herz an, steigert den Blutdruck, setzt Zucker frei, der in der Leber in Form von Glykogen gespeichert ist, und ent- spannt manche Teile der unwillkürlichen Muskulatur, während es bei anderen eine Anspannung bewirkt. Adrenalin steigert somit die Vitalfunktionen und hilft dabei, höhere Leistungen zu vollbringen. Eine weitere Ausführung der damit ver- bundenen Symptome des Lampenfiebers findet sich in Kapitel 3.4.
Wann tritt diese facettenreiche Angst auf, die so viele Namen und Erscheinungs- formen hat? So ist sie unter anderem als Publikumsangst, Bühnenangst, Angst vor
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dem Mikrofon, Rede- und Sprechangst, Aufgeregthe it oder Präsentationsangst bekannt. Wie bereits erwähnt ist es möglich, dass sie in nahezu allen sozialen Si- tuationen auftreten kann, in denen es um Beurteilung der eigenen Leistung und Persönlichkeit durch andere Menschen bzw. um Gewinn und Verlust geht. Die möglichen Situationen sind zahllos und können von jedem anders empfunden werden. So kann es etwa schon ein schier unüberwindbares Problem darstellen, einen Raum zu betreten, in dem viele Menschen versammelt sind – ohne dass man dort eine Rede halten muss. Das könnte etwa der Fall bei Parties, Hochzeiten oder geselligen Feiern sein. Ein Anderer könnte Not dabei empfinden, sich bei seiner Arbeit beobachten zu lassen - aus Angst, ein möglicher Fehler würde sofort be- merkt. Außerdem kann es als schwierig empfunden werden, an Workshops, Gruppengesprächen oder Besprechungen im Arbeitsleben teilzunehmen, sie zu moderieren oder gar komplett zu leiten. Als ganz besonders schwierig kann es dabei empfunden werden, vor einem Publikum oder einer Autoritätsperson eine vorbereitete oder gar freie Rede zu halten.
Zur Häufigkeit der Bewertungsangst führen Metzig und Schuster (1998, 12) aus:
„Pollard u. Henderson (1988) interviewten am Telefon je 250 zu-
fällig ausgesuchte Frauen und Männer. Von dieser Stichprobe hatten et- wa 22% soziale Angst in dem Sinne, daß sie Kritik in Gruppen fürchte- ten und entsprechende Begegnungen zu vermeiden suchten. In einer älte- ren Studie von Zimbardo bezeichneten sich 42% der Amerikaner als schüc htern.
Prüfungsangst ist ebenfalls außerordentlich häufig. Einige Zeit vor der Prüfung geben zwar nur etwa 10% der Kandidaten an, Prüfungs- angst zu haben. Fragt man dagegen unmittelbar davor, so sind es mehr als 50% der Kandidaten, die unter recht extremer Prüfungsangst leiden.“
Bewertungsangst und das damit verbundene Lampenfieber stellen also eine sehr verbreitete Angstform dar. Sonntag (2003, 14) geht sogar soweit und stellt fest: „Sprech- und Redeangst ist höchstwahrscheinlich die am meisten verbreitete Angst.“ Diese Aussage ist allerdings nur insoweit vertretbar, wie man festlegt, dass die in jedem Menschen wohnende Todesangst als selbstverständlich und normal angesehen wird, also keiner gesonderten Erwähnung als die am meisten verbreitete Angst bedarf.
Im nun folgenden 3. Kapitel soll geklärt werden, wie Bewertungsangst erkennbar wird.
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Arbeit zitieren:
Michael Eble, 2005, Lampenfieber, München, GRIN Verlag GmbH
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