„An Gott glauben heißt auch mit Gott ringen“ (Halbfas, H. 1986). Das ist der erste Satz, der Kinder mit dem ‚Religionsbuch für das 4.Schuljahr’ von Hubertus Halbfas an die Geschichte über Jakobs Kampf mit Gott heranführen soll.
Für mein Referat habe ich mich mit einem Buch aus der vierteiligen Reihe von Religionsbüchern für die Grundschule, herausgegeben 1986 von Hubertus Halbfas beschäftigt. Jeder der vier Bände besteht aus einem Religions- und einem Lehrerhandbuch für die entsprechende Klasse.
Halbfas will mit seinen Büchern den Kindern in der Grundschule Religionsunterricht vermitteln. Er hat die Bücher systematisch in Themenbereiche gegliedert.
An seiner Gliederung erkennt man, dass für ihn Religionsunterricht keine ‚Außenseiter’ Funktion einnehmen soll, sondern dass Religion in die Schule eingebunden werden muss.
So geht es in seinem ersten Kapitel im Buch für die erste Schulklasse um ‚Leben und Lernen in der Schule’ und nicht spezifisch um Religion.
Die Gliederung zieht sich systematisch durch jedes Buch hindurch. Sie beginnt immer mit dem Bereich Schule, geht dann zur Schöpfung über, dann Gott, Jesus, Fest, Gebet/Gottesdienst/Sakrament, Kirche, Religionen, die Kurse: Symbol, Sprache, Bibel.
Diese Themen werden in jedem Buch durch andere Geschichten oder Ereignisse dargestellt.
Im ersten Band ist diese Gliederung jedoch noch nicht so genau eingeteilt, sondern es geht hierbei erstmal um die allgemeine Heranführung an Religion.
Das Thema für mein Referat stammt aus Band 4 der Halbfas Reihe. Ich habe mich sowohl mit dem Religionsbuch, als auch mit dem Lehrerhandbuch befasst. Es geht um die Geschichte Jakobs, der mit Gott kämpft. Dieses Thema hat Halbfas dem Bereich ‚Gott’ zugeordnet.
Ich werde diese Geschichte unter anderem kritisch betrachten und folgenden Fragen allgemein auf den Grund gehen:
1. In wieweit ist diese Geschichte sinnvoll im 4.Schuljahr? Auch im Hinblick auf die Einbettung ins Kapitel „die dunkle Seite Gottes?
2. Wie ist die Einbettung in die Heranführung der Kinder an die Frage nach Gott?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Geschichte
3. Erläuterung
4. Bearbeitungsmöglichkeiten
A) Gut und Böse
B) Jakob muss büßen
C) Angstneurose
D) Judenermordung
5. Die Bilder im Buch
6. Der Jude in Grün
6.1 Beschreibung und Deutung
6.2 Beziehung zur Geschichte
6.3 Mögliche Unterrichtsschritte
7. Kritik
8. Literatur
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist die systematische Erörterung und religionspädagogische Einordnung der Geschichte von Jakobs Kampf mit Gott (Gen 32, 23-31) im Kontext des Grundschulunterrichts unter Verwendung des „Religionsbuchs für das 4. Schuljahr“ von Hubertus Halbfas.
- Biblische Exegese des Jakobskampfes
- Religionspädagogische Vermittlung von Gottesbildern im 4. Schuljahr
- Integration existentieller Themen wie Angst, Ringen und Bewältigung
- Umgang mit komplexen Inhalten (Leid, Schuld, dunkle Seite Gottes)
- Einsatz und didaktische Einordnung von Bildmaterial im Religionsunterricht
Auszug aus dem Buch
4. Bearbeitungsmöglichkeiten
Eine Möglichkeit, die Halbfas zur Bearbeitung der Geschichte vorschlägt, ist, dass man anhand der Geschichte veranschaulichen kann, was Israel im Gang seiner Geschichte widerfuhr. Er vergleicht die Geschichte mit einer alten ‚Gespenstersage’ (Halbfas, 1993; S.205), aus welcher sie entstanden sein soll. „Die Sage vom Kampf mit dem bösen Flussdämonen in der Nacht als mythischer Ausdruck der Gefahren nicht nur der Flussüberquerung.“ (Halbfas, 1993; S.205) Andererseits stellt Halbfas den Kampf als „Kampf zweier ebenbürtiger und doch völlig verschiedener Gegner“ da. (Halbfas, 1993; S.205) Er stellt Gegensätze auf, die miteinander verglichen und ergründet werden können. Gott, der zwei Seiten hat eine gute und eine vermeintliche böse. Dem Volk ist Gott gleichzeitig „gefährliche Ferne und segenstiftende Nähe“ (Halbfas, 1993; S.206)
„Das Leitmotiv der ganzen jahwistischen Jakobsgeschichte ist das Mitsein Jahwes und damit das des Segens.“ (Halbfas, 1993; S.206)
Um die Geschichte um den Kampf Jakobs mit Gott auf diese Weise mit den Kindern in der Schule bearbeiten zu können, ist es notwendig, dass die Kinder die ganze Jakobgeschichte kennen. Es geht hierbei um das allgemeine tiefe Vertrauen, dass Jakob in Gott hat, da dieser ihm versprochen hat, immer mit ihm zu sein.
Die Doppeldeutigkeit Gottes ist ein schönes Thema, dass man gut mit den Kindern diskutieren kann. Die Kinder kennen, durch ihre Eltern, Bekannten-, Verwandtenkreis oder durch die Kirche meistens nur das Bild eines guten und barmherzigen Gott und lernen so eine ganz andere Seite Gottes kennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Religionsbuches von Hubertus Halbfas und Formulierung der Fragestellungen bezüglich der Sinnhaftigkeit der Geschichte im 4. Schuljahr.
2. Die Geschichte: Wiedergabe des biblischen Textes aus Genesis 32, 23-30.
3. Erläuterung: Interpretation der Namensgebung Israels und Diskussion über die Darstellung einer „dunklen Seite“ Gottes, die über ein rein positives Gottesbild hinausgeht.
4. Bearbeitungsmöglichkeiten: Analyse der vier didaktischen Zugänge nach Halbfas: Gut und Böse, Jakob als Büßender, Angstneurose und die Thematisierung des Holocaust.
5. Die Bilder im Buch: Reflexion über die Rolle von Bildmaterial als Impulsgeber im Religionsunterricht und den geschichtlichen Hintergrund.
6. Der Jude in Grün: Detaillierte Betrachtung des Chagall-Gemäldes, dessen Beziehung zur biblischen Geschichte und Erarbeitung möglicher Unterrichtsschritte.
7. Kritik: Kritische Auseinandersetzung mit der Komplexität der Thematik für Grundschulkinder und der Eignung des gewählten Bildmaterials.
8. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Internetseiten.
Schlüsselwörter
Jakobskampf, Genesis, Gottesbild, Religionspädagogik, Hubertus Halbfas, Grundschule, Angstbewältigung, Segen, Marc Chagall, Der Jude in Grün, Holocaust, Exegese, Didaktik, Biblische Geschichten, Gottesglauben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Referat von Theresa Wachauf zur pädagogischen Umsetzung der Geschichte „Jakobs Kampf mit Gott“ aus dem Religionsbuch für das 4. Schuljahr von Hubertus Halbfas.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die biblische Exegese des Kampfes am Jabbok, die didaktische Vermittlung komplexer Gottesbilder und der Umgang mit existentiellen Themen wie Angst, Schuld und Leid bei Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die didaktischen Ansätze von Halbfas kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit die behandelte Geschichte und die gewählten Unterrichtsmaterialien für Kinder im Grundschulalter angemessen und verständlich sind.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse des Religionsbuches, des zugehörigen Lehrerhandbuchs sowie ergänzender theologischer und psychoanalytischer Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Exegese, die vier von Halbfas vorgeschlagenen Bearbeitungsmöglichkeiten (Gut und Böse, Buße, Angstneurose, Judenermordung) sowie eine Analyse der Bildungsarbeit mit Werken von Marc Chagall.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Jakobskampf, Gottesbild, Didaktik, Angstbewältigung, Segen und die Auseinandersetzung mit historischen Traumata wie dem Holocaust charakterisiert.
Warum wird die Wahl von Chagalls Gemälde im Unterricht kritisch gesehen?
Die Autorin empfindet den Bezug des Bildes „Der Jude in Grün“ zum Jakobskampf als zu abstrakt und potenziell verwirrend für Grundschulkinder, da es die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Kernthema ablenken könnte.
Wie bewertet die Autorin den Schwierigkeitsgrad der Unterrichtsinhalte?
Sie stuft die von Halbfas gewählten Texte und Bilder als „sehr kühn“ und als eine große, wenn auch prinzipiell überwindbare Herausforderung für die Kinder ein.
- Quote paper
- Theresa Wachauf (Author), 2004, Der Kampf - Jakobs Kampf mit Gott, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39305