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1. Einleitung Seite 2
2. Die Entwicklung der Fernsehprogrammpresse in Deutschland 3
2.1 Die Entwicklung 1946 bis 1982 3
2.2 Die Entwicklung 1983 bis 1989 4
2.3 Die Entwicklung 1990 bis heute 5
3. Die verschiedenen Programmzeitschriftstypen und ihre Charakteristika 9
4. Möglichkeiten der Zukunftsentwicklung 11
4.1 Perspektiven für die gedruckten Zeitschriften 11
4.2 Die Programmzeitschrift als Fernsehkanal 12
4.3 Programmzeitschriften im Internet 13
4.4 Interaktive Navigationssyteme durchs Fernsehprogramm 14
5. Fazit 15
1
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„Wo ist denn schon wieder die verdammte... ?“ Donnerstagabend, 20:13 Uhr und kein Fahrplan durch das Labyrinth der Programme. Schweißperlen bilden sich auf der Stirn. „Lief auf Pro 7 nicht dieser Film mit... ?“ Ratlosigkeit macht sich breit, man zappt kurz durch die Kanäle, überall läuft noch Werbung. Nochmal eine hektische Suche, da fällt sie einem in die Hände - die Programmzeitschrift. Alles in Ordnung. Auch wenn das gerade geschilderte Szenario etwas übertrieben wirken mag: Bei mittlerweile knapp 30 Programmen im Kabelnetz wird es tatsächlich immer schwieriger, den Überblick über das Fernsehangebot zu behalten, ohne auf ein strukturierendes und selektierendes Metamedium wie die Programmzeitschriften zurückzugreifen. Diese sind auch das Thema der folgenden Arbeit. Und obwohl Fernsehprogrammzeitschriften mit Abstand die auflagenstärkste Zeitschriftengattung und gleichzeitig Hauptquelle von Informationen für das sehr wichtige Medium Fernsehen sind, fanden sie doch bisher nur wenig wissenschaftliche Beachtung. Als einer der ersten beschäftigte sich Honsowitz 1973 mit der Programmpresse, seine Ergebnisse sind aber schon zu alt, um für die heutige Situation anwendbar zu sein und wurden auch schon 1988 auf dem Symposion des Hans-Bredow-Instituts in Frage gestellt (vgl. Altemann 1988, 63). Doch auch die Arbeiten Hans-Bredow- Instituts und die Diplomarbeit Reißmanns von 1989 sind nicht aktuell genug um dem heutigen Markt gerecht zu werden. Wesentlich besser läßt es sich da mit Christiane Kuhns Studie von 1994 arbeiten, die das Thema Programmzeitschriften auch von der ökonomischen Seite betrachtet. 1996 veröffentlichte schließlich Ernst Seibold eine Studie über französische Programmzeitschriften, in der jedoch auch allgemeingültige Beobachtungen gemacht werden. Seibold konzentriert sich dabei hauptsächlich auf die linguistische Perspektive und ist daher für diese Arbeit nur bedingt verwendbar. Fernsehprogrammzeitschriften gehören zu den reichweitenstärksten Publikationen auf dem Markt und erreichen über 80% der Bevölkerung (vgl. Kuhn 1994, 21). Sie sind fester Bestandteil unseres Alltags und gerade deshalb ist es für viele schwer vorstellbar, wie so etwas „Gewöhnliches“ das Thema einer wissenschaftlichen Arbeit sein kann. Doch gerade in der Alltäglichkeit liegt ein gewisser Reiz, ebenso wie in der Tatsache, daß sich der Markt der „Programmies“ gerade in den letzten Jahren so turbulent verändert hat und weitere einschneidende Veränderungen bevorstehen.
2
Ein großer Teil dieser Arbeit soll deshalb auch den Zukunftsperspektiven des Metamediums Programmzeitschrift gewidmet werden, denn im Zuge der Medienevolution und der ständig wachsenden Zahl von Fernsehprogrammen werden auch für die Programminformation neue Konzepte unausweichlich. Abgesehen von Zukunftsperspektiven wird in der folgenden Arbeit hauptsächlich die Entwicklung und der gegenwärtige Markt der Programmzeitschriften analysiert, aus Platz- und Zeitgründen wurde auf eine theoretischen Überbau in Sachen Metamedien ebenso verzichtet wie auf Aspekte der Medienwirkungsforschung in Hinblick auf die Programmpresse. Denn diese Fragen wären für sich jeweils wieder komplette Themengebiete und würden den Rahmen dieser Hausarbeit mit Sicherheit sprengen.
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Als nach dem zweiten Weltkrieg die deutsche Programmpresse neu gegründet wurde, behandelte sie zuerst nur das Hörfunkprogramm und wurde von den jeweiligen Besatzungsmächten regional sehr unterschiedlich geprägt. „0LWGHP$XINRPPHQGHV )HUQVHKHQV LQ GHQ IQI]LJHU -DKUHQ IDQG VLFK IU GLH 3URJUDPPSUHVVH HLQ ZHLWHUHU $XIJDEHQEHUHLFK GHU PLW GHU ]XQHKPHQGHQ 9HUEUHLWXQJ XQG $N]HSWDQ] GHV )HUQVHKHQV EDOG ]XP ]HQWUDOHQ 7KHPD ZXUGH³ .XKQ . Im Lauf der Jahre wurde der Hörfunkteil in den Programmzeitschriften immer weiter zurückgedrängt und heute finden sich nur noch in den wenigsten Zeitschriften Seiten, in denen über das Radioprogramm informiert wird 1 .
In der Frühphase der Programmpresse gegründet wurden unter anderem die „Hörzu“ (1946), der „Gong (1948), die „Funk Uhr“ (1952) und die „Bild + Funk“ (1953), die aus der Hörfunkzeitschrift „Sürag“ hervorging. 1962 kam der Titel „TV Hören und Sehen“ hinzu, die Verlage hatten sich somit ihre Claims auf dem Markt der Programmzeitschriften für die folgenden Jahre abgesteckt (vgl. Kuhn 1994, 30).
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Andererseits ist eine Programminformation für den Hörfunk heutzutage aufgrund der starken
Formatierung und Ähnlichkeit der Sender gerade im privaten Bereich kaum noch notwendig (vgl.
Fischer-Appelt 1988, 11)
3
In der DDR verlief die Entwicklung freilich etwas anders: Die einzige Fernsehprogrammzeitschrift hieß „F.F. dabei“ und war nicht zuletzt wegen ihrer auf 1,5 Millionen Exemplare limitierten Auflage sehr begehrt. Das Blatt wurde vom Staat subventioniert, enthielt dafür keine Werbung und bestand aus 48 ungehefteten Schwarzweißseiten (vgl. Kuhn 1994, 31).
In der Bundesrepublik druckten in den sechziger Jahren die ersten Supplements von Tageszeitungen das Fernsehprogramm an, hatten damit aber anfangs noch keinen Einfluß auf die Auflage der Kaufzeitschriften. 1971 kam die „Fernsehwoche“ als sechster Titel auf den Markt und versuchte sich an der Einführung eines neuen Darstellungsystems 2 , das vom Publikum jedoch nicht akzeptiert wurde und somit geändert werden mußte. Konnten alle Programmzeitschriften während den siebziger Jahren noch konstant steigende Auflagenzahlen verbuchen, mußten die meisten ab 1979 leichte Einbußen hinnehmen, was vor allem auf die steigende Bedeutung der Supplements zurückzuführen ist. Die Verluste bzw. Verschiebungen hielten sich jedoch in Grenzen, da die Verlage ihre Positionen auf dem Markt im Lauf der Zeit gefestigt hatten (vgl. Kuhn 1994, 31f).
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Obwohl der Markt der Programmzeitschriften Anfang der achtziger Jahre als gesättigt galt, brachte 1983 die Gong-Gruppe eine neue TV-Zeitschrift auf den Markt. „Die Zwei“ unterschied sich auf den ersten Blick vor allem durch den deutlich niedrigeren Copy-Preis von der etablierten Konkurrenz. und wurde kurz darauf vom Bauer-Verlag mit „Auf einen Blick“ und vom Springer-Verlag mit der „Bildwoche“ kopiert. Doch auch inhaltlich suchten sich diese neuen „Billigzeitschriften“ eine Nische: Waren die bisherigen Programmzeitschriften im Magazinteil stets sehr familienorientiert gewesen, orientierten sich „Die Zwei“, „Auf einen Blick“ und „Bildwoche“ eher an der Boulevardpresse und Frauenzeitschriften, man spricht deshalb in diesem Zusammenhang auch von „weiblichen Programmzeitschriften“.
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Die „Fernsehwoche“ hatte versucht, das im Ausland gebräuchliche Schema der stundenweisen
Darstellung zu übernehmen, statt das Programm nach Sendern zu ordnen, wie das deutsche Publikum
es gewohnt war.
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Quote paper:
Christoph Koch, 1997, Der Markt der Fernsehprogrammzeitschriften in Deutschland, Munich, GRIN Publishing GmbH
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