Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................... II II
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Grundprobleme der Entwicklungsländer 2
2.1. Armut und Unterentwicklung
Probleme der Begriffsbestimmung 2
2.2. Die Teufelskreise von Armut und Unterentwicklung 4
3. Strukturelle Defizite als Ursachen für Armut und Unterentwicklung 6
3.1. Markt oder Staat - Eine Grundsatzentscheidung? 6
3.2. Marktversagen 7
3.3. Staats- und Politikversagen 9
4. Ziele und Träger der Entwicklungspolitik2 11
4.1. Ziele 11
4.2. Träger der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit 13
4.3. Träger der privaten Entwicklungszusammenarbeit 14
5. Instrumente der Entwicklungspolitik 16
5.1. Finanzielle Zusammenarbeit 16
5.2. Technische Zusammenarbeit 16
5.3. Personelle Zusammenarbeit 17
5.4. Konditionalisierung der ODA 18
6. Auswege aus der Misere 19
6.1. Die Notwendigkeit von
„Good Governance“ und „Partizipation“ 19
6.2. Kooperation, Kohärenz und weitere Grundbedingungen für
langfristig erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit 24
7. Fazit 28
Literaturverzeichnis VI
Anhang mit Darstellungen und Tabellen VII
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 : HIV-Infektionen und AIDS-Tote nach Regionen (Ende 2002 )
Abb. 2 : Sterblichkeitsrate und Grundschulabschlussquote
Abb. 3 : Teufelskreise der Armut
Abb. 4 : Übersicht über die Gesundheits- und Bildungsausgaben
Abb. 5 : Entwicklungspolitik im Interessengeflecht
Abb. 6 : Themenfelder von Nichtregierungsorganisationen
Abb. 7 : Alphabetisierungsraten nach Alter, Geschlecht und Regionen
Abb. 8 : Stimmenanteile der Staaten (Regionen) in IWF und Weltbank
III
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung AIDS Acquired Immune Deficiency Syndrome Anm.d.Verf. Anmerkung der Verfasser BMZ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung BSP Bruttosozialprodukt bspw. beispielsweise DAAD Deutscher Akademischer Austauschdienst DAC Development Assistance Committee d.h. das heißt DOT-Force Digital Opportunity Task Force ESAF Enhanced Structural Adjustment Facility etc. et cetera EL Entwicklungsland (-länder) EU Europäische Union EZ Entwicklungszusammenarbeit f. und folgende (Seite) ff. folgende (Seiten) FDI Foreign Direct Investments FZ Finanzielle Zusammenarbeit GDI Gender Development Index GDM Gender Empowerment Measure GTZ Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit HDI Human Development Index HIPC Highly indebted poor countries HIV Human Immunodeficiency Virus HPI Human Poverty Index IDG International Development Goals i.d.R. in der Regel i.V.m. in Verbindung mit IWF Internationaler Währungsfonds JSA Joint Staff Assessment KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau
IV
LDC Least Developed Countries LIC Low Income Countries MDG Millenium Development Goals MNC Multinational Corporation Mrd. Milliarde(n) NRO Nichtregierungsorganisation NGO Non-Governmental Organisation ODA Official Development Assistance OECD Organization for Economic Co-Operation and Development o.g. oben genannte PKE Pro-Kopf-Einkommen PRGF Poverty Reduction and Growth Facility PRSP Poverty Reduction Strategy Paper PZ Personelle Zusammenarbeit S. Seite sog. sogenannte (r,s) TZ Technische Zusammenarbeit u.a. unter anderem UN United Nations (Vereinte Nationen) UNDP United Nations Development Programme UNCED United Nations Conference on Environment and Development UNICT United Nations Information and Communication Technology Taskforce vgl. vergleiche WSSD World Summit on Sustainable Development WTO World Trade Organisation z.B. zum Beispiel z.T. zum Teil zw. zwischen
V
1. Einleitung
Auf der Erde leben ca. 1,2 Mrd. Menschen in absoluter Armut, die wiederum in direktem Zusammenhang mit Hunger, Krankheit und Konflikten um knappe Ressourcen wie Wasser und Boden steht. Die betroffenen Staaten sind aus eigener Kraft kaum in der Lage wirksame Maßnahmen gegen Armut zu treffen, da oftmals korrupte, auf Selbstbereicherung ausgerichtete, autokratische Herrschaftssysteme in der Verantwortung stehen, die weder auf Menschenrechte oder soziale Gerechtigkeit achten. Wenn hier die Ursache für Gewalt und kriegerische Auseinandersetzungen, aber auch für die Vernichtung von Umweltressourcen liegt, so wird schell deutlich, dass die Problematik von Armut und Unterentwicklung in Zeiten von Terrorismus und Globalisierung eine weltweite Dimension hat, die jeden von uns betrifft. Die Verfasser dieser Arbeit sehen daher die Bekämpfung von Armut als gemeinsame Aufgabe aller Länder und als Notwendigkeit zur langfristigen Sicherung von Frieden und politischer Stabilität an. Allerdings stehen die Probleme der Entwicklungsländer aufgrund von Interdependenzen zwischen politischen, soziokulturellen und ökonomischen Komponenten in einem komplexen Wirkungszusammenhang und verstärken sich oft gegenseitig. Für eine effektive Entwicklungspolitik ergibt sich daher besonders die Notwendigkeit, die länderspezifischen Gegebenheiten zu berücksichtigen und durch einen gezielten und koordinierten Instrumentarieneinsatz den Entwicklungsprozess zu initiieren bzw. zu unterstützen. Die folgende Seminararbeit versucht daher zunächst die Begriffe Armut und Entwicklung zu spezifizieren, bevor die Teufelskreise von Armut sowie die besondere Rolle von Markt-und Staatsversagen für Entwicklungsländer (EL) näher erläutert werden sollen. Im Anschluss daran werden kritisch die Zielsetzungen entwicklungspolitischen Handelns und die daraus resultierenden Spannungsfelder zwischen den einzelnen Akteuren skizziert. Mit den eingesetzten Instrumenten zur Zielerreichung beschäftigt sich schließlich ein weiteres Kapitel bevor in einem letzten Abschnitt konkrete Lösungsansätze aufgezeigt und diskutiert werden, die insbesondere den armen Menschen effektiv und nachhaltig durch interne und externe Maßnahmen helfen sollen. Die Arbeit endet mit einem gemeinsamen Fazit.
1
2. Grundprobleme der Entwicklungsländer
2.1. Armut und Unterentwicklung - Probleme der Begriffsbestimmung Wenn man sich mit der Frage beschäftigt, welche Strategien und Instrumente zur Entwicklung von Ländern und zur Beseitigung von extremer Armut geeignet sind, so ist es zunächst erforderlich, sowohl Armut als auch Unterentwicklung zu definieren. Nur durch den Rückgriff auf einheitliche Parameter ist es schließlich möglich, die Effektivität von entwicklungspolitischen Maßnahmen ex post zu ermitteln, da sowohl Veränderungen im Zeitablauf als auch direkte Vergleiche der Entwicklungsfortschritte zwischen Ländern transparent werden. Die Empirie orientiert sich stark an monetären Indikatoren (z.B. Pro-Kopf-Einkommen), wobei die Datenerhebung in den einzelnen Ländern ebenso ein Problem ist wie die unvermeidliche Tatsache, dass eine Vernachlässigung von subjektiven (nicht monetären) Bestandteilen der Armut stattfindet, die von den jeweiligen Lebensverhältnissen abhängen. Bei der Armutsmessung wird grundsätzlich zwischen relativer Armut und absoluter Armut differenziert.
Relative Armut bedeutet, dass sich nur ein geringer Anteil des gesamten Einkommens einer Volkswirtschaft auf einen Großteil der Bevölkerung verteilt. Diese Disparität in der interpersonellen Einkommensverteilung, bzw. zwischen Arm und Reich, ist in den meisten Entwicklungsländern besonders stark ausgeprägt. 1 Relative Armut sagt hingegen nicht unbedingt etwas über die absolute Armut des Einzelnen aus, die vorliegt, wenn Menschen nicht über die für ihre Existenz mindestens notwendigen Güter wie Nahrung, Kleidung und Wohnung verfügen. Um eine genauere Definition zu finden und die o.g. Probleme zu entschärfen, wurde vom UNDP (United Nations Development Programme) der Human Poverty Index (HPI) entwickelt, welcher weitaus mehr Indika-toren wie Sterbewahrscheinlichkeit unter 40 Jahren, Analphabetenrate, Zugang zu Trinkwasser und Gesundheitsdiensten sowie die Untergewichtigkeit bei Kindern unter 5 Jahren berücksichtigt. Die Weltbank verwendet dagegen die einfache, aber gebräuchliche „1 Dollar Definition“, die absolute Armut anhand der täglich verfügbaren Kaufkraft bemisst. Als extrem arm gelten demnach rd. 1,2 Mrd. Menschen weltweit, die mit nur einem Dollar am Tag auskommen müssen, während insgesamt rd. 2,5 bis 3 Mrd. als arm bezeichnete Menschen von nur 2 Dollar am Tag leben. Betrachtet man die Entwicklung der Armut im Zeitablauf, so fällt auf, dass aufgrund der Entwicklungsfortschritte in China und Indien in den letzten beiden Dekaden die Anzahl der extrem armen Menschen weltweit zwar zurückgegangen ist, aber in Subsahara Afrika sogar noch zuge- 1 ZurMessung von relativer Armut und dem zugrunde liegenden Toleranzbreitenprinzip vgl. Hemmer (2002), S. 88 ff..
2
nommen hat. Dies macht auch deutlich, dass erhebliche internationale und regionale Unterschiede bei der Bekämpfung von Armut bestehen, deren Ursachen in den ordnungspolitischen Rahmenbedingungen ebenso wie in den jeweiligen soziokulturellen und ökonomischen Gegebenheiten der Entwicklungsländer zu suchen sind. 2 Armut hat
neben der monetär materiellen noch eine politisch kulturelle Dimension, die unmittelbar bei den Menschenrechten ansetzt. Diese umfasst neben rechtlicher Beteiligung, mangelnder politischer Partizipation noch weitere Unfreiheiten, welche Einzelne oder gesamte Gesellschaftsgruppen in ihren individuellen Rechten und Handlungsmöglichkeiten einschränken. 3
Ursache von Armut ist Unterentwicklung, die ganz allgemein als mangelnde Fähigkeit von Staaten, ihre Bevölkerung ausreichend mit lebensnotwendigen Gütern (Nahrung, Kleidung, Wohnung) und Dienstleistungen (Gesundheitswesen, Bildungswesen, etc.) zu versorgen, definiert werden kann. 4 Auch hier treten bei einer empirischen Bestimmung
des Entwicklungsstandes einer Volkswirtschaft Probleme auf wenn primär monetäre Größen wie das Pro-Kopf-Einkommen (PKE) herangezogen werden, welches sich aus der Division des Bruttosozialproduktes (BSP, bzw. Bruttonationaleinkommen) durch die Bevölkerungszahl ergibt. Implizit werden nur Marktleistungen bewertet, nicht aber Leistungen im Rahmen des informellen Sektors 5 und der Subsistenzwirtschaft 6 , die für
Entwicklungsländer eine zentrale Bedeutung haben. Ebenso unberücksichtigt bleibt, dass durch das PKE eine Glättung der Einkommensverhältnisse stattfindet, die insbesondere bei extremen Gefällen zwischen Stadt und Land (wie z.B. in China) oder zwischen Männern und Frauen dazu führen kann, dass weiten Teilen der Bevölkerung statistisch ein zu hohes PKE zugewiesen wird. Darüber hinaus wird die Ausbeutung natürlicher Ressourcen (z.B. Abholzung von Regenwäldern) als positiver Beitrag zum Sozialprodukt bewertet. 7 Andere Indikatoren wie z.B. der vom UNDP entwickelte Human
Development Index (HDI) beziehen aufgrund dieser Probleme auch nicht-ökonomische Komponenten 8 in die Bewertung mit ein. Obwohl auch sie nicht frei von Erfassungs-
problemen sind, lässt sich gemeinsam mit den rein monetären Indikatoren zumindest ein
2 Vgl. Weltenwicklungsbericht 2003, S. 2.
3 Vgl. Nuscheler (2004), S. 146f.
4 Vgl. Nuscheler (2004), S. 186.
5 Anm. d. Verf.: Zu dem informellen Sektor, dessen Bedeutung mit dem Grad der Unterentwicklung zunimmt, zählen Kleinunternehmen, die ihre Produkte nicht über erfasste Märkte absetzen. In diesem Sektor werden z.T. 25-70% der städtischen Arbeitskräfte beschäftigt.
6 Anm. d. Verf.: Subsistenzwirtschaft umfasst alle Bereiche der Selbstversorgung inklusive der Arbeit von Hausfrauen und Müttern.
7 Vgl. Nuscheler (2004), S. 187 ff. i.V.m. Hemmer (2002), S. 11 ff.
8 z.B. Schulbesuchsrate, Alphabetisierungsrate, Lebenserwartung etc.
3
Arbeit zitieren:
Frank Göttlicher, Stefan Rühl, 2005, Entwicklungspolitik, München, GRIN Verlag GmbH
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