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Entwicklungspolitik

Title: Entwicklungspolitik

Seminar Paper , 2005 , 38 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Frank Göttlicher (Author), Stefan Rühl (Author)

Politics - Topic: Development Politics
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Auf der Erde leben ca. 1,2 Mrd. Menschen in absoluter Armut, die wiederum in direktem Zusammenhang mit Hunger, Krankheit und Konflikten um knappe Ressourcen wie Wasser und Boden steht. Die betroffenen Staaten sind aus eigener Kraft kaum in der Lage wirksame Maßnahmen gegen Armut zu treffen, da oftmals korrupte, auf Selbstbereicherung ausgerichtete, autokratische Herrschaftssysteme in der Verantwortung stehen, die weder auf Menschenrechte oder soziale Gerechtigkeit achten. Wenn hier die Ursache für Gewalt und kriegerische Auseinandersetzungen, aber auch für die Vernichtung von Umweltressourcen liegt, so wird schell deutlich, dass die Problematik von Armut und Unterentwicklung in Zeiten von Terrorismus und Globalisierung eine weltweite Dimension hat, die jeden von uns betrifft. Die Verfasser dieser Arbeit sehen daher die Bekämpfung von Armut als gemeinsame Aufgabe aller Länder und als Notwendigkeit zur langfristigen Sicherung von Frieden und politischer Stabilität an. Allerdings stehen die Probleme der Entwicklungsländer aufgrund von Interdependenzen zwischen politischen, soziokulturellen und ökonomischen Komponenten in einem komplexen Wirkungszusammenhang und verstärken sich oft gegenseitig. Für eine effektive Entwicklungspolitik ergibt sich daher besonders die Notwendigkeit, die länderspezifischen Gegebenheiten zu berücksichtigen und durch einen gezielten und koordinierten Instrumentarieneinsatz den Entwicklungsprozess zu initiieren bzw. zu unterstützen. Die folgende Seminararbeit versucht daher zunächst die Begriffe Armut und Entwicklung zu spezifizieren, bevor die Teufelskreise von Armut sowie die besondere Rolle von Marktund Staatsversagen für Entwicklungsländer (EL) näher erläutert werden sollen. Im Anschluss daran werden kritisch die Zielsetzungen entwicklungspolitischen Handelns und die daraus resultierenden Spannungsfelder zwischen den einzelnen Akteuren skizziert. Mit den eingesetzten Instrumenten zur Zielerreichung beschäftigt sich schließlich ein weiteres Kapitel bevor in einem letzten Abschnitt konkrete Lösungsansätze aufgezeigt und diskutiert werden, die insbesondere den armen Menschen effektiv und nachhaltig durch interne und externe Maßnahmen helfen sollen. Die Arbeit endet mit einem gemeinsamen Fazit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundprobleme der Entwicklungsländer

2.1. Armut und Unterentwicklung – Probleme der Begriffsbestimmung

2.2. Die Teufelskreise von Armut und Unterentwicklung

3. Strukturelle Defizite als Ursachen für Armut und Unterentwicklung

3.1. Markt oder Staat – Eine Grundsatzentscheidung?

3.2. Marktversagen

3.3. Staats- und Politikversagen

4. Ziele und Träger der Entwicklungspolitik

4.1. Ziele

4.2. Träger der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit

4.3. Träger der privaten Entwicklungszusammenarbeit

5. Instrumente der Entwicklungspolitik

5.1. Finanzielle Zusammenarbeit

5.2. Technische Zusammenarbeit

5.3. Personelle Zusammenarbeit

5.4. Konditionalisierung der ODA

6. Auswege aus der Misere

6.1. Die Notwendigkeit von „Good Governance“ und „Partizipation“

6.2. Kooperation, Kohärenz und weitere Grundbedingungen für langfristig erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit

7. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die komplexen Ursachen von Armut und Unterentwicklung in Entwicklungsländern und analysiert kritisch die Ziele, Akteure sowie Instrumente der internationalen Entwicklungspolitik. Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie durch eine verbesserte Koordinierung sowie den Einsatz von Konzepten wie "Good Governance" und "Partizipation" nachhaltige Entwicklungsprozesse initiiert werden können, um armen Bevölkerungsschichten effektiv zu helfen.

  • Multidimensionalität und Definition von Armut und Unterentwicklung
  • Strukturelle Ursachen: Marktversagen versus Staats- und Politikversagen
  • Akteure in der Entwicklungszusammenarbeit (Staat, NGOs, Unternehmen)
  • Instrumente der Finanz-, Technik- und Personellen Zusammenarbeit
  • Notwendigkeit von Good Governance, Partizipation und internationaler Kohärenz

Auszug aus dem Buch

3.3. Staats- und Politikversagen

Ein Staat benötigt neben einem Rechtssystem funktionsfähige Verwaltungsstrukturen, die dieses Recht umsetzen. Wenn beides nicht gegeben ist, kann man auch von politischer bzw. institutioneller Unterentwicklung sprechen, die ein mehr oder weniger starkes Versagen des Staates im Hinblick auf seine Aufgabenerfüllung zur Folge hat. Die Ursachen dafür liegen meist in schlechter Regierungsführung und mangelnder Verantwortlichkeit der politischen Machthaber, die in EL nicht selten totalitäre Herrschaftssysteme mit einem zentralistischen Polizei-, Militär- und Verwaltungsapparat installiert haben. Vor diesem Hintergrund kommt es u.a. zu einer Fehlallokation der verfügbaren finanziellen Mittel, die sich bspw. in unproduktiven, aufgeblähten Verwaltungen oder in übermäßig hohen Militärausgaben niederschlägt. Wenn man bedenkt, dass einerseits diese Militärausgaben häufig die Ausgaben für Gesundheit und Bildung übersteigen und andererseits ineffizient arbeitende Verwaltungen auch externe Entwicklungshilfemittel verschwenden, so kann man der Aussage von Nuscheler (2004), „dass das Staatsversagen ein größeres Entwicklungsproblem bildet als der Kapitalmangel“, nur zustimmen.

Das Fehlen von „good governance“ hat insbesondere in den Sektoren Gesundheit und Bildung, für deren Funktionsfähigkeit der Staat eine besondere Verantwortung trägt, weitreichende Folgen, da sie als Schlüsselbereiche für nachhaltige Entwicklung gelten. In der Praxis kommen die öffentlichen Ausgaben oft nur privilegierten oder reichen Bevölkerungsgruppen zugute, was zur Folge hat, dass arme Menschen schlechteren Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie zu Gesundheits- und Bildungseinrichtungen haben. Selbst wenn zweckgebundene Mittel für Arme bereitgestellt werden kommt es häufig zu Veruntreuungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das globale Ausmaß der Armut und definiert diese als drängende Aufgabe, die aufgrund von weltweiten Interdependenzen eine koordinierte entwicklungspolitische Antwort erfordert.

2. Grundprobleme der Entwicklungsländer: Dieses Kapitel thematisiert die Schwierigkeiten bei der Begriffsbestimmung von Armut und Unterentwicklung und erläutert die negativen Kreisläufe, in denen sich betroffene Staaten befinden.

3. Strukturelle Defizite als Ursachen für Armut und Unterentwicklung: Hier wird die Rolle von Marktversagen sowie Staats- und Politikversagen analysiert, wobei institutionelle Schwächen als zentrale Entwicklungshemmnisse identifiziert werden.

4. Ziele und Träger der Entwicklungspolitik: Der Abschnitt klassifiziert die vielfältigen Ziele der Entwicklungspolitik und beleuchtet die unterschiedlichen staatlichen und privaten Akteure in diesem Bereich.

5. Instrumente der Entwicklungspolitik: Das Kapitel beschreibt die verschiedenen methodischen Werkzeuge der Entwicklungszusammenarbeit, wie finanzielle, technische und personelle Hilfen, sowie die Problematik der Konditionalisierung.

6. Auswege aus der Misere: Hier werden Lösungsansätze wie "Good Governance", "Partizipation" sowie die Notwendigkeit internationaler Kohärenz und Kooperation detailliert diskutiert.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass nachhaltiger Erfolg in der Entwicklungszusammenarbeit nur durch eine dynamische Anpassung an länderspezifische Bedingungen und eine koordinierte internationale Zusammenarbeit möglich ist.

Schlüsselwörter

Armut, Unterentwicklung, Entwicklungspolitik, Entwicklungszusammenarbeit, Good Governance, Partizipation, Marktversagen, Staatsversagen, Konditionalisierung, Humankapital, Nachhaltigkeit, Globalisierung, Institutionen, ODA, Empowerment.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen von Armut und Unterentwicklung sowie den Strategien, Akteuren und Instrumenten der internationalen Entwicklungspolitik, um diese Probleme zu bekämpfen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Analyse von Markt- und Staatsversagen, die Rolle von "Good Governance", die Bedeutung von Partizipation der Zielgruppen und die Notwendigkeit einer kohärenten internationalen Entwicklungszusammenarbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Entwicklungspolitik effektiver gestaltet werden kann, um nachhaltig Armut zu bekämpfen und die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen und ökonomischen Analyse, die auf existierende Fachliteratur, Berichte internationaler Organisationen wie der Weltbank und empirische Erkenntnisse zurückgreift.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die strukturellen Ursachen von Armut, die Ziele und Träger der Entwicklungsarbeit, die eingesetzten Instrumente wie finanzielle oder technische Zusammenarbeit sowie Lösungsansätze für langfristig erfolgreiche Entwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Armut, Unterentwicklung, Entwicklungspolitik, Good Governance, Partizipation, Institutionen, Marktversagen und Empowerment.

Warum wird "Good Governance" in der Arbeit so stark betont?

"Good Governance" wird als Grundvoraussetzung für nachhaltiges Wachstum angesehen, da es Rechtssicherheit, staatliche Verantwortlichkeit und eine effiziente Verwaltung umfasst, die für eine erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit essenziell sind.

Welches Problem beschreibt der Autor im Zusammenhang mit NGOs?

Der Autor weist darauf hin, dass NGOs zwar sehr flexibel und nah an der Zielgruppe agieren, jedoch durch die Abhängigkeit von staatlichen Geldern Gefahr laufen, ihren Autonomiestatus zu verlieren und zu einer "Verlängerung des Staates" zu werden.

Warum ist das Konzept des "Ownership" in der Entwicklungspolitik wichtig?

"Ownership" bezeichnet den Anspruch der Empfängerländer auf Eigenverantwortung für ihren Entwicklungsprozess. Der Autor kritisiert, dass dieser Anspruch oft durch einseitige Konditionalitäten der Geberländer verletzt wird.

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Details

Title
Entwicklungspolitik
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Politikwissenschaften)
Grade
1,6
Authors
Frank Göttlicher (Author), Stefan Rühl (Author)
Publication Year
2005
Pages
38
Catalog Number
V39434
ISBN (eBook)
9783638381970
Language
German
Tags
Entwicklungspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Göttlicher (Author), Stefan Rühl (Author), 2005, Entwicklungspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39434
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