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Intertextualität in Hjalmar Söderbergs "Martin Bircks Ungdom"

Title: Intertextualität in Hjalmar Söderbergs "Martin Bircks Ungdom"

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 27 Pages

Autor:in: Katrin Raschke (Author)

Scandinavian Languages
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In Hjalmar Söderbergs 1901 erschienenem Roman „Martin Bircks Ungdom“ heißt es an einer Stelle:

„Men den första orsaken till deras vänskap var den, att de bägge hade läst Niels Lyhne och älskade den mer än andra böcker."

Wie wir sehen können, wird in diesem Textauszug explizit auf den 1880 erschienen literarischen Text „Niels Lyhne“ des dänischen Schriftstellers Jens Peter Jacobsen (1847-1885) verwiesen. Dass es sich bei diesem intertextuellen Verweis um keinen belanglosen Einzelfall handelt, sondern dass dieser Verweis im Gegenteil eine vom Autor intendierte, textkonstituierende Eigenschaft des Entwicklungsromans „Martin Bircks Ungdom“ darstellt, die wiederum die Sinnkonstitution des Textes maßgeblich bestimmt, möchte ich innerhalb dieser Arbeit darlegen. In diesem Sinne beschränkt sich der hier im Mittelpunkt stehende intertextuelle Bezugshorizont ausschließlich auf das Werk „Niels Lyhne“, womit jedoch nicht suggeriert werden soll, dass es keine weiteren Prätexte, d. h. keine anderen literarischen Texte, gibt, auf die Hjalmar Söderbergs Roman verweist.

Bevor ich mich jedoch dieser Aufgabe widme, werde ich im ersten Teil die für die Textanalyse notwendigen theoretischen Voraussetzungen einführen. Ich werde also zunächst den Begriff der Intertextualität erläutern und anschließend eine auf Peter Stocker basierende Intertextualitätstheorie skizzieren. Im zweiten Teil werde ich mich der Textanalyse von „Martin Bircks Ungdom“ zuwenden. Nach einer kurzen Zusammenfassung beider Texte werde ich zunächst die verschiedenen Intertextualitätsformen, die auf den Prätext „Niels Lyhne“ verweisen, auflisten und kategorisieren. Anschließend werde ich untersuchen, welche Funktionen diese innerhalb des Textes erfüllen und letztendlich versuchen, mithilfe dieser aufgedeckten Textverweise eine abschließende Sinnkonstitution herauszuarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Intertextualität

2.1 Wortgeschichte

2.2 Intertextualitätsbegriff

3. Intertextualitätstheorie

3.1 Formen der Intertextualität

3.2 Funktionen der Intertextualität

3.3 Modell der Intertextualität

4. Hjalmar Söderbergs „Martin Birck Ungdom”

4. 1 Prätext: Jens Peter Jacobsens „Niels Lyhne“

4.2 Formen der Intertextualität

4.3 Funktionen der Intertextualität

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die intertextuellen Bezüge in Hjalmar Söderbergs Roman „Martin Bircks Ungdom“ zum Prätext „Niels Lyhne“ von Jens Peter Jacobsen. Ziel ist es, anhand einer strukturalistischen Intertextualitätstheorie aufzuzeigen, wie diese Verweise zur Charakterisierung der Hauptfigur beitragen und eine spezifische Sinnkonstitution des Textes ermöglichen.

  • Grundlagen und Theorie der Intertextualität nach Peter Stocker
  • Strukturelle und inhaltliche Analysen von „Martin Bircks Ungdom“
  • Vergleich der Protagonisten als sensible „Gedankenmenschen“
  • Funktionen der Intertextualität als Figurencharakterisierung und Kontrastmodell
  • Bedeutung der intertextuellen Lesart für das Verständnis des Romans

Auszug aus dem Buch

4.2 Formen der Intertextualität

Vergleicht man die beiden Romane „Niels Lyhne“ und „Martin Bircks Ungdom“ miteinander, fällt sofort auf, dass „Niels Lyhne“ mit einer außerordentlichen Anzahl von Intertextualitätssignalen versehen ist. So werden unzählige Titel von literarischen Werken aufgezählt und scheinbar nie enden wollende Gespräche über Kunst und Literatur geführt. Ja sogar die Figuren selbst werden dergestalt charakterisiert, dass sie spezifischen literarischen Gattungen zugeordnet werden. So wird zum Beispiel Bartholine, die Mutter Niels Lyhnes, als poetische Natur, ihr Mann wiederum als eher prosaisch beschrieben.

In Söderbergs Roman hingegen tauchen erst im zweiten Kapitel „Den vita mössan“ und in wesentlich geringerer Anzahl explizite Intertextualitätssignale auf, die den Modell-Leser in der Phase der Desintegration zu einer Unterbrechung der ‚inward-Lektüre“ bewegen. So erfährt man, dass Martin gerne Dichter werden möchte und dass er gerne ein Buch „på samma versmått som ‚Brand’ och ‚Peer Gynt’“ schreiben würde. Des Weiteren wird, worauf ich bereits in der Einleitung hingewiesen habe, hervorgehoben, dass das literarische Werk „Niels Lyhne“ Martin Bircks Lieblingsbuch ist.

Diesem metatextuellen Verweis kommt m. E. eine ganz besondere Rolle zu, da er im Vergleich zu den anderen im Text vorkommenden intertextuellen Verweisen auf den Prätext „Niels Lyhne“ am eindeutigsten ausfällt. Neben seiner lokalen Funktion, Martin Bircks spezifisches Bild von einem Dichter zu unterstreichen, fungiert der Verweis ebenso als Auslöser für den Modell-Leser, die anderen, subtileren intertextuellen Verweise auf den Prätext „Niels Lyhne“ wahrzunehmen. In diesem Sinne wird der Modell-Leser gemäß der zweiten Phase der Digression dazu veranlasst, sich den Prätext „Niels Lyhne“ vor Augen zu führen und nach Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen den beiden Texten zu suchen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage vor und erläutert das methodische Vorgehen bei der Analyse der intertextuellen Bezüge zwischen Söderbergs Roman und dem Werk von Jacobsen.

2. Intertextualität: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Klärung und der wissenschaftstheoretischen Einordnung des Intertextualitätsbegriffs im literaturwissenschaftlichen Diskurs.

3. Intertextualitätstheorie: Hier wird das theoretische Modell von Peter Stocker vorgestellt, das als Grundlage für die praktische Textanalyse dient und Begriffe wie Palintextualität und Hypertextualität definiert.

4. Hjalmar Söderbergs „Martin Birck Ungdom”: In diesem Hauptteil erfolgt die Anwendung der Theorie auf den untersuchten Roman, inklusive der Analyse des Prätexts und der Aufdeckung spezifischer intertextueller Formen und Funktionen.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Bedeutung der gefundenen intertextuellen Spuren für eine vertiefte Interpretation des Romans.

6. Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet die verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf, die für die theoretische Fundierung und Textanalyse herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Intertextualität, Martin Bircks Ungdom, Hjalmar Söderberg, Niels Lyhne, Jens Peter Jacobsen, Literaturtheorie, Entwicklungsroman, Strukturalismus, Peter Stocker, Figurencharakterisierung, Textanalyse, Moderne, Fin de Siècle, Sinnkonstitution, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die intertextuellen Beziehungen zwischen Hjalmar Söderbergs Roman „Martin Bircks Ungdom“ und dem dänischen Werk „Niels Lyhne“ von Jens Peter Jacobsen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die literaturtheoretischen Grundlagen der Intertextualität sowie deren praktische Anwendung zur Analyse von Charakterentwicklung und Sinnstiftung in literarischen Texten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die vom Autor intendierte textkonstituierende Eigenschaft der intertextuellen Bezüge darzulegen und deren Funktion bei der Charakterisierung der Hauptfigur Martin Birck aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einem strukturalistischen Ansatz, insbesondere der Intertextualitätstheorie von Peter Stocker, um Texte gezielt in Prä- und Posttexte zu differenzieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die verschiedenen Formen (Palintextualität, Hypertextualität) und Funktionen der intertextuellen Verweise auf „Niels Lyhne“ innerhalb von Söderbergs Roman.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Intertextualität, Entwicklungsroman, Modell-Leser, Sinnkonstitution und die spezifische Relation zwischen Söderbergs und Jacobsens Werk.

Warum wird „Niels Lyhne“ als zentraler Prätext gewählt?

Der Text fungiert als „Lieblingsbuch“ der Romanfigur Martin Birck und dient als entscheidendes intertextuelles Signal, das eine vertiefte Lektüre und Charakteranalyse ermöglicht.

Wie unterscheidet sich Martin Birck laut der Analyse von Niels Lyhne?

Während Niels Lyhne eine exemplarische Atheisten-Biographie darstellt, werden bei Martin Birck die Beweggründe für sein Handeln und sein Atheismus primär in seinem individuellen Charakter verwurzelt gesehen.

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Details

Title
Intertextualität in Hjalmar Söderbergs "Martin Bircks Ungdom"
College
University of Münster  (Institut für nordische Philologie)
Course
Skandinavische Prosa der Jahrhundertwende
Author
Katrin Raschke (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V39657
ISBN (eBook)
9783638383769
ISBN (Book)
9783638655088
Language
German
Tags
Intertextualität Hjalmar Söderbergs Martin Bircks Ungdom Skandinavische Prosa Jahrhundertwende
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Raschke (Author), 2005, Intertextualität in Hjalmar Söderbergs "Martin Bircks Ungdom", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39657
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