II
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis. III
1 Alkohol als Problem 1
1.1 Daten und Fakten zum Alkoholkonsum in Deutschland 1
1.2 Alkoholkrankheit. 2
2 Betriebliche Auswirkungen des Alkoholkonsums. 4
2.1 Alkohol am Arbeitsplatz: Prävalenz und rechtliche Voraussetzungen. 4
2.2 Kosten durch Alkohol im Betrieb 5
2.3 Möglichkeiten der Intervention. 7
3 Arbeitsrechtliche Konsequenzen. 9
3.1 Ordentliche Kündigung 9
3.1.1 Verhaltensbedingte Kündigung 11
3.1.2 Personenbedingte Kündigung 13
3.2 Außerordentliche fristlose Kündigung 16
3.3 Folgerungen und Ratschläge für die Personalpraxis 17
4 Prävention 19
Literaturverzeichnis 21
III
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
Abs. Absatz
ArbG Arbeitsgericht
Aufl. Auflage
BAG Bundesarbeitsgericht
BBiG Berufsbildungsgesetz
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
BtrVG Betriebsverfassungsgesetz
BZgA Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
ca. circa
DHS Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren
f., ff. folgende Seite(n)
i. e. S. im engeren Sinne
Jg. Jahrgang
KSchG Kündigungsschutzgesetz
LAG Landesarbeitsgericht
MuSchG Mutterschutzgesetz
RdNr. Randnummer
SGB Sozialgesetzbuch
u. a. unter anderem
zit. n. zitiert nach
1
1 Alkohol als Problem
In zahlreichen Betrieben wird man mit einem breiten Spektrum von Suchtkrankheiten konfrontiert, die den Arbeitsalltag beeinflussen. Missbrauch oder Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen reduziert die Produktivität, wirkt sich negativ auf das Betriebsklima aus, gefährdet die Sicherheit am Arbeitsplatz und verlangsamt Arbeitsprozesse. 1
Alkohol ist ein gesellschaftlich akzeptiertes Genussmittel und wird oft selbstverständlich zu betrieblichen Festen, erfolgreichen Geschäftsabschlüssen, Beförderungen etc. angeboten. Ein gewohnheitsmäßiger Konsum von Alkohol kann jedoch schnell in die Abhängigkeit führen, die nicht nur erhebliche körperliche und seelische Folgen für den Betroffenen mit sich zieht, sondern auch nachhaltige Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis haben kann.
1.1 Daten und Fakten zum Alkoholkonsum in Deutschland
Die Deutsche Ha uptstelle gegen die Suchtgefahren e. V. (DHS) geht davon aus, dass 1,6 Mio. Menschen alkoholabhängig sind, d. h. ca. 2 % der Deutschen gelten als Alkoholiker. Ungefähr 42.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen des chronischen Alkoholkonsums, während im Vergleich dazu lediglich 2.000 Drogentote verzeichnet wurden. 2
Insgesamt trinken mindestens zehn Prozent der Bevölkerung so viel Alkohol, dass sie ihre Gesundheit damit gefährden. Im Jahr 1997 wurden durchschnittlich pro Kopf 127 Liter Bier, 23 Liter Wein, 4,8 Liter Sekt und 2,3 Liter Spirituosen getrunken, welches 21 Liter reinen Alkohol jährlich pro Kopf entspricht. Schon 50 % der 12 bis 14-jährigen trinken gelegentlich und sehen die Suchtdroge Nr. 1 als Stimmungsmacher, Seelentröster oder Lifestyle-Symbol.
1 vgl. Ziegler, H./Brandl, G.: Suchtprävention als Führungsaufgabe, S. 9
2 vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.): Alkoholfrei leben, S. 2
2
Fast täglich trinken 56 % der männlichen und 21 % der weiblichen Bevölkerung alkoholische Getränke. Im weltweiten Vergleich für das Jahr 2000 liegt Deutschland hinsichtlich des Alkoholkonsums weiterhin in der Spitzengruppe, nur etwa zehn Prozent leben abstinent. 3
1.2 Alkoholkrankheit
Durch die Alkoholabhängigkeit ergeben sich psychische, physische und psychosoziale Folgen. Im körperlichen Bereich sind z. B. Schädigungen der Leber zu nennen, aber auch andere Organe werden durch Alkohol angegriffen. Bei Alkoholabhängigen sind zum Beispiel häufig Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Magengeschwüre, Herzmuskelleiden und auch bestimmte Krebsarten zu beobachten. 4
Die psychischen und psychosozialen Folgen des Alkoholismus sind nicht weniger dramatisch als die körperlichen Folgen. Im Verlauf der Krankheit kommt es häufig zu einer Wesensänderung, d. h. viele Alkoholiker werden z. B. egoistisch, stimmungslabil und reizbar. Im weiteren Verlauf kann es zu einem Rückgang der geistigen Fähigkeiten bis hin zu einer Alkoholdemenz (Beeinträchtigung des Gehirns) kommen. Die Sucht zerstört im Laufe der Zeit häufig die Partner- und Familienbeziehungen, Betroffene bekommen Probleme im Berufsleben und verlieren ihren Arbeitsplatz. Freunde ziehen sich zurück, Führerscheinverlust und letztendlich Konflikte mit dem Gesetz sind weitere mögliche Folgen. 5
Der Begriff Alkoholismus ist ein weltweit verbreiteter Begriff, der oft falsch benutzt wird. Alkoholismus bedeutet Alkoholabhängigkeit und wird aus ärztlicher und juristischer Sicht als Krankheit anerkannt. Der Alkoholmissbrauch als
3 vgl. Binder, F./Wahler, J.: Das neue Handbuch der gesunden Ernährung, S. 37
4 vgl. Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS) (Hrsg.): Alkoholismus, S. 7
5 vgl. DHS (Hrsg.), S. 7
3
weiterer Begriff ist der Konsum, der zu körperlichen und/ oder psychosozialen Schäden führt. 6
Alkoholismus liegt vor, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien vorhanden sind:
1. Ein starker Wunsch oder Zwang nach Alkohol, 2. Unfähigkeit, den Alkoholkonsum vernünftig zu steuern, 3. körperlicher Entzug bei Beendigung oder Reduktion des Alkoholkonsums, 4. Dosissteigerung,
5. fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen oder Vergnügen zu Gunsten des Alkoholkonsums, sowie
6. anhaltender Konsum trotz Nachweises eindeutiger Schäden. 7
Ein weiterer Faktor ist, wenn Alkohol zu unpassenden Zeiten getrunken wird. Insbesondere fällt es auf, wenn vor der Teilnahme am Straßenverkehr oder während der Arbeitszeit die Droge konsumiert wird. 8
Der amerikanische Professor Dr. Jellinek (1960) hat typische Trinkverhaltensweisen kategorisiert. Der Alpha-Trinker ist der Konflikt- und Erleichterungstrinker, der Beta-Trinker der Gelegenheitstrinker. Diese beiden Typologien der Alkoholkonsumenten sind nicht alkoholabhängig, gehören aber zu den Personen, die gefährdet sind. 9
Die Alkoholabhängigkeit liegt erst bei folgenden Typen vor: Der Gamma- Trinker,ca. 66 % der Alkoholkranken, verliert die Kontrolle über sein Trinkverhalten. Der Kontrollverlust ist schließlich das Krankheitsmerkmal. Es folgt mit der Zeit die Notwendigkeit, einen dauernden Alkoholspiegel im Blut aufrechtzuerhalten, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Ist dieses Stadium erreicht, spricht man von einem Delta-Trinker. Der Epsilon-Trinker wird mit dem Begriff
6 vgl. DHS (Hrsg.), S. 6
7 vgl. Ziegler/Brandl, S. 19
8 vgl. Ziegler/Brandl, S. 19
9 vgl. Herold, G.: Innere Medizin, S. 756
Arbeit zitieren:
Alexandra Bandur, 2004, Kündigung aufgrund von Alkoholkonsum oder Alkoholismus, München, GRIN Verlag GmbH
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