Gliederung:
1. Erläuterungen 4
1.1 Entstehungsgeschichte. 4
1.2 Historischer Hintergrund der Erzählung 4
2. Inhaltsangabe 5
3. Interpretationsansätze 6
3.1 Charakterisierung Gustav. 6
3.2 Charakterisierung Toni 6
3.3 Rassenkonflikt 7
3.4 Geschlechterkonflikt. 7
4. Abschließendes Fazit 7
Anhang 8
THESENPAPIER. 11
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1. Erläuterungen
1.1 Entstehungsgeschichte
Kleist veröffentlichte die Novelle im Frühjahr 1811 zunächst als Serie. Sie erschien unter dem Titel „Die Verlobung“ in der Zeitschrift „Der Freimüthige“ Nr. 60-68 vom 25. - 5. April 1811. Anfa ng August desselben Jahres erschien Kleists Werk als Gesamtstück unter dem Titel „Die Verlobung in St. Domingo“ im 2. Teil seiner Erzählungen, also ungefähr drei Monate vor seinem Freitod. Es wird gemutmaßt, dass der Anlass, die Erzählung in genau diesem Kontext spielen zu lassen mit Kleists Verhaftung im Jahre 1807 zusammenhängt. Während seiner geplanten Reise nach Dresden, wo er sich größere literarische Erfolge erhoffte, wurde er im Januar bei einem Aufenthalt in Berlin als angeblicher Spion von den Franzosen verhaftet und im März in die Festung im Vallèe de Joux bei Pontarlier überführt. Dort verweilte er bis Mitte Juli. Der Kontakt mit schwarzen Häftlingen und das Wissen um die bestehenden Konflikte sollen Kleist zum Verfassen von „Die Verlobung“ veranlasst haben.
1.2 Historischer Hintergrund der Erzählung
St. Domingo ist die spanische Bezeichnung für die Insel Haiti, deren westlicher Teil zu der Zeit, in der Kleists Erzählung angesiedelt ist, französische Kolonie (St. Domingue) war. Im Jahre 1803, in dem „Die Verlobung in St. Domingo“ spielt, befanden sich die haitianischen Aufstände, bei denen die Mulatten und Schwarzen ihr Mutterland von den Besetzern zurückerobern wollten, gerade in ihrer blutigen Schlussphase, in der die Sklavenarmee die französischen Truppen besiegte. Nach der Unabhängigkeitserklärung befahl Dessalines, der Führer der haitianischen Aufstände, dass alle noch dort verbliebenen Franzosen getötet werden sollen. Diese Geschehnisse wurden in Kleists Novelle zeitlich korrekt eingeordnet, wie brutal und verlustreich diese Kämpfe verliefen, wurde von ihm jedoch nicht erwähnt. In weiteren Forschungen zu dem historischen Hintergrund fiel auf, dass Kleists geschichtliche Angaben falsch ansiedelt sind, so war z.B. der letzte Stützpunkt der Franzo sen nicht Port au Prince im Westen, sondern Cap Français im Norden. Den Ort „Sainte Lüze“ gab es auf Haiti nicht. Dies zeigt, dass für Kleist wahrscheinlich nicht die geschichtlichen Fakten, sondern die emotionalen Spannungen im Vordergrund standen. Dies wird durch seine Einleitung in die Geschehnisse unterstützt, da er als Zeitangabe schreibt: „(…) zu Anfang dieses Jahrhunderts, als die Schwarzen die Weißen ermordeten, (…)“. Wie dieser Satz weitergehend bewertet werden kann, folgt in späteren Ausführungen. Es ist hier nur zu sagen, dass es sich aus dem
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Kontext der Erzählung nicht ohne weiteres ableiten lässt, ob dieses Satzfragment als eindeutig in Bezug auf Kleists Standpunkt zum Rassenkonflikt zu verstehen ist, da Kleist durch Worte und deren Bedeutung oftmals eine doppeldeutige Interpretation möglich macht.
2. Inhaltsangabe
Die Erzählung Heinrich von Kleist „Die Verlobung in St. Domingo“ handelt von der schicksalhaften Beziehung einer jungen, hellhäutigen Mestizin und eines Fremden. Um 1800 lebt in Port au Prince auf der Insel St. Domingo auf der Pflanzung des Herrn Guillaume der Neger Congo Hoango, der seinem Herrn das Leben gerettet hat. Aufgrund dessen ist dieser ihm sehr wohl gesonnen, schenkt ihm die Freiheit, macht ihn zum Aufseher und gibt ihm die Mulattin Babekan zur Frau. Diese hat eine nahezu hellhäutige Tochter, Toni, die sich am gemeinsamen Kampf gegen die Weißen beteiligt, nachdem Congo Hoango seinen Herrn umgebracht und das Haus in Brand gesteckt hat. Hoango kämpft 1803 an der Seite des General Dessalines gegen die Weißen, als Mutter und Tochter von dem Schweizer Offizier Gustav von Ried Besuch bekommen. Dieser sucht nach einer Unterkunft für ihn und sein Gefolge, da sie die Franzosen in ihrem Kampf gegen die Schwarzen unterstützen wollen. Babekan gibt sich sehr hilfreich, zögert jedoch das Vorhaben hinaus und bietet ihm zunächst eine Übernachtungsmöglichkeit an. Der Offizier nimmt diesen Vorschlag an und soll daraufhin von Toni durch ein Fußbad verwöhnt werden. In dieser Situation kommen sie sich nahe und schlafen miteinander, was Toni strengstens untersagt ist. Er versichert ihr, dass er am nächsten Morgen bei der Mutter um ihre Hand anhalten will. Doch noch vor Sonnenaufgang teilt die Mutter Toni ihren Plan von der Ermordung Gustavs mit vo raus ein großer Streit zwischen den beiden entfacht. Nach kurzer Überlegung ergreift sie doch wieder Partei für die Mutter, die bereits geplant hatte ihn ohne Tonis Hilfe zu vergiften. Beide erfinden eine Geschichte aufgrund derer Gustav sich entschließt vorerst seinem Gefolge nicht Bescheid zu geben und im Haus zu bleiben. Die Mutter schickt einen Knaben aus, der sein Gefolge zurückhalten soll, doch Toni beauftragt diesen das Gefolge so schnell wie möglich zum Haus zu führen, um Gustav zu retten. Als Toni Gustav in der Nacht besucht, überrascht sie der Neger Hoango mit seiner Rückkehr. Ihr bleibt keine Wahl als Gustav zu fesseln, damit er nicht sofort getötet wird und sein Gefolge die Möglichkeit bekommt, ihn zu befreien. Es gelingt ihr, die Familie von der Rückkehr Hoangos zu unterrichten und sie auf den Kampf vorzubereiten. Nachdem Gustav frei ist, erschießt er Toni aus Ärger darüber, dass sie ihn gefesselt hat. Doch als man ihn über ihre Absichten aufgeklärt hat, erschießt er sich selber.
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Arbeit zitieren:
Sina Bottke, 2003, Heinrich von Kleist: Die Verlobung in St. Domingo, München, GRIN Verlag GmbH
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