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Männer und Geschlechterforschung

Title: Männer und Geschlechterforschung

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 26 Pages , Grade: 2,4

Autor:in: Matthias Rischer (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Wenn heute allgemein von ,,Geschlechterforschung" die Rede ist, ist damit eigentlich nahezu immer ,,Frauenforschung" gemeint. In Abhandlungen, die sich mit Geschlechterforschung auseinandersetzen, sind Männer bisher selten zum Gegenstand empirischer Untersuchungen geworden. In dieser Arbeit sollen aktuelle wissenschaftliche Befunde über ,,Männlichkeit" dargestellt werden: Was weiß man heute von ,,Männlichkeit" und wie ist die Entwicklung hin zur Männlichkeit zu verstehen? Ansätze sollen betrachtet werden, die Männer als Geschlecht im Vergleich zu Frauen darstellen. Dabei wird zunächst einmal die Frage nach den Unterschieden zwischen beiden Geschlechtern und ihren Ursachen zu beantworten sein. Entwicklungsprozesse müssen hierbei verstanden werden, die beide Geschlechter in Form von Sozialisation durchleben. In Bezug auf die sozialisationsbedingten Geschlechtsunterschiede stellt sich des weiteren die Frage, ob diese nicht angeglichen werden sollten. Weiter soll nach einer empirischen Erhebung, die Cornelia Behnke in ihrem Buch ,,Frauen sind wie andere Planeten" darstellt, untersucht werden, wie sich nach Jahren der Frauenbewegung und Emanzipation Männer selbst definieren und wie sie das andere Geschlecht sehen: Was denken Männer in der heutigen Zeit über das andere Geschlecht und wie deuten sie Beziehungen zwischen sich und dem anderen Geschlecht ? Besteht ein Denken in Geschlechterkategorien fort oder hat eine Annäherung stattgefunden? Gibt es, da Frauen in vielen gesellschaftlichen und politischen Bereichen ,,aufgeholt" haben, ein verschärftes Konkurrenzdenken, oder eher ein sich gegenseitig akzeptierendes Miteinander? Als letzter Punkt sollen Ansätze zur Konstruktion von Männlichkeit dargestellt werden. Dabei werden Ansätze aus unterschiedlichen Bereichen (Klinisch- therapeutisch, sozialpsychologisch etc.) beleuchtet und miteinander verglichen. Einen besonderen Stellenwert nehmen hier die psychoanalytischen Ansätze zur Erklärung unterschiedlicher Sozialisation von Männern ein.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Männerbilder/ Frauenbilder

2.1 Wie Männer sich selbst sehen

2.2. Wie Männer Frauen sehen

2.3 Resümee/ Aussichten

3. Geschlechtersozialisation

3.1 Die geschlechtsspezifische Sozialisationsforschung

Das Modell bipolarer Geschlechtersozialisation

Das biologisierende Modell bipolarer Geschlechtersozialisation

Die affirmative Variante bipolarer Geschlechtersozialisation

Kritische Variante

Das Modell bipluraler Geschlechtersozialisation (kurze Betrachtung)

4. Ansätze zur Konstruktion von Männlichkeit

Theorie der Geschlechtsrollen.

4.1 Psychoanalytische Ansätze

Die Psychoanalyse nach S. Freud

Die Archetypen bei C.G. Jung

Das Konzept der Geschlechtsidentität von Erik Erikson

Radikale Psychoanalyse nach A. Adler

4.2 Die männliche Rolle

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, aktuelle wissenschaftliche Befunde zur "Männlichkeit" zu untersuchen und die Entwicklung hin zu einem männlichen Selbstverständnis zu ergründen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Männer sich nach Jahren der Frauenbewegung selbst definieren, wie sie das andere Geschlecht wahrnehmen und welche Ansätze zur Konstruktion von Männlichkeit existieren.

  • Empirische Analyse männlicher Selbst- und Fremdbilder nach Cornelia Behnke.
  • Vergleich verschiedener Theorien zur Geschlechtersozialisation.
  • Diskussion psychoanalytischer Ansätze zur Identitätskonstruktion.
  • Sozialwissenschaftliche Analyse von Geschlechtsrollenmodellen.
  • Differenzierung nach Milieuzugehörigkeit bei der Konstruktion von Männlichkeit.

Auszug aus dem Buch

2.1 Wie Männer sich selbst sehen

In Behnkes Diskussion mit verschiedenen ,,Männergruppen" wurde stets die Einstiegsfrage gestellt: ,,Was heißt oder bedeutet es für Sie/ euch ein Mann zu sein ?"5 Es geht ihr hierbei zunächst darum, an einer kollektiv geteilten Erfahrung in der Diskussion anzusetzen.

Männer der ,,leistungsorientierten" Mittelschicht: Die Befragten einer Gruppe von Managern und Freiberuflern antworteten auf die Einstiegsfrage, ihnen gelte das Geschlecht als eine Selbstverständlichkeit, welche nicht zur Disposition stehe. Es sei folglich überflüssig darüber nachzudenken. Der Mann sei derjenige, der eine ,,übergeordnete Verantwortung" trage. Er mache sich im Laufe seines Lebens nicht ein Verantwortungsethos zu eigen, sondern werde gleichsam damit geboren. Mit dem Eintritt ins Berufsleben und der Gründung einer Familie beginne die Verantwortung, welche eine lebenslange Verpflichtung darstelle und den Übertritt zum ,,eigentlichen Mannsein" schaffe.6

Männer haben hier nach eigener Meinung für die finanzielle Absicherung der Familie zu sorgen. Die Verantwortung bedeutet für die Männer Last und Privileg zugleich. Sie müsse vom Mann ein Leben lang getragen werden, sorge jedoch gleichfalls für die Sicherung der `natürlichen` Führungsposition des Mannes in der Familie.7 Bei der Befragung einer zweiten Gruppe wurde die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht und das Geschlechterverhältnis nicht als diskussionswürdig betrachtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, dass Männer in der Geschlechterforschung bisher unterrepräsentiert sind und Zielsetzung der Untersuchung.

2. Männerbilder/ Frauenbilder: Analyse der männlichen Selbst- und Fremdwahrnehmung auf Basis empirischer Gruppendiskussionen unter Berücksichtigung der Milieuzugehörigkeit.

3. Geschlechtersozialisation: Darstellung und Vergleich theoretischer Modelle zur Entstehung geschlechtsspezifischer Unterschiede und Persönlichkeitsstrukturen.

4. Ansätze zur Konstruktion von Männlichkeit: Untersuchung klinisch-therapeutischer und sozialpsychologischer Theorien zur Identitätsbildung von Männern.

5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass Männlichkeit heute ein komplexes, teils unsicheres Konstrukt ist und klassische Erklärungsmodelle an Bedeutung verlieren.

Schlüsselwörter

Geschlechterforschung, Männlichkeit, Geschlechtersozialisation, Männlichkeitskonstruktion, Identitätskrise, Geschlechtsrollen, Psychoanalyse, Mittelschicht, Sozialisation, Geschlechterverhältnis, Rollentheorie, Selbstbild, Fremdbild, Moderne Männlichkeit, Patriarchale Strukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung von "Männlichkeit" und dem männlichen Selbstverständnis im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die empirische Untersuchung von Männerbildern, Theorien der Geschlechtersozialisation sowie verschiedene Ansätze zur Konstruktion männlicher Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, wie Männer sich selbst definieren, welche Rolle das andere Geschlecht dabei spielt und wie die Entwicklung zur Männlichkeit theoretisch erklärt werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Gruppendiskussionen (insbesondere der Studie von Cornelia Behnke).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Männer- und Frauenbildern in verschiedenen Milieus, eine theoretische Auseinandersetzung mit Sozialisationsmodellen und eine Untersuchung psychoanalytischer sowie rollentheoretischer Ansätze zur Männlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Geschlechterforschung, Männlichkeitskonstruktion, Identitätsbildung und Sozialisation.

Wie unterscheiden sich die Männerbilder der "leistungsorientierten" von der "intellektuellen" Mittelschicht laut Behnke?

Während die leistungsorientierte Mittelschicht Männlichkeit als unhinterfragte, natürliche Selbstverständlichkeit und Verantwortung begreift, empfinden Männer der intellektuellen Mittelschicht Männlichkeit als offene Frage und befinden sich in einem Identitätskonflikt zwischen Kritik an alten Rollen und Suche nach Neuem.

Welche Rolle spielt die psychoanalytische Perspektive in der Arbeit?

Die Psychoanalyse dient als theoretischer Rahmen, um die Entstehung von Geschlechtsidentität und das Verhältnis zu weiblichen Anteilen innerhalb der männlichen Psyche zu erklären, wobei der Autor diese Ansätze kritisch als teils veraltet bewertet.

Excerpt out of 26 pages  - scroll top

Details

Title
Männer und Geschlechterforschung
College
Technical University of Braunschweig
Course
Hauptseminar: Aktuelle Befunde der Geschlechterforschung
Grade
2,4
Author
Matthias Rischer (Author)
Publication Year
2000
Pages
26
Catalog Number
V39743
ISBN (eBook)
9783638384360
Language
German
Tags
Männer Geschlechterforschung Hauptseminar Aktuelle Befunde Geschlechterforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Rischer (Author), 2000, Männer und Geschlechterforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39743
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