Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Textvorlage und Verfilmung
3. Vergleich der Povest´ und der Verfilmung
3.1. Ort und Zeit - Zeitspanne
3.2. Personen
3.3. Schauplätze
3.4. Erzählperspektive
3.5. Wahl der Hauptdarsteller
3.6. Kameraführung
3.7. Farbe und Beleuchtung
3.8. Musik
4. Schlusswort
5. Literaturverzeichnis
2
1. Einleitung
Vasil Bykaus Povest´ "Sotnikau" wurde 1976 als " Voshoshdenie" ( dt. "Der Aufstieg") verfilmt. Der Film wurde 1977 beim Allunionsfestival in Riga mit dem Hauptpreis und bei der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Nach diesen Würdigungen diente der Film als Argument im Streit über den Krieg. Die Kriegsverbrechen und die Unmöglichkeit der Verjährung sowie die Frage, ob nur die menschliche Moral und geistige Stärke dem Faschismus wirklich widerstehen können, waren in der Sowjetunion der 70-er Jahren aktuell und sind es bis heute noch.
Die Aktualität des Kriegsthemas mit allen historischen, politischen und moralischen Fragen, die sich daraus ergeben, kann man nicht übersehen. Der Zweite Weltkrieg als einschneidendes Ereignis der russischen Geschichte ist in vielen Köpfen bis heute allgegenwärtig. " Das 20. Jahrhundert ist vorbei. Aber die Vergangenheit können wir nicht einfach durchstreichen, da sie unsere Zukunft wird." 1 , heißt es im diesjährigen Katalog des Internationalen Leipziger Dokfilmfestivals. Diese Tatsache belegen etliche, im Jahr 2001 entstandene Dokumentationen, z. B. "Zvety vremen okupacii" von Igor Grigorjev, "Storož Rusi" von Ella Davlecina und "Et cetera" von Andrej Osipov.
"Es gibt nicht eine einzige Generation in Russland, die nicht weiß, was Krieg bedeutet." 2 Für die 1938 geborene Regisseurin Larissa Šepitko waren Erinnerungen an die Kriegszeit auch Erinnerungen an ihre eigene Jugend. In dieser Literaturverfilmung versucht Sepitko eine moralische Position einzunehmen, vermittelt aber auch ihre persönliche Zerrissenheit in Bezug auf das Problem ..." 3 Im folgenden sollen in einem Vergleich der Verfilmung und der Povest´ die kinematographischen und künstlerischen Elemente des Films "Voschoždenie" sowie die Möglichkeiten einer Literaturverfilmung an sich betrachtet werden. Zuvor möchte ich kurz auf die Entstehungszeit des Films eingehen. Das sowjetische Kino in der Zeit der Stagnation
1 Katalog des Leipziger Dokfilmfestivals 2001, S.65
2 Katalog des Leipziger Dokfilmfestivals 2001, S.65
3 Kinoenzyklopädie
3
„Voschoždenie“ wurde in der Zeit der Stagnation verfilmt. In dieser Zeit (ab 1967) nahm die Zensur zu, Partei und Bürokratie gewannen immer mehr die Herrschaft über die Künstler. In den 70-er Jahren zeichnete sich im Film deutlich eine Richtung ab, die V. Johnson als „pädagogischen Realismus“ bezeichnet. Viele etablierte Regisseure hatten sich in dieser Zeit, aber auch schon vorher in der Tauwetterzeit an unpolitische historische Vorlagen und an Literaturverfilmungen gehalten (z. B. 1965-67 Sergej Bondarcuks Vierteiler „Krieg und Frieden“, 1970 Grigorij Kozinevs „König Lear“,1971 Andrej Michalkov- Koncalovskijs „Onkel Vanja“). „Doch es wäre falsch, in der Rückwendung zu Literatur und Vergangenheit lediglich politische Anpassung zu sehen. Die Regisseure gaben zeitgenössische Themen und die Idylle und Tragödie des Individuums auf, um in der Vergangenheit, der nationalen Tradition und vergleichbaren Erinnerungen gemeinsame Wurzeln aufzufinden.“ 4 , schreibt Johnson. Zu gemeinsamen Erinnerungen kehrt auch „Voschoždenie“ zurück. Einerseits reiht er sich in die Filme ein, in denen eine Rückkehr zum Thema des russischen Landes zu beobachten ist. Šukšins Erzählungen und Filme beispielsweise besaßen große Popularität in dieser Zeit („Roter Holunder“ 1974). Andererseits behandelt er moralische Fragen des Krieges und damit auch die Frage nach dem Heroismus und dem Wert des menschlichen Lebens.
Für "Goskino" stand der kommerzielle Erfolg in den 70-ern im Vordergrund, was dazu führte, daß das leichtere Genre dazu benutzt wurde, Ideologien zu verbreiten. Doch besonders in sogenannten Alltagsfilmen fanden sich immer Anspielungen auf tatsächliche Probleme der sowjetischen Gesellschaft. Das sowjetische Publikum war in der Erkennung von Anspielungen und Zweideutigkeiten gut geübt.
2. Textvorlage und Verfilmung
James Monaco stellte eine Theorie auf, in der er behauptete, dass der Film eine viel reichere Erfahrung ist als das Leseerlebnis. Die reichere Erfahrung ist für ihn eine größere Freiheit, die der Zuschauer angeblich im Gegensatz zum Lesenden hat. "Die treibende Kraft im Text ist (...) die Beziehung zwischen der Geschichte und dem Erzähler. Der Film gewinnt dagegen seine treibende Kraft aus (...) der objektiven Natur des Bildes.", schreibt Monaco. "Die Worte auf der Buchseite sind immer
4 Johnson, V., S.606
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Arbeit zitieren:
Julia Schatte, 2001, Die Verfilmung von V. Bykaus "Sotnikau" als "Der Aufstieg", München, GRIN Verlag GmbH
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Julia Schatte's Text Die Verfilmung von V. Bykaus "Sotnikau" als "Der Aufstieg" ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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