Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung 3
2 Zur Bedeutung der Gefängnisbriefe 5
3 Wirkungsgeschichte und Rezeption 6
4 Zur Theologie von „Widerstand und Ergebung“ 7
4.1 Die „alleingelassene“ Welt und die Religion 7
4.2 Religion als Metaphysik und Innerlichkeit 8
4.3 Gotteserkenntnis an der Grenze und in der Mitte 9
4.4 Christologie in „Widerstand und Ergebung“ 9
5 Fazit 10
6 Literaturverzeichnis 12
2
1) Einleitung
Dietrich Bonhoeffer wuchs in Breslau, dann in Berlin auf. 1923 begann er in Tübingen mit dem Studium der Theologie, das er in Berlin fortsetzte und mit der Doktorarbeit "Sanctorum Communio", "Gemeinschaft der Heiligen", 1927 abschloss. Es folgte e in Vikariat in Barcelona während des Jahres 1928, dann ab 1929 die Assistentenzeit in Berlin. 1930 legte Bonhoeffer sein zweites theologisches Examen ab, wenige Tage später folgte die Habilitation mit der Schrift "Akt und Sein", anschließend ein einjähriger Studienaufenthalt am Union Theological Seminar in New York. Von August 1931 bis Sommer 1933 lehrte er als Privatdozent an der Berliner Universität. Seine internationalen Kontakte führten 1931 zu seiner Teilnahme an der Konferenz des Weltbundes christlicher Studenten in Cambridge, wo er zum Jugendsekretär gewählt wurde. Neben der Lehrtätigkeit an der Universität erteilte er Konfirmanden-Unterricht in einer Berliner Gemeinde. 1932 erwarb er eine Baracke, um für seine Studenten wie für die Konfirmanden Woche nendfreizeiten durchzuführen. 1933 nahm er wieder an verschiedenen internationalen kirchlichen Konferenzen teil. Wichtigste literarische Hinterlassenschaft aus dieser Zeit ist die von ihm selbst veröffentlichte Vorlesung über 1. Mose 1 - 3 unter dem Titel "Schöpfung und Fall".
Im Sommer 1933 gab Bonhoeffer seine Lehrtätigkeit auf, um sich ganz der Arbeit als Pfarrer in einer Gemeinde zu widmen. Von Oktober 1933 bis April 1935 war er in der deutschen Gemeinde in London tätig. Von hier aus pflegte er ökumenische Kontakte und informierte über die Vorgänge in Deutschland nach der Machtübernahme der Nazis. Besondere Aufmerksamkeit erregte er 1934 als Teilnehmer an der ökumenischen Konferenz in Fanö mit seiner Rede "Kirche und Völkerwelt". 1935 kehrte er auf Bitten der Bekennenden Kirche nach Deutschland zurück und übernahm die Leitung des Predigerseminars der Evangelischen Kirche von Berlin- Brandenburg in Finkenwalde. Er setzte sich nachdrücklich für die Geltung der Barmer Erklärung und der daraus resultierenden Einrichtung neuer kirchenleitender Gremien ein. Gleichzeitig bemühte er sich mit wechselvollen, teilweise enttäuschenden Erfolgen um Anerkennung der Bekennenden Kirche durch die Ökumene und den gleichzeitigen Abbruch der Beziehungen zu der von den Nazis gelenkten "Reichskirche". Die bekennende Kirche beauftragte ihn 1935 mit der Einrichtung eines "Bruderhauses" für die Pfarrer und Mitstreiter. 1936 hielt er sein letztes Kolleg an der Berliner Fakultät zur Auslegung der Bergpredigt mit dem Titel "Nachfolge". Im August desselben Jahres wurde ihm die Lehrbefugnis entzogen.
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Im Februar 1938 konnte Bonhoeffer zum letzten Mal an einer ökumenischen Konferenz - in London - teilnehmen, im S eptember wurde sein Predigerseminar von der Geheimen Staatspolizei geschlossen, im November wurden 27 ehemalige Seminaristen in Haft genommen. Anfang 1938 wurde Bonhoeffer aus Berlin ausgewiesen, er knüpfte erste Kontakte zu den Widerständlern Sack, Oster, Canaris und Beck. Bonhoeffers Schwester und ihre Familie emigrierten nach England, er selbst beteiligte sich während der Sudetenkrise an Umsturzplänen. Die wichtigsten Schriften aus dieser Zeit sind neben einer Reihe von brisanten, stark in das kirchliche Geschehen eingreifenden Vorträgen und Aufsätzen die erwähnte "Nachfolge" und die Schrift "Gemeinsames Leben" vom September 1938. Während einer Amerikareise im Frühsommer 1939 lehnte Bonhoeffer es ab, dort zu bleiben, und kehrte nach Berlin zurück, 1940 w urde ein Rede- und Schreibverbot verhängt. Er beteiligte sich nun aktiv am Widerstand und wurde Verbindungsmann der militärischen Abwehr unter Admiral Canaris. Sein spezieller Auftrag war, über seine ökumenischen Verbindungen die Westmächte über Fortgang, Pläne und Möglichkeiten der Widerstandsbewegung zu informieren, sie vom Friedenswillen einer neuen Regierung nach Hitlers Sturz zu überzeugen und sie für diesen Fall zu akzeptablen Waffenstillstandsbedingungen geneigt zu machen. Zu diesem Zweck unternahm er Reisen ins neutrale Ausland, die spektakulärste war das Treffen mit Bischof Bell von Chichester Mitte 1942 in Schweden. In engem Zusammenhang mit dieser Tätigkeit stand die Arbeit an der Schrift "Ethik", in der er Grundlagen christlichen Handelns von den Erfahrungen jener Jahre her formulierte. Daneben war er, solange Reise- und Aufenthaltsverbote ihn nicht daran hinderten, als Visitator der Bekennenden Kirche und als theologischer Gutachter für aktuelle Fragen tätig. Im Januar 1943 verlobte sich Bonhoeffer, im April wurde er verhaftet und ins Wehrmachtsgefängnis Berlin- Tegel eingeliefert.
Dort entstand Bonhoeffers bekanntestes Buch "Widerstand und Ergebung", das Briefe aus der Haft enthält und die große, getroste Kraft des ungebrochenen Gefangenen deutlich macht. Ein Fluchtversuch scheiterte 1944, nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 sank auch Bonhoeffers Hoffnung auf eine Wende. Im Oktober 1944 wurde er in den Gestapo-Bunker in Berlin verlegt, im Februar 1945 ins KZ Buchenwald bei Weimar. Hitler persönlich erließ am 5. April 1945 den Befehl zu seiner Ermordung, am 9. April wurde er zusammen mit anderen Widerstandskämpfern im KZ Flossenbürg hingerichtet.
In der Ausgabe von Eberhard Bethge (1970) ist die Hinterlassenschaft Bonhoeffers aus Tegel in vier chronologisch geordneten Blöcken dargestellt:
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Arbeit zitieren:
Olaf Ehrmantraut, 2005, Theologie und Christologie in "Widerstand und Ergebung" Bonhoeffers geschmuggelten Briefe an Eberhard Bethge, München, GRIN Verlag GmbH
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