2
Inhaltsverzeichnis Seite
0 Inhaltsverzeichnis 2
1 Abgrenzung der Themenstellung 3
2 Epidemiologie 4
2.1 Definition der Epidemiologie 4
2.2 Aufgaben der Epidemiologie 5
2.3 Anwendungsfelder epidemiologischer Methoden 5
3 Gesundheitsberichterstattung 6
3.1 Definition der Gesundheitsberichterstattung 7
3.2 Aufgaben und Grundsätze der Gesundheitsberichterstattung 7
3.3 Inhalte der Gesundheitsberichterstattung 8
4 Gesundheit und soziale Ungleichheit 9
4.1 Definition von Gesundheit 9
4.1.1 Monodisziplinäre Definitionen 9
4.1.2 Interdisziplinäre Definitionen 10
4.2 Definition von sozialer Ungleichheit 10
4.3 Zusammenhang zwischen sozialer und gesundheitlicher
Ungleichheit 10
4.4 In Deutschland leben und von Armut betroffen sein -
ein Widerspruch ? 12
5 Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen 13
5.1 Zur Mortalität 13
5.2 Zur Morbidität 14
5.2.1 Zum Zahnstatus von Kindern und Jugendlichen 15
5.2.2 Zur psychosozialen Gesundheit von Kindern und
Jugendlichen 15
5.2.3 Zur Ungleichverteilung von Unfällen 16
5.2.4 Zur Verteilung von Allergien 17
5.3 Gesundheitsverhalten und gesundheitliche Ungleichheit 17
6 Schlussbetrachtung 20
7 Abbildungsverzeichnis 22
8 Tabellenverzeichnis 22
9 Literaturverzeichnis 23
3
1 Abgrenzung der Themenstellung
Auch in der Bundesrepublik Deutschland, der zweitgrößten Handelsmacht der Welt und damit einem der reichsten Länder dieser Erde, finden Kinder und Jugendliche sehr unterschiedliche Lebensbedingungen und Entwicklungschancen vor. Die erhoffte Annäherung der Lebensverhältnisse breiter Bevölkerungsschichten durch gleiche, vom sozioökonomischen Status der Familie weitgehend unabhängige Bildungschancen, generelle Einkommenszuwächse, verbesserte Wohnqualität und soziale Absicherung, ist nicht eingetreten. Das Gegenteil ist der Fall. Trotz des im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgeschriebenen Grundsatzes der Sozialstaatlichkeit und des sozialen Ausgleichs werden auch in Deutschland Arme immer ärmer und Reiche immer reicher.
Abbildung 1: Kinder und Jugendliche in der Sozialhilfe am Jahresende im Zeitvergleich, Anteil der Bevölkerung gleichen Alters in Prozent (bis einschließlich 1990: früheres Bundesgebiet, ab 1991: Deutschland) - Quelle: ZIMMERMANN 2000 (bearbeitete graphische Darstellung; zitiert nach KLOCKE 2001, 6).
4
Kinder und Jugendliche erweisen sich dabei als Hauptleidtragende dieser Entwicklung. Wie Abbildung 1 zeigt, ist die Zahl der Sozialhilfeempfänger in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren gene rell gestiegen, aber unter 18jährige leben im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, überproportional häufig von Sozialhilfe und somit in Armut (vgl. KLOCKE 2001, 6). Ob und wenn ja welche Auswirkungen sich daraus für den Gesundheitszustand der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen ergeben, soll nachfolgend aufgezeigt werden. Dies geschieht in Anlehnung an epidemiologische Forschungsergebnisse und unter Einbeziehung von Veröffentlichungen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes.
2 Epidemiologie
Um sich ein Bild von der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung und die Wirksamkeit entsprechender Gesundheitsprogramme machen zu können, bedarf es umfangreicher Informationen, die zu einem wesentlichen Teil mit epidemiologischen Methoden erarbeitet werden (vgl. HURRELMANN/LAASER 1998, 231).
2.1 Definition der Epidemiologie
Epidemiologie ist die “Lehre von den epidemischen Erkrankungen“ (DUDEN 2004, 343), wobei eine Epidemie als Seuche und Massenerkrankung definiert wird (vgl. DUDEN 2004, 343). Die Epidemiologie gilt als “...eine wichtige Methode der Gesundheitswissenschaft zur Beschreibung und Erklärung der Verteilung von Krankheiten in der Bevölkerung“ (WALLER ohne Jahrgang, 39). Allerdings hat sich in der heutigen Zeit die Dominanz der Medizin auf diesem Gebiet abgeschwächt. Auch Sozialwissenschaftler, Pädagogen, Statistiker und andere Professionen betätigen sich in diesem Bereich (vgl. HURRELMANN/LASSER 1998, 232). Daher lautet eine moderne, weiter gefasste Definition: “Epidemiologie ist die Bearbeitung vo n Fragen aus dem Bereich der Medizin, der Gesundheitssystemforschung und der Gesundheitswissenschaften mit Methoden der empirischen Sozialforschung und der Statistik” (HURRELMANN/LAASER 1998, 232).
5
2.2 Aufgaben der Epidemiologie
Das Betätigungsfeld der Epidemiologie reicht heute weit über die Beschreibung der Entstehung und des Auftretens von Krankheiten hinaus. Ein Paradigmenwechsel vollzieht sich und salutogenetische Fragestellungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Folgende Aufgaben soll die Epidemiologie erfüllen:
„-Ausgehend von der Verteilung spezifischer Krankheiten sollen Gesundheitsstörungen vermehrt in sogenannten Risikogruppen erfasst werden.
- Zusätzlich zur Beschreibung des Auftretens von spezifischen Krankheiten wird zunehmend eine Begründung ihrer gesellschaftlichen Ursachen verlangt ... .
- Es wird ihr die Aufgabe gestellt, Bevölkerungsgruppen untereinander oder in Bezug zur Gesamtbevölkerung hinsichtlich des Auftretens von sogenannten Risikofaktoren zu vergleichen.
- Nicht nur dem Auftreten von Gesundheitsstörungen, sondern auch ihrem Verlauf, ihren sozialen und volkswirtschaftlichen Folgen, soll sie nachgehen.
- Sozial- Epidemiologie wird nicht nur als Grundlage der Prävention verwendet, sondern immer mehr wesentlicher Teil gesundheitspolitischer Maßnahmen überhaupt” (MIELCK/BLOOMFIELD 2001, 264).
2.3 Anwendungsfelder epidemiologischer Methoden
• Deskriptive Epidemiologie: Krankheiten werden in Bezug auf ihre Verbreitung und die betroffenen Gruppen beschrieben. Die hier gewonnen Daten dienen als Grundlage für alle Bereiche der Gesundheitswissenschaften.
• Analytische Epidemiologie: bestimmte Krankheiten, die in der Bevölkerung gehäuft vorkommen, werden darauf untersucht, ob ein relevanter Zusammenhang mit der Lebensumwelt der Menschen, ihrer Lebensweise oder sonstigen belastenden Umständen nachgewiesen werden kann. Anwendung findet dies in der Ätiologieforschung.
• Primäre Prävention: die zielgerichtete Planung und Anwendung von
6
Maßnahmen zur vorbeugenden Beeinflussung von Verhaltensweisen und Umweltbedingungen betroffener Bevölkerungsgruppen, wodurch die Entstehung von Krankheiten verhindert werden soll, ist ohne die Ergebnisse der Epidemiologie nicht praktikabel.
• Politische Entscheidungen im Gesundheitswesen: die politisch gewollte Verknappung der Ressourcen im Gesundheitssektor führt dazu, dass von einer großen Zahl sinnvoller gesundheitspolitischer Maßnahmen nur wenige durchgeführt werden können. Um dennoch den größten Nutzen für die Gesamtbevölkerung zu erzielen, werden mit epidemiologischen Methoden erhobene Daten verwendet.
• Gesundheitssystemforschung: Effektivität und Effizienz aller Bereiche des Gesundheitswesens werden untersucht. Dabei wird die Qualität einzelner Maßnahmen daran gemessen, welcher Nutzen sich für die Bürger ergibt (vgl. HURRELMANN/LAASER 1998, 233). Es handelt sich um einige Beispiele. Der Anspruch auf Vollständigkeit soll hier nicht erhoben werden.
3 Gesundheitsberichterstattung
Dank langjähriger und umfangreicher epidemiologischer Untersuchungen über die Verteilung von Krankheiten in der Bevölkerung, ist die Erkenntnis, dass Mortalitäts- und Morbiditätsrisiken in Bevölkerungsgruppen mit niedrigem sozialen Status ausgeprägter sind als in anderen Schichten, nicht neu. Auch die Bemühungen, die Ungleichverteilung dieser Risiken zu verringern, blicken in Deutschland auf eine lange Tradition zurück. So kann zum Beispiel die Einführung der Sozialversicherungen in den 1880er Jahren durch Bismarck dahingehend gedeutet werden. Doch selbst heute, da der Anteil der Gesundheitskosten am Bruttoinlandsprodukt 10,9% beträgt, bestehen die Unterschiede weiter(vgl. STATISTISCHES BUNDESAMT 2003). Zur Verminderung dieser Ungleichheit kann die Gesundheitsberichterstattung ihren Beitrag leisten, in dem sie sozial bedingte Mortalität und Morbidität beschreibt und Orientierungspunkte für nachhaltige Lösungsansätze bietet (vgl. HELMERT u.a. 2000, 223).
Arbeit zitieren:
Mike Jahn, 2005, Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Ernährungsverhalten armer Menschen in der Wohlstandsgesellschaft u...
Soziologie - Medizin und Gesundheit
Hausarbeit, 22 Seiten
Die Auswirkung sozialer Ungleichheit auf die Gesundheit am Beispiel Üb...
Hausarbeit, 27 Seiten
Sportpädagogische Maßnahmen in der Resozialisierung straffällig geword...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Zwischenprüfungsarbeit, 25 Seiten
Adipositas bei Kindern und Jugendlichen - Therapeutische Ansätze und ...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 42 Seiten
Gesundheitliche Ungleichheit und Ernährung bei Kindern und Jugendliche...
Soziologie - Kinder und Jugend
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Identität - Grundlage menschlichen Lebensgefühls - Erik H. Erikson
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 31 Seiten
Das projizierte Selbstbild gesunder und diabetischer Jugendliche - ein...
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Diplomarbeit, 119 Seiten
Soziale Ungleichheit in Deutschland
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Hausarbeit, 17 Seiten
Pierre Bourdieus Verständnis von Kapital
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 14 Seiten
Kinder mit chronischen Erkrankungen am Beispiel Mukoviszidose
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Seminararbeit, 16 Seiten
Anlegen eines Druckverbandes (Unterweisung Arzthelfer / -in)
AdA Gesundheit / Medizin / Sport / Soziales
Unterweisung / Unterweisungsentwurf, 17 Seiten
Psychische Störungen bei körperlichen Erkrankungen
Medizin - Neurologie, Psychiatrie, Süchte
Seminararbeit, 11 Seiten
Die sozialmedizinische Perspektive des Diabetes mellitus
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 31 Seiten
Projekt Implementierung und Evaluation der Kontinenzförderung in einem...
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 34 Seiten
Mike Jahn's Text Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Mike Jahn hat den Text Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung veröffentlicht
Mike Jahn hat einen neuen Text hochgeladen
Hyperkinetische Störungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
Hans-Christoph Steinhausen
Systemische Familientherapie mit Kindern, Jugendlichen und Eltern
Lebensfluß-Modelle und analoge...
Peter Nemetschek
Die Entwicklung der Delinquenz von Kindern, Jugendlichen und Heranwach...
Eine vergleichende Analyse von...
Felix Schulz
Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörungen bei Kindern, Jugendlichen und...
Ein Ratgeber für Betroffene un...
Paul Wender, Frank Badura
Mutismus im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter
Für Angehörige, Betroffene sow...
Boris Hartmann, Michael Lange
Klopfakupressur mit Kindern, Jugendlichen und Familien
Das Handbuch für die Praxis: s...
Kornelia Becker-Oberender
Allgemeine Psychotherapie für Kinder, Jugendliche und Familien
Ein Lehrbuch
Stefan Schmidtchen
0 Kommentare