I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis. III
Tabellenverzeichnis. IV
Abk ürzungsverzeichnis V
1 Problemstellung. 1
2 Abgrenzung des Marketingcontrolling 4
2.1 Begriff und Aufgaben des Marketingcontrolling 4
2.2 Besonderheiten des Marketingcontrolling 7
3 Printwerbung in der Kommunikationspolitik. 10
3.1 Kommunikation im Marketingmix 10
3.2 Einordnung und Formen der Printwerbung. 11
3.3 Stand und Entwicklungsperspektiven der Printwerbung 14
4 Wirkungszusammenhänge der printbezogenen Werbung 22
4.1 Zusammenhang von Zielen und Auswirkungen der Printwerbung 22
4.2 Wirkungskette und Wirkungsmodelle für die Printwerbung 25
4.3 Interdependenzen und Störeinflüsse der Werbewirkungskette 32
4.4 Zielansätze und Messkriterien der Printwerbung. 34
5 Erfolgsmessung von Printwerbung 39
5.1 Erfolgsmessung von Printwerbung als Aufgabe des Marketingcontrolling 39
5.2 Messung der Erfolgsgrößen der Printwerbung 42
II
5.2.1 Grundlagen zur Messung des Printwerbeerfolgs 42
5.2.2 Messung der Kontaktwerte bei Printwerbung. 44
5.2.3 Messung des vorökonomischen Erfolgs von Printwerbung. 46
5.2.4 Messung des ökonomischen Erfolgs der Printwerbung 54
5.3 Aufgabenerfüllung für das Marketingcontrolling durch Erfolgsmessung von
Printwerbung. 56
6 Fazit und Ausblick 60
Literaturverzeichnis VI
Anhang XI
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Reflexion und Intuition bei Marketingentscheidungen
Abbildung 2: Printwerbung im Marketingmix
Abbildung 3: Beispiele für Printwerbung (vgl. auch Anhang 1)
Abbildung 4: Aufteilung der Gesamtausgaben der klassischen Medien 2004
Abbildung 5: Bilder und Emotionen: Werbung BMW.
Abbildung 6: Erfolg von Printwerbung: Werbewirkung und Werbeerfolg.
Abbildung 7: Beziehungen des Soll-Ist-Vergleichs in der Werbeerfolgsmessung.
Abbildung 8: Verknüpfung von Entscheidungs- und Wirkungskette.
Abbildung 9: Wirkungsverlauf der Printwerbung
Abbildung 10: Mögliche Spezifizierungsansätze der Werbewirkungskette.
Abbildung 11: AIDA-Formel mit abnehmender Erreichung von Rezipienten.
Abbildung 12: Grundmodell der Wirkungspfade
Abbildung 13: Wirksamkeit von Printwerbung.
Abbildung 14: Einfluss moderierender Variablen auf die Werbewirkungskette.
Abbildung 15: Skizze zweier Zielanforderungen im Verlauf der Werbewirkungskette
Abbildung 16: Sukzessiver Soll-Ist-Vergleich
Abbildung 17: Ansatzpunkte zur Messung von Werbewirkungen.
Abbildung 18: Mögliche Kombinationen bei der Wirkungsmessung
Abbildung 19: Erhebungsskala Beispiel 1.
Abbildung 20: Erhebungsskala Beispiel 2
IV
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Aufgaben des Marketingkontrolling 6
Tabelle 2: Medienentwicklung 2004. 15
Tabelle 3: Erfolgskriterien der Werbung. 37
Tabelle 4: Erfolgsgrößen und Messmethoden vorökonomischer Werbewirkung. 47
Tabelle 5: Bewertung ausgesuchter Prädiktoren 58
V
Abkürzungsverzeichnis
Aufl. Auflage
bzw. beziehungsweise
Dez. Dezember
d.h. das heisst
f. folgende
ff. fortfolgende
GfK Gesellschaft für Konsumforschung
Hrsg. Herausgeber
Jg. Jahrgang
o.J. ohne Jahr
o.O. ohne Ort
o.V. ohne Verfasser
PW Printwerbung
S. Seite
TEUR tausend Euro
TV television set / Fernsehen
u.a. unter andere
u.U. unter Umständen
vgl. vergleiche
z.B. zum Beispiel
1
1 Problemstellung
In nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens findet sich Werbung: in Funk und Fernsehen, im Kino, an den Straßen, in den Verkaufsstellen oder gedruckt in allen Formen. Täglich begegnet jeder Deutsche heute rund 6.000-mal diversen Anpreisungen. 1 Die Werbung dient dabei der Verhaltensbeeinflussung durch verschiedene Kommunikationsmittel. Ein Konsum-, Dienstleistungs- oder Investitionsgut soll von der angesprochenen Zielgruppe beachtet und beurteilt werden, damit letztlich eine positive Kaufentscheidung gefällt wird. 2
Werbung wird weiterhin eine bedeutende Rolle als Erfolgsfaktor für jedes werbende Unternehmen spielen. Gründe für eine sogar wachsende Bedeutung sind vor allem gesättigte Märkte und immer größere Marktdifferenzierungen. Das Angebot der Unternehmen ist nur eines von vielen, objektiv kaum noch unterscheidbaren Produkten oder Dienstleistungen. Dabei haben Unternehmen außer Werbung nur wenig andere Möglichkeiten, sich im homogenen Produktumfeld erfolgreich abzugrenzen und auf sich aufmerksam machen. 3
Mit steigender strategischer Bedeutung und höheren Budgetbeanspruchungen durch Marketingausgaben werden Kontrolle und Sicherung des tatsächlichen Erfolges der Werbung für die Unternehmen immer wichtiger. 4 Dies gilt insbesondere in Zeiten allgemeinen Umsatzrückgangs und der damit einhergehenden Hinterfragung aller Kosten. Marketing und Werbung geraten dadurch zunehmend unter Erfolgsdruck. 5 Parallel zu dieser, in den Mittelpunkt rückenden Effektivitäts- und Effizienzorientierung im Marketing, wächst die Marktorientierung von Controlling durch die verstärkte Außenorientierung aller Unternehmensaktivitäten ständig. Controlling und Marketing durchdringen sich stärker. Die Folge ist ein funktionalisiertes Marketingcontrolling, welches komplexen Markt- und Wettbewerbsbedingungen gerechter wird. 6 Ein wichtiger Teil der zusammengesetzten Aufgabe ist auch die Kontrolle der Ent-
1 Vgl. König, A. (2004), S. 24.
2 Vgl. Kroeber-Riel, W./Esch, F.-R. (2000), S. 31; Wenngleich durch Werbung ebenso andere Verhaltensziele
erreicht werden sollen (z.B. Informationsverhalten, Unterlassungen), steht hier die Anregung von Käufen im
kommerziellen Sinn im Vordergrund.
3 Vgl. Kroeber-Riel, W./Esch, F.-R. (2000), S. 31.
4 Vgl. Ellinghaus, U. (2000), S. 1.
5 Vgl. Bauer, H.H./Meeder, U./Jordan, J. (2000), Einleitung.
6 Vgl. Link, J./Gerth, N./Voßbeck, E. (2000), S. 13.
2
scheidungen für Kommunikationsmaßnahmen sowie die Kontrolle der Wirkungen des Kommunikationsmitteleinsatzes. Zu diesen Mitteln gehört auch die Printwerbung.
Der Anteil der Printwerbung im Werbemix hat trotz neuer Medien und Informationsformen nicht wesentlich nachgelassen. Werbung in gedruckter Form behauptet sich weiterhin als wichtiger Teil der Kommunikation in vielen Branchen. 7 Die verbesserten Erfolgschancen integrierter Kommunikation und Multi-Channel-Werbung (vor allem TV zusammen mit Zeitschriften) bergen für den Printbereich neue Potenziale. Aber so, wie für Werbung allgemein, besteht ebenso für Printwerbung eine zunehmende Notwendigkeit, sich mit konkreteren Erfolgen zu rechtfertigen.
Die Stärke des jeweiligen Erfolges misst sich im Grad ihrer Abweichung zum gesetzten Ziel. Unternehmerisch sinnvolle Printwerbung kann letztlich nur als erfolgreich bezeichnet werden, wenn eine allgemeine Umsatzerhöhung Erträge generiert, die zumindest die Kosten tragen. 8 Die Kontrolle dessen bereitet bei Werbung besondere Schwierigkeiten. Während einerseits Aufwendungen und Budgetanteile eindeutig bestimmt werden können, sind andererseits tatsächliche Erträge nur bedingt der Printwerbung zuzuordnen. Mit anderen Worten: es lässt sich oft nur ungenau erheben, ob ein möglicher Mehrumsatz aus dem Einsatz bestimmter Werbeinstrumente resultiert. Ein Grund für die Zurechnungsprobleme ist, dass Printwerbung in der Regel gleichzeitig mit anderen kommunikativen Maßnahmen eingesetzt wird. 9 Interdependenzen ergeben sich daneben aus externen und zeitlichen Einflüssen, die u.a. auf das Kaufverhalten der Kunden und damit auf den ökonomischen Erfolg einwirken. 10 Ein schon berühmt gewordener und in diesem Zusammenhang sehr bezeichnender Satz wird heute Henry Ford zugeschrieben. Er lautet: „Ich weiß zwar, daß die Hälfte der Ausgaben für Werbung ´rausgeworfenes Geld ist; ich weiß nur nicht, welche Hälfte dies ist“ 11 .
Ein Versuch die komplexen Zusammenhänge der Werbewirkung genau aufzugliedern, scheitert oft an zu hohen Kosten oder an der bloßen Möglichkeit des Erfassens aller Einflüsse auf realen Märkten. Auch deshalb werden vorökonomische Erfolge als Zielgrößen verwendet, die
7 Vgl. Enke, M./Geigenmüller, A. (2000), S. 11; siehe dazu auch Abschnitt 3.3.
8 Vgl.
http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=InfoContainer&MENUID=40%2C156%2C538%2C547
&OCCURRENCEID=1099476.1099476.5000065 (o.J.).
9 Vgl. Schweiger, G. (1992), S. 1315.
10 Vgl. Köhler, R. (1993), S. 353; Bruhn, M. (2004), S. 231.
11 Mayer, H. (1990), S. 2.
3
sich eindeutiger der Werbung zuordnen lassen. 12 Als Beispiele seien an dieser Stelle Markenbekanntheit, Werbeerinnerung und Präferenzwerte genannt. Diesen psychographischen Kontrollgrößen werden (mit unter fragwürdige) Kausalitäten zum Kaufverhalten unterstellt. Unter ihnen sind die geeignetesten Prädiktoren für die nachgelagerten, ökonomischen Wirkungen zu bestimmen. Printwerbeaufwendungen können gerechtfertig werden, indem ihr Beitrag zu den zentralen Zielen einer Unternehmung offen gelegt und quantifiziert wird. Diese Ziele sind Rentabilität des eingesetzten Kapitals sowie als Nebenbedingungen Liquidität und Sicherung des langfristigen Erfolgspotenzials. 13 Mit der Erfolgskontrolle stellt sich das Marketingcontrolling der Beantwortung der Frage nach Beiträgen einzelner Kommunikationsinstrumente wie der Printwerbung.
Ziel dieser Arbeit ist es, Methoden und Möglichkeiten zur Messung von Erfolgen printbezogener Werbung aufzuzeigen und kritisch zu beurteilen. Die Grundlage bildet neben der Ein-ordnung in den Marketingmix vor allem die Überlegungen zum Wirkungsablauf von Printwerbung. Ablaufmodelle offenbaren dabei die Ansatzpunkte für die Kontrolle als auch die grundsätzlichen Probleme der Messungen. Zusammenhängende Betrachtungen erlauben dann Aussagen zur Aufgabenerfüllung durch die Erfolgsmessung für das Marketingcontrolling.
Die Arbeit behandelt zunächst eine Abgrenzung und Charakterisierung des Marketingcontrolling durch seine Aufgaben und Besonderheiten. Dann wird in Abschnitt 3 die Printwerbung als Teil des Kommunikationsmix erläutert und in ihren Ausprägungen und Erscheinungsformen angegeben. Dabei wird ebenso auf aktuelle und tendenzielle Bedeutungen von gedruckter Werbung eingegangen. Eine grundlegende Betrachtung der Wirkungszusammenhänge von Printwerbung im vierten Abschnitt leitet auf die Darstellung der Erfolgsmessung im Abschnitt 5 über und spiegelt sich dort in der Gliederung wider. Den Rahmen des fünften Abschnitts bildet auf der einen Seite die Aufgabenstellung des Marketingcontrolling, Kontrollen durchzuführen und auf der anderen Seite eine Betrachtung, inwieweit die Messergebnisse dieser Aufgabe gerecht werden können. Fazit und Ausblick schließen die Untersuchung ab.
12 Vgl. Kroeber-Riel, W./Esch, F.-R. (2000), S. 33. Gleichbedeutend zu vorökonomischen werden in der Lite-
ratur ebenso Begriffe der psychologischen bzw. psychographischen Werbewirkungen verwandt. Das Wort
„vorökonomisch“ deutet bereits den Zusammenhang zu nachgelagerten Wirkungen an.
13 Vgl. Ellinghaus, U. (2000), S. 3.
4
2 Abgrenzung des Marketingcontrolling
2.1 Begriff und Aufgaben des Marketingcontrolling
Erhöhte Risiken auf aktuellen Märkten durch geringere Deckungsbeiträge, die aus verkürzten Produkt- oder Marktlebenszyklen resultieren, führen zu strengerer Hinterfragung der Marketingaktivitäten und deren Kosten. 14 Immer komplexere Marktreaktionen finden bei der Planung und Kontrolle Berücksichtigung. Bei hoher Komplexität haben Spezialisierungen in der Regel ökonomische Vorteile. So ist es im Wettbewerb sogar erforderlich, dass sich auch das Unternehmenscontrolling an den Schnittstellen zu anderen Unternehmensbereichen und -aufgaben spezialisiert. Eine solche Spezialfunktion stellt das Marketingcontrolling dar. Zur Begriffsklärung kann sich dem Marketingcontrolling von beiden Seiten, der Controlling- und der Marketingseite, genähert werden. 15
Klassisch interpretiert, kann Marketing als Planung, Koordination und Kontrolle aller auf die aktuellen und zukünftigen Märkte ausgerichteten Unternehmensaktivitäten verstanden werden. Dabei sollen die Unternehmensziele durch dauerhafte Befriedigung der Kundenbedürfnisse verwirklicht werden. 16 Hier ist die klare Außenausrichtung des gesamten Unternehmens und sämtlicher Entscheidungen mit Hilfe des marktorientierten Management erkennbar. Damit geht es über den eher nach innen gerichteten Controllingansatz hinaus.
Im Zentrum des Controlling wird der Einsatz, die Verbesserung und die Koordination der Planungs-, Kontroll- und Informationssysteme gesehen. 17 Auch diese das Management im Grunde unterstützende Funktionen sind auf das gesamte Unternehmen zu beziehen, sehen aber insoweit eine Außenorientierung nicht explizit vor. Dieser Begriff ist deutlich weiter gefasst, als nur auf das Marketing bezogen. Klar erkennbare Gemeinsamkeiten beider Funktionen sind neben begrifflichen Überschneidungen die Querschnittsfunktion sowie die Ansiedlung beim Management. Meffert (2000) sieht somit auch das Marketing als Führung vom Markt her und das Controlling als Führung vom Ergebnis her. 18 Darin wird augenscheinlich ein Interessenkonflikt deutlich, jedoch kann dem Marketing im Gegensatz zum Controlling
14 Vgl. Meffert, H. (2000), S. 1123.
15 Dabei sei hier nur auf eine funktionale Betrachtung eingegangen. Zur institutionellen Integration siehe z.B.
Link, J./Gerth, N./Voßbeck, E. (2000).
16 Vgl. Meffert, H. (2000), S. 8.
17 Vgl. Link, J./Gerth, N./Voßbeck, E. (2000), S. 9.
18 Vgl. Meffert, H. (2000), S. 1123.
5
eine unmittelbare Managementfunktion zugeschrieben werden. Das Controlling übernimmt in erster Linie immer nur eine unterstützende Funktion. 19
Diese Position kann folgendermaßen auf die Definition für das Marketing bezogen werden: Marketingcontrolling ist der Einsatz und die Verbesserung von Planungs-, Kontroll- und Informationssystemen im Marketingbereich mit dem Ziel der Effizienzerhöhung. Es dient ferner der Integration der Systeme untereinander und mit anderen Führungssystemen. 20 Mit seiner Spezialisierung auf den Marketingbereich bewältigt es Komplexität und stellt dadurch die Rationalität der marktorientierten Unternehmensführung sicher. 21 Um den Aspekt der Mitarbeiterführung ergänzt 22 , können die Aufgaben des Marketingcontrolling wie in Tabelle 1 dargestellt werden. Dabei steht die Koordination der Informationsversorgung im Mittelpunkt. Die Abstimmung der Mitarbeiterführung ist im Rahmen der marktorientierten Unternehmensführung eine wichtige Zusatzaufgabe dieser Schnittstellenfunktion. 23 Vervollständigend wird so der Querschnittsbetrachtung des Marketing Rechnung getragen.
Die Aufgabe des Marketingcontrolling ist es vor allem, dem Marketingmanagement die erforderlichen Informationen bezüglich Kunden, Konkurrenz, Marktpartnern, Technologie- und Marktentwicklungen sowie Wirkungen eigener Marketingaktivitäten zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise kann das Marketingführungssystem gewährleistet werden. Die Kontrollfunktion baut unmittelbar auf der Informationsfunktion auf. Erfolgsbeiträge einzelner Werbemitteleinsätze wie der Printwerbung müssen kontrolliert werden, um die Entscheidung zum Einsatz zu rechtfertigen und den Einsatz zu bewerten. Die Lösung dieser Kontroll- bzw. In-formationsaufgabe stellt im Vergleich zur Bestimmung von Erfolgsbeiträgen anderer Marketingmixinstrumente (Distributionspolitik, Preispolitik) eine besondere Schwierigkeit dar, die sich vor allem im Zurechnungsproblem des Erfolges auf die Kommunikationspolitik äußert.
19 Vgl. Horváth, P. (1985), S. 13.
20 Vgl. Link, J./Gerth, N./Voßbeck, E. (2000), S. 14.
21 Vgl. Weber, J./Schäfer, U. (2001), S. 75. Rationalität wird gewährleistet, wenn der gesamte Marketingfüh-
rungsprozess effizient und effektiv abläuft.
22 Vgl. Köhler, R. (2001). S.12 ff.
23 Vgl. Köhler, R. (2001), S.13 ff.
Welche Aufgabenerfüllung die Erfolgsmessung printbezogener Werbemaßnahmen leisten sollte, wird im Abschnitt 5.1 gesondert formuliert. Nach der Erörterung einzelner Messme-
24 Quelle: selbst erstellte Tabelle. In Anlehnung an Köhler, R. (2001), S. 14.
7
thoden wird im Abschnitt 5.3 vor dem Hintergrund theoretischer Werbewirkung abgeglichen, inwieweit die Messung den Aufgabenerfüllungsansprüchen gerecht werden kann. Zunächst soll mit der Betrachtung wichtiger Besonderheiten im Rahmen seiner speziellen Ausrichtung das Marketingcontrolling weiter differenziert werden.
2.2 Besonderheiten des Marketingcontrolling
Das Controlling erhält einerseits keine grundlegend neuen Aufgaben im Marketingbereich, die Aufgaben erstrecken sich andererseits auf neue Sachverhalte. 25 Daher kann das Marketingcontrolling nicht nur eine bloße Übertragung vorhandenen Controllingverständnisses auf das Marketing sein. 26 Dies wird schon bei der Berücksichtigung der Außenorientierung deutlich. Durch die besondere Schnittstelle zum Markt hin, dessen Informationen häufig wenig eindeutig zu erfassen sind, erwachsen neue Herausforderungen für das Controlling. Zum Teil muss daher ein völlig eigenständiges und problembezogenes Instrumentarium für das Marketing geschaffen werden. 27 Im Laufe der Arbeit wird das auch am Beispiel der Printwerbung deutlich. Die Wirkung von Werbung zu kontrollieren und diese Informationen weiteren Planungen und Entscheidungen zugrunde zu legen, ist ebenfalls ein wichtiger Baustein für die Führungseffizienz, sowohl strategisch als auch in werbetaktischen Entscheidungen.
Aufgrund vieler Unsicherheiten über mögliche Folgen, die sich aus der Verbindung zur Unternehmensumwelt ergeben, liegt Marketingentscheidungen oft ein hohes Maß an Intuition zugrunde. Derartige Entscheidungen sind in vielen Fällen sogar effizienter. Bei kaum transparenten und spärlich erforschten Wirkungen kann es erfolgreicher sein, weniger auf gesicherte Erkenntnisse zu setzen und damit die Erfolgschancen von Innovation und Kreation nicht einzuschränken. 28 Hier liegt ein besonderes Spannungsfeld. Würden Entscheidungen in diesem Feld controlling-typisch auf harten Fakten beruhen, schränkt das die Erfolgspotenziale ein. Andererseits ist der große Vorteil des Controlling, Marktforschungs- und Analysedaten zur Verfügung zu stellen und damit die Marketingentscheidungen weitgehend zu unterstützen (vgl. Abbildung 1 zur Skizzierung des Spannungsfelds zwischen Reflexion und Intuition). Die
25 Vgl. Link, J./Gerth, N./Voßbeck, E. (2000), S. 8.
26 Vgl. Meffert, H. (1982), S. 100.
27 Vgl. Meffert, H. (1982), S. 100.
28 Die Schaffung von Erfolgspotenzialen als vornehmlichste Aufgabe des Marketingmanagements würde be-
hindert werden.
8
Koordination solcher Informationen, sei es aus erlerntem Wissen oder aus gesammeltem Expertenwissen, ist der größte Vorteil des auf Marketing spezialisierten Controlling. Entscheidungen im Marketing müssen demnach sowohl das richtige Maß an Intuition als auch an Reflexion besitzen. Je mehr Informationen z.B. für Printwerbewirkung zur Verfügung stehen, ohne die Effektivität durch Kosten nachhaltig zu belasten, desto weniger Unsicherheiten gibt es und umso weniger Intuition ist erforderlich. Das Marketingcontrolling verbessert damit die Rationalität der Führungsentscheidungen. 29
Abbildung 1: Reflexion und Intuition bei Marketingentscheidungen 30
Eine weitere Besonderheit ist, dass der Markt einen in der Planung besonders häufig auftretenden Engpasssektor darstellt. Damit sind andere Pläne jeweils an den Engpass Markt anzugleichen, wodurch dieser eine Art Primärplancharakter erhält. Dies entspricht der Auffassung im Sinne der „Führung des Unternehmens vom Markt her“ 31 . Es lässt sich festhalten, dass im Marketingcontrolling neben den internen Daten besonders auch externe Daten eine Rolle spielen. Eine weitere Eigenheit in diesem Teilgebiet des Controlling ist, dass umfassend nicht-monetäre Ziel- bzw. Plangrößen zu berücksichtigen sind. Gerade diese Eigenheit betrifft die Werbekontrolle und spiegelt sich damit auch in dieser Arbeit wider. Weitere Charakteristika und Herausforderungen des Marketingcontrolling sind Aperiodizität und externes Screening mit zum Teil überproportionalen Kosten. 32
Wichtige Entscheidungen im Marketing fallen aperiodisch an, da sich Entscheidungen zu den Erfolgspotenzialen bezüglich Produkten, Regionen oder Kunden aus kaum vorhersehbaren Geschehen auf Märkten oder den Umsystemen ergeben. Aperiodizität betrifft in typischer
29 Vgl. Weber, J. (1999), S. 30 ff.
30 Quelle: selbst erstellte Abbildung.
31 Meffert, H. (2000), S. 1123.
32 Vgl. Link, J./Gerth, N./Voßbeck, E. (2000), S. 15.
9
Weise ebenfalls Werbeanstrengungen, deren Wirkung durch falsche Ausrichtung verpufft, weil sich unvorhergesehen das Umfeld geändert hat. Ein externes Screening kann die Unsicherheiten bezüglich des Marktteilnehmerverhaltens verringern. Dabei sind die Kosten für diese und andere Informationsbeschaffungen nicht aus den Augen zu verlieren. Dies gilt besonders, da sie sich oft überproportional zu den beabsichtigten Erfolgen verhalten. 33 Zur Aufgabe des speziellen Controlling von Marketing zählt die Rationalisierung der Entscheidungen bezüglich des Marketingmix. Möglichst wirkungsoptimale Mischungen der verschiedenen Kommunikationsmittel zu kennen, ist ein Wunsch der Entscheidungsträger im Marketing. Die Frage lautet also, wie der Beitrag der Printwerbung zum Kommunikationserfolg ermittelt werden kann. Zur Beantwortung wird die Printwerbung nun vorerst in den Marketingmix eines Unternehmens eingeordnet.
33 Vgl. Link, J./Gerth, N./Voßbeck, E. (2000), S. 15.
10
3 Printwerbung in der Kommunikationspolitik
3.1 Kommunikation im Marketingmix
Die Unternehmenskommunikation umfasst sämtliche Kommunikationsinstrumente und -maßnahmen eines Unternehmens, die eingesetzt werden, um den Zielgruppen die Unternehmensleistung darzustellen. 34 Mit weitgehend homogenen Produktlandschaften, die mit objektiven Angebotseigenschaften (z.B. mit Qualität oder Funktionen) kaum noch eine deutliche Abhebung gegenüber Mitbewerbern ermöglichen, hat die Kommunikation eines Unternehmens mit seiner Zielgruppe eine zentrale Position für die Durchsetzung am Markt erreicht. 35 Der Wettbewerb findet damit zum großen Teil auch durch Werbung statt. 36 Die Kosten für Kommunikation erfahren unter diesen Bedingungen folglich im Vergleich mit anderen Instrumenten des Marketingmix eine überproportionale Steigerung.
Die Kommunikationspolitik, zu der die Printwerbung als Teilinstrument gehört, ist Teil des Marketingmix. Dieser ist die Kombination und Koordination des Marketinginstrumenteneinsatzes. Ziel ist es, die Unternehmens- und Marketingziele effizient zu erreichen, indem die Instrumente möglichst harmonisch aufeinander abgestimmt werden. 37 Zu den Marketinginstrumenten gehören: 38
• Kommunikationspolitik,
• Produktpolitik,
• Distributionspolitik und
• Kontrahierungspolitik.
Diese Instrumente können im Rahmen der Marketingmixpolitik unterschiedlich kombiniert werden. Typisches und in der Marketingkoordination zentrales Problem sind die interdependenten Wirkungszusammenhänge zwischen den einzelnen, aber zusammen eingesetzten Mit- 34 Vgl. Bruhn, M. (1995), S. 12.
35 Vgl. Bruhn, M. (2003), S. 22 ff.
36 Vgl. Esch, F.-R../Wicke, A. (1999), S. 19.
37 Vgl. Becker, J. (2001), S. 485 f.
38 Vgl. Meffert, H. (2000), S. 971.
Arbeit zitieren:
Udo Szameitat, 2005, Erfolgsmessung von printbezogenen Werbemaßnahmen als Teilgebiet des Marketingcontrolling, München, GRIN Verlag GmbH
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