INHALT
Seite
1. Einleitung 3
2. Purismus- Bewegungen in Deutschland 4
2.1. Sprachreinigung im 17. und 18. Jahrhundert 4
2.2. Völkischer Purismus im 19. und 20. Jahrhundert 5
2.3. Träger der Sprachpflege in der Gegenwart 6
3. Entlehnungsprozesse 7
3.1. Lehnprägung 7
3.2. Lehnbedeutung 8
3.3. Lehnübersetzung 8
3.4. Lehnübertragung 8
3.5. Lehnschöpfung 9
4. Warum sich manche Eindeutschungen nicht durchsetzen ? 9
4.1. Das Prestige der Quellsprache 9
4.2. Praktikabilität des Purismus 10
4.3. Mehrwert der fremdsprachlichen Bezeichnung 10
4.4. treffende Bildlichkeit 11
4.5. Integration ins Flexionssystem 11
4.6. Zusammenfassung 11
5. Schluß 12
Literaturverzeichnis 13
2
1. Einleitung
„So beklagt man einerseits, das Deutsche passe sich etwa in der Computerterminologie zu sehr dem Englischen an. Ihm sei die Kraft zur Integration von Anglizismen verlorengegangen, und eine Sprache ohne Integrationskraft sei eine tote Sprache [...]. Andererseits wird nach Internationalität gerufen und dem Deutschen seine Eigenbrötelei vorgehalten.“ 1 Dieses Zitat pointiert die Diskussion um die Eindeutschung von Fremdworten 2 .
Damit ist auch das Thema dieser Arbeit benannt: Die Eindeutschung von Fremdworten aus historischer, linguistischer und sprachpraktischer Perspektive. Die Arbeit basiert auf einem zuvor gehaltenen Referat. Die Gliederung wird dabei im Großen und Ganzen beibehalten; Anregungen aus der Diskussion fließen in die nochmalige Beschäftigung mit dem Thema ein.
Es wird im Laufe dieser Arbeit deutlich werden, dass die Eindeutschung kein rein linguistisches Problem darstellt.. Es spielen neben sprachwissenschaftlichen auch kulturelle und gesellschaftliche Aspekte in diese Thematik mit hinein. Der folgende Abschnitt zur historischen Entwicklung der Purismus- Bewegung in Deutschland bietet einen Einstieg in die Thematik. Die Tendenzen zur Sprachreinigung werden dabei für drei Zeitabschnitte, d.h. für das 17./ 18. Jahrhundert, das 19./ 20. Jahrhundert und die Gegenwart betrachtet.
Im dritten Abschnitt werden die linguistischen Methoden zu Bildung von Eindeutschungen mit erläuternden Beispielen vorgestellt.
Der vierte Abschnitt stellt schließlich die Frage: Warum sich manche Eindeutschungen nicht durchsetzen? Und andere eben doch. Nach Schwerpunkten geordnet sollen hier die verschiedenen Gründe für den Gebrauch von Fremdworten und die Notwendigkeit von Eindeutschungen vorgetragen werden.
Im letzten Abschnitt werden die Ergebnisse kurz zusammengefaßt. Damit wenden wir uns dem ersten thematischen Schwerpunkt, dem historischen Überblick über den Sprachpurismus zu.
1 Peter Eisenberg: Grundriß der deutschen Grammatik. Bd. 1: Das Wort. Stuttgart/ Weimar: Metzler, 1998. S. 335; Auslassung von mir; S.W.
2 An dieser Stelle sind die Begriffe ‚Fremdwort‘ und ‚Lehnwort‘ zu klären. So versteht man unter einem Fremdwo rt ein Wort, das aus einer anderen Sprache übernommen wurde, und sich in Lautstand, Betonung und Schreibung der Zielsprache nicht angepasst hat und daher als fremd empfunden wird. Ein Lehnwort hingegen ist so weit in den Sprachgebrauch eingegangen, dass es nicht mehr als fremd wahrgenommen wird. (Wikipedia. Die freie Enzyklopädie. A Wikimedia Project. Hier: Fremdwort. http://de.wikipedia.org/wiki/Fremdwort).
3
2. Purismus- Bewegungen in Deutschland
Als Sprachpurismus oder auch Sprachreinigung- oder pflege bezeichnet man die Bestrebungen, „alle Fremd- und Lehnwörter aus einer Sprache zu entfernen, indem man aus dem Material der eigenen Sprache neue Wörter bildet“ 3
Bereits in der Phase der Christianisierung galt es für ursprünglich lateinische Vokabeln der christlichen Religionslehre deutsche Entsprechungen zu bilden. So geht etwa der Begriff ‚Heiland‘ aus dem lateinischen ‚Salvatos‘ hervor. Althaus weist darauf hin, dass Eindeutschungen der frühen Phasen, d.h. vor dem 17. Jahrhundert, in der Regel dazu dienten, den Lesern oder Hörern einen ihnen fremden Begriff verständlich zu machen. Erst später galt es auch bereits bekannte und eingebürgerte Lehnworte durch deutsche Entsprechungen zu ersetzen, handelte es sich damit um Sprachpurismus. 4 Die Sprachreinigung des Deutschen kann in drei Phasen betrachtet werden. 5
2.1. Sprachreinigung im 17. und 18. Jahrhundert
Die Sprachpflege im 17./ 18. Jahrhundert wurde durch die Be fürchtung genährt, das Deutsche könnte vollständig aus dem Verkehr der Gebildeten verschwinden. Im Umkreis von Kirche und Wissenschaften war Latein fast ausschließlich die Sprache des täglichen Umgangs; der Adel ahmte den absolutistischen Hof in Paris nach und war daher bemüht, Französisch zu sprechen.
So wandte sich dann auch die Sprachpflege vor allem gegen die Vorherrschaft dieser beiden Sprachen. Das Ziel war es, eine hochsprachliche Norm des Deutschen und eine selbstständige deutschsprachige Literatur zu erlangen. Zu diese Zweck entstanden erste Sprachgesellschaften, wie etwa die am 24.8.1617 von Fürst Ludwig von Anhalt- Köthen gegründete Weimarer „Fruchtbringende Gesellschaft“.
Neben den lexikalischen und grammatischen Aspekten betonte die Sprachreinigung auch immer wieder die Aufrechterhaltung der alten Tugenden und der Moral. Neben der Richtigkeit von Formen- und Satzlehre waren sie ebenso Auf das Entfernen des Gemeinen und Zweideutigen sowie unerwünschter ausländischer, veralteter und mundartlicher Ausdrücke aus der Hochsprache bedacht. Sie leisteten einen Beitrag zur
3 Wikipedia: Sprachpurismus. http://de.wikipedia.org/wiki/Sprachpurismus.
4 Vgl. Peter Althaus: Lexikon der Germanistischen Linguistik. Hrsg. v. Hans Peter Althaus, Helmut Henne, Herbert Ernst Wiegand. 2. vollst. neu bearb. und erw. Auflage. Tübingen: Niemeyer, 1980. Hier S. 657.
5 Der Überblick orientiert sich an: Nicole Plümer: Anglizismus, Purismus, sprachliche Identität. Eine Untersuchung zu den Anglizismen in der deutschen und französischen Mediensprache. Frankfurt/ Main: Lag, 2000. (= Europäische Hochschulschriften: Reihe 13, Französische Sprache und Literatur; Bd. 251). Hier S. 71- 80.
4
Arbeit zitieren:
Sarah Weier, 2005, Eindeutschungen. Die Alternative zum Fremdwort?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Neologismen und Internet: Französische Sprachpolitik im Wandel der Zei...
Romanistik - Französisch - Linguistik
Hausarbeit, 18 Seiten
The basic theories of language acquisition
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Intercultural learning within content and language integrated learning
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 13 Seiten
Islam und Baurecht: Rechtliche und faktische Probleme beim Moscheebau
Jura - Öffentliches Recht / VerwaltungsR
Seminararbeit, 53 Seiten
Zu den orthographischen Prinzipien des Deutschen
Theorie und Praxis
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Komposita im Spanischen - Auf der Suche nach aktuellen Beispielen im I...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 45 Seiten
Die Grundfreiheiten des EG-Vertrags: Die Arbeitnehmerfreizügigkeit und...
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
Seminararbeit, 23 Seiten
Spanische Sprachkultur und Sprachpflege: Die Rolle der Real Academia E...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 37 Seiten
Die Europäisierung des deutschen Verwaltungsrechts; Staatshaftung wege...
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
Seminararbeit, 60 Seiten
Existentialismus von Sartre und Jaspers
Eine Einführung
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Essay, 10 Seiten
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Referat (Ausarbeitung), 11 Seiten
Gottfried von Straßburg: Tristan - Eine Analyse zum Auftreten des Erzä...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Substantivkomposita im Sprachvergleich Französisch-Spanisch
Romanistik - Französisch - Linguistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Historical Development of Word Meaning - Semantik Change
Seminararbeit, 19 Seiten
Jugendkriminalität - Ursachen, Formen, Gegenmaßnahmen
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit, 25 Seiten
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Hausarbeit, 14 Seiten
Piagets und Chomskys Spracherwerbstheorie
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Sarah Weier hat den Text Eindeutschungen. Die Alternative zum Fremdwort? veröffentlicht
Sarah Weier hat einen neuen Text hochgeladen
Nutzerorientierung - ein Fremdwort in der Gesundheitssicherung?
Nicole Höfling-Engels, Ulla Krause, Daniel Lüdecke, Kati Mozygemba, Sarah Mümken, Bahar Qurban
Alternatives in Cancer Therapy: The Complete Guide to Alternative Trea...
Ross Pelton, Lee Overholser
Beyond Alternations Beyond Alternations Beyond Alternations
Josef Ruppenhofer, Laura A. Michaelis, Josef Ruppenhoffer
Beyond Alternations Beyond Alternations Beyond Alternations
Josef Ruppenhofer, Laura A. Michaelis, Josef Ruppenhoffer
0 Kommentare