„Eine Unternehmenskultur, die sich durch ein partnerschftliches Verhalten am Arbeitsplatz
auszeichnet , bildet die Basis für ein positives innerbetriebliches Arbeitsklima und ist damit
eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.“
(Betriebsvereinbarung Partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz, Deutsches Herzzentrum
Berlin , 2003, S 5)
Inhalt
0. Einführung. 2
1.0 Definitionen. 2
1.1 Die Definition von Leymann. 3
1.2 Neubergers Definition 4
1.3 Juristische Definition. 4
1.4 Vergleich 4
2.0 Verlauf. 5
2.1 Der Konflikt 5
2.2 Mobbing-Ursachen. 5
2.3 Phasen. 6
2.4 Das „Opfer“ 6
2.5 Die „Täter“ 7
2.6 Auswirkungen auf die Wirtschaft 8
3. Gegenmaßnahmen 8
4.0 Mobbing in der Pflege. 9
4.1 Mobbing begünstigende Entwicklungstendenzen 9
4.2 Betroffene Pflegekräfte 10
4.3 Pflegerische Spezifik. 10
4.4 Beispielsituation 11
4.5 Fazit 11
5. Zusammenfassung 12
Literatur 14
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0. Einführung
Mobbing ist, wie es Zahlen aus Statistiken verdeutlichen werden, heutzutage in der Arbeitswelt weitverbreitet. Es führt zur Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens und verursacht immense Kosten. Trotzdem wird das Vorkommen von Mobbing geduldet. Es wird viel darüber geredet, so dass man heute davon sprechen kann, dass es sich zu einem Modethema entwickelt hat. Geht es jedoch um die Klärung schwelender Konflikte im eigenen Umfeld, so wird zum Thema Mobbing geschwiegen. Mobbing ist also auch gleichzeitig ein Tabuthema.
Der „Mobbing-Report“ der Sozialforschungsstelle Dortmund (Meschkutat, Stackelbeck, Langenhoff 2002) gibt an, dass 2,7 % der Erwerbstätigen davon betroffen sind. Davon erkranken 49,3 %; jeder neunte Arbeitnehmer ist mindestens einmal in seinem Arbeitsleben von Mobbing betroffen, so die Statistik (Meschkutat, Stackelbeck, Langenhoff 2002, 2f). Der Deutsche Gewerkschaftsbund spricht von 1,5 Millionen Opfern im Jahr 2002 und beziffert den Schaden auf 15 Milliarden Euro im gleichen Jahr (http://bmgs.bund.de/deu/txt/aktuelles /pm/pm_bma_2002/index.cfm, 24.01.2005).
In meiner Ausarbeitung werde ich zwei verschiedene Definitionen, speziell die von Heinz Leymann (1993) und die von Oswald Neuberger (1994) gegenüberstellen. Die begünstigenden Umstände und die Ursachen sollen genannt werden. In einem gesonderten Kapitel wird auf die spezielle Situation in der Pflege eingegangen. Meine Hauptquellen bestehen in den Publikationen von Leymann (1993) und Neuberger (1999). Der schon oben zitierte „Mobbing-Report“ (Meschkutat, Stackelbeck, Langenhoff 2002) wird weitere Zahlen liefern.
Die Verwendung der Begriffe „Opfer“ oder „Täter“ spiegelt nicht meine Meinung wider, sondern geschieht nur im Bezug auf deren Vorkommen in der Quellenliteratur.
1.0 Definitionen
Der Begriff „Mobbing“ wurde ursprünglich lt. Pikas von dem Tierverhaltensforscher Konrad Lorenz (Pikas 1989, 92) geprägt. Dieser verwendete den Begriff, um ein Tiergruppenverhalten zu beschreiben, welches zum Ziel hat, ungebetene oder gefährliche fremde Eindringlinge gemeinsam zu bekämpfen. Als Vorbild kann das auch im Zusammenhang mit Konrad Lorenz erwähnte Beispiel aus der Geschichte „Wundersame Reise des kleinen Nils Holgeson mit den Wildgänsen“ von Selma Lagerlöf dienen: Nils wird vom Fuchs verfolgt und befindet sich schlafend in äußerster Gefahr. Der heranpirschende Fuchs wird von den Wildgänsen durch gemeinsame Tiefflugmanöver verjagt (Neuberger 1999, 3).
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Der aus dem Englischen stammende Begriff „to mob“ kann übersetzt werden mit (jemanden) bedrängen, anpöbeln, attackieren, angreifen; sich zusammenrotten, über jemanden herfallen (vgl.Willmann u.a. 1985, 637 in: Neuberger 1999, 2).
Der „Mob“, ein Begriff, der schon im 18. Jahrhundert im Deutschen aufkam, bezeichnet eine spontane, zu Schandtaten bereite Zusammenrottung (Neuberger 1999, 2 u. Brinkmann 2002, 11).
Andere Begriffe, die in diesem Zusammenhang anzutreffen sind und auch für Untertitel der Ratgeberliteratur zum Thema „Mobbing“ verwendet werden, lauten beispielsweise „Schikane“ (Zuschlag 2001), „Treibjagd“ (Brinkmann 2002), „Psychoterror“ (Leymann 1993).
Der Begriff „Bullying“ bezeichnet tyrannisieren und drangsalieren. In Großbitannien wird er für die Beschreibung schikanösen Vorgesetztenverhaltens benutzt (Neuberger 1999, 3 und Brinkmann 2002, 12), wobei er in Deutschland in der letzten Zeit immer öfterr für den Begriff „Mobbing“ verwendet wird, besonders im Zusammenhang mit der Beschreibung Mobbingverhaltens Jugendlicher (vgl. auch Brinkmann 2002, 12). „Bossing“ beschreibt die Schikane durch Vorgesetzte als „gesundheitsgefährdende Führerschaft“ (Brinkmann 2002, 12).
1.1 Die Definition von Leymann
Leymann (1932-1999), der auch der „Mobbing-Pabst“ (z.B. http://www.mobbing-vorbeugung.de/links.htm, 24.01.2005) genannt wird, brachte das in den Definitionen beschriebene Verhalten unter dem Begriff „Mobbing“ in Deutschland zu Anfang der 90er Jahre in die öffentliche Diskussion. Das Verhalten selbst ist nicht neu. Es wurde schon vorher beschrieben, aber es fand in der Öffentlichkeit keine große Beachtung (Neuberger 1999, 3ff). Als Forschender am Reichsintitut für Arbeitswissenschaften in Schweden 1979-1990 hat Leymann erstmals breite Aufmerksamkeit auf das Problem lenken können. Er konnte eine spezielle Klinik für Mobbingopfer in Schweden etablieren, deren Leiter er 1994-1996 war. In Deutschland machte er sich unter anderem verdient als Berater für Personalräte in der Klinik in Hamburg-Eppendorf von 1995 bis 1999 (Arentewicz in: Arentewicz/Fleissner 2003, 21). Leymann, so lässt sich nach dem Studium einiger Exemplare der Mobbingliteratur feststellen, sorgte für die Begriffsprägung und Definierung des Begriffes „Mobbing“. Seine Definition (1993) lautet folgendermaßen: „Der Begriff Mobbing beschreibt negative kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sind (von einer oder mehreren anderen) und die sehr oft und über längeren Zeitraum hinaus vorkommen und damit die Beziehung zwischen
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Opfer und Täter kennzeichnen“ (Leymann 1993, 21) Diese Handlungen müssten laut Leymann mindestens einmal pro Woche und in der Folge sechs Monate lang stattfinden, bis man vom Mobbing sprechen kann (Leymann 1993, 21f). Leymann katalogisierte 45 spezielle Mobbinghandlungen in fünf Gruppen, wobei er sich auf seine Forschungsergebnisse aus 300 in seiner schwedischen Praxis durchgeführte Interwievs bezieht. Diese 45 Handlungen in fünf Gruppen werden auch in der Fachliteratur als LIPT (Leymann Inventory of Psychological Terrorization) bezeichnet.
1.2 Neubergers Definition
Neuberger kritisiert Leymanns Definitionen als „pseudoexakt“ (Neuberger 1999, 19). Er stellte verschiedene Definitionen gegenüber und spricht davon, dass es keine wahre oder richtige Definition gäbe, sondern nur „zweckmäßige“ (Neuberger 1999, 11). Seine Definition lautet folgendermaßen: „Jemand spielt einem übel mit und man spielt wohl oder übel mit.“ (Neuberger 1999, 18). Gegenüber Leymanns Definierung betont Neuberger die Kompliziertheit, sich auf bestimmte Handlungen festzulegen und die dabei entstehende Problematik, dass die Sichtweise durch starre Festlegung eingeengt wird, Konflikte ungerechterweise zu Mobbing erklärt werden, oder Mobbingverläufe gar nicht als solche anerkannt werden, weil sie den definierten Ansprüchen nicht Genüge tun.
Neuberger beschreibt beide Parteien als aktive wie auch passive Handlungspartner. Sie spielen ein aufgezwungenes Spiel mit aufgezwungenen Spielregeln, welches in einen sich verselbständigenden Prozess mündet.
1.3 Juristische Definition
Bis jetzt gibt es im Unterschied zu Schweden oder auch Frankreich in Deutschland kein spezielles Gesetz, in welchem Mobbing als Straftatbestand genannt wird. Jedoch hat das LAG Thüringen in einem Urteil vom 10.04.2001 folgendes über Mobbing aufgeführt: „Mobbing“ bezeichnet „Fortgesetzte, aufeinander aufbauende oder ineinander übergreifende, der Anfeindung, Schikane oder Diskriminierung dienende Verhaltensweise“ (Noll in Arentewicz/Fleissner 2003, 202).
1.4 Vergleich
Die Definition von Leymann (1993) hat sich trotz Veränderungen und Kritiken soweit etabliert, dass sie heute verbreitet als Werkzeug dient, um Mobbinghandlungen festzustellen und Mobbing zu diagnostizieren, welches z.B. für statistisch-wissenschaftliche Erhebungen
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Arbeit zitieren:
Mario Albrecht, 2005, Mobbing – Konflikte am Arbeitsplatz?, München, GRIN Verlag GmbH
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Mobbing: Psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz
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