Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Reinhart Fuchs
1.1 Das Werk 3
1.2 Inhalt und Gliederung 3
2. Wolf und Fuchs
2.1 Der Wolf 4
2.2 Der Fuchs 5
2.3 Das Bündnis zwischen Fuchs und Wolf 6
3. Der Fuchs, der Wolf und der Brunnen 6
3.1 Die Verbrechen 7
3.2 Die Gliederung des Brunnenabenteuers 8
3.2.1 Wie Reinhart in Bedrängnis gerät und zum Narren wird 8
3.2.2 Wie Isegrim getäuscht wird und in Not kommt, wodurch Reinhart 9
sich befreit
3.2.3 Wie die Mönche Isegrim in noch größeres Unglück stürzen und 11
warum er doch mit dem Leben davonkommt
3.3 Die Situation am Ende des Brunnenabenteuers 11
Schluss 13
Literaturverzeichnis 14
Einleitung
In der mittelalterlichen Tierepik spielen Fuchs und Wolf oft eine wichtige Rolle. Auch im "Reinhart Fuchs" ist dies der Fall. Nach einigen Begegnungen des Fuchses mit den kleinen Tieren gehen die beiden ungleichen Gefährten ein Bündnis ein, das weite Teile der Handlung bestimmt.
Eine besondere Bedeutung kommt im "Reinhart Fuchs" der Brunnenszene am Klosterbrunnen zu. Sie zeigt mehr als deutlich den Unterschied zwischen Fuchs und Wolf. Des weiteren stellt sie den Höhepunkt einer Reihe von Verbrechen dar, die Reinhart Fuchs begeht und die schließlich zu der finalen Gerichtsverhandlung führen. Opfer der Mehrzahl der Verbrechen ist wieder einmal der Wolf.
Nach einer kurzen Charakterisierung der beiden Charaktere und ihres Verhältnisses zueinander soll im Folgenden darauf eingegangen werden, wie Fuchs und Wolf im Brunnenabenteuer in der Handschrift S des "Reinhart Fuchs" dargestellt werden. Besonders interessant wird hier, wie sich die beiden Widersacher am Klosterbrunnen verhalten - lernen sie aus dem, was ihnen widerfährt? Und wie stehen die beiden Charaktere am Ende des Brunnenabenteuers da?
2
1. Reinhart Fuchs
1.1 Das Werk
"Reinhart Fuchs" von Heinrich (dem Glîchezâre) gehört zu einem "der ältestem Stoffreservoirs der Weltliteratur" 1 , der Tierdichtung. Die Entstehung des Werkes wird grob auf das Jahr 1192 datiert.
Der Autor, der nur aus diesem einen Werk bekannt ist, nennt sich selbst Heinrich. Der Beiname "Gleißner" wurde lange Zeit dem Dichter zugeschrieben, doch die Zuverlässigkeit dieser Namensnennung wurde wiederholt angezweifelt. Ein "solcher herabsetzender Beiname" 2 wäre für einen Menschen des 12. Jahrhunderts sehr ungewöhnlich gewesen. Als wahrscheinlicher wurde befunden, dass sich der Beiname "auf den Fuchs" 3 bezieht, auf den er in der Tat gut passen würde.
Die Heimat von Heinrich "war mit Sicherheit der Elsaß" 4 . Uneinigkeit besteht hingegen über den sozialen Stand des Autors. Das Spektrum der Vermutungen reicht von Spielmann über Geistlicher bis hin zum Angehörigen eines "(niederen) Adels" 5 .
1.2 Inhalt und Gliederung
"Reinhart Fuchs" berichtet von den Abenteuer des Fuchses Reinhart, der seinen eigenen Vorteil aus dem Schaden anderer Tiere zieht. Das Werk reiht etliche bereits bekannte Fabeln aneinander und macht aus einzelnen Geschichten dadurch ein vollständiges Tierepos.
Das Epos lässt sich in drei Teile gliedern, die sich aus den jeweiligen Gegenspielern des Fuchses ergeben: "Der Fuchs und die kleinen Tiere" 6 , "Der Fuchs und der Wolf" 7 und "Der
1 Spiewok, Wolfgang: Satirische Tierepik - "Fuchs Reinhart". In: Geschichte der deutschen Literatur. Mitte des 12. bis Mitte des 13. Jahrhunderts. Hrsg. Vom Kollektiv für Literaturgeschichte Volk und Wissen Berlin. Berlin: Volk und Wissen 1990 (Geschichte der deutschen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Zweiter Band). Seite 175
2 Das mittelhochdeutsche Gedicht vom Fuchs Reinhart. Hrsg. Von Georg Baesecke. Zweite Auflage. Halle (Saale): Max Niemeyer Verlag 1952 (Altdeutsche Textbibliothek Nr. 7). Seite XIV
3 Spiewok, Wolfgang: Satirische Tierepik - "Fuchs Reinhart". Seite 178
4 Ebd Seite 177
5 Widmaier, Sigrid: Das Recht im "Reinhart Fuchs". Berlin: De Gruyter 1993 (Quellen und Forschungen zur Sprach- und Kulturgeschichte der germanischen Völker, N.F., 102-226). Seite 2
3
Fuchs und der Löwe" 8 . Diese Dreiteilung wird von einem Prolog und einem Epilog eingefasst.
"Der erste Teil vereinigt in sich die für Reinhart sämtlich erfolglos verlaufenden vier Begegnungen" 9 mit den kleinen Tieren seiner Verwandtschaft. Nach den erlittenen Niederlagen geht er dann das Bündnis mit dem Wolf ein, das den zweiten Teil des Werkes beherrscht. Im dritten und letzten Teil findet schließlich das Gericht der Tiere statt, in dem Reinhart für all seinen Betrug an den anderen Tieren verurteilt werden soll.
2 Wolf und Fuchs
2.1 Der Wolf
Die Geistesverfassung des Wolfes Isegrim wird im wesentlichen durch zwei Momente bestimmt: "Dummheit und Gier" 10 . Er zeigt sich durchweg "von ordinärem Hunger getrieben" 11 . "Die Diagnose seines Verhaltens lautet also auf Hypertrophie des Magens und Atrophie des Gehirns" 12 . Aus dieser Tatsache resultiert eine weitere Verhaltensweise des Wolfes: "seine Dummdreistigkeit" 13 .
Im Zusammentreffen mit dem Fuchs wird der Wolf zum "blossen Dummkopf, der dem Fuchs nur zu begegnen braucht" 14 um sofort erneut hereinzufallen. Durch die "kurzsichtige Triebbefangenheit" 15 Isegrims ist es für den Fuchs ein leichtes, die Reaktionen des Wolfes vorauszuahnen und sich auf sie einzustellen.
6 Strukturen und Interpretationen. Studien zur deutschen Philologie. Hrsg. Von Alfred Ebenebauer, Fritz Peter Knapp und Peter Krämer. Wien: Wilhelm Baumüller Universitäts-Buchhandlung 1974 (Philologica Germanica 1). Seite 230 7 Ebd. Seite 230
8 Ebd. Seite 230
9 Ebd. Seite 230
10 Ebd. Seite 238
11 Ebd. Seite 238
12 Ebd. Seite 239
13 Ebd. Seite 239
14 Göttert, K.-H.: Überlieferungsproblematik und Wirkungsgeschichte des Mittelhochdeutschen Reinhart Fuchs. In: Aspects of the Medieval Animal Epic. Hrsg. Von Prof. Dr. E. Rombauts und Prof. Dr. A. Welkenhuysen. Leuven: Leuven University Press 1975. Seite 74
15 Strukturen und Interpretationen. Seite 239
4
Arbeit zitieren:
Claudia Sieber, 2005, Der Fuchs, der Wolf und der Brunnen - Zur Darstellung von Fuchs und Wolf in "Reinhart Fuchs", München, GRIN Verlag GmbH
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