1. Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltsverzeichnis 2
2. Natur vs. Technik 3
3. Begriffliches - Definitionen 4
4. Arbeit als Freisetzung organischer Energie 4
4.1 Produktive Formen 5
4.1.1 Materielles 5
4.1.2 Immaterielles 5
4.2 Reproduktive Formen 6
4.2.1 Die “Gender“-Problematik 6
4.2.2 Sexualität 8
4.2.3 “population-control 8
5. Exkurs: Gentechnik Bioethik 9
6. Kontrolle als Schlüssel zur Macht 10
6.1 Konzept 10
6.2 Anwendung 12
7. Die “Gaia-Hypothese 14
8. Fazit 15
9. Bibliographie 16
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2. Natur vs. Technik
Die Welt ist im Wandel. Eigentlich war sie es schon immer, jedoch niemals zuvor in derart exorbitanter Geschwindigkeit. Die Konsequenzen davon sind allumfassend. Jeder Wandel beherbergt aber auch ein Quantum an Kontinuität, Strukturen die weitgehend stabil und unveränderlich sind.
Eine dieser systemischen Schranken ist die Natur, etwas wissenschaftlicher formuliert, die Biologie. Darin bereits liegt eine erste Erkenntnis: das Natürliche von einst ist nicht mehr so natürlich wie es früher einmal erschien, es hat nämlich seit einigen Jahrhunderten Konkurrenz bekommen - die Technik, oder heutzutage besser, die Technologie. Paradoxerweise aber und das erhellt ebenfalls ganz wesentlich, entkleidet eben diese, in der Menschheitsgeschichte zwar schon immer vorhandene, aber niemals zuvor in solchem Ausmaße, die Natur ihrer Natürlichkeit und zeigt ihren technischen Charakter auf, während gleichzeitig die Technologie selbst zur neuen Natur des “homo faber” wird. Eine klare Unterscheidung von Technik und Natur, künstlich Geschaffenem und schon immer Dagewesenen wird zunehmend unmöglicher, die vormals strikten Grenzen verschwimmen, die vermeintlich unvereinbaren Extreme nähern sich an. An diesem Punkt nun tritt die Biopolitik ins Spiel, die eben jenes durchschaut hat: das letztlich alles organisch oder technisch ist, je nachdem welches Dogma man seinen Betrachtungen zu Grunde legt, welche Weltanschauung man favorisiert, was mehr dem eigenen Gusto entspricht. Um sich aber nicht ganz von den Konventionen zu lösen bzw. um zumindest eine für eine Untersuchung gemäße relative begriffliche Schärfe zu wahren, sollte man vorläufig eine traditionelle Trennung von Organischem und Mechanischem aufrechterhalten.
Der Begriff “Biopolitik” ist folglich einem Diamant vergleichbar, dessen zahlreiche Facetten das einströmende Licht auf die mannigfaltigste Weise in allen Variationen schillerndster Regenbogenfarben bricht und so in der Lage ist, einen weiten Bereich unterschiedlichster Themenkreise und Seinsgebiete zu erfassen und dadurch zu illuminieren, beansprucht er doch kein geringeres als das Leben an sich in seiner Gesamtheit zu umfangen. Der konkreten Aufklärung seiner hier intendierten Bedeutungen bedarf es trotzdem noch.
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3. Begriffliches - Definitionen
Hohe Ansprüche stellt also das Wort “Biopolitik” hier und es lässt sich zeigen, dass es sie größtenteils erfüllt. Um das “Leben” zu betreffen, sollte man aber zunächst eine Überlegung anstellen, was denn damit überhaupt gemeint ist.
Die Eigenschaften, die jedes Biologie-Schulbuch aufzählt, können dabei getrost zu Rate gezogen werden. Neben Wachstum, Reaktion auf Reize, Bewegung und der Notwendigkeit genetischer Information wären die wichtigsten: Stoffwechsel & Fortpflanzung. Dabei ist Organisation freilich selbstverständlich, stellt Ordnung ja eine fundamentale Vorbedingung dar, generelle Erkenntnis erlangen zu können. Die beiden anderen Faktoren, die u. a. "Leben" konstituieren, erhalten im Folgenden tragende Relevanz. Entscheidend ist allerdings, ganz Allgemein gesehen, welches Potential dieses sagenumwobene Leben beinhaltet, nämlich rohe, wilde und ungezügelte Energie 1 - aber nur im Vorfeld, wie noch deutlich werden wird, wenn von deren Kontrolle die Rede ist. Ambivalent bleibt dabei, ob dies zu bedauern oder zu befürworten ist, vermutlich eine Frage der eingangs angesprochenen Perspektive. Diese Kräfte in ihrer originären, später in ihrer polaren Ausprägung seien unter der Bezeichnung “Biomacht” verstanden.
4. Arbeit als Freisetzung organischer Energie
Auf eines ist in diesem Kontext noch ganz besonders zu verweisen. Eben jene Energie nutzt schließlich nichts, solange sie ungeformt vorliegt, es gilt vielmehr, sie zu kanalisieren, indem man ihr explizit Ziele zu setzen vermag. Auf selbigem Wege also kommt der Begriff der Arbeit ins Spiel, der an gegenwärtiger Stelle als Energie aufgefasst werden will, die organischen Ursprungs ist, soweit die Differenzierung noch Sinn macht und über die gleichsam bewusst verfügt wird, um spezifische Absichten zu erfüllen. Hervorheben muss man dabei noch, dass eben dieser Prozess eines Aufwands an Anstrengung zur Veränderung bestehender Verhältnisse als Kernelement des Lebens angesehen werden sollte, da diese ständigen energetischen Transformationen nichts
1 vgl. Daumer & Schuster, loc. cit., S. 9
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anderes als Stoff-Wechsel bewirken und sich eben darin, in der Arbeit, von toter Materie abheben.
Der Übersichtlichkeit halber lohnt es sich zwischen materieller und immaterieller Arbeit zu unterscheiden, wobei vor allem letztere neuerdings exponential an Bedeutung gewinnt.
4.1 Produktive Formen
4.1.1 Materielles
Ein guten historischen Abriss über die Entstehung des modernen Arbeitsbegriffs infolge des Siegeszugs des Kapitalismus im Zeichen der Industrialisierung bietet “Das Kapital” von Marx. Obwohl dessen Schilderungen von immenser Tragweite, wie die Wertbildung im Allgemeinen oder die desolaten Zustände des “Proletariats” im England des 19. Jahrhunderts, für die Geschichte der Arbeit eine immanente Stellung einnehmen, interessiert hier vielmehr die grundliegende Formel, 2 die Kapitalismus und Arbeit derart verknüpft das letztere den zentralen Bezugspunkt modernen Lebens ausmacht. 3 In der Konsequenz definiert sich die Gesellschaft vorwiegend über das Prestige des jeweiligen Berufes, der darüber hinaus soziales, kulturelles und ökonomisches Umfeld des Individuums wenigstens tendenziell determiniert und dem Einzelnen so seinen Platz in der Hierarchie zuweist. Mit dem Eintritt in die Postmoderne jedoch kommt es zu einer erneuten Revolution des anfangs rein biologisch, hier dann handwerklich-technischindustriell, also material aufgefassten Arbeitsbegriffes.
4.1.2 Immaterielles
Mit dem Übergang von einer Wirtschaft, die ihren Schwerpunkt von industrieller Produktion auf Dienstleistungen verlagert, wechselt auch das vorherrschende Paradigma für weite Teile der betroffenen Gesellschaft durch eine veränderte Reflexion bezüglich
2 vgl. Marx, loc. cit., das ganze Buch beschreibt diesen Sachverhalt aufs Akribischste
3 Anzumerken wäre hierbei, überspitzt dargestellt, dass auch in sozialistischen Gesellschaften Arbeit das herausragende Element bildet; lediglich durch den Zweck, der Förderung des Gemeinwohls & der Gemeinschaft, differenziert sich der ideale Sozialismus vom an reinem Geld- und Gewinnstreben orientierten Kapitalismus.
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Arbeit zitieren:
Oliver Köller, 2005, Politik der Biomacht - Die Entfaltung & Kontrolle organischer Energie, München, GRIN Verlag GmbH
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